Parasiten beim Hund: ein Überblick

Parasiten gehören zu den häufigsten Gründen, aus denen Hunde tierärztlich behandelt werden. Sie können dem Hund nicht nur direkt schaden, sondern auch verschiedene infektiöse Hundekrankheiten übertragen und zu allergischen Reaktionen führen. Die Parasiten des Hundes unterteilen sich in Endo- und Ektoparasiten.

Hundewelpe mit Juckreiz
Es gibt zahlreiche Arten von Parasiten, welche häufig Juckreiz bei Hunden auslösen. - Pixabay

Ektoparasiten beim Hund

Ektoparasiten ernähren sich von Hautschuppen, Haaren oder Blut. Daher sind diese Parasiten des Hundes im Fell und in den Hautschichten zu finden. Oft sind sie bereits mit bloßem Auge sichtbar. Die Übertragung erfolgt direkt oder indirekt.

Zecken

Zecken sind Spinnentiere, die ihrem Wirt im Freien auflauern und sich an seiner Haut festbeißen. Nach der Blutmahlzeit verlassen sie ihren Wirt wieder. Die häufigsten Zeckenarten des Hundes sind:

  • Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus)
  • Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)
  • Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus)

Die Zecken selbst stellen für den Hund kaum ein Problem dar. Allerdings können sie eine Reihe von Krankheiten übertragen.

Flöhe

Flöhe sind eine Ordnung in der Klasse der Insekten. Sie suchen ihren Wirt lediglich zum Blutsaugen auf; anschließend ziehen sie sich in die Umgebung zurück, wo sie auch ihre Eier ablegen. Ausgewachsene Flohweibchen legen im Laufe ihres etwa 100-tägigen Lebens bis zu 400 Eier.

Läuse und Haarlinge

Läuse und Haarlinge sind Spinnentiere, die ihr komplettes Leben auf dem Wirt verbringen. Am häufigsten werden beim Hund die Lausgattung Anoplura und die Haarlingsart Trichodectes canis nachgewiesen. Haarlinge ernähren sich von den Haaren, Hautschuppen und Körpersekreten ihres Wirts, Läuse von seinem Blut.

Milben

Milben gehören zu den Spinnentieren. Besonders relevante Milben beim Hund sind:

  • Herbstgrasmilbe
  • Räudemilbe
  • Ohrmilbe
  • Raubmilbe

Die Larven der Herbstgrasmilbe (Trombicula autumnalis) ernähren sich von Lymphflüssigkeit. Zu diesem Zweck beißen sie sich im Zwischenzehen-, Bauch- oder Kopfbereich ihres Wirts fest, wo sie juckende Hautläsionen hinterlassen.

Die Räudemilbe (Sarkoptes scabei var. canis) des Hundes ist sehr wirtsspezifisch. Die Weibchen graben Tunnel in die Haut ihres Wirts und legen darin ihre Eier ab. Als Nahrung dienen ihnen abgestorbene Hautzellen und Gewebsflüssigkeit. Rote Flecken an Ellbogen und Bauch und im weiteren Verlauf ein extremer Juckreiz sind verdächtig für Räudemilben.

Die Ohrmilbe (Otodectes cynotis) verbringt ihren kompletten Entwicklungszyklus im äußeren Gehörgang ihres Wirts. Alle Entwicklungsstadien ernähren sich von Gewebsflüssigkeiten sowie abgestorbenen Hautzellen. Ein typisches Symptom sind kaffeesatzartige Beläge und eine dunkle, bröckelige Sekretbildung in den Ohrmuscheln.

Die Raubmilbe (Cheyletiella spp.) verbringt ebenfalls ihren kompletten Zyklus auf dem Hund. Sie ernährt sich von Gewebsflüssigkeiten. Kleine, trockene Schuppen im Nacken- und Rückenbereich sind typisch für einen Raubmilbenbefall.

Welche Symptome deuten auf Ektoparasiten hin?

Allgemein typisch für einen Befall mit Ektoparasiten sind:

  • Unruhe, Reizbarkeit
  • Juckreiz
  • Belecken und Beknabbern des Fells
  • Kratzwunden und Krusten auf der Haut
  • Schuppenbildung
  • Allergische Hautreaktionen
  • Haarausfall

Bei ausbleibender Behandlung sind Folgesymptome wie bakterielle Hautentzündungen und Anämien (Blutarmut) möglich.

Endoparasiten

In den meisten Fällen leben diese Parasiten beim Hund im Darm. Dort schädigen sie die Schleimhäute und beeinträchtigen die Nährstoffresorption. Die Ansteckung erfolgt meistens über den Kot.

Würmer

Von allen Würmern beim Hund ist der Spulwurm (Toxocara canis) der häufigste. Er führt vor allem bei Welpen zum trommelartig aufgetriebenen „Wurmbauch".

Hakenwürmer (Ancylostomatidae) und Peitschenwürmer (Trichuris vulpis) ernähren sich vom Blut der Darmschleimhäute. Gelegentlich rufen sie blutigen Durchfall oder sogar Anämien hervor.

Typische Bandwürmer beim Hund sind der durch Flöhe übertragene Gurkenkernbandwurm (Diphylidium caninum) sowie der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis), welcher durch den Verzehr infizierter Mäuse aufgenommen wird. Der Gurkenkernbandwurm siedelt sich im Darm an und führt zum typischen „Schlittenfahren" als Symptom. Der Fuchsbandwurm befällt vorrangig die Leber.

Der Lungenwurm (Angiostrongylus vasorum) befällt die Arterien der Lungen sowie die rechte Herzhälfte des Hundes, wo er schwere Gewebeschäden verursachen kann. Mit Herzwürmern (Dirofilaria immitis) infizieren sich Hunde vor allem in Südeuropa durch den Stich bestimmter Mückenarten. Herzwürmer parasitieren in den Herzkammern und den Lungengefäßen.

Einzeller

Neben den Würmern zählen verschiedene Einzeller (Protozoen) zu den typischen Parasiten beim Hund. Giardien sind Geißeltierchen, die oral aufgenommen werden und sich im Dünndarm ansiedeln. Dort ernähren sie sich von Zuckermolekülen aus der Nahrung. Giardien bilden stabile Zysten, die in der Umgebung bis zu drei Monate lang infektiös bleiben.

Auch mit Kokzidien infizieren sich Hunde, indem sie die Oozysten (Eier) oral aufnehmen. Die Ansiedelung erfolgt im Dünn- und Dickdarm. Die infektiösen Eier bleiben in der Außenwelt über mehrere Monate infektiös. Weitere Einzeller, die zunehmend auch in Deutschland eine Rolle spielen, sind Leishmanien, Babesien und Anaplasmen.

Welche Symptome verursachen Endoparasiten?

Im Darm lebende Endoparasiten verursachen in erster Linie Verdauungssymptome. Dazu gehören:

  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Aufgasungen, Blähungen
  • Mangelerscheinungen
  • Mangelnde Gewichtszunahme bei Welpen

Hunde mit Herz- oder Lungenwürmern zeigen unter anderem:

  • Husten
  • Kurzatmigkeit
  • Erschwerte Atmung
  • Kreislaufschwäche

Behandlung von Hunden mit Parasiten

Erst nach einer genauen Diagnosestellung durch den Tierarzt ist eine zielgerichtete Behandlung möglich. Mittlerweile sind diverse Mittel gegen Parasiten beim Hund auf dem Markt, die entweder prophylaktisch oder therapeutisch eingesetzt werden.

Dazu gehören:

  • Halsbänder
  • Spot-ons
  • Tabletten
  • Kautabletten
  • Suspensionen
  • Injektionslösungen

Bei Zecken spielt die manuelle, frühzeitige Entfernung die größte Rolle: Die Übertragung von Krankheiten findet erst 16 bis 24 Stunden nach dem Biss statt. Eine effektive Prophylaxemethode besteht demzufolge darin, den Hund zweimal täglich nach Zecken abzusuchen und diese umgehend zu entfernen.

Die Kosten für antiparasitäre Mittel können Sie sich einfach mit der Hundekrankenversicherung von SantéVet zurückerstatten lassen.

 

Herausgegeben von

Martin Walter