Dackel

Langgezogener Körper, kurze Beine und manchmal ein loses Mundwerk: Der Dackel ist vielen ein Begriff. Wurde er früher vor allem für die Jagd gezüchtet, ist er heute vor allem als Begleithund beliebt. Lange Jahre führte er sogar die Welpenstatistik an, mittlerweile werden weniger Tiere gezüchtet und verkauft.

Dackel
Dackel - 123rf

Große Vielfalt beim Erscheinungsbild des Dackels

Wie sieht ein Dackel aus? Das ist keine einfach zu beantwortende Frage, denn die Rasse untergliedert sich nach Größe und Haarart. Allen gemeinsam ist der charakteristische Körperbau mit niedrigen Läufen, einem aufrecht getragenen Kopf und einem langgezogenen Oberkörper.

Als besonders prägnant gelten zudem die hängenden Ohren und die kräftige Muskulatur. Der Gesichtsausdruck wird als aufmerksam beschrieben.

Kontrovers: Die Kurzbeinigkeit der Hunde ist auf eine Chondrodysplasie – eine Form von Zwergwuchs – zurückzuführen. Sie bedingt die kurzen und zum Teil gebogenen Beine. Die Selektion auf dieses Merkmal wird daher von einigen als Qualzucht interpretiert.

Neben diesen Gemeinsamkeiten gibt es einige Besonderheiten, die je nach Haarart und Wachstum des Dackels auftreten. In Bezug auf das Fell liegen die folgenden Varianten vor:

  • Kurzhaar: kurzes, glattes Fell, das pflegeleicht ist
  • Rauhaar: drahtiges Fell, die Tiere gelten als robuster und werden bevorzugt zur Jagd eingesetzt
  • Langhaar: langes seidiges Haar, vor allem als Begleithund beliebt

Darüber hinaus werden beim Dackel drei Größen nach Brustumfang unterschieden:

  • Dackel (auch Dachshund, Teckel): über 30 Zentimeter Brustumfang und etwa 9 Kilogramm Gewicht
  • Zwergdackel (Zwerg-Dachshund, Zwergteckel): 30 bis 35 Zentimeter Brustumfang, dabei aber nur 4 bis 5 Kilogramm Gewicht
  • Kaninchendackel (Kaninchen-Dachshund, Kaninchenteckel): bis 30 Zentimeter Brustumfang und 3,5 Kilogramm Gewicht, wenn der Dackel ausgewachsen ist

Wer sich einen Dackel Welpen kaufen möchte, hat daher verschiedene Entscheidungen in Bezug auf das Aussehen zu treffen.

Mutiger und eigenwilliger Jäger: Charakter des Dackels

Das Wesen des Dackels ist maßgeblich von seiner Geschichte als Jagdhund geprägt. Ziel war es, einen Hund zu züchten, der unter der Erde in Bauen Kaninchen oder Dachsen nachstellt.

Daraus ergeben sich neben der Statur zwei Besonderheiten. Zum einen ist der Dackel es gewohnt, außerhalb des Sichtfelds eines Menschen nach eigenem Ermessen zu agieren. Es ist daher nicht leicht, den Dackel darauf zu trainieren, auf Abruf sofort zurückzukehren.

Zum anderen gilt der Dackel als besonders mutig, auch wenn das Gegenüber größer ist als er selbst. Das kann zu einer Herausforderung werden, wenn das Tier den Respekt vor anderen Hunden verliert. Es wird daher empfohlen, den Dackel frühzeitig zu trainieren und ihm seine Grenzen aufzuzeigen.

Namensgeschichte: Der Dackel wurde früher als Dachshund bezeichnet, weil er auf die Jagd nach Dachsen spezialisiert war. Insbesondere unter Jägern ist zudem die Bezeichnung Teckel gebräuchlich.

Der Dackel ist zudem aufmerksam und Fremden gegenüber zurückhaltend bis misstrauisch eingestellt. Er eignet sich daher als Wachhund, der zuverlässig anschlägt, wenn jemand das Grundstück betritt – potentielle Herrchen und Frauen müssen entscheiden, ob sie diesen Wesenszug bei ihrem Hund wünschen oder nicht. Entsprechend sollte die Entscheidung für oder gegen einen Dackel ausfallen.

Darüber hinaus ist der Dackel sehr treu und ein Begleithund, der seinem Menschen überallhin folgt. Das erklärt seine Beliebtheit auch abseits der Jägerschaft. Zudem werden die Tiere als freundlich gegenüber Kindern beschrieben, was zur Popularität in Familien sicher beigetragen hat.

Aber Vorsicht: Der Dackel lässt sich wenig gefallen – ans Spielen mit Kindern muss der Hund gewöhnt werden.

So sieht artgerechte Haltung für Dackel aus

Mit seinen kurzen Beinen und dem länglichen Körper erweckt der Dackel manchmal das Bild eines Schoßhundes. Das trifft jedoch nicht zu. In Wirklichkeit wünschen sich die Tiere viel Bewegung und Beschäftigung – wahlweise in einem großen Garten oder auf ausgedehnten Gassi-Runden.

Im Garten ist zu beachten, dass der Hund sich nicht nur mit den Augen nach Abenteuern umsieht. Er buddelt zudem gerne in der Erde und wer das Tier zu sehr gewähren lässt, hat alsbald einen durchwühlten Vorgarten.

Beim Ausführen sollten Besitzer den Jagdtrieb im Hinterkopf behalten und den Dackel im Zweifelsfall besser angeleint lassen. Sonst kann es passieren, dass der Hund ungewollt Jagd auf Kaninchen oder andere wildlebende Tiere macht.

Noch heute wird der Dackel zudem als Jagdhund gehalten. Besteht der Wunsch nach einem solchen, eignen sich nach Meinung der Züchter die Rauhaardackel am besten, da sie als robust und mutig gelten. Um mit dem Dackel auf die Jagd zu gehen, ist eine entsprechende Ausbildung nötig – für Mensch und Tier.

Liebeserklärung: Der Dackel war das Maskottchen der Olympischen Spiele in München 1972. Ganz typisch trug es den Namen „Waldi“.

Gesundheit beim Dackel: Körperbau als Hypothek

In Bezug auf häufige Dackel Krankheiten ist vor allem die Dackellähme zu nennen, die eine Folge der Zucht ist. Durch die kurzen Beine und die im Verhältnis sehr lange Wirbelsäule kann es zu einem Bandscheibenvorfall beim Dackel kommen, bei dem Teile der Nerven abgeklemmt werden. Die Folge sind Lähmungen, die nicht heilbar sind. Es ist nur möglich, die Symptome durch eine Kombination aus Operation, Medikation und Physiotherapie zu lindern.

Die beste Vorbeugung gegen die Dackellähme ist es, Tiere mit robustem Körperbau und möglichst langen Beinen zu wählen bzw. zu züchten. Sie bekommen seltener Schwierigkeiten mit der Wirbelsäule.

Zudem sollten Besitzer streng darauf achten, dass der Hund kein Übergewicht ansetzt, denn zu viele Pfunde erhöhen das Risiko für einen Bandscheibenvorfall deutlich.

Darüber hinaus gilt der Dackel als anfällig für Hauterkrankungen, die sich jedoch besser behandeln lassen. Ansonsten ist er den üblichen Hundekrankheiten ausgesetzt, zum Beispiel Staupe, gegen die eine Impfung möglich ist. Wer auf seinen tierischen Begleiter achtet, bekommt einen Freund für lange Zeit. Die Dackel Lebenserwartung liegt bei 12 bis 16 Jahren, einige Tiere werden sogar älter.

Richtige Pflege für einen Dackel

Die Fellpflege beim Dackel richtet sich nach dem Haartyp. Während Kurzhaardackel in dieser Hinsicht als unkompliziert gelten, sollten Rauhaar- und Langhaardackel regelmäßig gebürstet werden. Letztere freuen sich zudem über ein gelegentliches Trimmen des Fells.

Eine Besonderheit bei Dackeln ist zudem die Anfälligkeit für Zecken, weil die Tiere zum einen gerne durch das Unterholz laufen und der Körper zum anderen sehr nah über dem Boden bleibt. Es empfiehlt sich daher, eine entsprechende Prophylaxe zu betreiben.

Softie: Wenn der Dackel viel oder ausschließlich auf weichem Waldboden unterwegs ist, passiert es schnell, dass die Krallen zu lang werden – dann ist der Besitzer gefordert. Mit einer Krallenzange lassen sich die Nägel gut schneiden, der Schnitt sollte jedoch nicht zu tief angesetzt werden. Im Zweifelsfall sollten nur wenige Millimeter pro Sitzung gekappt werden.