Sterilisation von Hunden: Schluss mit Vorurteilen
Beim Rüden bedeutet Kastration die Entfernung der Hoden, bei der Hündin werden meist die Eierstöcke entfernt – umgangssprachlich spricht man von Sterilisation. In der Praxis wird der Begriff „Sterilisation“ oft für beide Geschlechter verwendet. Dies variiert von Tierarzt zu Tierarzt.
Ein verbreiteter Mythos lautet, ein Hund müsse „mindestens einmal“ Nachwuchs haben. Dafür gibt es keinerlei medizinische Grundlage. Man darf nicht vergessen, dass ein Wurf viel Aufmerksamkeit erfordert. Zudem muss man an die Zukunft der Welpen denken. Einige Rassen sind sehr fruchtbar und ein Wurf kann bis zu zehn Welpen umfassen, manchmal sogar mehr!
Warum sollte man einen Hund kastrieren?
Die Kastration von Hunden hat Vorteile und positive Auswirkungen.
Gesundheitliche Vorteile für Hündinnen
- Deutlich geringeres Risiko für Gesäugetumoren, da Sexualhormone an deren Entstehung beteiligt sind.
- Kein Risiko mehr für eine Pyometra, eine schwere Gebärmutterentzündung, die unbehandelt lebensbedrohlich sein kann.
- Vorbeugung gegen Eierstocktumoren und Eierstockzysten, da diese Organe bei der Sterilisation entfernt werden.
- Keine Läufigkeit mehr, was den Alltag und die Lebensqualität der Hündin verbessert und Blutungen sowie hormonbedingte Verhaltensänderungen vermeidet.
- Weniger Aggressivität und Nervosität, da hormonelle Schwankungen wegfallen und das Zusammenleben mit Mensch und Tier erleichtert wird.
- Geringerer Drang wegzulaufen, der bei läufigen Hündinnen häufig auftritt und das Risiko von Unfällen oder Verlust reduziert.
- Beitrag zum Tierschutz, da ungewollte Würfe vermieden und die Zahl ausgesetzter oder eingeschläferter Hunde in Tierheimen gesenkt wird.
- Bessere allgemeine Gesundheit und höhere Lebenserwartung, da durch die Sterilisation viele fortpflanzungsbedingte Erkrankungen verhindert werden.
Auch für den Rüden bringt eine Kastration mehrere Vorteile mit sich:
- Geringeres Risiko für Hodentumoren, da die Hoden entfernt werden.
- Weniger Prostataerkrankungen wie gutartige Prostatavergrößerung, Entzündungen, Infektionen, Zysten und Tumoren.
Insgesamt kann die Sterilisation bzw. Kastration einen positiven Einfluss auf die Lebenserwartung haben. Studien deuten darauf hin, dass kastrierte Tiere im Durchschnitt länger leben als nicht kastrierte. So liegt die Lebenserwartung sterilisierter Hündinnen etwa 20 bis 30 Prozent höher als die nicht sterilisierter Tiere.
Ist ein sterilisierter Hund ruhiger – und verändert sich sein Verhalten?
Eine Sterilisation kann sich auch positiv auf das Verhalten des Hundes auswirken. Viele Tiere werden dadurch insgesamt ausgeglichener:
- Die Kastration führt häufig zu einer Verringerung von Aggressivität, insbesondere in Bezug auf Territorialverhalten und Dominanz, da diese Verhaltensweisen stark von Sexualhormonen beeinflusst werden.
- Kastrierte Hunde neigen außerdem weniger zu Auseinandersetzungen mit Artgenossen, wodurch das Risiko von Verletzungen und Konflikten sinkt.
- Auch das Markierverhalten nimmt in der Regel ab – vor allem in Innenräumen –, da das Bedürfnis, das eigene Revier abzugrenzen, weniger stark ausgeprägt ist.
- Das Bespringen anderer Tiere, von Gegenständen oder sogar von Menschen kommt nach der Kastration ebenfalls seltener vor, was den Alltag für die Halter deutlich erleichtert.
- Der Drang wegzulaufen, um läufige Hündinnen aufzusuchen, wird deutlich reduziert. Dadurch sinkt auch das Risiko für Unfälle, Verluste oder Kämpfe mit anderen Hunden.
- Viele kastrierte Hunde wirken zudem ruhiger und weniger nervös oder hyperaktiv, was den täglichen Umgang erleichtert. Auch Angst- und Stressreaktionen können bei manchen Tieren abnehmen, da hormonelle Schwankungen wegfallen.
- Insgesamt führt die Kastration häufig zu einem ausgeglicheneren und sozialeren Hund, was die Eingliederung in Familie und Hundegemeinschaft erleichtert.
Wichtig zu wissen ist, dass die Sterilisation keinen Einfluss auf rassetypische Eigenschaften hat. Wird sie während des Wachstums durchgeführt, verändert sie zudem weder die spätere Körpergröße noch das Endgewicht des Hundes.
In welchem Alter sollte ein Hund kastriert werden?
Je nach Rasse und Größe gilt:
- kleine Hunde: ca. 6–7 Monate
- große Hunde: ca. 10–12 Monate
Bei sehr großen Rassen kann ein späterer Zeitpunkt sinnvoll sein, um die körperliche Entwicklung nicht zu beeinträchtigen. Der optimale Zeitpunkt sollte immer gemeinsam mit dem Tierarzt festgelegt werden.
Bis zu welchem Alter ist eine Kastration möglich?
Eine feste Altersgrenze gibt es nicht. Auch ältere Hunde können noch kastriert werden, sofern sie gesundheitlich dafür geeignet sind. Vor allem bei Senioren sind eine gründliche Untersuchung und ein Bluttest vor der Narkose wichtig.
Was kostet die Kastration oder Sterilisation?
Die Kastration eines Rüden ist in der Regel günstiger als die Sterilisation einer Hündin, da der Eingriff weniger aufwendig ist. In Deutschland rechnen Tierärzte nach der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) ab. Diese gibt feste Gebührensätze vor, erlaubt aber je nach Aufwand, Zeit und Schwierigkeit einen Spielraum zwischen dem einfachen und dem dreifachen Satz (in Notfällen bis zum vierfachen Satz).
Zusätzlich werden Kosten für Narkose, Medikamente, Verbrauchsmaterial und gegebenenfalls Klinikaufenthalt berechnet. Deshalb können die Gesamtkosten je nach Hund, Praxis und Region deutlich variieren.
In der Praxis liegen die Kosten für die Sterilisation einer Hündin meist zwischen 100 und 600 Euro, für die Kastration eines Rüden zwischen 80 und 500 Euro. Für eine genaue Einschätzung empfiehlt sich, einen Kostenvoranschlag bei Ihrer Tierarztpraxis einzuholen.
Kann eine Kastration vorgeschrieben sein?
In Deutschland gibt es keine generelle Pflicht zur Kastration. Allerdings können Tierheime oder Behörden sie verlangen, zum Beispiel bei Tierschutzhunden oder bei wiederholten unkontrollierten Würfen. Für bestimmte Listenhunde können je nach Bundesland besondere Auflagen gelten. Im Zweifel informiert Sie Ihr örtliches Veterinäramt.
Welche Nachteile kann eine Kastration haben?
Es gibt durchaus einige mögliche Nachteile, die jedoch weder zwangsläufig noch bei jedem Tier auftreten. An erster Stelle steht das Risiko einer Gewichtszunahme nach der Sterilisation, vor allem infolge hormoneller Veränderungen. Mit einer angepassten Fütterung und ausreichender Bewegung lässt sich diesem Problem jedoch in den meisten Fällen gut vorbeugen.
Trockenfutter für sterilisierte Hunde
Nach der Sterilisation kann der Hund mehr Appetit entwickeln, obwohl sein Energiebedarf um etwa 30 % sinkt. Ihr Tierarzt kann Ihnen daher empfehlen, die Fütterung anzupassen und auf ein speziell für sterilisierte Hunde entwickeltes Futter umzustellen.
Auch ausreichend Bewegung, angepasst an Alter, Rasse und Temperament Ihres Hundes, hilft, einer Gewichtszunahme vorzubeugen. Wiegen Sie Ihren Hund regelmäßig, um sein Idealgewicht im Blick zu behalten. Übergewicht und Fettleibigkeit können langfristig gesundheitliche Probleme verursachen, darunter auch schwere Erkrankungen wie Diabetes mellitus.
Inkontinenz – eine mögliche Komplikation
Harninkontinenz ist eine seltene, aber mögliche Folge einer Sterilisation. Tritt sie auf, kann Ihr Tierarzt in der Regel mit Medikamenten oder – in seltenen Fällen – mit einem weiteren Eingriff helfen.
Wundschutz durch aufblasbaren Schutzkragen
Wenn der Hund nach dem Eingriff versucht, an der Operationswunde zu lecken oder die Fäden zu entfernen, kann das Tragen eines Schutzkragens sinnvoll sein. Inzwischen gibt es auch aufblasbare oder weichere Modelle, die für den Hund deutlich angenehmer sind als die klassischen starren Halskrausen.
Ein Kragen ist jedoch nicht in jedem Fall notwendig – ob er gebraucht wird, hängt vom Verhalten des Hundes nach der Rückkehr aus der Klinik ab.
Sterilisation und Kastration – Routineeingriffe beim Tierarzt
Die Kastration ist ein chirurgischer Eingriff, der unter Vollnarkose durchgeführt wird und von Tierärzten routiniert beherrscht wird.
Der Hund kommt in der Regel nüchtern am Morgen der Operation in die Klinik und kann meist noch am selben Tag wieder nach Hause. Zur Schmerzvorbeugung erhält er während und nach dem Eingriff geeignete Schmerzmittel.
Bei der Hündin besteht die Sterilisation in einer Ovariektomie, also der Entfernung der Eierstöcke. Beim Rüden werden die beiden Hoden entfernt; seltener kann auch eine Vasektomie durchgeführt werden, bei der die Samenleiter durchtrennt werden.
Es gibt nur wenige Gegenanzeigen für eine Sterilisation. Starkes Übergewicht kann den Eingriff erschweren, da Fettgewebe – insbesondere im Bauchraum – die Operation technisch aufwendiger macht.
Wenn Sie für Ihren Hund eine Krankenversicherung abgeschlossen haben, können Sie – je nach Tarif – ein Vorsorgebudget nutzen, wie es Santévet anbietet, um die Kosten der Sterilisation vor dem 4. Lebensjahr teilweise zu finanzieren.
Ab dem 4. Lebensjahr werden Sterilisationen (nach einer Wartezeit von sechs Monaten) übernommen. Kastrationen oder Sterilisationen aus medizinischen Gründen werden je nach Tarif bis zu 90 % erstattet.
In der Regel wird Ihr Tierarzt zudem einen Kontrolltermin vereinbaren, meist vor dem Entfernen der Fäden, um sicherzustellen, dass die Wunde gut verheilt.
Eine Alternative: die chemische Kastration
Es gibt auch alternative Methoden zur chirurgischen Sterilisation Ihres Hundes. Eine davon wird inzwischen häufig von Tierärzten eingesetzt: eine vorübergehende und reversible Empfängnisverhütung, die ohne Operation und ohne Narkose auskommt.
Dabei handelt es sich um ein Hormonimplantat, das den Testosteronspiegel – das wichtigste Sexualhormon des Rüden – senkt. Dadurch lassen sowohl die Fruchtbarkeit als auch hormonbedingte Verhaltensweisen wie ein ausgeprägter Sexualtrieb nach. Diese Methode wird als chemische Kastration bezeichnet.
Die sogenannte „Antibabypille“ für Hunde wird wegen möglicher Nebenwirkungen hingegen nicht empfohlen.
In jedem Fall ist ein Gespräch mit Ihrem Tierarzt wichtig, um gemeinsam die für Sie und Ihren Hund beste Lösung zu finden. Vereinbaren Sie daher am besten einen Beratungstermin, um alle offenen Fragen klären zu können.
Mit Santévet können Sie Ihren Hund vorübergehend kastrieren lassen
Santévet, Spezialist für Tierkrankenversicherungen, erstattet Ihnen 40 € für die vorübergehende Sterilisation Ihres Hundes.
Sie können dieses Angebot nutzen, indem Sie einen Santévet-Tarif direkt auf der Website www.santevet.de abschließen oder Santévet unter der Telefonnummer 069 95179902 kontaktieren und den Aktionscode STE40 angeben.
Die Aktion ist bis 2025 gültig, ist nicht mit anderen Angeboten kombinierbar und gilt beim Abschluss eines der Tarife Confort, Confort+, Premium oder Optimal. Der Hund darf zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses nicht älter als 7 Jahre sein (für bestimmte Rassen gilt eine Grenze von 5 Jahren).
Die Erstattung erfolgt nach Vorlage der Rechnung für die vorübergehende Sterilisation, die innerhalb von 15 Tagen nach dem Implantationsdatum eingereicht werden muss, und unter der Voraussetzung, dass der Versicherungsvertrag aktiv ist und spätestens 30 Tage nach Inkrafttreten unterschrieben zurückgesendet wurde.
Die Kastration oder Sterilisation ist für viele Hunde eine sinnvolle Entscheidung – gesundheitlich wie auch im Alltag. Sie schützt vor schweren Erkrankungen, beugt ungewolltem Nachwuchs vor und kann das Verhalten stabilisieren. Welche Methode und welcher Zeitpunkt optimal sind, sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Tierarzt festlegen.
Santévet – Ihr Spezialist für Tierkrankenversicherungen