Der Hund schnarcht? Ursachen und Therapie

So mancher mag es kennen: Das stete Bemühen, abends zuerst einzuschlafen, weil der Bettnachbar schnarcht – oder schnarcht der Hund? Hier ist zusammengefasst, was es über die Ursachen zu wissen gibt, weshalb ein Hund schnarcht, wann Schnarchen auf eine Erkrankung hinweisen kann und welche Behandlungsmethoden es gegen nervenaufreibendes Schnarchen gibt.

französische bulldogge schläft
Durch Ihre kurzen Nasen neigen französische Bulldoggen rein anatomisch zum Schnarchen. - Pixabay

Wie entsteht ein Schnarchgeräusch?

Ursachen dafür, dass der Hund schnarcht, gibt es zahlreiche. Um zu verstehen, wie die unterschiedlichen Ursachen zu dem Geräusch, das beim Schnarchen entsteht, führen, ist es sinnvoll, sich zunächst einmal anzuschauen, wie ein Schnarchgeräusch entsteht.

Schnarchen entsteht bei der Atmung vom Hund, am häufigsten beim Einatmen. Das Geräusch, das beim Schnarchen produziert wird, entsteht in der Regel durch eine Behinderung des Luftflusses innerhalb der äußeren Atemwege. Atemwege beschreiben die anatomischen Strukturen, die die Luft im Körper bis in die Lungen und zurück nimmt. Man unterscheidet „äußere“ und „innere“ Atemwege.

Zu den äußeren Atemwegen zählen die Nasengänge, der Kehlkopf mit den Gaumensegeln und den Stimmbändern und die Luftröhre. Die inneren Atemwege werden aus den sich immer weiter verzweigten Gängen innerhalb der Lunge gebildet.

Befindet sich in den äußeren Atemwegen ein Hindernis, durch das der Luftstrom nicht gleichmäßig gewährleistet ist, entsteht durch die Veränderung der Luftströmung und die Reibung an dem Hindernis, das eventuell durch den Luftzug in Bewegung gerät, ein Geräusch. Je nach Lage und nach Art des Hindernisses verändert sich auch das Schnarchgeräusch.

Wenn ein Hund schnarcht, kann dies ein leichtes Pfeifen, aber auch ein lautes Knattern meinen. Je nach Intensität und Klang lassen sich bereits unterschiedliche Ursachen für das Schnarchen erkennen.

Was sind Ursachen dafür, dass der Hund schnarcht – und was kann man dagegen tun?

Die meisten Ursachen für Schnarchen sind sehr harmlos. Dennoch ist es immer sinnvoll, im Zweifel einen Tierarzt um Rat zu fragen. Um besser einschätzen zu können, wann man sich um das Schnarchen beim Hund keine Sorgen machen muss und wann es besser ist, den Hund beim Tierarzt durchchecken zu lassen, sind hier einige wichtige Ursachen aufgelistet und kurz erklärt.

Anatomie

Vielen ist es bestimmt schon mal aufgefallen: Französische Bulldoggen schnarchen häufig, Englische Bulldoggen und Möpse ebenso – und das von Geburt an. All diese Rassen gehören den brachycephalen, also kurznasigen Rassen an.

Vor allem Hunde, die eine sehr kurz gezüchtete Nase besitzen, haben oftmals ein Schnarchgeräusch aufgrund der anatomischen Gegebenheiten ihrer Nase und auch der restlichen äußeren Atemwege. Ihre Nasengänge sind so eng, dass die Luft nur schwerlich ihren Weg in die Lungen findet. Der durch die engen Nasengänge bedingte Widerstand, der beim Ein- und Ausatmen entsteht, bewirkt ein schnaufendes, schnarchendes Atemgeräusch.

Auch ein verlängertes Gaumensegel beim Hund, das beim Einatmen flattert, kann nachts zu einem lauten, knatternden Schnarchen führen.

Therapiemöglichkeiten:
Der Hund bekommt schlecht Luft und es besteht die Sorge, dass es ihm mit seiner kurzen Nase nicht so gut geht? Dann lohnt sich die Überlegung, eine Brachycephalen-OP durchführen zu lassen. Dabei werden in der Regel die Nasenlöcher erweitert und das Gaumensegel gekürzt. Diese Operation kann das Schnarchen lindern und die Atmung erleichtern.

Alter

Auch ältere Hunde schnarchen häufig und oft ganz harmlos. Das liegt daran, dass das Bindegewebe rund um die Atemwege im Alter an Haltkraft und Straffheit verliert. Die Lockerheit des Gewebes führt zu einem erhöhten Luftwiderstand mit daraus resultierendem Schnarchen.

Therapiemöglichkeiten:
Es gibt keine. Aber wer seinen alten Hund über alles liebt, für den wird auch das Schnarchen kein Problem sein.

Adipositas (Übergewicht)

Wenn der Hund zu schwer ist, hat das oft viele negative Auswirkungen, so auch auf die Atmung im Schlaf. Fett lagert sich im Halsbereich ab und verengt im Schlaf die Luftwege. Daraus kann ein Schnarchgeräusch resultieren.

Therapiemöglichkeiten:
Bei Adipositas hilft eine systematische und konsequente Gewichtsreduktion mithilfe einer Ernährungsumstellung und mehr Bewegung.

Achtung: Eine Gewichtsreduktion sollte durch einen Tierarzt betreut werden. Auch eine zu schnelle Gewichtsabnahme kann sich negativ auf die Gesundheit niederschlagen.

Schlafposition

Je nach Kopflage und Schlafposition kann dies die Atemwege komprimieren. Gerade, wenn ein Welpe schnarcht und keine Infektionserkrankung oder eine anatomische Ursache in Frage kommt, lohnt es sich zu schauen, ob er vielleicht schon aus seinem Körbchen herausgewachsen ist.

Oftmals sind diese positionsabhängigen Schnarchgeräusche nachts nur vorübergehend, bis der Hund die Position ändert.

Therapiemöglichkeiten:
Es kann helfen, dem Hund eine andere Schlafmöglichkeit zu präsentieren. Viele Hunde bevorzugen jedoch eine bestimmte Schlafposition, weshalb eine solche Maßnahme nicht zwangsläufig den gewünschten Erfolg bringen muss.

Fremdkörper

Hunde stecken ihre Nasen sehr gerne überall hinein. Das kann dazu führen, dass sich, besonders im Sommer, Grannen und andere Fremdkörper in die Nasengänge und andere Atemwege verirren können. Sie können stören, aber auch zu Entzündungen und Abszessen führen. Oftmals geht mit ihnen ein Schnarchen einher.

Therapiemöglichkeiten: Der Fremdkörper sollte auf jeden Fall durch einen Tierarzt entfernt werden.

In schlimmen Fällen können insbesondere Grannen sonst durch das Gewebe wandern und sich sogar einen Weg ins Herz bahnen. Dann ist ein Fremdkörper in den Atemwegen lebensbedrohend.

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Infektionskrankheiten und Allergien

Manchmal kann auch ein Hund einen Schnupfen haben, ausgelöst durch Viren oder Bakterien. Auch Pilze können zu Erkrankungen des Atemtrakts mit damit einhergehendem Schnarchen führen. Allergien können durch Reaktionen des Immunsystems ebenfalls eine solche Symptomatik bewirken. Die Atemwege schwellen zu oder sind belegt. Meistens stellen sich bei solchen Erkrankungen neben dem Schnarchen noch weitere Symptome ein, zum Beispiel beidseitigen Nasenausfluss, Fieber, Husten, tränende Augen, Atemnot und Mattigkeit.

Therapiemöglichkeiten:
Eine infektiöse Erkrankung erfordert eine Vorstellung des Hundes beim Tierarzt. Mittels Antibiotika, Inhalation und Tee bekommt man viele der Erkrankungen schnell in den Griff.

Schwellungen in den äußeren Atemwegen

Abszesse, Zysten und auch Tumore können ein schnarchendes Atemgeräusch bedingen. Dabei treten häufig weitere Begleiterscheinungen mit auf. Der Hund schnarcht plötzlich, hat zumeist einseitigen, aber auch beidseitigen, eitrigen oder blutigen Nasenausfluss und bekommt durch ein oder beide Nasenlöcher nur schlecht oder gar keine Luft mehr. Der Hund ist matt und zeigt vielleicht auch Fieber oder Fressunlust.

Therapiemöglichkeiten:
Zeigt der Hund die oben beschriebene Symptomatik zuzüglich zum Schnarchen, sollte umgehend der Tierarzt aufgesucht werden. Mittels Bronchoskopie, CT oder MRT kann er herausfinden, ob ein Tumor, ein Abszess oder eine Zyste die Ursache ist und weitere Behandlungsmethoden besprechen.

Fazit

Schnarcht der Hund, so ist das häufig überhaupt nicht schlimm oder gut behandelbar. Wenn der Hund plötzlich schnarcht, sein Verhalten verändert oder kränklich erscheint, ist es auf jeden Fall notwendig, den Hund umgehend beim Tierarzt vorzustellen. In allen anderen Fällen kann man zwar oft nicht allzu viel machen, aber wer seinen Hund liebt, der wird das zarte Störgeräusch bestimmt gut ertragen können.

Herausgegeben von

Martin Walter