Läufigkeit bei Hündinnen

Die Läufigkeit bei Hündinnen ist ein natürlicher Teil des Hormonzyklus, den jede Hündin im Laufe ihres Lebens durchläuft. Für Hundebesitzer:innen kann diese Phase herausfordernd sein: Rüden zeigen großes Interesse, die Hündin verhält sich anders und Blutungen auf dem Teppich sind keine Seltenheit. Mit den richtigen Informationen lassen sich diese Wochen jedoch gut managen, und Sie verstehen das Verhalten Ihres Hundes besser.

Das Wichtigste in Kürze (TL;DR):

  • Die Läufigkeit ist ein hormonell gesteuerter Zyklus, der bei Hündinnen meist zweimal pro Jahr auftritt und mehrere Phasen durchläuft.
  • Typische Anzeichen sind Blutungen, eine geschwollene Vulva und Verhaltensänderungen, die von Unruhe bis erhöhter Anhänglichkeit reichen können.
  • Besondere Vorsicht ist während der fruchtbaren Phase geboten, da es schnell zu ungewollten Trächtigkeiten kommen kann. Eine Tierkrankenversicherung hilft, tierärztliche Abklärungen und mögliche Komplikationen finanziell abzufedern.

Was bedeutet Läufigkeit („Hundeperiode“) bei Hündinnen?

Die Läufigkeit beschreibt den weiblichen Zyklus der Hündin, in dem sie ihren Eisprung hat und hormonell auf eine mögliche Fortpflanzung vorbereitet wird. Sie wird auch „Hundeperiode“ genannt. Doch anders als beim Menschen handelt es sich nicht um eine monatliche „Periode“, sondern um einen Zyklus, der in der Regel alle sechs bis acht Monate auftritt.

Während dieser Zeit verändert sich der Hormonhaushalt deutlich. Östrogen und Progesteron beeinflussen nicht nur die Fortpflanzungsorgane, sondern auch Verhalten, Appetit und Aktivitätslevel der Hündin.

Der Zyklus gliedert sich in vier Phasen:

  1. Vorbrunst (Proöstrus): Die Vulva schwillt an, es tritt blutiger Ausfluss auf. Die Hündin lehnt in der Regel Rüden ab.
  2. Brunst (Östrus): Hündin ist paarungsbereit, Vulva schwillt ab, Blutungen nehmen ab. Dies sind die sogenannten Standhitze- oder Stehtage.
  3. Nachbrunst (Metöstrus): Die Blutung hört auf, die Hündin ist nicht mehr empfängnisbereit, Rüden verlieren das Interesse.
  4. Ruhephase (Anöstrus): Zeit zwischen zwei Läufigkeiten, hormonelle Ruhephase.

Nur während der Brunst ist die Hündin empfängnisbereit. Allerdings macht der Duft der Hündin sie für Rüden während des gesamten Zyklus interessant. 

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Wann wird eine Hündin das erste Mal läufig?

Hündin ruht während der Läufigkeit

Die erste Läufigkeit tritt meist zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat auf. Der genaue Zeitpunkt hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Rasse
  • Körpergröße
  • genetische Veranlagung
  • allgemeiner Gesundheitszustand

Wie oft wird eine Hündin läufig?

Die meisten Hündinnen werden zweimal pro Jahr läufig, kleine Hunde tendenziell häufiger, große Hunde seltener. Hündinnen haben keine echten Wechseljahre, sie bleiben ihr Leben lang läufig, allerdings verlängert sich der Abstand im Alter oft auf einmal jährlich.

Wie lange dauert die Läufigkeit bei Hunden?

Die Dauer der Läufigkeit variiert individuell, beträgt aber im Durchschnitt ca. drei Wochen:

  • Vorbrunst: 7–10 Tage, blutiger Ausfluss
  • Brunst: 5–9 Tage, Paarungsbereitschaft
  • Nachbrunst: 7–10 Tage, Blutung versiegt

Die Intensität der Blutung kann stark variieren: Manche Hündinnen bluten kaum, andere stärker. Nach dem Abklingen der Blutung ist höchste Vorsicht geboten, da die Hündin nun empfängnisbereit ist.

Verhalten einer läufigen Hündin und deutliche Symptome

Während der Läufigkeit verändert sich das Verhalten Ihrer Hündin häufig deutlich und Sie können folgende Symptome und Verhaltensauffälligkeiten beobachten:

  • Intensives Putzen und Lecken der Genitalien
  • Markieren des Territoriums häufiger als sonst
  • Aufdringliches Verhalten oder Ungehorsam beim Gassigehen
  • Größeres Interesse an Rüden und deren Duftmarken
  • Anhänglichkeit und Suche nach Nähe zu Halter:innen

Läufigkeit: Nebenerscheinungen bei Hündinnen

Manche Hündinnen zeigen Trägheit, ein vermehrtes Schlafbedüfnis oder Appetitlosigkeit, andere wirken besonders lebhaft. Neben Blutungen sind diese typischen Nebenerscheinungen normal und hormonell bedingt.

Tipp von Santévet: „Beobachten Sie Ihre Hündin genau: Blutung, Verhalten und Appetit geben Hinweise auf den Zyklus. Führen Sie Ihre Hündin während der Brunst unbedingt an der Leine und meiden Sie belebte Hundespazierwege. Sanfte Nähe und Aufmerksamkeit helfen, Stress abzubauen.“

Phasen der Läufigkeit bei Hündinnen: Übersichtstabelle

Phase Dauer Blutung / Scheidenausfluss Verhalten / deutliche Symptome Paarungsbereitschaft
Vorbrunst (Proöstrus) 7–10 Tage Blutig Abwehr von Rüden, gesteigerte Pflege Nein
Eigentliche Brunstphase (Östrus) 5–9 Tage Abnehmend, wässrig Anhänglich, stehend bei Rüden Ja
Nachbrunst (Metöstrus) 7–10 Tage Minimal bis Ende Normalisiert Nein
Ruhephase (Anöstrus) 2–3 Monate Keine Normal Nein

 

Expertenzitat: „Für Hundebesitzer:innen ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Läufigkeit im gewohnten Rhythmus verläuft. Treten Verhaltensänderungen auf – wie sehr lang anhaltende oder unregelmäßige Läufigkeiten, auffälliger oder übelriechender Scheidenausfluss oder Ausfluss, der noch Wochen nach der Läufigkeit auftritt – sollte die Hündin unbedingt dem Tierarzt vorgestellt werden. Besonders kritisch wird es, wenn bei Ihrer läufigen Hündin zusätzlich Nebenerscheinungen und Symptome wie eine gewisse Trägheit, Appetitlosigkeit oder übermäßiger Durst auftreten.“

(Dr. Heidi Kloss, Kleintierarztpraxis in Urbach)

Läufigkeit: Blutung hört nicht auf – Was soll ich tun?

Bei manchen Hündinnen kann es vorkommen, dass die Blutung während der Läufigkeit länger anhält als üblich oder ungewöhnlich stark ist. In den meisten Fällen handelt es sich um eine harmlose Variation des Zyklus, insbesondere bei jungen Hündinnen, die ihre erste Läufigkeit durchlaufen, oder bei kleinen Rassen, deren Blutungen stärker variieren können.

Worauf Sie achten sollten:

  • Dauer der Blutung: Normalerweise dauert die Vorbrunst 7–10 Tage. Blutungen, die deutlich länger als 14 Tage andauern, sollten beobachtet werden.
  • Farbe und Geruch: Dunkelrot bis bräunlich ist üblich. Auffälliger Geruch oder sehr helles/flüssiges Blut kann auf eine Infektion oder andere gesundheitliche Probleme hinweisen.

Empfehlung:
Bei einer Blutung, die länger als erwartet anhält, oder bei zusätzlichen deutlichen Symptomen und anderen Nebenerscheinungen sollte die Hündin unbedingt dem Tierarzt vorgestellt werden. Der Tierarzt kann den Zyklus kontrollieren, einen Scheidenabstrich machen oder per Ultraschall nach Ursachen wie Infektionen, hormonellen Störungen oder Gebärmutterproblemen suchen.

Vorbeugung & Kontrolle:

  • Notieren Sie Beginn und Dauer jeder Läufigkeit im Kalender, um Abweichungen früh zu erkennen.
  • Sorgen Sie für Ruhe und Schonung, falls die Hündin schwach wirkt.
  • Vermeiden Sie Deckversuche während der Blutung.

Eine anhaltende Blutung ist nicht immer ein Grund zur Panik, sollte aber ernst genommen werden, um gesundheitliche Probleme rechtzeitig zu erkennen.

Läufigkeit: Kosten für Untersuchungen beim Tierarzt

Leistung Preis 1‑fach (€) Preis inkl. 19 % MwSt (€) Anmerkung
Allgemeine Untersuchung mit Beratung 23,62 28,11 Standarduntersuchung bei Halter:innen‑Anfragen während Läufigkeit
Folgeuntersuchung 19,74 23,49 Wiederholte Kontrolluntersuchung
Scheidenabstrich zur Zyklusbestimmung (Richtwert)** Wird individuell berechnet, meist zusätzlich zur Untersuchung
Ultraschall (z. B. zur Abklärung) 58,92 70,11 Optional bei diagnostischen Unsicherheiten
Narkose / Sedation (falls nötig) 23,44 27,90 Nur bei Sedierung für Untersuchung

* Die MwSt‑Spalte gibt die typische 19 %‑Umsatzsteuer für tierärztliche Leistungen in Deutschland an.

Wichtig:
Diese Preise sind nicht speziell für die Läufigkeit, sondern für tierärztliche Leistungen, die Hundebesitzer:innen im Zusammenhang mit Läufigkeit und tierärztlicher Abklärung entstehen können – z.  B. bei Unklarheiten im Zyklus, länger andauernden Blutungen oder Komplikationsverdacht.

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Sollte meine Hündin während der Läufigkeit eine Läufigkeitshose tragen?

Läufigkeitshosen sind praktische Hilfsmittel, um Blutungen und Scheidenausfluss im Haus zu vermeiden und wertvolle Teppiche, Möbel oder Kleidung zu schützen. Sie funktionieren ähnlich wie Hundewindeln und können den Alltag während der Läufigkeit deutlich erleichtern. Allerdings sollten Halter:innen einige Punkte beachten:

  • Kein Schutz vor Deckakt: Eine Läufigkeitshose verhindert nicht, dass Rüden die läufige Hündin riechen oder versuchen, sich zu paaren. Während der Brunst ist daher weiterhin Vorsicht geboten und die Hündin sollte nicht unbeaufsichtigt bleiben.
  • Akzeptanz durch die Hündin: Manche läufigen Hündinnen tolerieren die Hose problemlos, andere empfinden sie als störend. Es kann helfen, sie schrittweise an die Hose zu gewöhnen und diese zunächst für kurze Zeiträume anzulegen.
  • Material und Passform: Eine gut sitzende, atmungsaktive Hose reduziert Hautreizungen und sorgt dafür, dass die Hündin sich frei bewegen kann.

Läufigkeitshosen eignen sich also vor allem für den Schutz von Wohnung und Kleidung, ersetzen aber nicht die Aufsicht während der fruchtbaren Phase. Sie sind ein ergänzendes Hilfsmittel, um den Alltag stressfreier zu gestalten.

Ist eine Sterilisation sinnvoll? Vor- und Nachteile, der Methode, um die Läufigkeit zu unterdrücken bzw. zu beenden

Die Sterilisation einer Hündin – medizinisch korrekt oft als Ovariektomie bezeichnet – ist ein operativer Eingriff, bei dem die Eierstöcke entfernt werden. Sie beendet die Läufigkeit dauerhaft und bringt gesundheitliche sowie praktische Vorteile, birgt aber auch einige Nachteile.

Vorteile der Sterilisation:

  • Keine Läufigkeit mehr: Blutungen, hormonbedingte Verhaltensänderungen und Standhitze fallen weg, was den Alltag deutlich erleichtert.
  • Weniger Aggressivität und Nervosität: Hormonelle Schwankungen werden reduziert, das Zusammenleben mit Mensch und Tier wird ruhiger und stressfreier.
  • Reduziertes Weglauf-Risiko: Läufige Hündinnen neigen häufig dazu, Rüden nachzulaufen; nach der Sterilisation sinkt die Gefahr von diesbezüglichen Unfällen oder Verlust.
  • Gesundheitliche Vorsorge: Das Risiko für Gebärmutterentzündungen (Pyometra), Eierstock- und Brusttumoren wird deutlich gesenkt, was die Lebenserwartung erhöhen kann.
  • Tierschutz: Ungewollte Würfe werden vermieden, die Zahl ausgesetzter oder eingeschläferter Hunde sinkt.

Nachteile und mögliche Risiken:

  • Gewichtszunahme: Hormonelle Veränderungen können den Appetit erhöhen und den Energiebedarf senken. Mit angepasster Fütterung und Bewegung lässt sich das Risiko meist gut kontrollieren.
  • Harninkontinenz: Eine seltene, aber mögliche Folge, die meist medikamentös behandelbar ist.
  • Chirurgisches Risiko: Wie bei jedem Eingriff unter Narkose besteht ein geringes Risiko, besonders bei älteren oder gesundheitlich angeschlagenen Hunden.

Alter und Zeitpunkt:

  • Kleine Hunderassen: ca. 6–7 Monate
  • Große Hunde: ca. 10–12 Monate
  • Sehr große Rassen: individuell mit dem Tierarzt abstimmen
  • Auch ältere Hunde können nach gründlicher Untersuchung noch sterilisiert werden.

Kosten:

  • Sterilisation Hündin: ca. 100–600 €

Die tatsächlichen Kosten variieren je nach Praxis, Region, Narkose, Medikamenten und Klinikaufenthalt. Santévet bietet zudem Versicherungsmodelle, die Teile der Kosten für eine Sterilisation abdecken.

Eine Sterilisation bzw. Kastration kann für Hündinnen und Hundehalter:innen viele Vorteile bringen: weniger Stress während der Läufigkeit, gesundheitliche Vorsorge und Sicherheit. Gleichzeitig sollten mögliche Risiken wie Gewichtszunahme oder seltene Komplikationen in Betracht gezogen werden. Die Entscheidung sollte immer gemeinsam mit dem Tierarzt unter Berücksichtigung von Rasse, Alter und Gesundheitszustand erfolgen.

Haben Hündinnen Schmerzen bei der Läufigkeit?

Läufigkeit kann zwischen 6 und 24 Monaten auftreten

Grundsätzlich ist die Läufigkeit für Hündinnen ein natürlicher, hormonell gesteuerter Zyklus und nicht mit starken Schmerzen verbunden wie etwa bei Menschen während der Menstruation. Die meisten Hündinnen zeigen keine ernsthaften Schmerzen, können aber leichte Unannehmlichkeiten verspüren.

Fazit

Die Läufigkeit ist ein natürlicher, hormonell gesteuerter Zyklus, der regelmäßig auftritt. Mit der richtigen Vorbereitung, Aufmerksamkeit und Sicherheit können Halter:innen die Phase stressfrei meistern. Hündinnen zeigen unterschiedliche Blutungsstärken und Verhaltensauffälligkeiten, die individuell variieren. Vorsicht während der Standhitze ist besonders wichtig, um ungewollte Trächtigkeiten zu vermeiden. Regelmäßige tierärztliche Kontrollen helfen, Zyklusprobleme frühzeitig zu erkennen.

Hinweis: Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Vorgehensweisen, Impfpläne und Behandlungen können je nach geltenden deutschen Vorschriften und tierärztlicher Praxis variieren.

Lassen Sie sich von unseren Expert:innen zurückrufen , um alle Fragen zu klären.

FAQ: Kosten im Zusammenhang mit der Läufigkeit

Wie viel kostet eine Untersuchung beim Tierarzt während der Läufigkeit?

Die Läufigkeit an sich ist ein natürlicher Prozess und erfordert keine Behandlung. Viele Halter:innen lassen ihre Hündin jedoch während der Läufigkeit einmal untersuchen, etwa bei Unsicherheiten oder ungewöhnlichen Symptomen. Die Kosten für eine Standarduntersuchung liegen nach GOT (Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte) zwischen ca. 23 und 28 € (inklusive MwSt).

Muss immer ein Scheidenabstrich gemacht werden?

Nein, ein Scheidenabstrich ist nur dann sinnvoll, wenn Sie den Zyklus exakt bestimmen oder Unregelmäßigkeiten abklären möchten. Der Preis wird individuell berechnet, meist zusätzlich zur Standarduntersuchung.

Was kostet ein Ultraschall zur Abklärung während der Läufigkeit?

Ein Ultraschall kann bei diagnostischen Unsicherheiten helfen, z. B. wenn die Blutung ungewöhnlich stark ist oder länger anhält. Der Richtwert beläuft sich hier auf etwa 59–70 € inkl. MwSt.

Entstehen weitere Kosten, z. B. bei Sedierung oder Narkose?

Falls für Untersuchungen eine Sedierung nötig ist, fallen zusätzliche Kosten an, etwa 23–28 €. Diese Leistung wird nur bei Bedarf berechnet.

Gibt es Unterschiede zwischen Tierarztpraxen?

Ja, die genannten Preise sind Richtwerte. Jede Praxis kann ihre Gebühren individuell nach GOT gestalten. Besonders bei Spezialuntersuchungen oder Privatpraxen können die Kosten höher ausfallen.

Quellen:

https://www.fressnapf.de/magazin/hund/gesundheit/laeufigkeit/

https://www.tierarzt-kloss.de/nc/tierarztpraxis-heidi-kloss/laeufigkeit-beim-hund/

https://herz-fuer-tiere.de/haustiere/hunde/gesundheit-und-vorsorge-bei-hunden/die-laeufigkeit-der-huendin