Weimaraner

Der Weimaraner war schon gegen Ende des 18. Jahrhunderts beliebt – zum Beispiel am Jägerhof des Kurfürsten zu Sachsen-Weimar. Vermutlich geht darauf der Name dieser Rasse zurück. Die Vorfahren der Hunde sind sogar noch deutlich älter. Auch heute sind die schlanken Vorstehhunde  beliebt, neuerdings sogar bei Familien.

Weimaraner
Weimaraner - -

Edel und athletisch: das Erscheinungsbild der Weimaraner

In einem Wort beschrieben, ist der Weimaraner edel. Sein schlanker Körper wirkt vornehm, auch die Haltung hat etwas Aristokratisches. Bisweilen wird den Tieren zudem ein stolzer Charakter nachgesagt. Wenn der Weimaraner ausgewachsen ist, besitzt er eine Widerristhöhe von bis zu 70 Zentimetern bei Rüden und 65 Zentimetern bei Hündinnen. Damit reicht der Kopf dem Herrchen oder Frauchen meist locker über die Hüfte. Zugleich sind die Tiere mit 30 bis 40 Kilogramm eher leicht.

Zur schlanken Statur trägt außerdem das enganliegende, dichte und glänzende Fell bei. Es betont den muskulösen Körper und lässt das Tier athletisch wirken – ein Eindruck, der nicht täuscht.

Charakteristisch sind außerdem die großen Ohren, die weit bis unter die Schnauze herabfallen. Übrigens: Es gibt auch langhaarige Weimaraner. Die sind jedoch ausgesprochen selten und daher kaum bekannt.

Für viele Besitzer sind die markanten Augen ein wichtiges Merkmal. Sie sind bei den Weimaraner Welpen noch blau gefärbt, dunkeln aber in den ersten Monaten ab, bis sie ein bernsteinfarbenes Braun erreichen.

Farblich fällt auch das Fell auf: Es erscheint bei den meisten Tieren in einem Grauton, der von einem silbernen Schimmer begleitet wird. Der Kopf ist meist heller, einige Hunde der Rasse weisen zudem weiße Abzeichen auf.

Jagdhund mit Familienanschluss – so ist das Wesen der Weimaraner

Charakterlich präsentiert sich der Weimaraner als echter Jagdhund. Das heißt, er hat eine gute Nase, ist gelehrig, folgsam und besitzt die sogenannte Raubzeugschärfe. Darunter verstehen Züchter die Eigenschaft, dass ein Hund von sich aus den Willen hat, Wildtiere zu erlegen oder diese festzumachen. In der Jagd gilt das als unverzichtbar und daher ist dieser Wesenszug ein entscheidendes Merkmal für die Zucht.

Arbeit als Jagdhund: Der Weimaraner ist ein sogenannter Vorstehhund. Er wird zum Beispiel für die Jagd auf Hasen eingesetzt.

Als Familienhund eignet sich der Weimaraner daher nur bedingt, denn er möchte jagen – und wenn sich die Gelegenheit bietet, tut er es auch. Trotzdem ist er als Begleiter im Alltag zunehmend beliebt. Das liegt vor allem an seinen weiteren Eigenschaften.

So gelten die Tiere als anhänglich und lernwillig. Zudem sind sie gern in der Nähe des Menschen und freuen sich über gemeinsame Aktivitäten. Darüber hinaus ist der Weimaraner sehr treu, was ihn bei Familien beliebt macht. Allerdings gibt es auch Stimmen, die sagen, dass die Jagdhunde sich nur auf einen Menschen wirklich einlassen und andere Mitglieder im Haushalt lediglich tolerieren.

Bewegungsdrang und Jagdtrieb: Wichtige Infos zur Haltung

Die artgerechte Haltung eines Weimaraners muss unbedingt den Jagdtrieb der Rasse berücksichtigen. Am einfachsten gelingt das einem Jäger, der den Hund mitnimmt. Aber auch in der Familie kann es gelingen, den Weimaraner wesensgerecht zu fordern. Das Wichtigste dabei ist, dem Tier Bewegung zu bieten – sei es beim Spazieren, Toben oder Spielen.

Weimaraner möchten außerdem geistig gefordert werden, zum Beispiel beim Hundesport. Grundsätzlich wird empfohlen, dass das Tier eine feste Bezugsperson hat, welche die Erziehung übernimmt. So kann ein Weimaraner sogar zum Familienhund werden, sofern die übrigen Aspekte der artgerechten Haltung berücksichtigt werden.

Vorsicht ist bei Ausflügen in die Natur geboten. Durch den Jagdtrieb kann es schnell passieren, dass der Hund einem Wildtier nachstellt. Ein ähnliches Problem ergibt sich, wenn im Haushalt Hamster, Kaninchen und Co. leben – dann ist der Weimaraner nicht die beste Wahl.

Neben der Jagd ist auch das Bewachen eine Aufgabe, die der Weimaraner bestens erfüllt. Er ist aufmerksam und beschützt das Haus. Während das auf dem Land kein Problem ist, kann diese Eigenschaft in einer Stadtwohnung belastend werden – für Mensch und Tier. Ausreichend Auslauf ist in der Stadt ebenfalls nicht immer vorhanden.

Grundsätzlich weist die Literatur darauf hin, dass Weimaraner keine Hunde für Anfänger sind. Die Erziehung erfordert Geschick und Wissen. Wer von Beginn an konsequent mit dem neuen Familienmitglied arbeitet, erhält jedoch einen treuen Begleiter.

Gesundheit bei Weimaranern

Eine Besonderheit der Rasse ist ihre gute Gesundheit, ausgesprochene Weimaraner Krankheiten sind nicht bekannt. Dafür sorgen vor allem die strengen Zuchtvorgaben, die es für diese Rasse gibt. Wer sich einen Welpen kauft, erhält daher in aller Regel ein robustes, widerstandsfähiges Tier. In Kombination mit der richtigen Prophylaxe wie Impfungen für den Hund liegt die Weimaraner Lebenserwartung bei 11 Jahren und mehr.

Wer häufig im Wald unterwegs ist – was bei Jägern selbstverständlich zutrifft – sollte auf Zecken und andere Parasiten achten. Einzig die blaue Fellfarbe, die auf ein Verdünnungs-Gen zurückzuführen ist, stellt eine gewisse Hypothek für die Rasse dar. Im Fall von Inzucht kann es zu erblich bedingten Degenrationserscheinungen oder Krankheiten kommen.

Ein seriöser Züchter achtet daher darauf, dass das nicht passiert.

Wind und Wetter:

Der Weimaraner gilt als robust und wenig anfällig. Er ist auch bei Schmuddelwetter gern draußen. Viele Vertreter der Rasse lieben zudem das Wasser.

Diese Pflege braucht ein Weimaraner

Die Pflege eines Weimaraners ist nicht besonders kompliziert, da das kurze Fell selten verfilzt und auch nicht übermäßig viel Schmutz aufsammelt. Es reicht daher aus, das Tier einmal die Woche zu bürsten. Sollte nach einem Ausflug in die Natur doch noch Erde oder Lehm anhaften, ist eine entsprechende Pflege mit einem Handtuch angebracht.

Auch andere typische Pflegerituale bei Hunden sind beim Weimaraner nur selten nötig, etwa das Krallenschneiden. Durch die viele Bewegung nutzen sich die Nägel nämlich meist von selbst ab. Stattdessen sollten Besitzer gelegentlich einen Blick auf die Zähne werfen – Zahnstein kann wie bei allen Vierbeinern zum Problem werden. Kauartikel und Trockenfutter eignen sich zur Prophylaxe.

Zur Pflege gehört außerdem die richtige Fütterung. Zu beachten ist dabei der erhöhte Kalorienbedarf der meisten Weimaraner, da sie sich viel bewegen. Die Fütterungshinweise auf der Packung differenzieren oft zwischen verschiedenen Aktivitätsgraden und sollten entsprechend berücksichtigt werden.