Mops

Kurze Nase, treue Seele und Hang zum Übergewicht: Viele haben eine genaue Vorstellung davon, was einen Mops auszeichnet. Doch nicht immer trifft das Vorurteil zu. Wie der Mops wirklich ist, welches Gewicht er haben darf und alle weiteren Eigenschaften der besonderen Rasse erklärt dieser Artikel.

Mops
Mops - Olena Mykhailenko

Mops: Erscheinungsbild und Rassestandard

Der Mops hat ein sehr charakteristisches Aussehen. Der Körper wird als kompakt, gedrungen und quadratisch beschrieben. Das Fell ist meist schwarz oder beige, das Gesicht ist bei allen Fellfarben schwarz. Auffallend ist die ausgeprägte Brachycephalie, die sogenannte Kurzköpfigkeit. Sie zeigt sich in einer kurzen Nase und zum Teil hervortretenden Augäpfeln. Bilder und Zeichnungen früherer Rassebeschreibungen zeigen, dass diese Eigenschaft durch gezielte Selektion im Lauf des 19. und 20. Jahrhunderts befördert worden ist.

Durch die mit der Brachycephalie einhergehende Problematik mit Symptomen wie Atembeschwerden gibt es einen Trend in der Mopszucht, die Hunde wieder mit längerem Kopf zu züchten. Tiere, die eine verlängerte Nase aufweisen und an die frühere Zuchtform erinnern, werden als Retromops bezeichnet. Sie sollen weniger anfällig für Probleme der oberen Atemwege sein.

In diesem Zusammenhang wird auch oft der Begriff des „freiatmendenMopses“ genutzt. Er bezieht sich darauf, dass manche Vertreter der Rasse – bedingt durch die stark verkürzte Schnauze – eine Tendenz zum Schnarchen oder Röcheln haben. Freiatmer sollen diese Probleme nicht aufweisen. Es handelt sich dabei allerdings um eine Angabe des Züchters, die nicht präzise definiert ist.

Die weiteren Ziele der Mopszucht sind ein muskulöser Körperbau, eine doppelt geringelte Posthornrute, ein kurzes anliegendes Fell und ausgeprägte (Stirn-)Falten, die jedoch die Augen nicht beeinträchtigen. Die Schulterhöhe soll 32 Zentimeter nicht überschreiten. In Bezug auf das Gewicht ist beim Mops ein Wert zwischen acht und elf Kilogramm ideal. Die Tiere gelten als hungrig mit wenig ausgeprägtem Sättigungsgefühl, sodass Übergewicht bei Möpsen ein häufiges Problem darstellt.

Treu und selbstbewusst: Diesen Charakter hat der Mops

Charakterlich denken beim Mops viele zunächst an einen zurückhaltenden Schoßhund. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Der Mops zeigt sich sehr selbstbewusst und forsch, sodass er sogar bei Kontakt mit deutlich größeren Hunden nicht zurückschreckt. Zum Teil verkennen Möpse die Situation und überschätzen sich selbst, was Besitzer wissen sollten.

Zugleich gilt die Rasse aber als sehr lieb, sodass keine Beißereien zu befürchten sind. Gegenüber Kindern und anderen Tieren ist der Mops ebenfalls friedfertig, weshalb er sich als Familienhund großer Beliebtheit erfreut.

Insgesamt ist der Mops ausgesprochen anhänglich und menschenbezogen. Das heißt, dass es sehr treu ist und das Frauchen oder Herrchen schnell ins Herz schließt. Auf der anderen Seite bedeutet das jedoch auch, dass die Hunde Einsamkeit nicht gut tolerieren. Darüber hinaus können sie bei einem Besitzerwechsel Trauer zeigen.

Ohnehin ist der Mops sehr ausdrucksstark. Er kommuniziert offen und fordert sein Recht – sei es gemeinsame Zeit oder das tägliche Futter. Neben seiner Körpersprache nutzt er dafür charakteristische Laute wie Grunzen und Schnarchen, das bisweilen als Brummeln beschrieben wird. Viele Besitzer sind versucht, in diesen Fällen nachzugeben, auch was die Essensration anbelangt. Hier ist jedoch ebenso wie in der Erziehung der zum Teil sturen Welpen eine konsequente Hand gefragt.

Schon gewusst? 💡

Der Mops stammt aus China und galt als Liebling der Kaiser. In seiner über 2000-jährigen Geschichte musste er nie besondere Aufgaben erfüllen und war immer ein reiner Gesellschaftshund.

So fühlt sich der Mops wohl: Wichtiges zur Haltung

Der Mops gilt als typischer Gesellschaftshund. Er benötigt dringend ein soziales Umfeld und guten Anschluss an seine Besitzer. Ansonsten ist er wenig anspruchsvoll, insbesondere was den täglichen Auslauf anbelangt. Im Sinne der allgemeinen Fitness sollten die Hunde dennoch ausreichend Bewegung bekommen.

Der Mops ist sehr verträglich, findet sich also in Familien mit Kindern ebenso zurecht wie bei Senioren. Er gilt zudem als guter Hund für Anfänger. Sogar mit anderen Tieren versteht er sich gut – zumindest nach einer erfolgreichen Vergesellschaftung. Zu beachten ist sein Verhalten in der Wohnung: Er erklimmt besonders gerne erhöhte Plätze wie das Sofa oder dessen Lehne.

Gesundheit – ein wichtiges Thema beim Mops

In Bezug auf die Gesundheit sind an erster Stelle Atemwegserkrankungen zu nennen, die leider typisch für diese Rasse sind: Die verkürzte Schnauze sorgt häufig für Probleme der oberen Atemwege. Das äußerst sich in Symptomen wie Schnarchen und kann bis zur Atemnot führen. In solchen Fällen ist eine Operation unumgänglich, um dem Tier das Atmen wieder zu erleichtern.Beim Retromops kommen diese Beschwerden seltener vor, da die Nase länger ist.

Ein ebenfalls rassebedingtes Problem sind die Falten, die sich insbesondere im Gesicht zeigen. Bei unzureichender Pflege sind sie ein Herd für Entzündungen. Besitzer sollten diese Hautpartien regelmäßig reinigen, um Erkrankungen wie die durch Milben hervorgerufene Demodikose zu vermeiden.

Zur Gesundheitsprophylaxe gehört auch, die Krallen zu schneiden. Bedingt durch die Gemütlichkeit der Hunde schleifen sich die Krallen meist nicht ausreichend ab, wenn die Tiere draußen unterwegs sind.

Zu erwähnen sind außerdem einige weitere Erkrankungen, die beim Mops vergleichsweise häufig auftreten und die Besitzer daher kennen sollten:

  • Hüftdysplasie: eine schmerzhafte Fehlbildung im Hüftgelenk
  • Spondylose: eine degenerative Verformung der Rückenwirbel
  • Entzündungen der Hornhaut durch die hervortretenden Augen
  • Pug Dog Enzephalitis (PDE): eine erbliche Autoimmunerkrankung, die das zentrale Nervensystem betrifft

Die richtige Pflege

Die Pflege für einen Mops richtet sich zunächst nach den Grundbedürfnissen aller Hunde, dazu gehören drei bis vier Spaziergänge pro Tag. Im Speziellen sollten Halter darauf achten, die Falten im Gesicht regelmäßig zu reinigen und gegebenenfalls einzucremen.

Tipp:
Erstbesitzer sind oftmals überrascht, wie viele Haare die kleinen Tiere produzieren. Tatsächlich haart der Mops trotz seinem kurzen Fell stark. Es empfiehlt sich aus diesem Grund, den Hund häufig zu bürsten, um möglichst viele ausgefallene Haare zu entfernen.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Ernährung  beim Mops. Der Hund fordert oft mehr Futter ein, als er umsetzen kann. Übergewicht sollten Halter bei ihrem Tier jedoch dringend vermeiden, da es die rassetypischen Beschwerden wie Gelenkerkrankungen und Atemprobleme verstärkt.