Was ist eine Ovariohysterektomie bei Hündinnen?
Bei einer Ovariohysterektomie werden sowohl die Eierstöcke als auch die Gebärmutter entfernt. Sie unterscheidet sich von der klassischen Ovariektomie (Sterilisation), bei der lediglich die Eierstöcke entfernt werden und die Gebärmutter im Körper verbleibt.
Der umfassendere Eingriff wird vor allem dann gewählt, wenn medizinische Gründe vorliegen oder die Gebärmutter Veränderungen zeigt.
Ablauf der Operation
- Vorbereitung: Vor dem Eingriff wird Ihre Hündin gründlich untersucht, um ihren allgemeinen Gesundheitszustand zu beurteilen. In der Regel werden Blutuntersuchungen durchgeführt, um sicherzustellen, dass sie die Narkose gut verträgt. Außerdem sollte sie etwa 12 Stunden vor der Operation nüchtern bleiben.
- Narkose: Die Hündin wird in Vollnarkose versetzt. Dieser Schritt ist unerlässlich, damit sie während des Eingriffs keine Schmerzen verspürt. Ein Beatmungsschlauch sorgt für eine sichere Atmung und eine kontrollierte Zufuhr des Narkosemittels.
- Inzision: Der Tierarzt setzt einen Schnitt entlang der Bauchmittellinie (zwischen Nabel und Beckenknochen), um die inneren Organe sicher erreichen zu können.
- Entfernung der Organe: Eierstöcke und Gebärmutter werden freigelegt, von den Blutgefäßen getrennt und vollständig entfernt. Die Blutgefäße werden sorgfältig abgebunden, um Blutungen zu vermeiden.
- Wundverschluss: Die Bauchhöhle wird nach Entfernung der Organe gespült, anschließend werden die Muskelschichten und die Haut vernäht oder geklammert.
- Aufwachphase und Nachsorge: Nach der Operation wird Ihre Hündin überwacht, bis sie vollständig aus der Narkose erwacht ist. Sie erhält Schmerzmittel und gegebenenfalls weitere Medikamente.
Zur Förderung einer vollständigen Heilung und zur Verringerung des Risikos von Komplikationen sind nach der Operation Einschränkungen der Aktivitäten erforderlich. In der Regel werden die Fäden nach 10 bis 14 Tagen entfernt. Für einige Tage können entzündungshemmende Medikamente, Antibiotika und Schmerzmittel verschrieben werden. In der Regel dauert der Eingriff einen Tag: Das Tier wird morgens gebracht und kann am selben Abend wieder nach Hause gebracht werden.
Warum kann eine Ovariohysterektomie bei Hündinnen sinnvoll sein?
Behandlung von Erkrankungen
Die Entfernung von Eierstöcken und Gebärmutter ist bei verschiedenen Krankheiten oft die wirksamste Therapie:
Pyometra (Gebärmuttervereiterung)
Das Pyometra (auch Metritis genannt) ist eine schwere Infektion der Gebärmutter, die in der Regel durch eine Eiteransammlung im Organ verursacht wird. Diese Erkrankung tritt häufig bei älteren, nicht sterilisierten Hündinnen auf und kann akut oder chronisch verlaufen.
Die Ovariektomie ist meist die einzige Rettung, da dabei die infizierte Gebärmutter entfernt wird, wodurch die Infektion beendet und eine Ausbreitung verhindert wird.
Endometriumhyperplasie
Diese Erkrankung geht mit einer abnormen Vermehrung der Schleimhaut der Gebärmutter einher. Dies kann zu vaginalen Blutungen und Folgeinfektionen führen.
Die Ovarialhysterektomie ist eine wirksame Behandlungsoption, da durch die Entfernung der Gebärmutter sowohl die Ursache der abnormalen Vermehrung als auch die damit verbundenen Symptome beseitigt werden.
Gebärmutterkrebs
Obwohl selten, können sich in der Gebärmutter Krebsarten wie Sarkome oder Adenokarzinome entwickeln. Diese Tumoren können invasiv sein und müssen schnell behandelt werden.
Die Ovarialhysterektomie ist die empfohlene Behandlungsmethode für Gebärmutterkrebs, da dabei das betroffene Organ entfernt wird und eine Ausbreitung des Krebses verhindert werden kann.
Eierstockkrebs
Eierstockkrebs, der aus epithelialen oder Keimzellgeweben entsteht, ist eine seltene Krebsart der Fortpflanzungsorgane.
Zur Behandlung wird eine Ovariektomie durchgeführt, bei der die Eierstöcke und die Gebärmutter entfernt werden, um den Tumor zu beseitigen und eine Ausbreitung zu verhindern.
Hormonbedingte Blasenentzündung
Es handelt sich um eine chronische Entzündung der Blase, die häufig durch hormonelle Schwankungen im Zusammenhang mit dem Reproduktionszyklus verschlimmert wird.
Durch die Entfernung der Eierstöcke im Rahmen einer Ovarialhysterektomie wird der Hormonspiegel stabilisiert und die mit einer hormonellen Blasenentzündung verbundenen Symptome werden gelindert.
Vergrößerung des Gewebes im Vulvabereich
Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer Vergrößerung des Gewebes um die Scheidenöffnung, die häufig durch Sexualhormone verstärkt wird.
Eine Ovarialhysterektomie kann helfen, die Vergrößerung zu reduzieren, indem die Quelle der für diese Erkrankung verantwortlichen Hormone beseitigt wird.
Gesäugetumor
Nicht sterilisierte Hündinnen sind anfälliger für Gesäugetumoren, insbesondere, wenn sie vor ihrem ersten Wurf nicht sterilisiert wurden.
Obwohl die Ovariektomie Gesäugetumoren nicht direkt behandelt, verringert sie das Brustkrebsrisiko erheblich, indem sie die Sexualhormone entfernt, die das Brustgewebe stimulieren.
Ovariohysterektomie zur Sterilisation
Bei einer Sterilisation werden in der Regel nur die beiden Eierstöcke entfernt, während die Gebärmutter erhalten bleibt. In bestimmten Fällen wird jedoch auch die Gebärmutter entfernt, insbesondere wenn sie während der Operation Auffälligkeiten zeigt, etwa Schwellungen, Zysten oder andere Veränderungen. Der Tierarzt kann dann entscheiden, sie ebenfalls zu entfernen, um dem Risiko von Gebärmutterkrebs oder einer Pyometra vorzubeugen.
Im Folgenden werden die wichtigsten Gründe und Vorteile der Sterilisation bei Hündinnen erläutert.
Verhinderung unerwünschter Trächtigkeit
Einer der häufigsten Gründe für eine Sterilisation ist die Kontrolle der Fortpflanzung. Durch die Entfernung der Eierstöcke – und gegebenenfalls der Gebärmutter – wird verhindert, dass sich die Hündin fortpflanzen kann. Dies trägt zur Kontrolle der Tierpopulation bei, indem ungewollte Würfe vermieden werden, was wiederum hilft, die Zahl ausgesetzter oder eingeschläferter Welpen zu reduzieren. Dies ist besonders wichtig in Regionen, in denen eine Überpopulation von Tieren ein Problem darstellt.
Darüber hinaus können Läufigkeit und Würfe zusätzliche Kosten für tierärztliche Betreuung, Untersuchungen und Nachsorge verursachen. Durch die Sterilisation werden diese fortpflanzungsbedingten Kosten vermieden.
Verringertes Risiko für Fortpflanzungskrankheiten
- Pyometra: Die Gebärmutter der Hündin kann eine schwere Infektion entwickeln, die als Pyometra bezeichnet wird. Diese tritt besonders häufig bei nicht sterilisierten Hündinnen auf und ist potenziell lebensbedrohlich, da sie zu einer Blutvergiftung führen kann. Durch die Sterilisation lässt sich dieses Risiko weitgehend ausschließen.
- Gebärmutterkrebs: Nicht sterilisierte Hündinnen können an Gebärmutterkrebs erkranken, etwa an Sarkomen oder Adenokarzinomen. Durch die Entfernung der Gebärmutter wird diese mögliche Krebsquelle beseitigt.
- Eierstockkrebs: Auch Eierstocktumoren können – wenn auch seltener – bei nicht sterilisierten Hündinnen auftreten. Durch die Entfernung der Eierstöcke wird diese Erkrankung verhindert.
Vorbeugung hormonbedingter Erkrankungen
- Endometriumhyperplasie: Dabei handelt es sich um eine krankhafte Verdickung der Gebärmutterschleimhaut, die zu Blutungen, Infektionen und weiteren Komplikationen führen kann. Eine Sterilisation beseitigt das Risiko dieser Erkrankung.
- Gesäugetumoren: Nicht sterilisierte Hündinnen sind deutlich anfälliger für Gesäugetumoren, insbesondere wenn sie vor dem ersten Wurf nicht sterilisiert wurden. Eine frühzeitige Sterilisation – vor allem vor der ersten Läufigkeit – senkt dieses Risiko erheblich.
Reduzierung unerwünschter Verhaltensweisen im Zusammenhang mit dem Sexualzyklus
Die Läufigkeit ist die Phase, in der eine Hündin fruchtbar ist und häufig Verhaltensänderungen zeigt, zum Beispiel Unruhe, vermehrtes Bellen oder eine starke Anziehung auf Rüden. Diese Verhaltensweisen können für Halter belastend sein. Durch die Sterilisation entfällt die Läufigkeit und damit auch diese hormonell bedingten Verhaltensweisen.
Umgang mit Verhaltensproblemen
- Aggressives Verhalten: Einige Hündinnen reagieren während der Läufigkeit gereizt, nervös oder aggressiv. Durch die Stabilisierung des Hormonhaushalts kann die Sterilisation zu einem ausgeglicheneren Temperament beitragen.
- Weglaufen: Während der Läufigkeit versuchen manche Hündinnen, wegzulaufen, um Rüden zu finden. Das kann gefährlich sein – etwa durch Verkehrsunfälle oder Auseinandersetzungen mit anderen Tieren. Eine Sterilisation verringert diesen Streuntrieb deutlich.
Risikominderung bei chronischen Erkrankungen
Bei Hündinnen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes kann eine Sterilisation sinnvoll sein, da sie den Hormonhaushalt stabilisiert und die Behandlung erleichtert. Durch die Entfernung der Fortpflanzungsorgane lassen sich mögliche Wechselwirkungen zwischen Krankheit und Hormonzyklen vermeiden.
Auch bei Rüden kann die Kastration zahlreiche gesundheitliche und verhaltensbezogene Vorteile haben.
Was kostet die Sterilisation einer Hündin beim Tierarzt?
Die Kosten hängen unter anderem von Größe der Hündin, Region, Klinik und Voruntersuchungen ab.
Ovariektomie (nur Eierstöcke):
Bei diesem Verfahren werden lediglich die Eierstöcke entfernt, während die Gebärmutter erhalten bleibt. Es gilt allgemein als weniger invasiv und ist manchmal etwas kostengünstiger. In der Regel liegen die Preise zwischen 150 und 400 Euro. Die Kosten können je nach Größe der Hündin und Tierklinik variieren.
Ovariohysterektomie (Eierstöcke + Gebärmutter):
Dieses Verfahren ist invasiver als eine Ovariektomie. Dabei werden Gebärmutter und Eierstöcke entfernt. Die Kosten für diesen Eingriff können variieren, liegen jedoch häufig zwischen 200 und 500 Euro.
In Deutschland liegen die Gesamtkosten für die Sterilisation einer Hündin – inklusive Narkose, Blutuntersuchung, Operation, Schmerzmitteln und Nachsorge – meist zwischen rund 350 und 800 Euro. Je nach Größe des Hundes, gewählter Operationsmethode und angewendetem GOT-Satz können die Kosten auch darüber liegen. Ein Kostenvoranschlag der Tierarztpraxis gibt vorab die beste Orientierung.
Eine Hundekrankenversicherung kann einen großen Teil dieser oft hohen Behandlungskosten übernehmen und schützt Sie so vor unerwarteten finanziellen Belastungen. Eine Sterilisation wird nach dem vierten Lebensjahr des Tieres (nach sechsmonatiger Vertragslaufzeit) übernommen. Kastrationen oder Sterilisationen aus therapeutischen Gründen werden in Höhe der gewählten Tarifstufe, d. h. bis zu 90 %, erstattet.
Wann kann eine Hündin sterilisiert werden?
Die Sterilisation einer Hündin ist eine wichtige Entscheidung, die immer in Absprache mit Ihrem Tierarzt getroffen werden sollte. Der optimale Zeitpunkt für den Eingriff kann je nach Tier und Lebensumständen unterschiedlich sein.
In der Regel wird empfohlen, eine Hündin vor ihrer ersten Läufigkeit zu sterilisieren. Viele Tierärzte raten zu einem Zeitpunkt zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat, da dies das Risiko bestimmter Erkrankungen wie Gesäugetumoren und Gebärmutterentzündungen deutlich senken kann. In manchen Fällen wird jedoch auch eine spätere Sterilisation empfohlen, etwa nach der ersten oder sogar nach mehreren Läufigkeiten – zum Beispiel dann, wenn die Vulva noch nicht ausreichend entwickelt ist und ein Abwarten medizinisch sinnvoll erscheint.
Grundsätzlich gilt: War eine Hündin bereits läufig, sollte man mit dem Eingriff etwa 2 bis 3 Monate nach Ende des Zyklus warten, um Komplikationen zu vermeiden. Während der Läufigkeit ist die Gebärmutter stärker durchblutet, wodurch das Blutungsrisiko während der Operation erhöht sein kann.
Auch der allgemeine Gesundheitszustand spielt eine wichtige Rolle. Vor der Sterilisation sollte die Hündin gesund und frei von Infektionen oder anderen Erkrankungen sein. Eine gründliche tierärztliche Untersuchung ist daher unerlässlich. Zusätzlich wird eine Blutuntersuchung vor der Narkose empfohlen, insbesondere zur Kontrolle von Leber- und Nierenwerten, da diese Organe für den Abbau der Narkosemittel verantwortlich sind.
Nicht zuletzt kann auch der Lebensstil der Hündin den Zeitpunkt beeinflussen – etwa, wie hoch das Risiko für ungewollte Trächtigkeiten ist oder wie stark die Hündin während der Läufigkeit in ihrem Verhalten eingeschränkt oder gestresst ist.
Bis zu welchem Alter kann eine Hündin sterilisiert werden?
Es gibt keine feste Altersgrenze für die Sterilisation einer Hündin. Dennoch sollten bei der Festlegung des optimalen Zeitpunkts mehrere Faktoren berücksichtigt werden – insbesondere bei älteren Tieren.
Idealerweise wird die Sterilisation, wie bereits erwähnt, vor oder um die erste Läufigkeit herum durchgeführt, meist zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat. Aber auch bei älteren Hündinnen ist der Eingriff weiterhin möglich und kann deutliche gesundheitliche Vorteile bringen.
Erwachsene Hündinnen können sterilisiert werden, selbst wenn sie bereits Würfe hatten oder mehrere Läufigkeiten hinter sich haben. Der Eingriff kann dazu beitragen, schwere Erkrankungen wie Gebärmutterentzündungen (Pyometra) und Gesäugetumoren zu verhindern.
Bei älteren Hündinnen ist eine Sterilisation ebenfalls möglich, erfordert jedoch eine sorgfältigere Vorbereitung. Der Tierarzt wird in der Regel zusätzliche Untersuchungen wie Bluttests und gegebenenfalls eine Herzuntersuchung empfehlen, um sicherzustellen, dass die Hündin die Narkose und den Eingriff gut verträgt. Die Entscheidung richtet sich nach dem allgemeinen Gesundheitszustand, möglichen Vorerkrankungen und dem individuellen Nutzen-Risiko-Verhältnis. Sehr alte Hündinnen oder Tiere mit schweren Erkrankungen können ein erhöhtes Operationsrisiko haben.
Die Ovariohysterektomie ist ein bewährter Eingriff, mit dem Hündinnen sterilisiert und gleichzeitig schwere Erkrankungen der Fortpflanzungsorgane verhindert oder behandelt werden können. Sie schützt vor lebensbedrohlichen Gebärmutterentzündungen, senkt das Krebsrisiko und trägt zu einem ruhigeren, ausgeglicheneren Verhalten bei.