Das Wichtigste (TL;DR)
- Die Katzenringelflechte ist eine ansteckende Pilzinfektion, die überwiegend durch Microsporum canis verursacht wird.
- Katzen können symptomlose Trägerinnen sein oder kreisrunde, haarlose Läsionen mit Schuppen und Krusten entwickeln, häufig ohne anfänglichen Juckreiz.
- Die Erkrankung ist auf den Menschen übertragbar, insbesondere auf Kinder.
Was ist Ringelflechte bei Katzen?
Definition von Ringelflechte
Die Ringelflechte bei Katzen, auch als feline Dermatophytose bekannt, ist eine dermatologische Erkrankung, die durch mikroskopisch kleine Fadenpilze, sogenannte Dermatophyten, verursacht wird. Diese siedeln sich auf der Hautoberfläche an und ernähren sich von Keratin, das in der Haut, den Haaren und den Krallen enthalten ist. Der bei Katzen und Hunden am häufigsten vorkommende Erreger ist Microsporum canis. Es handelt sich dabei um eine Mykose.
Wie steckt sich eine Katze mit Microsporum canis an?
Die Katzenringelflechte ist eine ansteckende Erkrankung, die sich leicht von einer Katze auf eine andere sowie auf andere Haustiere (einschließlich Hunde) und auf den Menschen übertragen kann.
Menschen können sich jedoch nicht gegenseitig anstecken: Die Übertragung auf den Menschen erfolgt ausschließlich durch den Kontakt mit einem infizierten Tier.
Katzen infizieren sich mit Ringelflechte entweder durch den Kontakt mit Pilzsporen, die in der Umgebung vorhanden sind (und dort bis zu einem Jahr überleben können), oder durch direkten Kontakt mit einem bereits infizierten Tier. Die Ansteckung tritt häufiger im Herbst und Winter auf. Da es sich um eine Zoonose handelt, ist es wichtig, Ringelflechte bei Katzen frühzeitig zu erkennen, um eine Übertragung der Erkrankung zu vermeiden.
Kann eine Wohnungskatze Ringelflechte bekommen?
Auch eine Wohnungskatze kann an Ringelflechte erkranken, selbst wenn sie keinen Freigang hat. Der mikroskopisch kleine Pilz wird über Sporen übertragen, die sich an Kleidung, Schuhen oder Gegenständen befinden können, die von draußen mit in die Wohnung gebracht werden. Bereits ein indirekter Kontakt mit einem infizierten Tier genügt, um sowohl die Umgebung als auch die Katze anzustecken.
Klinische Anzeichen von Ringelflechte
Was sind die Symptome von Ringelflechte bei Katzen oder Kätzchen?
Viele Katzen sind asymptomatische Trägerinnen: Sie zeigen keine Krankheitsanzeichen, können die Infektion jedoch trotzdem weitergeben. Andere Tiere – insbesondere Kätzchen, immungeschwächte oder empfindliche Katzen (z. B. bei Verdauungsstörungen, Parasitenbefall, Stress oder Begleiterkrankungen) – entwickeln hingegen typische Hautveränderungen.
Die wichtigsten Symptome der Katzenringelflechte sind:
- kreisförmige, haarlose Stellen;
- Schuppen- und Krustenbildung;
- zu Beginn kein oder nur geringer Juckreiz;
- Hautveränderungen, die am gesamten Körper auftreten können, häufiger jedoch am Rücken und am Kopf; manchmal sind ausschließlich die Krallenansätze betroffen;
- ein insgesamt guter Allgemeinzustand.
Ohne Behandlung können sich sekundäre bakterielle Infektionen entwickeln. In diesem Fall können die Läsionen nässen, die Katze beginnt, sich zu kratzen, und es kann Fieber mit einer Verschlechterung des Allgemeinzustands auftreten.
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Eine Studie an einer großen Katzenpopulation hat gezeigt, dass bis zu 47,3 % der Tiere Träger von Microsporum canis waren, ohne sichtbare klinische Symptome zu entwickeln. |
Symptome beim Menschen
Beim Menschen zeigt sich nach der Ansteckung typischerweise eine Läsion, die als Herpes circinatus bezeichnet wird und sich durch ringförmige, gerötete Hautflecken äußert. Diese vergrößert sich allmählich, während der zentrale Bereich zunehmend heller wird. Häufig tritt zudem starker Juckreiz auf. In der Regel heilen diese Läsionen innerhalb weniger Wochen von selbst ab.
Zur Beschleunigung der Heilung können antimykotische Cremes eingesetzt werden. Insgesamt handelt es sich um eine gutartige Erkrankung, mit Ausnahme älterer oder immungeschwächter Menschen, bei denen die Ringelflechte hartnäckiger verlaufen und schwieriger zu behandeln sein kann.
Wie kann ich feststellen, ob meine Katze an Dermatophytose leidet?
Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Katze an Ringelflechte leidet, sollten Sie umgehend eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufsuchen. Diese/r führt zunächst eine klinische Untersuchung durch, um typische Anzeichen wie kreisförmige Hautveränderungen, Haarausfall und Entzündungen festzustellen.
Zur Sicherung der Diagnose ist anschließend eine Untersuchung des Fells mit einer Wood-Lampe (Ultraviolettlicht) und/oder die Entnahme einer Hautprobe erforderlich, die zur Kultur in ein Speziallabor eingeschickt wird. Es ist wichtig, die Diagnose eindeutig zu bestätigen, bevor mit der Behandlung begonnen wird, da diese langwierig und vergleichsweise kostenintensiv sein kann.
Wie behandelt und heilt man Ringelflechte bei Katzen?
Behandlung gegen Pilze
Die Behandlung der Ringelflechte ist häufig langwierig (4 bis 8 Wochen) und erfordert in den meisten Fällen eine Kombination aus lokaler und systemischer Therapie.
Antimykotische Cremes, Lotionen oder Shampoos werden direkt auf die Läsionen aufgetragen. In der Regel werden zusätzlich täglich antimykotische Tabletten verabreicht. Alle Tiere im Haushalt müssen mitbehandelt werden, ebenso wie die Umgebung, um die Pilzsporen zu beseitigen. Dazu gehören die gründliche Reinigung von Textilien und Schlafplätzen (z. B. mit Bleichmittel oder chlorhaltigen Reinigern) sowie sorgfältiges Staubsaugen.
Nachsorge
Am Ende der Behandlung wird bei allen Tieren im Haushalt erneut eine Probe entnommen, um sicherzustellen, dass die Pilze vollständig von der Haut verschwunden sind.
Tipp von Santévet: Häufig heilen die Hautläsionen ab, während die Dermatophyten weiterhin vorhanden sind. Daher ist es wichtig, vor dem Absetzen der Behandlung eine Kontrolluntersuchung durchführen zu lassen. Die Ringelflechte gilt erst nach zwei negativen Pilzkulturen im Abstand von 15 Tagen als vollständig geheilt.
Ansteckungsdauer
Die Ringelflechte ist ansteckend, solange die Katze aktive Pilzsporen auf Haut und Fell trägt. Ohne Behandlung kann dieser Zustand mehrere Monate andauern. Bei einer geeigneten Therapie und einer gründlichen Reinigung der Umgebung sinkt das Ansteckungsrisiko in der Regel innerhalb von 2 bis 4 Wochen, besteht jedoch bis zur vollständigen Ausheilung weiterhin.
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Die empfohlenen Behandlungsprotokolle mit einer 4- bis 8-wöchigen antimykotischen Therapie in Kombination mit einer Umgebungsreinigung führen in etwa 90 % der Fälle zu einer vollständigen Heilung. |
Natürliche Behandlung oder medikamentöse Therapie
Die Behandlung der Ringelflechte erfordert den Einsatz von der Tierärztin oder vom Tierarzt verschriebener Antimykotika (Shampoos, Lotionen, Tabletten). „Natürliche Hausmittel“ wie Essig oder ätherische Öle sind unwirksam und können für Katzen sogar giftig sein. Ebenso unverzichtbar ist eine gründliche Reinigung der Umgebung, um Rückfälle und weitere Ansteckungen zu vermeiden.
Kosten für die Behandlung von Ringelflechte
Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die durchschnittlichen Kosten für die Behandlung von Ringelflechte bei Katzen:
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Ausgabenposten |
Geschätzte Kosten |
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Erste tierärztliche Untersuchung |
45–65 € |
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Diagnose (Wood-Lampe, Kultur) |
50–100 € |
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Lokale antimykotische Behandlung |
20–60 € (pro Monat) |
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Orale Behandlung (falls erforderlich) |
40–90 € (pro Monat) |
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Desinfektion der Umgebung |
20–60 € (Spezialprodukte) |
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Tierärztliche Nachsorge |
30–50 € (pro Besuch) |
Gut zu wissen: Die Tierarztkosten bei Hautkrankheiten werden von der Katzenversicherung von Santévet übernommen.
Ist die Krankheit gefährlich? Wie ist die Prognose?
Unter den Krankheiten der Katze ist die Katzenringelflechte keine schwere Krankheit, aber sie ist schwer zu bekämpfen. Da sie sehr schnell ansteckend ist, muss sie umgehend behandelt werden, um eine Übertragung auf alle Tiere in der Umgebung und auf Menschen, insbesondere geschwächte und immungeschwächte Personen, zu verhindern.
Auch andere Erkrankungen, wie etwa die Katzenkratzkrankheit, können leicht von der Katze auf den Menschen übertragen werden. Wird die Behandlung bei allen Tieren im Haushalt über den gesamten empfohlenen Zeitraum korrekt durchgeführt und die Umgebung sorgfältig desinfiziert, ist die Prognose sehr gut und es sind in der Regel keine Folgeschäden zu erwarten.
Wie kann man Katzenringelflechte vorbeugen?
Derzeit gibt es weder einen Impfstoff noch eine vorbeugende Behandlung gegen Ringelflechte. Die wirksamste Prävention besteht daher darin, den Gesundheitszustand Ihrer Katze regelmäßig zu überwachen. Jede Schwächung des Immunsystems, sei es durch Mangelerscheinungen, Erkrankungen, mangelhafte Hygiene oder bakterielle Infektionen, kann das Auftreten von Ringelflechte begünstigen. Besonders junge Katzen sind anfälliger für eine Dermatophytose. Seien Sie daher aufmerksam und zögern Sie nicht, bei dem geringsten Verdacht einen Tierarzt aufzusuchen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Ringelflechte eine hoch ansteckende Pilzerkrankung ist, die Katzen betrifft, aber auch auf Menschen und andere Tiere übertragen werden kann. Auch wenn es derzeit keinen Impfstoff und keine vorbeugende Therapie gibt, lässt sich das Risiko durch eine regelmäßige Gesundheitskontrolle und die Stärkung des Immunsystems Ihrer Katze deutlich reduzieren. Bei Verdacht auf Ringelflechte ist ein frühzeitiger Tierarztbesuch entscheidend, um eine sichere Diagnose, eine geeignete Behandlung und die Vermeidung einer Weiterverbreitung auf andere Tiere und Menschen zu gewährleisten.
Quellen:
- Miller WH, Griffin CE, Campbell KL. Muller and Kirk’s Small Animal Dermatology. 7th ed. Saunders Elsevier; 2013.
- Moriello KA, Kunder D, Hondzo H, DeBoer DJ. Efficacy of pulse administration of itraconazole for treatment of feline dermatophytosis. J Am Vet Med Assoc. 2017;250(4):402-406. doi:10.2460/javma.250.4.402
- Kotnik T, Žuntar I, Butinar J, Kralj Cigić I. Treatment of feline dermatophytosis with terbinafine. Vet Rec. 1999;145(21):588-590. doi:10.1136/vr.145.21.588
- Moriello KA, DeBoer DJ. Feline dermatophytosis: aspects pertinent to disease management in single and multiple cat situations. J Feline Med Surg. 2002;4(2):75-80. doi:10.1053/jfms.2001.0202
- Yildirim et al., 2016, Journal of Feline Medicine and Surgery
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