Der Hund fährt Schlitten? Das steckt dahinter!

Wenn der Hund mit dem Po über Böden, Teppiche oder Wiesen rutscht, steckt dahinter meist das Bedürfnis, einen vorhandenen Juckreiz zu stillen. Für diesen Juckreiz kommen mehrere Ursachen infrage. Gegebenenfalls weisen weitere Begleitsymptome darauf hin, welche Ursache hinter dem Juckreiz des Hundes steckt. Da es sich in der Regel um ein Problem handelt, das sich nicht von selbst löst, ist ein Tierarztbesuch sinnvoll, wenn der Hund Schlitten fährt.

Schlittenfahren beim Hund
Das Schlittenfahren beim Hund kann viele (teils harmlose) Ursachen haben - 123rf

Schlittenfahren beim Hund: Was versteht man darunter?

„Der Hund fährt Schlitten.“ Was genau bedeutet das? Genauer ist mit dieser Bezeichnung gemeint, dass der Hund mit seinem Hinterteil so über den Boden rutscht, dass er damit einen Juckreiz am After stillen kann.

Für gewöhnlich geschieht dies nicht bloß einmalig, sondern in mehr oder weniger großen Zeitabständen regelmäßig. Das Schlittenfahren beim Hund findet im Innenbereich auf Teppichen oder sogar auf der Couch statt, kann aber auch draußen erfolgen – etwa auf Grasflächen.

 

Welche Ursachen kommen infrage, wenn der Hund Schlitten fährt?

Der Grund, der für gewöhnlich dahintersteckt, wenn der Hund Schlitten fährt: Er verspürt einen starken Juckreiz im Bereich des Afters und versucht, diesen zu lindern. Ein solch starker Juckreiz kann in dieser Region verschiedene Hundekrankheiten zur Ursache haben.

Verstopfte Analdrüsen

Hunde verfügen in ihrem Enddarm über zwei Hohlräume, die direkt vor dem After liegen. Diese bezeichnet man als Analdrüsen. Sie produzieren ein Sekret, das recht unangenehm riecht und normalerweise mit dem Kot abgesetzt wird. Durch verschiedene Ursachen können die Analbeutel verstopfen. Das Sekret entleert sich dann nicht.

Ist der Kot ausreichend fest, drückt er die Drüsen beim Kotabsetzen regelmäßig aus. Durch zu weichen Kot entleeren sich die Drüsen nicht. Sie verstopfen und rufen im schlimmsten Fall schmerzhafte Entzündungen hervor.

Eine verbreitete Ursache für Probleme mit den Analdrüsen bei Hunden ist eine falsche Fütterung. Aber auch Durchfallerkrankungen führen bei einigen Vierbeinern zu einer Verstopfung der Analdrüsen. Sind die Analdrüsen verantwortlich für das Schlittenfahren des Hundes, kommen oft folgende weitere Symptome hinzu:

  • Der Hund leckt oder beißt sich um die Afterregion herum.
  • Beim Schlittenfahren kann es aufgrund der Entzündung zu Schmerzäußerungen, etwa in Form von Jaulen, kommen.
  • Möglicherweise ist eine Schwellung oder gar ein nach außen tretender Abszess des Analbeutels erkennbar.
  • Das unangenehm riechende Sekret kann tropfenweise auf Textilien gefunden werden.

Diese Zeichen weisen deutlich darauf hin, dass eine Analdrüsen-Erkrankung hinter dem Schlittenfahren des Hundes steckt.

Wurmbefall

Würmer wie der Gurkenkernbandwurm können sich im Hund vermehren und Symptome wie Juckreiz hervorrufen. Teile dieser Würmer wandern aus dem Darmkanal zum After und legen dort ihre Eier ab, was beim Hund zu starkem Juckreiz führt. Da die Würmer dies bevorzugt nachts tun, zeigt sich der Juckreiz bei einer Wurminfektion besonders häufig (aber nicht ausschließlich) nachts oder am Morgen.

Die Wurminfektion erfolgt entweder über andere infizierte Tiere, aufgenommene Nahrung (etwa rohes Fleisch) oder Beutetiere wie Mäuse.

Schon gewusst?
Auch ein Flohbefall kann die Ursache für eine Wurminfektion und damit für das Schlittenfahren des Hundes sein. Flöhe sind typische Überträger von Bandwürmern, weshalb einer regelmäßigen Flohprophylaxe eine hohe Bedeutung zukommt. Nutzen Sie dafür die Vorsorgepauschale der Hundekrankenversicherung von SantéVet!

Juckreiz durch Allergien

Eine weitere typische Ursache von Juckreiz sind Allergien. Dies können Allergien gegen Futtermittel sein, aber auch Umweltallergien. Bei Hunden sind Allergien gegen Waschmittel an ihren Hundedecken, gegen das Hundeshampoo oder Staubmilben in Textilien bekannt. Der Hund fährt Schlitten aufgrund einer Allergie? In diesem Fall sind folgende weitere Symptome verbreitet:

  • Niesen
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen oder Durchfall
  • Haarausfall
  • Juckreiz, der sich durch Kratzen, Knabbern, Lecken oder Reiben auch an anderen Körperpartien äußert

Bei einer Allergie ist es unüblich, dass lediglich eine Körperstelle juckt. Daher sollten Hundehalter, deren Hund schlittenfährt, auf weitere juckende Bereiche achten.

Welche weiteren Ursachen kommen für das Schlittenfahren der Hunde infrage?

Es muss nicht immer gleich eine ernste Erkrankung dahinterstecken, wenn der Hund schlittenfährt. Manchmal hat sich nur ein Fremdkörper am Fell um den After herum verfangen und der Vierbeiner versucht, diesen durch das Reiben loszuwerden.

Infrage kommt hierfür etwa getrockneter Kot, der im Fell hängengeblieben ist – dies geschieht häufig nach Magen-Darm-Erkrankungen. Auch wenn der Hund intensiv Gras gefressen und dies nicht ausreichend zerkaut hat, kommt es vor, dass die unverdauten Grashalme nicht von selbst den Darmkanal verlassen. Dies ist dann vom Hundebesitzer leicht mit einem Blick unter die Rute des Hundes feststellbar.

Was sollten Hundehalter tun, wenn der Hund schlittenfährt?

Der Hund fährt Schlitten – was ist nun zu tun? Als erste Maßnahme beim Schlittenfahren des Hundes sollten Hundehalter selbst einen Blick unter die Rute ihres Tieres werfen. So lassen sich unproblematische Ursachen feststellen und möglicherweise selbst beheben. Ein Grashalm oder eingetrockneter Kot am Fell lassen sich vorsichtig entfernen.

Ist auf den ersten Blick keine harmlose Ursache für das Schlittenfahren des Hundes erkennbar, sollten Hundehalter das Symptom zeitnah beim Tierarzt abklären lassen. Dieser wird die Analdrüsen untersuchen und gegebenenfalls spülen. Bei einer Analbeutel-Entzündung kann die Verabreichung antientzündlicher Medikamente wie Antibiotika nötig sein.

Manche Hunde neigen zu einer chronischen Verstopfung der Analdrüsen. In diesem Fall haben Hundehalter die Möglichkeit, sich vom Tierarzt die korrekte Entleerung zeigen zu lassen – sofern sie diese gerne selbst vornehmen möchten. Bei einer hartnäckigen, schmerzhaften chronischen Entzündung der Analbeutel ist es bei manchen Hunden nötig, diese chirurgisch zu entfernen. Ob dies notwendig ist, wird der Tierarzt im Einzelfall entscheiden.

Liegt der Verdacht einer Wurminfektion nahe, wird der Tierarzt einen Wurmtest und gegebenenfalls eine Entwurmung durchführen. Hierbei ist zu beachten, dass bei Mehrhundehaltung alle anderen Tiere ebenfalls entwurmt werden sollten.

Sind hingegen Allergien für den Juckreiz verantwortlich, muss zunächst herausgefunden werden, um welche Allergie es sich handelt. Zeitgleich können bestimmte Medikamente wie Kortikosteroide und Antihistaminika den Juckreiz schnell lindern.

Empfehlenswert sind außerdem medizinische Shampoos, welche die Allergene aus dem Fell waschen und die schützende Hautbarriere unterstützen. Der Tierarzt hat auch die Möglichkeit, ein Hautgeschabsel unter dem Mikroskop zu untersuchen. So lässt sich ausschließen, dass Parasiten wie Milben oder Bakterien oder auch Hefen ursächlich für den Juckreiz sind. Ansonsten stehen zur Behandlung Anti-Parasiten-Präparate zur Verfügung.

Was können Hundehalter vorbeugend tun, um das Schlittenfahren zu verhindern?

Hundehalter sollten auf eine regelmäßige Flohprophylaxe und Entwurmung achten, um den Befall mit Flöhen und Würmern bei Hunden und den daraus resultierenden Juckreiz zu verhindern. Wer keine regelmäßigen prophylaktischen Entwurmungen durchführen möchte, gibt alternativ Kotproben für einen Wurmtest beim Tierarzt ab und verabreicht nur bei Bedarf ein Entwurmungsmittel. Eine artgerechte, hochwertige Fütterung trägt zu einer gesunden Verdauung des Hundes bei und hilft, Analdrüsen-Beschwerden zu verhindern.

Herausgegeben von

Martin Walter