Borreliose beim Hund: Entstehung, Symptome und Behandlung

Die Borreliose des Hundes wird durch Zecken übertragen und kann zu chronischen Entzündungen der Gelenke führen. Um Spätfolgen zu reduzieren, ist eine frühestmögliche Therapie wichtig. Aber auch der Prophylaxe, insbesondere in Form von Zeckenschutz, sollten Hundehalter besondere Aufmerksamkeit schenken.

Hund Borreliose
Auch bei der Borreliose des Hundes gelten Zecken als Überträger der Krankheit - 123rf

Wie entsteht die Borreliose beim Hund?

Ein Zeckenbiss kann beim Hund zur Borreliose führen. Borrelien sind Bakterien, die zu den spiralförmigen Spirochaeten zählen. Übertragen werden diese Parasiten vor allem durch den Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus), eine Schildzeckenart. Darüber hinaus sind auch Igelzecken in der Lage, den Hund mit Borrelien zu infizieren. Es gib mehrere Unterarten der Borrelien. Bedeutung für den Hund haben vor allem:

  • Borrelia burgdorferi sensu stricto
  • Borrelia afzelii und
  • Borrelia garinii

Nach einem Zeckenstich erfolgt die Übertragung der Erreger in das Blut des Hundes. Daraufhin kommt es zur Ausbreitung und Vermehrung im Körper. Letztendlich befallen die Bakterien vorrangig die Gelenke und in selteneren Fällen Organe wie die Nieren.

Tipp:
Damit es zu einer Übertragung der Borrelien von der Zecke auf den Hund kommt, muss diese 16 bis 24 Stunden lang Blut saugen. Entfernt man die Zecke vor dieser Zeitspanne, ist eine Infektion unwahrscheinlich.

Wie groß ist die Gefahr einer Borreliose für Hunde?

Nicht jede Zecke am Hund enthält Borrelien. Die Häufigkeit infektiöser Zecken ist regional unterschiedlich, weshalb das Risiko für Hunde je nach Wohngebiet variiert. Untersuchungen an Hundepopulationen haben gezeigt, dass diese je nach Aufenthaltsort zu bis zu 10 Prozent Borrelien-Antikörper aufweisen. Das bedeutet, dass sie zumindest einmal Kontakt zu dem Erreger hatten. Auf eine Erkrankung lässt sich dadurch nicht schließen, denn nicht nach jeder Infektion kommt es zum Ausbruch einer Erkrankung.

Symptome: Wie macht sich die Borreliose beim Hund bemerkbar?

Eine Borreliose beim Hund kann Symptome wenige Tage nach der Infektion, aber auch mehrere Wochen bis Monate danach hervorrufen. Nach Tagen bis Wochen kommt es häufig zu

  • Schlappheit, Apathie
  • Futterverweigerung
  • (leichtem) Fieber sowie
  • Schwellung der Lymphknoten

Diese Symptome ähneln denen der Anaplasmose des Hundes, die jedoch durch einen anderen Erreger, die Anaplasmen, hervorgerufen wird. Wochen bis Monate nach dem eigentlichen Zeckenstich sind folgende Symptome und Folgeschäden typisch bei der Hunde-Borreliose:

  • wechselnde Lahmheiten
  • chronische Entzündungen der Gelenke und
  • Nierenentzündungen

Schon gewusst?
Die Wanderröte ist ein typisches Erkennungsmerkmal der Borreliose beim Mensch. Es handelt sich dabei um eine Rötung um die Einstichstelle herum. Die Borreliose beim Hund hat dieses Symptom nicht. Selten zeigen Hunde eine schwach ausgeprägte Rötung der Haut.

Da die Borreliose Symptome bei Hunden eher unspezifisch sind und sich über einen langen Zeitraum entwickeln, erfolgt die Diagnose meist spät. Auch das Fehlen der beim Mensch typischen Wanderröte erschwert die schnelle Entdeckung einer Borrelien-Infektion. Umso wichtiger ist es, dass Hundehalter im Verdachtsfall schnell handeln und den Tierarzt kontaktieren. So lässt sich das Risiko für Spätfolgen wie Nierenentzündungen oder Gelenkerkrankungen reduzieren.

Wie erfolgt die Diagnose der Borreliose bei Hunden?

Der Tierarzt stellt die Diagnose der Borreliose bei Hunden anhand der klinischen Symptome und der Vorgeschichte: Wurde der Hund kürzlich von einer Zecke gestochen? Falls der Verdacht auf eine Borreliose naheliegt, erfolgt ein Borreliose-Test. Im Rahmen einer Laboruntersuchung erfolgt der indirekte Nachweis der Erreger im Blut mittels gebildeter Antikörper.

Ein direkter Nachweis ist ebenfalls möglich. Hierfür ist jedoch eine Hautprobe nötig, in welcher der Erreger direkt aufgespürt wird.

Gut zu wissen:
Ein positiver indirekter Nachweis bedeutet grundsätzlich nur, dass das Immunsystem irgendwann einmal Kontakt zu Borrelien hatte und darauf mit der Produktion von Antikörpern reagiert hat. Eine Erkrankung ist damit nicht zwangsläufig verbunden.

Liegen jedoch gleichzeitig typische Borreliose-Symptome vor, reicht dieser Test als Bestätigung meist aus.

Der Hund hat Borreliose: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Liegt eine gesicherte Borreliose beim Hund vor, wird diese mit speziellen Antibiotika wie Doxycyclin oder Amoxicillin behandelt. Wichtig ist dabei, die Antibiotika-Therapie ohne Unterbrechung ausreichend lange durchzuführen. Eine frühzeitige Unterbrechung birgt das Risiko, dass sich übriggebliebene Erreger erneut vermehren. Bei einer Borreliose sollte die Antibiotika-Gabe über mindestens vier Wochen erfolgen.

Gegebenenfalls kommt zusätzlich eine symptomatische Behandlung mit Schmerzmitteln oder entzündungshemmenden Präparaten zum Einsatz, um die Beschwerden des Hundes zu lindern. Die Borreliose kann sich zu einer chronischen Krankheit entwickeln. In dem Fall ist es notwendig, die Behandlung zu verlängern oder in bestimmten Abständen zu wiederholen.

Wie kann man Borreliose beim Hund vorbeugen?

Um das Risiko einer Infektion mit Borrelien zu minimieren, sollten Hundehalter auf eine optimale, zuverlässige Zecken-Prophylaxe setzen. Hierfür stehen verschiedene Zeckenschutzmittel in Form von Spot-ons, Injektionen, Tabletten, Sprays und Shampoos zur Verfügung. Sollte es dennoch zu einem Zeckenbefall kommen, reduziert die frühzeitige Entfernung der Zecke das Ansteckungsrisiko für den Hund.

Eine korrekte Zecken-Entfernung verhindert, dass die Zecke während diesem Vorgang noch Erreger an das Blut des Hundes abgibt:

  • Die Zecke wird direkt auf der Haut des Hundes am Kopf gefasst.
  • Ein gleichmäßiger, sicherer Zug mit der Zeckenzange, Zeckenkarte oder mit dem Zeckenlasso erfolgt vom Körper weg.
  • Langes Herumdrücken oder Behandlungen mit Alkohol sind zu vermeiden.
  • Zum Schluss wird die Stelle desinfiziert.

Gibt es eine Impfung gegen Borreliose?

Für Hunde existiert eine Impfung gegen bestimmte Borrelien-Unterarten. Die Ständige Impfkommission für Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt, Hunde gegen Borreliose impfen zu lassen, die ein Risiko für Zeckenstiche haben und sich aktiv im Freien aufhalten. Bei älteren Hunde, bei denen die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sie bereits Kontakt zu Borrelien hatten, empfiehlt sich ein vorheriger Schnelltest beim Tierarzt.

Die Kosten für Impfungen beim Hund deckt die Vorsorgepauschale der Hundekrankenversicherung von SantéVet ab.

Durch den Impfstoff bildet das Immunsystem des Hundes bestimmte Antikörper, welche im Fall einer Infektion direkt gegen die Erreger eingesetzt werden. Sie gelangen während dem Blutsaugen der Zecke in deren Körper und lähmen die Borrelien, sodass sie dem Hund keinen Schaden zufügen. Die Borrelien-Impfung ist bei Welpen ab der 12. Lebenswoche möglich.

Geimpft wird bestenfalls im Frühjahr kurz vor Beginn der Zeckensaison und zweimal im Abstand von einigen Wochen. Im ersten Jahr der Impfung kann eine Auffrischung im Herbst erfolgen, um einen besseren Schutz zu erreichen.

Herausgegeben von

Martin Walter