Bolonka Zwetna

Bolonka Zwetna ist vielleicht die Rasse, die am ehesten die Klischees eines Schoßhundes erfüllt – im positiven Sinne. Das trägt er sogar im Namen, der aus dem Russischen übersetzt etwa „buntes Schoßhündchen“ bedeutet. Die Hunde suchen die Nähe zum Menschen und kommen sogar in der Stadt gut zurecht. Trotzdem wünschen sie sich wie jedes Tier auch Bewegung und Aktivitäten.

Bolonka Zwetna
Bolonka Zwetna - Pixabay

Erscheinungsbild der Bolonka Zwetna: kleine seidige Begleiter

Wer das Erscheinungsbild eines Bolonka Zwetna mit einem Wort beschreiben soll, wir vermutlich sagen: niedlich. Dazu tragen gleich mehrere Merkmale bei:

  • Langes, gewelltes und seidiges Fell
  • Mittgroße hängende Ohren, die den Kopf größer wirken lassen
  • Dunkle Knopfaugen, die einen niedlichen Blick verleihen
  • Ausgeprägter Schnurrbart und Kinnbart

Der Körper des Hundes ist klein und zart. Die Schulterhöhe von Hündinnen liegt bei etwa 23 Zentimetern, Rüden erreichen 25 Zentimeter. Damit gehört der Bolonka Zwetna zu den kleinen Rassen. Das Gewicht ist mit 2 bis 4 Kilogramm entsprechend gering.

Charakteristisch ist außerdem die Ringelrute.

Adelige Geschichte:
Der Bolonka Zwetna ist eine russische Züchtung. Die Vorfahren der kleinen Rasse waren beliebt beim Adel und wurden unter anderem als Gastgeschenk von Katharina der Großen nach Europa gebracht.

Wie der Name schon sagt, sind die Hunde bunt. Das bezieht sich einerseits auf das einzelne Tier: Das Fell ist häufig mehrfarbig gezeichnet. Ebenso gibt es eine große Vielfalt innerhalb der Rasse. Bolonka Zwetna Welpen werden mit allen Farben außer weiß und gescheckt geboren.

Gut zu wissen:
Auch wenn der Bolonka Zwetna ein langes Fell hat, haaren die Hunde so gut wie nicht. Deshalb eignet sich die Rasse sogar für manche Allergiker. Zudem bleibt das Sofa relativ sauber.

Charakter: Der Bolonka Zwetna ist ein treuer Familienhund

Auf Grund ihres Charakters wird die Rasse insbesondere für Familien empfohlen. Das aus verschiedenen Gründen. Zunächst sind die Tiere sehr anhänglich, sie suchen immer die Nähe zu Menschen und begegnen diesen freundlich.

Die Hunde sind zudem sehr treu und passen sich gern dem vorgegebenen Tagesrhythmus an. Das heißt jedoch auch, dass die Tiere nicht gern allein sind. Obwohl sie oft als Schoßhund gesehen werden, haben die Hunde einen ausgeprägten Bewegungsdrang.

Sie gelten als quirlig und lebendig, was sich in einer hohen Ausdauer beim Spielen und Toben zeigt. Gegenüber anderen Tieren ist der Bolonka Zwetna aufgeschlossen und kommt mit Hunden ebenso zurecht wie mit Katzen oder Nagetieren – eine langsame Vergesellschaftung immer vorausgesetzt.

In Bezug auf die Erziehung gelten Vertreter der Rasse als gelehrig. Ihr Drang, die Welt zu entdecken, erleichtert es dem Besitzer, seinem Tier etwas beizubringen. Trotz des freundlichen Charakters sollten Halter jedoch auf eine konsequente Erziehung achten. Sonst kann selbst der ruhigste Bolonka Zwetna zu einem unausgelasteten Energiebündel werden.

Die Haltung des Bolonka Zwetna ist auch in der Stadtwohnung möglich

Die kleinen Hunde haben wenig Platzbedarf, ein großer Garten ist nicht erforderlich. Die Tiere werden deshalb gerne von Familien in der Stadt gehalten. Da das Fell kaum haart, ist der Hund in vielen Haushalten sogar ein Begleiter auf dem Sofa.

Ohne ausgedehnte Ausflüge nach draußen ist der Bolonka Zwetna jedoch unzufrieden. Um dem Bewegungsdrang der Tiere gerecht zu werden, sollten Halter ihren Hund regelmäßig auf lange Spaziergänge mitnehmen. Laufen neben dem Fahrrad ist wegen der kleinen Körpergröße jedoch weniger empfehlenswert.

Dafür bieten sich verschiedene Hundesportarten an. Der Bolonka Zwetna spielt zum Beispiel gerne mit dem Stöckchen, obwohl er eigentlich kein Jagdhund ist, der Apportieren im Blut hat. Ebenso gibt es eine spezielle Form von Agility, die auf kleine Rassen abgestimmt ist.

Neben der sportlichen Betätigung lieben die Hunde das Kuscheln mit dem Menschen. Halter sollten ihren Tieren diese Nähe unbedingt gewähren, da sie sonst leiden. Wer seltener zu Hause ist, kann einen zweiten Hund anschaffen, sodass sich ein soziales Miteinander unter den Tieren ergibt.

In Bezug auf die Ernährung ist es wichtig, die tägliche Ration an das Aktivitätsniveau der Tiere anzupassen. Erhalten sie dauerhaft zu viel, droht Übergewicht. Auf der anderen Seite haben die leichten Hunde wenig Reserven.

Nicht anerkannt:
Der Bolonka Zwetna ist für den FCI bisher keine eigene Rasse. Trotzdem werden die kleinen Hunde häufig gezüchtet – nicht nur in Russland.

Gesundheit der Bolonka Zwetna

Es sind bisher keine rassetypischen Bolonka Zwetna Krankheiten bekannt. Ohnehin gelten die kleinen und lebhaften Hunde alsrobust. Wer sich einen Welpen zulegen möchte, sollte trotzdem auf bestimmte Erbkrankheiten achten, welche bedingt durch die Zucht auftreten können.

Hier ist insbesondere die Hüftgelenksdysplasie zu nennen. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung der Gelenke, die schlimmstenfalls zu einer Lahmheit führen kann. Eine Chance auf Heilung besteht nicht, allerdings gibt es verschiedene Therapien, um die Schmerzen zu lindern. Erste Symptome zeigen sich oft, bevor der Bolonka Zwetna ausgewachsen ist, zum Beispiel ein watscheliger Gang.

Zudem wird gelegentlich die Patella Luxation bei Bolonka Zwetna beobachtet. Diese Erkrankung lässt sich ebenfalls durch eine verantwortungsbewusste Zucht vermeiden. Es handelt sich dabei um eine Erkrankung der Kniescheibe, die sich bei betroffenen Hunden verschieben lässt.

Ansonsten sind die Vertreter der Bolonka Zwetna für typische Hundekrankheiten ebenso anfällig wie andere Rassen. Entsprechende Impfungen beim Hund werden daher empfohlen. Dann erreichen die Tiere im Mittel ein hohes Alter: Die Bolonka Zwetna Lebenserwartung liegt bei etwa 15 Jahren, ältere Tiere sind ebenfalls bekannt.

Pflege der Bolonka Zwetna

Für die richtige Pflege der Bolonka Zwetna ist das Fell besonders zu beachten. Die langen gewellten Haare zeigen die Tendenz zum Verfilzen. Zudem sammeln sich Schmutz und Staub im Fell. Besitzer sollten ihr Tier deshalb regelmäßig bürsten, je nach Haltung mehrmals in der Woche.

Halter sollten zudem die Ohren von Zeit zu Zeit untersuchen, da sich hier gelegentlich Parasiten wie Ohrmilben einnisten. Zu erkennen sind sie an einem meist rötlichen Belag in den Ohren. Zudem kratzen sich betroffene Tiere häufig. Die Behandlung erfordert meist den Einsatz von Medikamenten, die Ohrenhygiene als Prophylaxe ist daher wichtig.

Zur Pflege gehört auch der soziale Kontakt, den die kleinen Hunde unbedingt suchen. Kuscheleinheiten sind daher ebenso unverzichtbar wie der Einsatz der Bürste. Ansonsten sind die Tiere der Rasse dankbar und stellen keine besonderen Ansprüche.