Rottweiler

Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Deutschland eine Rasse, die weltweit als Arbeitshunde geschätzt wurde: der Rottweiler Metzgerhund. Die heutigen Rottweiler zeigen sich noch kräftiger und werden noch immer als Diensthunde eingesetzt. Zur Haltung ist in einigen Bundesländern allerdings ein Sachkundenachweis erforderlich.

Rottweiler
Rottweiler können aufgrund Ihrer Größe einschüchternd wirken, sind aber prinzipiell keine aggressiven Hunde. - Pixabay

Erscheinungsbild eines Rottweilers

Der Rottweiler ist eine imposante Erscheinung. Rüden wiegen ausgewachsen gute 50 kg, Hündinnen sind mit etwa 42 kg leichter. Dabei erreicht der Rottweiler eine Größe von 61 bis 68 cm (Rüden) bzw. 56 bis 63 cm (Hündinnen).

Hinzu kommt sein muskulöser, breiter Körperbau, der dem Rottweiler ein markantes Aussehen verleiht. Insgesamt erscheint der Hund sehr athletisch, was sich auch in seinem Wesen widerspiegelt. Wegen seiner kräftigen Art und der guten Ausdauer wird er als Diensthund geschätzt.

Farblich präsentiert sich die Rasse sehr einheitlich. Das Deckhaar ist schwarz, die Abzeichen sind rotbraun. Sie sind vor allem über den Augen, an der Brust und an den Läufen stark ausgeprägt. Dadurch ist ein Rottweiler schon aus der Ferne gut als solcher zu erkennen.

Das Haar der Rottweiler wirkt durch das Anliegen am Körper kurz, es ist aber eher mittellang. Unterwolle ist vorhanden, sollte aber laut Rassestandard nicht zu erkennen sein.

Vorfahren aus Rom:
Der Rottweiler geht vermutlich auf Begleit- und Hütehunde der Römer zurück. Die gezielte Rottweiler-Zucht fand in Deutschland statt, und zwar in der Region um Rottweil – daher der Name. Im Jahr 1910 folgte die Anerkennung als Rasse für Diensthunde.

Immer auf der Suche nach Aufgaben: Das Wesen der Rottweiler

Der Rottweiler hat Charakter – das steht fest. Aber wie ist das Wesen der Tiere? Sind Rottweiler aggressiv? Durch den Einsatz bei der Polizei und sogar im Militärdienst ist der Rottweiler zu einem starken, selbstbewussten Tier gezüchtet worden. Wenn er herausgefordert wird oder seine Besitzer verteidigen will, zeigt er sich wehrhaft. Das hat dem Rottweiler den Ruf eines Kampfhundes eingebracht. In der Folge ist er in einigen Bundesländern als Listenhund geführt – darf also nur bei entsprechender Sachkunde gehalten werden.

Tatsächlich ist die Rasse aber im Kern ausgeglichen, ruhig und sehr anhänglich. Bei einer konsequenten Erziehung gibt es viele Beispiele, in denen sich die kräftigen Tiere gut in die Familie einfügen. Allerdings verlangt das Training mit einem Hund, der gute 50 kg auf die Waage bringt, körperliche Kraft und Konsequenz. Für Anfänger eignet sich die Rasse daher nicht.

Interessant ist, dass sich der Rottweiler einen Charakter mit hoher Reizschwelle bewahrt hat. Er bleibt also lange Zeit ruhig. Auch aus diesem Grund werden die Hunde als Diensthunde geschätzt. Sie sind zum Beispiel im Rettungsdienst im Einsatz, neuerdings sogar als Therapiehunde

 Zu beachten ist, dass der Rottweiler ein – im positiven Sinne – Arbeitstier ist. Seine Vorfahren waren es gewohnt, Aufgaben zu erfüllen und das wollen auch die heutigen Tiere. Wer also mit seinem Hund keinen Dienst verrichtet, sollte den Rottweiler sein Temperament auf dem Übungsplatz ausleben lassen. Hundesport bietet sich hierfür hervorragend an, zum Beispiel Agility.

Haltung eines Rottweilers: Diese Ansprüche hat das Tier

Rottweiler zählen zu den mittelgroßen bis großen Rassen – das zeigt sich auch im Platzbedarf. Die Wohnung sollte üppig genug bemessen sein, damit sich der Hund bewegen kann. Ein Garten ist ideal, denn die Tiere der FCI Rassegruppe 2 möchten auch laufen. Die tägliche Gassi-Runde wird dem Rottweiler nur bedingt gerecht. Besser ist es, mit dem Hund auf dem Übungsplatz zu arbeiten. Wie erwähnt, bieten sich hierfür verschiedene Hundesportarten an.

Ansonsten stellt das Tier keine besonderen Ansprüche an die Haltungsbedingungen. Wer sich einen Rottweiler zulegen möchte, sollte sich jedoch selbst hinterfragen, ob er der Erziehung gewachsen ist. Die Haltung eines wesensstarken Hundes erfordert Konsequenz und Selbstsicherheit.

Zudem sollten sich angehende Halter über den Status der Tiere in ihrem Bundesland informieren. Je nach Wohnort kann es sein, dass der Rottweiler zu den Listenhunden zählt. Was heißt Listenhund? Wer einen Rottweiler halten möchte, muss bestimmte Vorgaben erfüllen. Zudem sind die Kosten für die „Hundehaftpflicht“ meist höher.

Vorsicht bei Mixen:
Das eigentlich ruhige Rottweiler Wesen kann sich bei unkontrollierter Verpaarung mit anderen Rassen ändern. Wenn die Reizschwelle sinkt, kann ein aggressiver Hund entstehen.

Gesundheit und Rottweiler Krankheiten

Eine gute Nachricht: Es gibt keine speziellen Rottweiler Krankheiten, unter denen die Rasse zu leiden hat. Allerdings gibt es einen Trend in der Zucht, der zu immer schwereren Tieren führt. Das kann langfristig zu einem Problem werden und Krankheiten wie die Hüftdysplasie und die Ellenbogendysplasie befördern.

Ziel der modernen Zucht ist es daher, entsprechende Erbkrankheiten auszuschließen. Wer sich einen Rottweiler Welpen zulegen möchte, sollte die Elterntiere besichtigen und sich von deren Gesundheit überzeugen. Die Rottweiler Lebenserwartung liegt aktuell bei etwa 10 Jahren, wobei einzelne Tiere deutlich davon abweichen können.

Für einen vitalen Hund ist es wichtig, allgemeine Ratschläge zu befolgen. Wer mit seinem Rottweiler viel im Wald und auf Wiesen unterwegs ist, sollte an die entsprechende Floh- und Zecken-Prophylaxe denken. Regelmäßige Besuche beim Tierarzt sind außerdem wichtig, um den Allgemeinzustand prüfen zu lassen.

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Pflege beim Rottweiler: eine dankbare Rasse

Rottweiler gelten im Allgemeinen als robust und wenig zimperlich. Das ist vorteilhaft für die Pflege, denn besondere Maßnahmen sind hier nicht erforderlich. Es reicht aus, das Haarkleid gelegentlich zu kämmen. Wenn der Rottweiler im Fellwechsel ist, empfiehlt es sich, die Intervalle zu verkürzen – das mindert das Haaren in der Wohnung und freut das Tier.

Auch in Bezug auf das Futter zeigen sich Rottweiler unkompliziert. Dennoch können einzelne Tiere eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Futtersorten zeigen. Dann hilft eine Ausschlussdiät dabei, das Tier zu ernähren.

Wer viel Nassfutter anbietet, sollte auf Zahnstein achten. Dieser kann sich aus Essensresten und Speichel schnell bilden. Zur Prophylaxe eignen sich Kauartikel. Ist der Zahnstein bereits deutlich sichtbar, muss er vom Tierarzt entfernt werden.

Die Krallenpflege beim Rottweiler ist wegen der vielen Bewegung meist sehr unkompliziert. Sind die Nägel dennoch zu lang, sollten Halter diese immer nur wenige Millimeter kürzen, um das Innere nicht zu verletzen.