Flöhe beim Hund erkennen – Ursachen für den Flohbefall beim Hund und Nachweis der Ektoparasiten
Bei Flöhen handelt es sich um blutsaugende Parasiten, die sich auf dem Körper ihres Wirtes aufhalten. Ein Flohbefall kann jeden Hund treffen. Er ist unabhängig von Alter oder Rasse des Tieres. Gerade in Regionen mit günstigen Klimabedingungen für die Flohentwicklung sowie in der wärmeren Jahreszeit sind ungeschützte Tiere gefährdet.
Woher kommen Flöhe beim Hund?
Flöhe treten häufig bei Hunden auf, die nicht prophylaktisch mit Antiparasitika behandelt werden. Auch wenn die Abstände zwischen den vorbeugenden Flohbehandlungen zu groß sind, zum Beispiel zwischen dem Herbst und dem Frühjahr, haben Flöhe eine Chance, sich auf dem Tier anzusiedeln.
Hunde können an vielen Orten mit Flöhen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien in Kontakt kommen. Spaziergänge, der Kontakt mit Wildtieren, der Besuch von Hundeplätzen oder Hundetagestätten sowie der Kontakt zu anderen Haustieren (zum Beispiel Freigängerkatzen) stellen Risiken für einen Flohbefall dar. Hat der Tierbesitzer einen Haushalt besucht, in dem ein Flohproblem vorliegt, ist eine Verschleppung über die Kleidung in die eigenen vier Wände möglich.
Infobox: Flohentwicklung
Adulte Flöhe besitzen eine Lebenszeit von ein bis drei Jahren. Die Flöhe vermehren sich auf dem Wirt. Weibliche Flöhe legen im Laufe ihres Daseins etwa 400 bis 500 Eier. Die Eier fallen vom Wirt ab in das Nest oder den Schlafplatz des Tieres sowie in Teppiche, Polstermöbel und Bodenritzen.
Geschützt in Ruhe und Dunkelheit findet dort die weitere Entwicklung statt. Flöhe entwickeln sich über drei Larvenstadien und ein Puppenstadium zum adulten Insekt. Aber nicht nur in der Wohnung, auch im Außenbereich, an feuchten und warmen Stellen können die Entwicklungsstadien der Flöhe lange überleben.
Die Puppenruhe kann von einer Woche bis zu einem Jahr dauern. Sind die Umweltbedingungen günstig (Temperaturen zwischen 18 und 27 Grad Celsius und Luftfeuchtigkeit von 70 bis 90 Prozent), schreitet der Entwicklungszyklus voran. Auch Erschütterungen der Umgebung oder Geräusche, die das Vorhandensein eines Wirts signalisieren, können zum Schlüpfen der Flöhe führen.
Flöhe beim Hund erkennen und nachweisen
Kratzt sich ein Hund häufig, sollte an einen Flohbefall gedacht werden. Auch Hautrötungen oder entzündliche Hautveränderungen können durch Flohstiche bei Hunden auftreten. Obwohl adulte Flöhe mit bloßem Auge sichtbar sind, verkriechen sie sich bei Manipulation des Tieres im Fell und sind selbst bei einem moderaten Befall oft nicht zu entdecken. Hier hilft es, das Fell des Hundes mit einem Flohkamm auszukämmen.
Kommt beim Auskämmen des Haarkleids ein adulter Floh zum Vorschein, ist der Flohbefall nachgewiesen und das Tier muss mit einem Flohmittel behandelt werden. Unter dem Mikroskop lässt sich die Flohart bestimmen, was in der Tierarztpraxis jedoch nur selten durchgeführt wird.
Ein weiterer Hinweis auf einen Flohbefall ist der Flohkot, der im Fell der Hunde als schwarze Krümel sichtbar ist. Vor allem bei hellem Fell und kaum pigmentierter Haut lässt sich der Flohkot bei Hunden gut erkennen. Durch das Verreiben auf einem angefeuchteten weißen Küchenpapier färbt er sich durch das enthaltene Blut aus der Blutmahlzeit rötlich.
Floheier besitzen eine weiße bis gelbliche Färbung und sind etwa 0,4 Millimeter lang und 0,2 Millimeter breit. Floheier bei Hunden lassen sich nur selten entdecken, da sie aus dem Fell in die Umgebung fallen und mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Bei starker Flohbelastung lassen sie sich jedoch mit Vergrößerungsgläsern auf den Liegeplätzen der Hunde aufspüren.
Wie sehen Hundeflöhe aus?
Flöhe finden sich weltweit und sind das ganze Jahr über aktiv. Es handelt sich um flügellose Insekten mit stechend-saugenden Mundwerkzeugen und einem kräftig ausgebildeten dritten Beinpaar, das ihnen das Springen bis zu einer Höhe von einem Meter ermöglicht. In Anpassung an ein Leben im Fell ihrer Wirte besitzen sie einen seitlich abgeflachten Körper.
Flöhe erscheinen gelblich bis bräunlich und sind zwischen zwei und sechs Millimeter lang. An Kopf und Halsglied befinden sich bei vielen Flöhen sogenannte Ctenidien (Stachelkämme), die bei der Bestimmung der Flohgattung eine Rolle spielen und den Flöhen zum Halt im Fell des Wirtstieres dienen.
Ein Flohbefall bei Hunden wird meist durch Ctenocephalides felis (Katzenfloh), aber auch durch Ctenocephalides canis (Hundefloh) ausgelöst. Die Flöhe sind wenig wirtsspezifisch und können auch den Menschen und andere Spezies, zum Beispiel viele Wildtiere wie Nager, Füchse und Wiesel befallen.
Infobox: Folgen des Flohbefalls
Flöhe sind für den Hund nicht nur unangenehm und führen zu starkem Juckreiz, sie können auch Folgeerkrankungen hervorrufen. Dazu zählt bei empfindlichen oder vorbelasteten Tieren die Flohspeichelallergie-Dermatitis (FAD). Beim Zerbeißen und Verschlucken der Flöhe ist außerdem eine Infektion mit dem Gurkenkernbandwurm (Dipylidium caninum) möglich.
Welche Symptome treten bei einem Flohbefall beim Hund auf?
Nicht jedes Kratzen beim Hund muss auf einen Flohbefall hindeuten. Auch viele andere Substanzen aus der Umwelt sowie Futtermittelbestandteile können einen Juckreiz bei Hunden auslösen. Kratzt sich der Hund wiederholt oder beknabbert er häufig Fell oder Haut, ist eine Untersuchung in der Tierarztpraxis angezeigt.
Folgende Symptome kommen bei einem Flohbefall bei Hunden häufig vor:
- Juckreiz und häufiges Kratzen
- Belecken oder Benagen von Körperstellen
- Unruhe und Nervosität
- punktförmige Hautrötungen (v. a. im Lumbosakralbereich, aber auch an Bauch, Hals oder an den Schenkelinnenflächen)
- reiskornartige Bandwurmsegmente im Kot
- Welpen mit starkem Flohbefall: blasse Schleimhäute und Müdigkeit
Bei Welpen mit Flöhen kann es durch das Blutsaugen der Parasiten zu einer Blutarmut kommen. Ein Blutverlust bis zu zehn Prozent des Blutvolumens ist möglich. Die Symptome einer Blutarmut sind blasse Schleimhäute und übermäßige Müdigkeit.
Flohspeichelallergie-Dermatitis beim Hund
Reagiert der Hund allergisch auf Substanzen im Flohspeichel, leidet er an einer Flohspeichelallergie. Häufig sind Hunde betroffen, die älter als sechs Monate sind und bereits mit atopischer Dermatitis diagnostiziert wurden. Generell ist die Entwicklung einer Flohspeichelallergie aber bei allen Hunden möglich. Als Risikofaktoren gelten der wiederholte Befall und der wiederholte Aufenthalt in einer flohreichen Umgebung.
Bei einer Flohspeichelallergie reicht oft schon ein einziger Floh, um bei Hunden einen belastenden Juckreiz auszulösen. Die Flohspeichelallergie kann sich zu einer Flohspeichelallergie-Dermatitis ausweiten. Damit ist die Hautentzündung gemeint, die sich aufgrund der Substanzen im Flohspeichel, der starken Immunreaktion und des Kratzverhaltens der Hunde bildet. Kennzeichen sind abgebrochene Haare oder haarlose Stellen, Verdickungen der Haut sowie Ekzeme und Krusten.
Behandlung: Das hilft gegen Flöhe bei Hunden
Für die Flohbehandlung bei Hunden stehen verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung. Beispiele sind Imidacloprid, Permethrin, Fipronil, Selamectin oder Lufenuron. Die Substanzen werden einzeln oder in Kombination in Flohmitteln für Hunde eingesetzt und unterscheiden sich in ihrem Wirkmechanismus und der Dauer der Schutzwirkung. Erhältlich sind:
- Spot-on-Präparate
- Halsbänder
- Shampoo
- Tabletten
- Sprays
Bei einem akuten Befall bekommt der Hund eine Tablette, die für die Abtötung der adulten Flöhe innerhalb weniger Stunden sorgt. Auch das Einschäumen mit einem Anti-Floh-Shampoo ist eine Sofortmaßnahme.
Zur weiteren Behandlung werden häufig Spot-on-Präparate eingesetzt. Zum Auftragen muss das Fell gescheitelt werden, damit das Mittel an die Haut des Hundes gelangt. Die Anwendung wird in regelmäßigen Abständen wiederholt. Hier sind die Herstellerangaben und die Anweisungen des Tierarztes zu beachten.
Nach der Flohbehandlung sollten die Hunde außerdem eine Wurmkur erhalten, falls sie mit den Flöhen Entwicklungsstadien des Gurkenkernbandwurms aufgenommen haben. Liegt eine Flohspeichelallergie-Dermatitis vor, ist eine intensivere Behandlung mit weiteren Medikamenten nötig.
Maßnahmen bei einem Flohbefall: Umgebung behandeln
Ist es zu einem Flohbefall gekommen, sind neben der Behandlung des Hundes (siehe oben) weitere Maßnahmen nötig. Dazu gehören:
- die intensive Reinigung und Desinfektion der Wohnung
- Waschen von Hundezubehör (zum Beispiel Schlafplätze, Spielzeug, Halsbänder, Leinen) bei mindestens 60 Grad Celsius
- Einsatz von Insektiziden für alle nicht waschbaren Einrichtungsgegenstände
Am aufwendigsten gestaltet sich die Reinigung und Desinfektion der Wohnung oder des Hauses. Fährt der Hund im Auto mit oder hat er eine Hundehütte im Garten, sollten Tierbesitzer auch diese Orte in die Umgebungsbehandlung einbeziehen.
Für eine effektive Umgebungsreinigung werden zunächst alle Flächen, die Hundeplätze sowie die Polstermöbel gründlich abgesaugt. Danach können Flohbomben (auch Fogger genannt) eingesetzt werden. Nach der Aktivierung verteilen sie das Insektizid im gesamten Raum. Jeder Raum, zu dem der Hund Zugang hat, sollte auf diese Art behandelt werden.
Zusätzlich zu den Flohbomben sind Umgebungssprays sinnvoll. Mit diesen können gezielt schwer zugängliche Stellen, zum Beispiel unter Möbeln, erreicht werden. Die genannten Maßnahmen müssen in der Regel mehrfach wiederholt werden. Die effektive Bekämpfung erstreckt sich auf etwa drei Monate, um den Entwicklungszyklus der Flöhe zu durchbrechen und alle Stadien abzutöten.
Kosten für die Flohbehandlung
Mittel zur Flohprophylaxe sind in der Tierarztpraxis oder in Zoofachgeschäften als Spot-on-Präparate, Wirkstoff-Halsbänder oder Tabletten erhältlich. Je nach Präparat hält die Schutzwirkung gegen Flöhe zwischen vier Wochen und einem halben Jahr an. Für eine ganzjährige Flohbehandlung für einen Hund entstehen daher Kosten von circa 30 bis 70 Euro.
Teurer wird die Behandlung, wenn bereits ein Flohbefall vorliegt. Der Hund benötigt ein Mittel, das adulte Flöhe mit sofortiger Wirkung abtötet. Danach erhält er mehrere Nachbehandlungen in kürzeren Abständen als bei der üblichen Flohprophylaxe, bis alle Flohentwicklungsstadien aus der Umgebung eliminiert wurden. Die Umgebungsbehandlung kann durch einen Kammerjäger erfolgen oder vom Tierbesitzer selbst durchgeführt werden.
Umgebungssprays und Flohbomben lassen sich über den Haustierarzt beziehen. Hinzu kommen Kosten für die Wurmkur des Hundes. Je nachdem, welche Flohmittel genutzt werden, ob ein Kammerjäger beauftragt werden muss und ob Hundeschlafplätze oder andere Einrichtungsgegenstände ersetzt werden müssen, können die Kosten für eine Flohbekämpfung stark variieren.
Infobox: Vorbeugung
Als bestes Mittel zur Flohbekämpfung gilt die Vorbeugung. Werden die Hunde über das ganze Jahr regelmäßig mit einem Mittel gegen Ektoparasiten behandelt, schützt sie das nicht nur vor Flöhen, sondern auch vor einem Befall mit Milben, Haarlingen oder Zecken. Eine Beratung beim Tierarzt hilft, das passende Mittel für den Vierbeiner zu finden.
Lassen sich bei Hunden die Flöhe mit Hausmitteln bekämpfen?
Flöhe beim Hund lassen sich nicht mit Hausmitteln bekämpfen. Haben sich die Flöhe etabliert, sind wirksame Insektizide notwendig. Hausmittel können jedoch zur Unterstützung einer Flohprophylaxe zum Einsatz kommen. Häufiges und gründliches Staubsaugen sowie das regelmäßige Waschen der Hundedecken bei mindestens 60 Grad Celsius senken beispielsweise die Wahrscheinlichkeit für eine Ausbreitung der Flöhe.
Das Baden des Hundes kann die Hygiene im Haushalt unterstützen. Weitere häufig praktizierte Methoden sind das Einsprühen des Hundefells mit Zitronenwasser oder das Einreiben mit Apfelessig, Minz-, Eukalyptus- oder Kokosöl. Diese Hausmittel sollen eine abstoßende Wirkung auf Flöhe haben beziehungsweise den Chitinpanzer des Flohs angreifen. Die Effektivität solcher Maßnahmen ist jedoch umstritten.
Sind Flöhe von Hunden auf Menschen übertragbar?
Bei Flöhen werden verschiedene Gattungen und Arten unterschieden. Weltweit existieren über 2.500 Arten. Davon kommen circa 80 in Mitteleuropa vor. Katzen- und Hundeflöhe sind die bekanntesten. Von Bedeutung sind außerdem der Menschenfloh (Pulex irritans) und der Rattenfloh (Xenopsylla cheopis), die ebenfalls in die Familie Pulicidae gehören. X. cheopis und P. irritans sind Vektoren für das Bakterium Yersinia pestis, den Pesterreger.
Flöhe sind wenig wirtsspezifisch. Bei einem starken Befall, wenn für die Flöhe ein Wirts- und Nahrungsmangel besteht, gehen sie auch auf Menschen über. Typisch sind punktförmige Einstiche an Füßen und Fußgelenken, Händen, Hüften oder am Hals. Die Flöhe untersuchen die Haut und stechen mehrfach, bis sie ein Blutgefäß getroffen haben. Daher finden sich die Stiche meist gruppiert in einer linearen Anordnung (sogenannte Flohleiter).
Die Rötungen der Haut können sich zu kleinen Bläschen oder Pusteln verändern und sind mit einem starken Juckreiz verbunden. Bei empfindlichen Menschen sind auch handtellergroße Hautveränderungen möglich. Die Abheilung der Flohstiche dauert in der Regel ein bis zwei Wochen. In der überwiegenden Zahl der Fälle, wenn es in Deutschland zu einem Flohbefall beim Menschen kommt, handelt es sich um C. felis, den Katzenfloh.
Ähnlich wie der Menschenfloh können auch Katzen- und Hundeflöhe mit Bakterien oder Helminthen infiziert sein und diese auf das Haustier oder den Menschen übertragen.
Beispiele dafür sind der Gurkenkernbandwurm (Dipylidium caninum) oder die Katzenkratzkrankheit (durch das Bakterium Bartonella henselae). Die Übertragung erfolgt im Fall von D. caninum durch das Verschlucken des Flohs und im Fall von B. henselae durch das Zerquetschen des Flohs und den Kontakt der Bakterien mit Wunden oder Schleimhäuten.
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