Milben beim Hund vorbeugen, erkennen und behandeln

Milben sind eine artenreiche Gruppe der Spinnentiere. Viele von ihnen gelten als Parasiten und können bei Hunden und anderen Tieren Beschwerden und Erkrankungen auslösen. Wenn der Vierbeiner sich kratzt, kahle Stellen oder andere Hautauffälligkeiten vorweist, sollte daher ein Milbencheck beim Tierarzt stattfinden.

Hund Ohr Untersuchung
Die Untersuchung mit dem Otoskop hilft, einen Milbenbefall beim Hund zu erkennen. - Igor Daniel

Häufige Milben beim Hund

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Milbenarten, die Haustiere befallen können. Im Folgenden werden häufige Milben bei Hunden kurz vorgestellt.  

Demodex-Milben

Die zigarrenförmige Demodex-Milbe wird auch als Haarbalgmilbe bezeichnet. Sie kommt in geringer Anzahl natürlicherweise beim Hund vor und entwickelt sich auf der Haut und in den Follikeln der Fellhaare. Verbreitet sie sich, beispielsweise durch Stress oder mangelhafte Hygiene, sehr stark, kommt es zur Demodikose. Diese Hauterkrankung bei Hunden geht mit drastischen Hautveränderungen wie Faltenbildung und Fellverlust einher.  

Grabmilben

Grabmilben (Sarcoptes) haben unter dem Mikroskop ein schildkrötenartiges Aussehen. Sie graben sich in Gängen in die Haut ein, wo sie ihre Eier ablegen. Die Symptome, die durch die Grabmilbe beim Hund hervorgerufen werden, ähneln denen der Krätze beim Menschen.

Wichtig zu wissen:

Die Krätze wird beim Mensch durch eine andere Grabmilben-Art ausgelöst.  

Grasmilben beim Hund

Herbstgrasmilben befallen Mensch und Tier. Nach dem Aufenthalt im Freien kann es zu kleinen Entzündungen der Haut kommen, die durch die Larven der Herbstgrasmilben hervorgerufen werden. Meist gehen diese mit starkem Juckreiz einher.  

Die Ohrmilbe Otodectes

Die Ohrmilbe nistet sich bevorzugt im Gehörgang und in den Ohrmuscheln des Hundes ein. Dort ruft sie Entzündungen und starken Juckreiz hervor.  

Wie kommt es beim Hund zu einem Milbenbefall?

Milben können sowohl durch direkten Kontakt von Hund zu Hund (oder je nach Art zwischen verschiedenen Spezies) als auch durch Kontaktgegenstände wie Bürsten oder Decken übertragen werden.

Einige Milbenarten kommen auch direkt aus der Natur und befallen Mensch und Tier, etwa die Herbstgrasmilben. Manche Milben können zwischen Hunden und anderen Tieren (etwa Katzen) übertragen werden.

Einige Milbenarten nutzen auch den Menschen als Wirt. Dieser ist dann meist ein Fehlwirt, es kann aber dennoch zu Symptomen kommen. Diese verschwinden meist nach der Behandlung des Hundes, da der Mensch keinen optimalen, langfristigen Wirt für die meisten Hundemilben darstellt.  

Welche Hunde sind besonders häufig von einem Milbenbefall betroffen?

Im Prinzip kann sich jeder Hund irgendwann in seinem Leben Milben einfangen. Zu einem erhöhten Risiko für die Ansteckung führen aber  

  • mangelnde Hygiene
  • sehr junges oder hohes Alter
  • hohe Aktivität im Freien
  • häufiger Kontakt zu anderen Tieren

Rassen, die häufiger an einer Demodikose leiden, sind West Highland White Terrier, Shar Pei und American Staffordshire Terrier. Hier wird ein genetischer Defekt des Abwehrsystems als Ursache diskutiert.

Junghunde sind ebenfalls einem erhöhten Risiko für die Demodikose ausgesetzt. Von Herbstgrasmilben sind aktive Hunde häufiger betroffen. Vierbeiner, die sich oft mitten in der Natur aufhalten, kommen eher in Kontakt zu dieser Milbenart. Ohrmilben werden besonders oft bei Katzen und jungen Welpen diagnostiziert.  

Symptome: Wie machen sich Milben bei Hunden bemerkbar?

Je nach Milbenart, die den Hund befällt, fallen die Beschwerden sehr unterschiedlich aus. Häufige Symptome, die mit einem Milbenbefall in Verbindung zu bringen sind:  

  • Juckreiz
  • Fellverlust
  • Hautveränderungen: Schuppen, Krusten, Entzündungen
  • Quaddeln (insbesondere durch Herbstgrasmilben, mit bloßem Auge erkennbar als rote Punkte)
  • Faltenbildung (Demodex-Milbe)
  • Gesteigerte Produktion von Hautfett (vor allem bei der Demodikose)
  • bei Ohrmilben-Befall: braunrotes, kaffeesatzartiges Sekret in den Ohren, Ohrenkratzen
  • Überempfindlichkeitsreaktionen, Allergien (besonders bei mehrmaligem Befall möglich)

Stellen Tierhalter solche oder ähnliche Hautsymptome fest, ist es ratsam, den Tierarzt bald zu kontaktieren. Nur so kann der Milbenbefall schnell gestoppt und eine Ausbreitung auf andere Tiere oder den Menschen verhindert werden.  

Wie werden Milben beim Hund diagnostiziert?

Der Nachweis von Milben erfolgt beim Tierarzt meist schon durch eine Untersuchung mit dem bloßen Auge. Viele Milbenarten und die typischen Veränderungen, die diese hervorrufen, sind für den Tiermediziner schnell erkennbar.

Zur Diagnose der Ohrmilben beim Hund erfolgt zusätzlich eine Untersuchung mit dem Otoskop. Dieses ermöglicht einen genauen Blick in das Innenohr. Möglicherweise entnimmt der Tiermediziner zudem etwas befallenes Material (etwa ein Hautgeschabsel) und untersucht dieses unter dem Mikroskop.

So lässt sich sicher feststellen, um welche Milbenart es sich handelt. Das kann für die weitere Behandlung und die Auswahl eines geeigneten Wirkstoffes von Bedeutung sein.

Behandlung von Milben beim Hund

Wurden beim Hund Milben diagnostiziert, stehen zu deren Bekämpfung diverse Präparate mit verschiedenen antiparasitären Wirkstoffen zur Verfügung. Diese sind etwa in Form von Spot-ons zum Aufträufeln auf die Haut, als Kautabletten oder als Sprays zum Aufsprühen auf Fell und Haut erhältlich.

Die Kosten für antiparasitäre Mittel können Sie sich mit der Hundekrankenversicherung von SantéVet einfach zurückerstatten lassen.

Viele dieser Präparate wirken gegen mehrere Milben gleichzeitig. Ansonsten wählt der Tierarzt ein wirksames Mittel, das speziell gegen die identifizierte Milbenart wirkt.

Gut zu wissen:

Halter von mehreren Tieren müssen unbedingt auch Partnertiere mitbehandeln, da sich die Milben bereits ausgebreitet haben können, ohne dass offenkundige Veränderungen sichtbar sind. In manchen Fällen kann es auch notwendig sein, weitere Tiere, die engen Kontakt zum betroffenen Tier hatten, mitzubehandeln – etwa regelmäßige Spielgefährten des Hundes.  

Bemerken Hundehalter an sich selbst auffallende Symptome eines Milbenbefalls, sollten auch sie darüber nachdenken, einen Arzt aufzusuchen. In der Regel verschwinden diese Beschwerden jedoch, sobald der betroffene Hund behandelt wird, da der Mensch, wie bereits erwähnt, ein Fehlwirt und kein langfristig geeigneter Wirt für die meisten Milbenarten des Hundes darstellt.  

Milbenbefall bei Hunden vorbeugen

Zur Vorbeugung eines Milbenbefalls gibt es einige erprobte Wirkstoffe, welche Milben davon abhalten, den Hund aufzusuchen.

Viele Präparate wirken sogar gleichzeitig prophylaktisch gegen Milben, Flöhe und Zecken. Der Tierarzt kann ein geeignetes Präparat empfehlen – etwa im Rahmen der jährlichen Untersuchung anlässlich der Impfung beim Hund.

Herausgegeben von

Martin Walter