Fellpflege beim Hund: So klappt's

Ein seidiges und glänzendes Fell gilt als Schönheitsideal bei Hunden. Die regelmäßige Pflege hat jedoch nicht nur optische Gründe. Im Gegenteil, mit dem passenden Zubehör und der richtigen Technik können Sie Krankheiten und Parasiten frühzeitig erkennen und etwas für die Hundegesundheit tun. Noch mehr Tipps für einen vitalen Vierbeiner finden Sie in unserem Hunderatgeber.

Fellpflege Hund
Bei der Fellpflege Ihres Hundes spielt die Länge des Haarkleids eine wesentliche Rolle - 123rf

Eine Frage der Haarlänge: die richtige Fellpflege für Hunde

Lange oder kurze Haare, das macht einen erheblichen Unterschied bei der richtigen Fellpflege für Hunde. Ein weiteres Kriterium ist, ob das Tier Unterwolle besitzt oder nicht.

Rassen mit einem sogenannten zweischichtigen Fell aus Deckhaar und Unterwolle haben einen höheren Pflegebedarf als solche mit einschichtigem Fell. Unten finden Sie die passenden Pflegetipps nach Haarlänge und Dichte sortiert. Lesen Sie hier zunächst die wichtigsten Hinweise, die für alle Hunderassen gelten:

  • Rund statt kantig: Eine Fellbürste sollte abgerundete Zinken haben, um die Haut nicht zu verletzen.
  • Baden nur selten: Ein Bad mit pfelgendem Hundeshampoo is nur dann nötig, wenn das Tier wirklich verdreckt ist.
  • Hundefrisuren sind nur dann zu empfehlen, wenn das Haar wächst, aber kaum ausfällt. Ansonsten wirkt getrimmtes Haar stumpf und kann brüchig werden.
  • Mehr Glanz: Ein rückfettendes Shampoo oder ein Pflegeöl sorgt für einen schönen Glanz und entfaltet eine Schutzwirkung.

Fellpflege für Hunde mit Kurzhaar

Hunde mit kurzem Deckhaar haben den Vorteil, dass ihr Fell selten verfilzt. Gelegentlich ist daher zu lesen, dass diese Tiere keine Fellpflege benötigen. Das ist jedoch falsch. In kurzen Haaren können sich ebenso Parasiten verbergen wie in langen.

Zudem ist Fellpflege immer auch Hautpflege. Sollten Sie schuppige Stellen entdecken, ist die Rücksprache mit einem Tierarzt zu empfehlen.

Wie funktioniert die Fellpflege bei Hunden mit kurzem Haar nun? Es ist tatsächlich einfach, Sie benötigen nur einen Kamm oder eine Bürste, die zur Haarlänge passt. Das heißt, die Zinken sollten entsprechend kurz sein. Im Fachhandel finden Sie hierfür eine große Auswahl, bei denen oft eine Empfehlung für die Rasse mit angegeben ist.

Damit kämmen oder bürsten Sie das Fell behutsam in Wuchsrichtung. Das machen Sie so lange, bis der Schmutz sichtbar aus dem Fell entfernt ist.

Vorsicht:
Kurzhaarige Hunderassen haben oftmals eine empfindliche Haut. Achten Sie darauf, nicht zu intensiv und zu lange zu bürsten.

Als Intervall bei Hunden mit Kurzhaar ist eine wöchentliche Fellpflege meist ausreichend. Mit der Zeit bekommen Sie einen guten Blick dafür, wann das Bürsten nötig ist.

Achten Sie in der Saison insbesondere darauf, ob Sie Zecken oder Flohkot entdecken. Dann sollten Sie schnell handeln und einen Tierarzt aufsuchen.

Fellpflege für Hunde mit Langhaar

Langes Haar bei Hunden erfordert etwas mehr Pflegeaufwand. Zu den Rassen mit besonders ausgeprägtem Haarkleid gehören unter anderem:

  • Bernhardiner
  • Berner Sennenhund
  • Deutscher Schäferhund
  • Afghanischer Windhund
  • Malteser
  • Neufundländer
  • Pudel
  • Yorkshire Terrier

Wie pflege ich das Fell von langhaarigen Hunden? Zunächst einmal ist es wichtig, dass Sie regelmäßig zu Kamm oder Bürste greifen. Ist das Fell einmal verfilzt, wird es für Hund und Herrchen oder Frauchen deutlich unangenehmer. Hier gilt: Sie kennen Ihren Hund am besten. Suhlt er sich gerne und tendiert das Fell zur Knötchenbildung, ist tägliche Fellpflege dringend zu empfehlen. Ansonsten reicht es aus, alle zwei Tage zu bürsten.

Die meisten Hundebesitzer von langhaarigen Rassen gehen so vor, dass sie zunächst einmal gegen den Strich bürsten, um grobe Verschmutzungen zu entfernen. Dann folgt die intensive Fellpflege mit der Wuchsrichtung der Haare.

Bei einigen Tieren ist zusätzlich der Griff zur Schere nötig. Dafür gibt es ebenfalls spezielle Varianten im Fachhandel. Damit schneiden Sie dem Hund, sofern nötig, die Augen und den Genitalbereich von Haaren frei. Wird das Fell sehr lang und stört das Tier bei der Bewegung, ist ein umfangreicher Schnitt ratsam. Wahlweise können Sie das vom Hundefriseur durchführen lassen.

Möchten Sie Ihrem Hund noch mehr Gutes tun? Lesen Sie hier mehr zur richtigen Hundepflege.

Für den Fall der Fälle: Neben der Fellbürste und dem Fellkamm gibt es im Tierbedarfshandel Entfilzungsharken. Die eignen sich, um verknotetes Fell zu lockern.

Unterwolle richtig pflegen

Hat Ihr Hund zusätzlich zum Deckhaar Unterwolle, was bei vielen Rassen der Fall ist, sollten Sie zusätzlich eine spezielle Unterwollbürste kaufen. Diese ist so geformt, dass sie möglichst viel lose Haare aus der unteren Schicht entfernt. Das pflegt das Fell und schont zugleich Ihre Kleidung und Möbel.

Übrigens:
Bei der Fellpflege geht es nicht darum, vitales Haar zu entfernen. Sie bürsten nur bereits ausgefallene Haare sowie Schmutzpartikel heraus.

Fellpflege für Hunde nach Jahreszeiten

Grundsätzlich ist die Fellpflege zu jeder Jahreszeit wichtig. Allerdings sind die Anforderungen im Sommer und im Winter ein wenig unterschiedlich. In den warmen Monaten geht es darum, Parasiten zu entdecken und Schmutz vom Spielen im Freien aus dem Fell zu entfernen.

Im Winter ist das Fell meist dichter und das Wetter ist feucht. Das bedeutet ein höheres Risiko für Verfilzungen. Wenn Sie den Hund zur Fellpflege baden, sollten Sie in der kalten Jahreszeit unbedingt darauf achten, dass das Haar vor dem Spaziergang vollständig trocknet.

Sonderfall Fellwechsel: Das sollten Sie beachten

Meist schließt sich an den Winter der Fellwechsel an. Mit der richtigen Hundebürste können Sie Ihren Vierbeiner hierbei unterstützen. Regelmäßiges Kämmen ist zudem hilfreich, um die Zahl der Haare, die in der Wohnung herumfliegen, zu reduzieren.

Gut zu wissen: Für ein glänzendes und kräftiges Fell ist die richtige Hundeernährung von Bedeutung.

Den Hund an die Fellpflege gewöhnen

Reagiert Ihr Hund ängstlich, wenn er die Bürste erblickt? Das ist vermutlich auf schlechte Erfahrungen und zu wenig Eingewöhnung zurückzuführen. Damit die Tiere das Ritual entspannt genießen können, sollten sie schon im Welpenalter ans Bürsten und Kämmen gewöhnt werden. Belohnen Sie Ihren Hund am besten immer mit einem Leckerli, der auch zwischendurch gute Dienste leistet.

Für die ersten Versuche ist es hilfreich, dem Welpen den Kamm oder die Bürste nur hinzuhalten und nicht gleich das Fell damit zu bearbeiten. So lernt der junge Hund behutsam, dass er nichts zu befürchten hat. Dann steht einem entspannten Pflegeritual nichts mehr im Weg.

Herausgegeben von

Martin Walter