Zahnsteinentfernung beim Hund: Warum und zu welchem Preis?

Die Zahnsteinentfernung ist eine medizinische Maßnahme, die bei Hunden häufig empfohlen wird. Sie wird von Tierärztinnen und Tierärzten unter Vollnarkose durchgeführt und ist mit bestimmten Kosten verbunden. Sie bringt jedoch zahlreiche Vorteile mit sich.

Das Wichtigste

  • Die Zahnsteinentfernung erfolgt unter Vollnarkose und dauert insgesamt etwa 1 bis 3 Stunden.
  • Kleine Hunderassen neigen stärker zur Zahnsteinbildung und benötigen ab einem Alter von 2 bis 3 Jahren regelmäßige Zahnsteinentfernungen.
  • Mundgeruch, sichtbarer Zahnstein und gerötetes Zahnfleisch sind typische Anzeichen dafür, dass ein tierärztlicher Eingriff notwendig ist.
  • Regelmäßiges Zähneputzen und geeignetes Trockenfutter können helfen, der Zahnsteinbildung vorzubeugen.

Was ist eine Zahnsteinentfernung bei Hunden?

Die Zahnsteinentfernung bei Hunden ist ein tierärztlicher Eingriff, bei dem der auf den Zähnen angesammelte Zahnstein entfernt wird.

Zahnstein entsteht aus Zahnbelag, der sich mit der Zeit mineralisiert und eine harte, gelblich-braune Schicht auf den Zähnen bildet – besonders entlang des Zahnfleischrandes. Er ist eine häufige Ursache für Mundgeruch. Wird Zahnstein nicht entfernt, kann er zu ernsthaften Problemen der Maulgesundheit führen, etwa zu Zahnfleischentzündungen, Infektionen, Parodontitis und in schweren Fällen sogar zu Zahnverlust.

Hier sind die wichtigsten Schritte einer Zahnsteinentfernung bei Hunden:

  • Vollnarkose: Der Hund wird in der Regel intubiert und in Vollnarkose versetzt, um Stress, Schmerzen und Bewegungen während des Eingriffs zu vermeiden. Vorab kann eine Blutuntersuchung durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass keine Gegenanzeigen für die Narkose bestehen.
  • Entfernung des Zahnsteins: Die Tierärztin oder der Tierarzt entfernt den Zahnstein mithilfe spezieller Instrumente, meist mit einem Ultraschall-Zahnsteinentferner, sowohl von den sichtbaren Zahnflächen als auch unterhalb des Zahnfleischrandes.
  • Polieren: Anschließend werden die Zähne poliert. Dadurch werden die Zahnoberflächen geglättet, was die erneute Anlagerung von Plaque und Zahnstein verlangsamt.
  • Gründliche Untersuchung: Während des Eingriffs untersucht die Tierärztin oder der Tierarzt das Maul sorgfältig auf geschädigte oder erkrankte Zähne. Gegebenenfalls werden auch Zahnröntgenaufnahmen angefertigt, um Zahnwurzeln und Kieferknochen beurteilen zu können.

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Bis zu welchem Alter kann man bei Hunden eine Zahnsteinentfernung durchführen?

Eine Zahnsteinentfernung kann grundsätzlich in jedem Alter durchgeführt werden, sofern der allgemeine Gesundheitszustand des Hundes dies zulässt. Der richtige Zeitpunkt hängt weniger vom Alter als vielmehr von Faktoren wie Rasse, Ernährung, Zahnpflege und individueller Veranlagung ab.

Bestimmte Hinweise helfen dabei zu erkennen, wann eine Zahnsteinentfernung notwendig ist:

  • Jährliche Kontrolle: Bei der jährlichen tierärztlichen Untersuchung sollten auch Zähne und Zahnfleisch Ihres Hundes überprüft werden. Die Tierärztin oder der Tierarzt kann beurteilen, ob und wann eine Zahnsteinentfernung angezeigt ist.
  • Ältere Hunde: Ältere Hunde oder Hunde mit einer genetischen Veranlagung für Zahnprobleme müssen möglicherweise häufiger kontrolliert werden.
  • Anhaltender Mundgeruch: Selbst leichter Mundgeruch kann ein Anzeichen für Zahnstein oder Zahnfleischentzündung sein.
  • Gelbe oder braune Zähne: Verfärbungen der Zähne aufgrund von Ablagerungen sind ein deutliches Anzeichen dafür, dass eine Zahnsteinentfernung erforderlich ist.
  • Rotes oder entzündetes Zahnfleisch: Geschwollenes, gerötetes oder bei Berührung blutendes Zahnfleisch kann auf eine Entzündung oder eine Infektion hindeuten.
  • Vermehrter Speichelfluss: Sabbert Ihr Hund ungewöhnlich stark – insbesondere in Kombination mit Fressproblemen oder Anzeichen von Schmerzen beim Kauen –, können Zahn- oder Zahnfleischerkrankungen die Ursache sein.
  • Sichtbarer Zahnstein: Wenn Sie Zahnstein auf den Zähnen Ihres Hundes sehen können, insbesondere in der Nähe des Zahnfleisches, ist dies ein Zeichen dafür, dass es Zeit für eine Zahnsteinentfernung ist.
  • Zahnverlust: In schweren Fällen kann unbehandelter Zahnstein zu Zahnverlust führen. Wenn ein Zahn locker ist oder bereits ausgefallen ist, sind eine Zahnsteinentfernung und eine gründliche Untersuchung dringend erforderlich.
  • Risikogruppen: Bestimmte Hunderassen, wie z. B. kleine Hunde (Yorkshire Terrier, Pudel, Chihuahua), neigen eher zu Zahnsteinbildung. Bei ihnen kann eine Zahnsteinentfernung bereits im Alter von 2 bis 3 Jahren notwendig werden.
  • Ernährung: Hunde, die hauptsächlich mit weichem oder feuchtem Futter gefüttert werden, können mehr Zahnstein ansammeln als Hunde, die Trockenfutter fressen, das eine stärkere abrasive Wirkung hat.

Die Zähne Ihres Hundes sollten gereinigt werden, sobald Anzeichen von Zahnstein oder Zahnproblemen auftreten – immer nach tierärztlicher Untersuchung und entsprechend den Empfehlungen Ihrer Tierärztin oder Ihres Tierarztes.

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Wie lange dauert eine Zahnsteinentfernung bei Hunden?

Eine Zahnsteinentfernung dauert in der Regel zwischen 1 und 3 Stunden. In dieser Zeit sind mehrere Schritte enthalten: die Vorbereitung und Narkose (etwa 15 bis 30 Minuten), die eigentliche Entfernung des Zahnsteins (ca. 30 bis 60 Minuten) sowie die Aufwachphase (45 bis 90 Minuten).

Die genaue Dauer hängt von der Menge des vorhandenen Zahnsteins, dem Zustand der Zähne und des Zahnfleisches und von zusätzlichen Maßnahmen wie Zahnextraktionen ab. Die Tierärztin oder der Tierarzt passt den Ablauf stets an die individuellen Bedürfnisse des Hundes an.

In den meisten Fällen wird der Hund morgens nüchtern gebracht und kann am Nachmittag wieder nach Hause gebracht werden.

Was kostet eine Zahnsteinentfernung unter Narkose in der Tierarztpraxis im Durchschnitt?

Die Kosten für eine Zahnsteinentfernung beim Hund liegen im Durchschnitt zwischen 100 und 300 Euro. Der genaue Preis hängt von mehreren Faktoren ab, darunter die Größe des Hundes, die Menge des zu entfernenden Zahnsteins, der Zustand von Zähnen und Zahnfleisch sowie mögliche Zusatzleistungen wie Zahnröntgen oder Zahnextraktionen. Auch die Vollnarkose, die für diesen Eingriff unerlässlich ist, macht einen wesentlichen Teil der Gesamtkosten aus.

Kleinere Tierarztpraxen bieten den Eingriff mitunter günstiger an, während spezialisierte Kliniken oder Praxen in städtischen Regionen höhere Preise verlangen können. Zusätzlich können Kosten für eine Voruntersuchung vor der Narkose oder für die Nachsorge anfallen, was den Gesamtbetrag leicht erhöht.

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Wie kann man die Zähne seines Hundes selbst reinigen?

Sobald sich Zahnstein auf den Zähnen festgesetzt hat, lässt er sich nur noch durch eine professionelle Zahnreinigung bei der Tierärztin oder dem Tierarzt entfernen. Es gibt keine sichere Möglichkeit, Zahnstein selbst von den Zähnen eines Tieres zu entfernen – eigenständige Versuche können schmerzhaft sein und den Zahnschmelz oder das Zahnfleisch schädigen. Umso wichtiger ist es, der Zahnsteinbildung vorzubeugen:

  • Regelmäßiges Zähneputzen: Putzen Sie die Zähne Ihres Hundes mehrmals pro Woche mit einer speziell für Hunde entwickelten Zahnpasta.
  • Geeignete Ernährung: Bevorzugen Sie Trockenfutter gegenüber Nassfutter, da es durch seine „abrasive“ Wirkung die Zahnsteinbildung reduzieren kann.
  • Spielzeug und Zahnpflege-Snacks: Kauspielzeug und spezielle Zahnpflege-Snacks unterstützen die mechanische Reinigung der Zähne und massieren das Zahnfleisch.
  • Regelmäßige Kontrollen: Lassen Sie das Gebiss Ihres Hundes bei tierärztlichen Routinebesuchen überprüfen, um Zahnprobleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Haben Sie Fragen zur Gesundheit Ihres Tieres oder zu möglichen Tierarztkosten? Fordern Sie gerne einen Rückruf von einer Santévet-Beraterin oder einem Santévet-Berater an.

Zusammenfassend ist die Zahnsteinentfernung ein tierärztlicher Eingriff, der unter Narkose durchgeführt wird, um Zahnstein gründlich von den Zähnen des Hundes zu entfernen und die Mundhöhle dauerhaft gesund zu halten.

Häufig gestellte Fragen

Wann sollten die Zähne eines Hundes gereinigt werden?

Eine Zahnsteinentfernung ist erforderlich, sobald Anzeichen von Zahnstein auftreten oder wenn die Tierärztin oder der Tierarzt dies nach einer Untersuchung des Gebisses des Tieres empfiehlt.

Birgt die Zahnsteinentfernung Risiken für meinen Hund?

Dieser Eingriff erfordert eine Vollnarkose, die mit minimalen Risiken verbunden ist. Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt wird den Gesundheitszustand Ihres Tieres vor dem Eingriff sorgfältig beurteilen und eine Voruntersuchung durchführen, um diese Risiken zu minimieren.

Gibt es Alternativen zur Zahnsteinentfernung unter Narkose?

Natürliche Anti-Zahnstein-Produkte wie Wasserzusätze oder Nahrungsergänzungsmittel können die Zahnsteinbildung verlangsamen. Eine spezielle Zahnbürste ist ebenfalls wirksam.

Benötigen bestimmte Rassen häufiger eine Zahnsteinentfernung?

Kleine Rassen wie Yorkshire Terrier, Chihuahua, Bichon und Pudel bilden aufgrund ihrer engstehenden Zähne und ihres kleinen Kiefers mehr Zahnstein. Brachyzephale Rassen (Bulldogge, Mops, Shih Tzu) sind ebenfalls anfällig für Zahnprobleme.

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