Blasenentzündungen bei Hunden

Die häufigste Ursache für die Blasenentzündung beim Hund sind bakterielle Infektionen. Unterschieden werden sporadisch auftretende, leicht behandelbare Infektionen und persistierende oder wiederkehrende Infektionen. Um das Aufsteigen der Bakterien in die oberen Harnwege zu verhindern, sollte der Hund frühzeitig therapiert werden. Dafür ist es wichtig, die Symptome einer Harnwegsinfektion bei Hunden zu kennen.

Hund hebt Bein und uriniert an Baum
Hat sich das Verhalten Ihres Hundes beim Urinieren verändert? Falls ja, kann dies auf eine Blasenentzündung hindeuten. - Pixabay

Zystitis bei Hunden – Definition und Ursache

Spricht der Tierarzt von einer Zystitis, meint er die Entzündung der Harnblase. Diese gehört mit der Harnröhre zu den unteren Harnwegen, während Harnleiter und Nieren als obere Harnwege bezeichnet werden. Die häufigste Ursache für eine Blasenentzündung bei Hunden ist die Infektion mit Bakterien. Dabei handelt es sich um Haut-, Schleimhaut- oder Darmbakterien, die über die Harnröhre in die Blase aufsteigen und sich dort ansiedeln.

In den meisten Fällen wird eine einzige Bakterienspezies als Auslöser für die Erkrankung nachgewiesen. Nur bei etwa 20 Prozent der Hunde mit Zystitis wird eine Mischinfektion festgestellt. Escherichia coli, Staphylococcus spp. oder Proteus spp. sind die häufigsten Erreger. Aber auch Infektionen mit Pseudomonas, Streptococcus, Enterococcus, Klebsiella oder anderen Bakterien kommen vor. Neben Bakterien können auch Pilze oder Viren Blasenentzündungen bei Hunden auslösen.

Ist eine bakterielle Infektion die Ursache für die Zystitis, ist meist auch die Harnröhre betroffen und die Erkrankung wird als Infektion der unteren Harnwege zusammengefasst. Begünstigt wird die Ansiedlung mit Bakterien und somit die Blasenentzündung durch

  • anatomische Abweichungen
  • eine Katheterisierung während eines Klinikaufenthalts
  • Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Hyperadrenokortizismus oder Bandscheibenvorfälle

Neben den bakteriellen Infektionen kann es auch durch andere Ursachen zu Reizungen und Entzündungen der Blasenschleimhaut kommen. Hierzu zählen das Vorhandensein von Harnsteinen, Polypen oder Tumoren. Zudem existiert die interstitielle Zystitis, eine diffuse Entzündung der Blasenwand, bei der keine Infektionserreger nachgewiesen werden und die daher auch als sterile Zystitis bezeichnet wird.

Wann kommt es zu einer Blasenentzündung bei Hunden und welche Tiere sind betroffen?

Neben den genannten Risikofaktoren für eine Harnblasenentzündung bei Hunden können auch Unterkühlung oder häufiges Schwimmen eine Infektion fördern. Aufgrund der kürzeren Harnröhre kommen Blasenentzündungen bei Hündinnen häufiger vor. Generell kann es jedoch bei jedem Hund in jedem Alter zu einer Blasenentzündung kommen. Ist das Immunsystem geschwächt oder sind die Barrierefunktionen gestört, dringen Krankheitserregern leichter ein.

Bei jungen Hunden muss sich das Immunsystem noch entwickeln, was ein Grund für Blasenentzündungen bei Welpen sein kann. Ältere Hunde, die sich wenig bewegen oder nur geringe Mengen Flüssigkeit aufnehmen, sind stärker gefährdet. Häufig wird eine Zystitis bei Hunden im Alter zwischen sieben und acht Jahren diagnostiziert.

Schon gewusst?
Die Fütterung des Hundes spielt ebenfalls eine Rolle, da sie den pH-Wert des Urins beeinflussen kann. Bakterienvermehrung oder Harnsteinbildung können durch eine falsche Ernährung begünstigt werden.

Symptome einer Blasenentzündung beim Hund

Hundebesitzer sollten die Symptome einer Blasenentzündung bei ihrem Tier erkennen können. Je früher der Hund eine Diagnose und eine entsprechende Behandlung erhält, desto besser stehen die Chancen für eine Heilung.

Häufige Symptome, die auf eine Blasenentzündung bei Hunden hindeuten, sind:

  • verändertes Urinabsatzverhalten (z. B. häufiger Harndrang, „unsauber“ werden)
  • Schmerzen beim Harnabsatz
  • Blut im Urin der Hunde
  • nur geringe Mengen an Urin pro Harnabsatz
  • reduziertes Allgemeinbefinden

Die Infektion der unteren Harnwege muss von einer Harnsteinerkrankung oder weiteren Differenzialdiagnosen wie Neoplasien oder Fehlbildungen abgegrenzt werden. Zur Abklärung der Symptome gehören die klinische Untersuchung mit dem Abtasten der Harnorgane, die Urinuntersuchung sowie in manchen Fällen bildgebende Verfahren und eine Blutuntersuchung.

Liegt eine Infektion der Harnwege vor, sind bei der Urinuntersuchung Entzündungszellen, rote Blutkörperchen, ein hoher Gehalt an Protein und Bakterien typische Funde. Sind keine weiteren Erkrankungen vorhanden, ist die Blutuntersuchung meist unauffällig. Strukturelle Veränderungen an der Blase wie Tumore oder Blasenwandverdickungen aufgrund von Entzündungen lassen sich mit einer Ultraschalluntersuchung darstellen.

Tipp:
Eine Urinprobe zur ersten Untersuchung mitzubringen, kann dem Tierarzt bereits wichtige Hinweise auf die Ursache der Blasenentzündung liefern. Für die Wahl des richtigen Antibiotikums bei einer Infektion ist es jedoch nötig, eine Urinkultur anzulegen. Dazu muss über eine Blasenpunktion Harn steril entnommen werden. Die ist ein minimaler Eingriff, der während der Ultraschalluntersuchung erfolgt.

Behandlung der Blasenentzündung bei Hunden

Sporadische Harnwegsinfektionen sind durch Abwehrschwächen oder strukturellen Veränderungen des Harnapparates charakterisiert. Sie treten spontan auf und sind leicht durch die Gabe von Antibiotika zu behandeln. Der Hund bekommt das Medikament in der Regel über fünf bis zehn Tage.

Bei persistierenden Harnwegsinfektionen liegen chronische Störungen der Abwehrmechanismen vor. Oft ist eine vier- bis sechswöchige Antibiotika-Behandlungen nötig und nach dem Absetzen des Medikaments kommt es häufig zu erneuten Infektionen.

Nach Beendigung der Behandlung erfolgt eine erneute Urinuntersuchung, um den Heilungserfolg zu kontrollieren. Treten Rückfälle auf, muss nach einer möglichen Grunderkrankung oder anatomischen Abweichung geforscht werden. Erst wenn diese identifiziert und behandelt ist, kann auch die Therapie der Blasenentzündung Erfolg versprechen.

Zu Beginn der Behandlung können Schmerzmittel dem Hund helfen, den Harnabsatz zu fördern und die Bakterien aus der Blase auszuspülen. Bei Harnsteinen oder Neoplasien als Ursache für eine Blasenschleimhautentzündung können weitere Maßnahmen (z. B. eine Diätumstellung oder ein chirurgischer Eingriff) erforderlich sein.

Die Behandlung der Blasenentzündung beim Hund mit Hausmitteln unterstützen

Um die Therapie der Blasenentzündung beim Hund zu unterstützen, sollten Tierbesitzer die Flüssigkeitsaufnahme bei ihren Tieren fördern. Das Füttern von Nassfutter kann einen Beitrag leisten. Eine warme Umgebung und die Vermeidung von Stress helfen dabei, die Infektion zu bekämpfen. Cranberry-Extrakt wird oft vorbeugend gegen Blasenentzündungen eingesetzt, da die Wirkstoffe die Ansiedlung von E. coli-Bakterien hemmen sollen.

Kosten für die Behandlung einer Blasenentzündung beim Hund

Die Kosten, die bei der Blasenentzündung des Hundes auf den Tierbesitzer zukommen, sind nicht pauschal zu beziffern. Der finanzielle Aufwand kann stark variieren. Die Kosten hängen ab von den diagnostischen Maßnahmen, der erforderlichen Therapie und der Dauer der Behandlung. Auch der GOT-Satz (GOT: Gebührenordnung der Tierärzte) der Tierklinik spielt eine Rolle.

Die Kosten für medizinische Behandlungen Ihres Hundes können Sie sich einfach mit der Hundekrankenversicherung von SantéVet zurückerstatten lassen.

 

Herausgegeben von

Martin Walter