Katzenpilz diagnostizieren und erfolgreich behandeln

Der Katzenpilz verursacht bei der Katze eine Form der Dermatophytose, das heißt eine Hautpilzerkrankung. Viele Katzen tragen den Erreger in sich, ohne Symptome aufzuweisen. Sie sind dennoch ansteckend und darüber hinaus gefährdet, in Stress- und Krankheitssituationen selbst einen Ausbruch zu erleiden. Unser Katzenratgeber beinhaltet wertvolle Tipps zur Prophylaxe von Stress und verschiedenen Katzenkrankheiten.

Dermatophytose bei der Katze
Fadenpilz bei Katzen - Pixabay

Ursache

Der Katzenpilz wird durch den Fadenpilz Microsporum Canis verursacht, welcher sich über die Freisetzung von Sporen verbreitet. Katzen mit einem intakten Immunsystem entwickeln meist keine Symptome.

Weitaus häufiger manifestiert sich der Hautpilz bei geschwächten oder unter Stress stehenden Tieren. Auch die Haltungsbedingungen können die Gefahr, dass eine Pilzinfektion bei der Katze ausbricht, erhöhen. Zu den Risikofaktoren gehören:

  • Jungtieralter
  • hohes Lebensalter
  • psychischer Stress
  • chronische Erkrankung
  • Beeinträchtigung der Hautbarriere
  • feucht-warmes Klima
  • hohe Besatzdichte
  • Zusammenkommen mit fremden Katzen
  • genetische Komponente (Beispiel: Rassedisposition bei Perserkatzen)

Junge, alte, gestresste und chronisch kranke Katzen verfügen oft über eine eingeschränkte Immunabwehr, die eine Pilzinfektion mitunter nicht in Schach halten kann.

Eine beeinträchtigte Hautbarriere kann zum Beispiel durch einen Befall mit Ektoparasiten, einen Nährstoffmangel, eine Futtermittelunverträglichkeit oder ein verfilztes Haarkleid zustande kommen.

Ein feucht-warmes Klima bietet dem Hautpilz ideale Lebensbedingungen. Auch hier spielt das Fell eine Rolle, da ein sehr dichtes oder verfilztes Haarkleid mit einer schlechten Belüftung der Haut einhergeht. Aber auch bestimmte Formen der Unterbringung können zur Entwicklung entsprechender Klimabedingungen führen (zum Beispiel geschlossene, mangelhaft belüftete Räume oder Zwinger von Züchtern, Pensionen oder Tierheimen).

Ein hoher Infektionsdruck entsteht immer dann, wenn sich viele Katzen am selben Ort aufhalten. Dies kann ein längerfristiger Zustand sein (Züchter, Pension, Tierheim, Mehrkatzenhaushalt), aber auch kurzfristig der Fall sein (Ausstellungen, Wettbewerbe, Transporte). Da eine hohe Besatzdichte sowie ungewohnte Umgebungen gleichzeitig mit Stress einhergehen, ist das Risiko eines Krankheitsausbruchs besonders hoch.

Da der Hautpilz der Katze in bestimmten Zuchtlinien gehäuft auftritt, ist von einer genetischen Komponente auszugehen. Trifft diese mit einem der beschriebenen Umweltfaktoren zusammen, kann die Pilzkrankheit ausbrechen.

Symptome

Der Katzenpilz kommt besonders häufig im Kopfbereich vor. Prinzipiell kann er aber den gesamten Körper betreffen.

Typische Symptome sind:

  • Juckreiz
  • schlechte Fellqualität
  • kreisrunder bis fleckiger Haarausfall
  • trockene bis fettige Haut
  • Hautentzündungen
  • Krallenentzündungen

Bakterielle Hautentzündungen treten vor allem dann auf, wenn der Pilz längerfristig nicht behandelt wird. Sie können aber umgekehrt auch eine Pilzerkrankung begünstigen, da beide Hautkrankheiten auf einer gestörten Hautbarriere und Immunabwehr basieren.

Diagnose

In der tierärztlichen Praxis gibt es verschiedene Möglichkeiten, einen Hautpilz nachzuweisen. Da allerdings falsch-negative Ergebnisse möglich sind, ist es häufig erforderlich, mehrere Verfahren miteinander zu kombinieren.

Mögliche Diagnostikmethoden sind:

  • Wood'sche Lampe
  • Mikroskopie
  • Zahnbürstenprobe
  • Hautbiopsie

Wood'sche Lampe: In etwa 50 bis 80 Prozent der Fälle reagiert Microsporum canis mit Fluoreszenz (einem „Aufleuchten"), wenn er kurzwelligem Licht ausgesetzt ist. Ein positives Ergebnis gilt als beweisend für eine Infektion mit dem Katzenpilz. Bei einem negativen Ergebnis hingegen muss weitere Diagnostik angeschlossen werden.

Auch das Mikroskop ist eine Möglichkeit, den Katzenpilz nachzuweisen. Hierfür zupft der Tierarzt einige Haare aus einem veränderten Areal und begutachtet sie. Allerdings ist auch in diesem Fall ein falsch-negatives Ergebnis möglich, denn nicht immer finden sich die Pilzhyphen gerade dort, wo die Probe entnommen wurde. Darüber hinaus erfolgt keine genaue Erregerbestimmung.

Für eine Zahnbürstenprobe wird das Fell der Katze mit einer sterilen Zahnbürste gründlich durchgebürstet. Diese wird anschließend in ein Labor geschickt, welches entweder eine Pilzkultur anlegt oder einen sogenannten PCR-Test durchführt. Das Ergebnis der Kultur liegt beim Katzenpilz nach drei bis sieben Tagen vor, ein PCR-Test liefert innerhalb von 48 Stunden ein Ergebnis.

Durch die pathologische Untersuchung einer Hautbiopsie können pilztypische Gewebeveränderungen festgestellt werden. Die Probenahme erfolgt mit Hilfe einer Biopsie-Stanze, die ein bis in die Unterhaut reichendes Gewebestück ausschneidet.

Tipp:

Bricht eine Dermatophytose aus, obwohl scheinbar kein Risikofaktor vorliegt, sollten weiterführende Untersuchungen erfolgen. Möglicherweise liegt eine bislang nicht diagnostizierte Grunderkrankung vor.

 

Behandlung

Die Pilztherapie ist langwierig und aufwändig. Zur Kontrolle des Therapieerfolgs sind wiederholte Laboruntersuchungen notwendig: Die Katze gilt erst dann als geheilt, wenn zwei Kontrolluntersuchungen in einem Abstand von vier Wochen ein negatives Ergebnis erbringen.

Behandlung der Katze

Eine Katze mit einer Dermatophytose wird auf dreierlei Weise behandelt:

  • systemische Therapie
  • lokale Therapie
  • unterstützende Maßnahmen

Die systemische Therapie erfolgt mit einem sogenannten Antimykotikum (einem Medikament gegen Pilze), welches der Katze gespritzt oder oraleingegeben wird. Der Wirkstoff verteilt sich über das Blut und gelangt auf diese Weise schließlich in die Haut.

Bei der lokalen Therapie erfolgt eine direkte Behandlung der Haut, zum Beispiel mit einem Shampoo oder einer Salbe.

Zu den unterstützenden Maßnahmen gehören zum Beispiel das Scheren des Fells und bestimmte Nahrungsergänzungsmittel: Durch das Scheren kann die lokale Behandlung die Haut besser erreichen. Spezielle Nahrungsergänzungsmittel fördern die Hautregeneration und kompensieren einen krankheitsbedingten Mehrbedarf.

Weiterhin ist ein Impfstoff gegen die Dermatophytose zugelassen, der allerdings weder zu einer Heilung führt noch vor einer Infektion oder einem Ausbruch schützt. Er kann jedoch unterstützend eingesetzt werden, um die Symptome zu lindern.

Behandlung der Umgebung

Um eine Reinfektion (Neuansteckung) durch Pilzsporen in der Umgebung zu vermeiden, ist es erforderlich, die komplette Wohnung zu desinfizieren. Dabei müssen Böden, Oberflächen und Einrichtungsgegenstände in die Behandlung miteinbezogen werden.

Zur Desinfektion eignet sich vor allem Chlorbleiche. Alternativ kann ein Desinfektionsmittel vom Tierarzt verwendet werden.

 

Schon gewusst?

Als sogenannte Zoonose ist der Katzenpilz auch auf den Menschen übertragbar. Bei einem entsprechenden Verdacht oder Nachweis ist daher eine sehr gute Hygiene erforderlich. Besondere Vorsicht ist bei Kindern, immungeschwächten Personen und schwangeren Frauen geboten.

 

Herausgegeben von

Viktoria Neuber