Schmerzmittel für Hunde: Anwendung und Nebenwirkungen

Leiden Hunde an Schmerzen, bekommen sie Schmerzmedikamente verordnet. Für die Therapie sind verschiedene Schmerzmittel für Hunde verfügbar. Der behandelnde Tierarzt entscheidet, welches Medikament zur Anwendung kommt und erstellt einen Therapieplan. Handelt es sich um Schmerztabletten, können diese vom Tierbesitzer auch zu Hause verabreicht werden. Der Hund sollte während der Einnahmezeit gut beobachtet werden, damit Nebenwirkungen frühzeitig erkannt werden.

Schmerzmittel Hund
Schmerzmittel für Hunde werden entweder gespritzt oder auch in Form von Tabletten verabreicht - 123rf

Wann müssen Hunde Schmerzmittel nehmen?

Wie der Mensch können auch Hunde Schmerzen empfinden und darunter leiden. Schmerzen signalisieren dem Körper, dass eine Schädigung des Gewebes droht oder stattgefunden hat. Verletzungen, Verbrennungen oder Krankheiten können Auslöser für Schmerzen bei Hunden sein.

Anders als der Mensch versuchen viele Hunde ihre Schmerzen zu verbergen. Tierbesitzer bemerken die ersten Anzeichen oft nicht. Schmerzen (und die zugrunde liegende Ursache) sollten aber frühzeitig behandelt werden, damit sich kein Schmerzgedächtnis etabliert.

Anzeichen für Schmerzen beim Hund

Jammert ein Hund oder schreit er auf, wenn er sich beispielsweise die Pfote verletzt und humpelt er daraufhin, sind das klare Zeichen für Schmerzen. Doch nicht immer sind Schmerzen beim Hund so leicht zu erkennen. Viele Hunde wollen Schmerzen möglichst lange verbergen und oft deuten nur leichte Verhaltensänderungen auf das Problem hin. Weitere Informationen zum Hundeverhalten finden Sie im Hunderatgeber.

Zudem können die Körperhaltung und die Reaktion des Hundes auf Berührungen Schmerzen anzeigen. Dies sind Symptome für Schmerzen bei Hunden:

  • Rückzug und Unsicherheit
  • Berührungsempfindlichkeit oder Aggression
  • Leistungseinbruch im Hundesport
  • Inaktivität und vermehrtes Liegen
  • Appetitlosigkeit
  • Vermeidung bestimmter Bewegungen (z. B. Treppenlaufen oder der Sprung aufs Sofa)
  • veränderte Körperhaltung (Schonhaltungen, Aufkrümmen des Rückens)
  • Lahmheiten
  • häufiges Schmatzen
  • flache Atmung, erhöhte Atemfrequenz oder Hecheln

Achtung:
Tierbesitzer sollten davon absehen, den Hund selbstständig mit Schmerzmitteln aus der Humanmedizin zu behandeln. Häufig kommt es zu Überdosierungen, schweren Magen-Darm-Geschwüren oder Vergiftungen des Tieres durch die falsche Anwendung solcher Arzneimittel.

Zeigt der Hund Schmerzen, ist ein Gang zum Tierarzt nötig, um die Ursache für die Schmerzen zu ermitteln. Je früher eine Diagnose erfolgt, desto besser sind die Heilungschancen für die Erkrankung oder Verletzung.

Gegen die Schmerzen bekommt der Hund ein für Hunde zugelassenes Schmerzmittel für sein spezifisches Problem. Chronische Gelenkschmerzen werden zum Beispiel mit anderen Schmerzmitteln behandelt als akute Bauchschmerzen.

Häufige Gründe für den Einsatz von Schmerzmitteln beim Hund

Unfälle, Verletzungen oder Operationen verursachen akute Schmerzen bei Hunden. Hundekrankheiten, die Entzündungen im Gewebe verursachen, können ebenfalls mit starken akuten Schmerzen verbunden sein. Gelenkerkrankungen, die unbemerkt bleiben, führen mit der Zeit zu Verschleißerscheinungen am Bewegungsapparat. Chronische Schmerzen sind die Folge.

Die nachfolgende Liste zeigt häufige Ursachen für eine Schmerzbehandlung beim Hund:

  • Schmerzen durch chronische Gelenkerkrankungen
  • Kolikschmerzen bei Magen-Darm-Erkrankungen
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Schmerzstillung nach Operationen
  • Traumata

Schon gewusst?
Die effektive Schmerztherapie beim Hund besteht meist aus einer Kombination verschiedener Methoden. Dazu gehört die Gabe von Schmerzmitteln, aber auch die Behandlung der schmerzauslösenden Erkrankung, zum Beispiel durch Bewegungstherapie wie die Physiotherapie, Elektro-, Laser- oder Thermotherapie, eine Operation oder auch die Akupunktur.

Beispiele für Schmerzmedikamente für Hunde

Schmerzmedikamente, die beim Hund zum Einsatz kommen, stammen zum Beispiel aus der Gruppe der nicht steroidalen Entzündungshemmer (NSAIDs) oder aus der Gruppe der Opioide. Auch rezeptfreie Schmerzmittel auf rein pflanzlicher Basis sind erhältlich. Zudem darf der Tierarzt humanmedizinische Präparate umwidmen, wenn für die Tierart und den gewünschten Einsatzzweck kein tiermedizinisches Arzneimittel verfügbar ist.


NSAIDs wirken bei Hunden schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend und werden häufig bei chronischen Gelenkerkrankungen oder zur post-operativen Schmerz- und Entzündungsbehandlung eingesetzt. Allerdings enthalten solche Mittel andere Wirkstoffe als die Präparate für Menschen. Beispiele sind Carprofen (Rimadyl), Robenacoxib (Onsior), Firocoxib (Previcox) oder Meloxicam (Metacam).

Bei sehr starken Schmerzen, zum Beispiel nach Unfällen, Weichteiloperationen oder bei neuropathischen Schmerzen werden auch Opioide eingesetzt. Viele dieser Mittel unterliegen dem Betäubungsmittelgesetz, da sie außer der Schmerzlinderung auch sedativ und hypnotisch wirken. Beispiele sind das Levomethadon, das Tramadol oder das Fentanyl. Auch Buprenorphin und Butorphanol gehören in diese Gruppe.

Bei krampfartigen Schmerzen, post-OP-Schmerzen oder auch bei Fieber kommt zudem Novaminsulfon (Metamizol-Natrium oder Novalgin) zur Anwendung. Für Hunde ist in Deutschland eine Injektionslösung zugelassen.

Für die Langzeitanwendung entscheiden sich viele Tierbesitzer für homöopathische Präparate wie Traumeel oder Zeel, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Die Anwendung von Schmerzmitteln beim Hund

Werden beim Hund Schmerzen festgestellt, erfolgt die initiale Behandlung noch in der Tierarztpraxis. Der Hund bekommt das Schmerzmittel per Injektion (meist unter die Haut) verabreicht.

Soll die Gabe des Medikaments über einen längeren Zeitraum erfolgen, erhält der Tierbesitzer Schmerztabletten, die er dem Hund mit dem Futter zusammen verabreicht. Für die Frequenz der Anwendung und die korrekte Dosierung erhalten Tierbesitzer einen Therapieplan.

Der Therapieplan sollte unbedingt eingehalten werden, da auch milde Schmerzmittel für Hunde die Organe belasten können. Bei der Langzeitanwendung von Schmerzmedikamenten ist eine Blutabnahme für die Kontrolle der Organwerte alle drei bis sechs Monate zu empfehlen. Der Hund muss während der Dauer der Einnahme gut beobachtet werden.

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Wird ein Medikament nicht vertragen, muss es abgesetzt werden. Eventuell kann ein Wechsel auf ein anderes Mittel erfolgen. Auch eine Dosisverringerung durch eine Kombination von Schmerzmitteln ist möglich. Vor der Anwendung eines Schmerzmittels beim Hund sollte der Tierarzt außerdem abklären, ob der Hund bereits andere Medikamente einnimmt, die zu Wechselwirkungen führen könnten. Organerkrankungen, die den Abbau und die Ausscheidung des Schmerzmedikaments beeinträchtigen, sollten ebenfalls ausgeschlossen werden.

Nebenwirkungen von Schmerzmitteln für Hunde

Schmerzmittel für Hunde können unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Je nach Medikamentengruppe kommen unterschiedliche Nebenwirkungen vor. Ob und wie stark sich diese entwickeln, hängt von der Dosierung und der Dauer der Anwendung ab. In manchen Fällen spielt auch die Rasse des Hundes eine Rolle, da einige Rassen empfindlicher auf bestimmte Wirkstoffe reagieren als andere. Nebenwirkungen, die in Verbindung mit Schmerzmitteln beim Hund auftreten können, sind:

  • Schädigung der Magen-Darm-Schleimhäute
  • Nieren- oder Leberschädigungen
  • Müdigkeit oder Sedation
  • Unruhe
  • Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung
  • Krämpfe

Erbricht der Hund Blut oder werden Blutbeimengungen im Stuhl gefunden, liegt eine Schädigung der Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes vor. Geschwüre der Schleimhäute können perforieren, was zu gefährlichen Bauchfellentzündungen führen kann. Werden Schmerzmittel über einen längeren Zeitraum verabreicht, sollte gleichzeitig ein Magenschutzpräparat verordnet werden.

Herausgegeben von

Martin Walter