Das Wichtigste in Kürze (TL;DR):
- Lipome sind häufige, gutartige Fettgeschwulste bei meist älteren Hunden, die sich als weiche, verschiebbare Knoten unter der Haut zeigen.
- Sie verursachen in der Regel keine Schmerzen, können aber durch Größe oder ungünstige Lage die Bewegung beeinträchtigen.
- Eine Behandlung ist oft nicht nötig, doch sollte eine tierärztliche Überwachung erfolgen; bei Beschwerden oder Unsicherheit erfolgt die Entfernung operativ.
Was ist die Ursache für ein Lipom beim Hund?
Die Ursache für die Entstehung eines Lipoms beim Hund ist bisher nicht bekannt. Der Verdacht geht in Richtung einer Erblichkeit der Veranlagung, was aber bislang nicht bestätigt ist.
Welche Symptome zeigt ein Hund mit einer Hautwucherung?
Da es zwei Arten von Lipomen beim Hund gibt, können die Symptome unterschiedlicher Ausprägung sein.
- Lipom: ein oder mehrere weiche, verschiebbare Knoten in der Unterhaut; nicht schmerzhaft und nicht warm
- infiltratives Lipom: weich und flächig; lässt sich nicht verschieben und hat keine feste Abgrenzung; möglicherweise schmerzhaft; Vorkommen am gesamten Körper des Hundes
Zu Symptomen kommt es meist erst, wenn das Lipom sehr groß wird und den Hund in der Bewegung beeinträchtigen. Ein Sonderfall ist das sehr seltene, bösartige Liposarkom. Dieses tritt meist einzeln auf und ist eher derb bis hart. Dennoch ist es gleichzeitig schlecht abgegrenzt vom umliegenden Gewebe. Da es in Leber, Knochen und Lunge streut, ist es bei Verdacht in jedem Fall schnellstmöglich zu untersuchen.
Ab welchem Alter tritt ein Lipom bei Hunden häufig auf?
Lipome treten in erster Linie bei älteren Hunden auf, meist ab einem Alter von etwa sechs bis zehn Jahren. Je älter der Hund wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass er im Verlauf seines Lebens ein oder mehrere Lipome entwickelt. Auch bei mittelalten Hunden können bereits Lipome entstehen, bei Junghunden sind sie eher unüblich.
Lipom erkennen: Wie wirkt sich ein Lipom auf den Hund aus?
Bei einem Lipom handelt es sich meist um weiche Knoten in der Unterhaut, die besonders bei Hündinnen und übergewichtigen Hunden auftreten. Diese verkapseln sich und bilden auf diese Weise gut abgegrenzte Tumore, die sich verschieben lassen. Manchmal wachsen sie aber auch infiltrativ. Dann sind sie nicht abgekapselt, sondern ziehen in umliegendes Gewebe wie die Muskulatur. Sie sind dann nicht verschiebbar. Lipome beim Hund wachsen vor allem an den Seiten des Bauchs, an der Brust und den Beinen. Sie werden oft recht groß und können an ungünstiger Stelle durch ihre Größe zu Problemen führen, zum Beispiel beim Laufen. Weitere Beeinträchtigungen wie Wärme oder Schmerzen kommen meist nicht vor. Daher stören sie den Hund bis zu einer gewissen Größe nicht. Sie werden meist von der Hundehalterin bzw. vom Hundehalter beim Streicheln zufällig entdeckt.
Wie schnell wächst ein Lipom beim Hund?
Ein klassisches Lipom beim Hund wächst in der Regel sehr langsam. Es bleibt oft monatelang fast gleich groß. Manchmal kann es jedoch auch vorkommen, dass sich ein Lipom über einen kürzeren Zeitraum schneller vergrößert, etwa bei hormonellen Einflüssen, starkem Übergewicht oder bei älteren Hunden. Das infiltrative Lipom wächst deutlich aggressiver. Wächst ein Knoten plötzlich rasant, fühlt er sich hart oder fest verwachsen an, kann es sich um einen aggressiven Tumor handeln.

Tumor oder harmloser Knoten am Bein: Wie wird ein Lipom diagnostiziert?
In der Tierarztpraxis wird eine allgemeine Untersuchung durchgeführt. Dabei werden die Knoten abgetastet. Aufgrund ihres Erscheinungsbildes lassen sich Lipome für eine erfahrene Ärztin oder einen erfahrenen Arzt gut erkennen und auch ihre Art bestimmen. Geachtet wird dabei sowohl auf dieBeschaffenheitder Knoten als auch auf deren Schmerzhaftigkeit. So kann auf ein „normales“ Lipom oder ein infiltratives Lipom geschlossen werden. Das Liposarkom beim Hund ist die bösartige Form des Lipoms und kommt sehr selten vor. Um festzustellen, ob es sich um ein Lipom handelt, und wenn ja, ob es gutartig oder ein Liposarkom ist, sind allerdings weitere Untersuchungen vonnöten.
Expertenzitat: „Selbst ein ganz weicher Bollen in der Unterhaut, den man mit 99prozentiger Sicherheit als Lipom, als gutartige Fettgeschwulst, einstufen würde, kann ein Mastzelltumor sein.“ -Ralph Rückert, Tierarzt
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Behandlung von Fettgeschwülsten und Geschwüren
Ein Fettgeschwulst (Lipom) ist beim Hund meist harmlos, daher ist nicht zwingend eine Behandlung notwendig. Der Zustand sollte aber regelmäßig von einer Tierärztin oder einem Tierarzt kontrolliert werden. Hat der Hund allerdings Beschwerdendurch ein Lipom aufgrund dessen Lage und Größe, so kann es operativ entfernt werden. Beim Liposarkom muss hingegen sehr großflächig gesundes Gewebe rundum entfernt werden. Dies wird gemacht, um absolut sicher alle bösartigen Zellen zu entfernen. Hier schließt sich dann auch eine Bestrahlung und/oder eine Chemotherapie an. Beides ist bei gutartigen Lipomen nicht nötig und kommt nur in seltenen Fällen vor.
Tipp von Santévet: Beobachten Sie die Reaktion Ihres Hundes während der Untersuchung und vor der Operation. Sanfte Berührungen, ruhige Worte und vertraute Gegenstände wie Lieblingsdecke oder Spielzeug helfen, Stress abzubauen. So fühlt sich Ihr Hund sicher und die tierärztliche Behandlung verläuft ruhiger.
Kann ein Lipom homöopathisch behandelt werden?
Nach wissenschaftlichem Stand kann eine homöopathische Behandlung ein Lipom nicht auflösen oder verkleinern.
Was kostet eine Lipomentfernung beim Hund (ohne Versicherung)?
| Leistung | 1-fach | 2-fach | 3-fach |
|---|---|---|---|
| Untersuchung | 23,62 € | 47,24 € | 70,86 € |
| Feinnadelprobe | ~30 € | ~60 € | – |
| Blutentnahme | 9,23 € | 18,46 € | 27,69 € |
| Narkose (einfach) | ~60 € | ~120 € | – |
| OP Lipom (einfach) | ~70 € | ~140 € | – |
| OP Lipom (aufwendig) | ~160 € | ~320 € | – |
| Histologie | ~100–200 € | – | – |

Die Gesamtkosten für die Entfernung eines Lipoms beim Hund setzen sich aus mehreren GOT-Positionen zusammen und hängen vor allem von Größe, Lage und Aufwand ab. Eine Hundekrankenversicherung schützt Sie vor hohen Kosten.
Heilungsverlauf und Lebenserwartung
Die Heilungschancen bei Lipomen sind sehr gut, da sie meist gutartig sind. Nach vollständiger Entfernung ist die Prognose ausgezeichnet und die Lebenserwartung wird in der Regel nicht beeinflusst. Auch unbehandelt verkürzen einfache Lipome das Leben meist nicht, solange sie keine funktionellen Probleme verursachen.
Häufig gestellte Fragen
Nein, Lipome bilden sich normalerweise nicht von selbst zurück. Sie bleiben meist gleich groß oder wachsen langsam weiter.
Eine Entfernung ist nicht immer nötig. Sie wird empfohlen, wenn das Lipom schnell wächst, Beschwerden verursacht, die Bewegung einschränkt oder die Diagnose unklar ist. Das sollte tierärztlich beurteilt werden.
Es gibt keine gesicherte Methode, Lipome gezielt zu verkleinern. Gewichtsreduktion kann sie weniger auffällig machen, beseitigt sie aber nicht. Die einzige zuverlässige Behandlung ist die operative Entfernung.
Quellen
- https://www.vet.cornell.edu/departments-centers-and-institutes/riney-canine-health-center/canine-health-information/lipomas-dogs
- https://www.tiermedizinportal.de/tierkrankheiten/hundekrankheiten/lipom-beim-hund
- https://www.zooplus.de/magazin/hund/hundegesundheit-pflege/lipom-beim-hund
Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen nur der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung oder Beratung durch einen Tierarzt.
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