Das Wichtigste
- Atopische Dermatitis ist eine chronische Hauterkrankung, die zu einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Allergenen führt (ähnlich wie Ekzeme beim Menschen).
- Es besteht eine starke rassische Veranlagung, insbesondere bei Bulldoggen.
- Es gibt mehrere Behandlungsmöglichkeiten, um die Symptome zu kontrollieren, und manchmal kann die Krankheit durch eine Desensibilisierung geheilt werden.
Was ist atopische Dermatitis bei Hunden?
Atopische Dermatitis bei Hunden, auch Atopie genannt, ist eine Entzündung der Haut, eine chronische (d. h. langfristig bestehende) Hauterkrankung, die zu starkem Juckreiz führt. Sie wird durch eine Hautanomalie sowie eine Allergie gegen Allergene in der Umgebung (Milben, Staub, Nahrungsmittel usw.) verursacht. Sie ähnelt dem Ekzem beim Menschen. Sie tritt auch bei Katzen auf, ist dort jedoch seltener.
Die Prävalenz der atopischen Dermatitis bei Hunden variiert je nach Studie und Region. Sie wird auf 3 % bis 15 % der Hunde geschätzt.
Um die gesundheitliche Versorgung Ihres Hundes langfristig planen zu können, lässt sich der Versicherungspreis einfach vorab einschätzen. 👉 Eine unverbindliche Preisabschätzung erhalten
Was sind die Ursachen für atopische Dermatitis?
Atopische Dermatitis bei Hunden ist eine chronische, immunvermittelte Entzündungserkrankung der Haut, die auf eine Kombination aus genetischen und umweltbedingten Faktoren zurückzuführen ist.
1. Genetische Faktoren
In den allermeisten Fällen ist atopische Dermatitis genetisch bedingt. Bestimmte Rassen sind besonders anfällig dafür.
Bei einigen atopischen Hunden wurden genetische Mutationen festgestellt, die die Produktion von Filaggrin beeinträchtigen, einem Protein, das für die Integrität der Hautbarriere unerlässlich ist.
Ein Ungleichgewicht des Immunsystems mit einer Dominanz von Th2-Lymphozyten führt zu einer übermäßigen Produktion von IgE-Antikörpern als Reaktion auf Allergene.
Eine Veränderung der Entzündungsreaktion begünstigt das Auftreten chronischer allergischer Reaktionen und anhaltenden Juckreizes.
2. Veränderung der Hautbarriere
Bei Hunden mit atopischer Dermatitis ist die Hautbarriere geschwächt, was das Eindringen von Allergenen und Krankheitserregern erleichtert.
Eine Verringerung der Ceramide (essentielle Lipide der Epidermis) führt zu trockener Haut und einem übermäßigen trans epidermalen Wasserverlust.
Diese erhöhte Durchlässigkeit der Haut begünstigt das Eindringen von Allergenen und Bakterien und löst eine übermäßige Immunreaktion aus.
3. Umweltallergene
Atopische Hunde entwickeln eine Überempfindlichkeit gegenüber häufigen Allergenen, die hauptsächlich über die Haut eindringen.
- Hausstaubmilben: Dermatophagoides farinae und Dermatophagoides pteronyssinus sind die wichtigsten allergieauslösenden Milben.
- Pollen: Gräser, Bäume und Kräuter verursachen saisonale Schübe von atopischer Dermatitis.
Schimmelpilze und Hefen: Sie kommen in der häuslichen Umgebung vor und verschlimmern Hautentzündungen.
Tierhaare: Manche Hunde können auf Allergene reagieren, die von anderen Tieren stammen.
4. Ungleichgewicht des Hautmikrobioms
Atopische Hunde haben ein verändertes Hautmikrobiom mit einer übermäßigen Vermehrung von Staphylococcus pseudintermedius und Malassezia pachydermatis. Diese Mikroorganismen verschlimmern die Läsionen und halten die Entzündung durch die Produktion von reizenden Toxinen aufrecht.
Die Behandlung einer atopischen Dermatitis erfordert häufig eine langfristige Betreuung, regelmäßige Kontrollen und teilweise kostspielige Therapien. Um die tierärztlichen Kosten besser abzufedern, kann eine Absicherung sinnvoll sein. 👉Meinen Hund vor hohen Tierarztkosten schützen
Ist es ansteckend?
Hunde mit atopischer Dermatitis haben eine gestörte Hautbarriere: Ihre Haut ist trockener und durchlässiger als die von gesunden Hunden. Sie wirkt somit wie ein Sieb, das Allergene aus der Umgebung oder der Nahrung durchlässt. Diese Krankheit ist nicht ansteckend.
Diese Krankheit tritt häufig auf und manifestiert sich in der Regel im Alter zwischen 6 Monaten und 3 Jahren, manchmal sogar erst im Alter von 6 Jahren. Es handelt sich um eine dauerhafte Erkrankung, d. h. der Hund ist sein ganzes Leben lang davon betroffen. Je nach dem verursachenden Allergen kann sie zu bestimmten Jahreszeiten (Frühling, Sommer) stärker ausgeprägt sein.
Es handelt sich um eine genetisch bedingte Erkrankung, die an die Nachkommen weitergegeben werden kann. Daher ist es wichtig, dass Tiere, die an Atopie leiden, nicht zur Zucht eingesetzt werden.
Anfällige Hunderassen
Die atopische Dermatitis beim Hund ist eine immunvermittelte entzündliche Hauterkrankung, die häufig mit Umweltallergien einhergeht. Obwohl alle Hunde von dieser Erkrankung betroffen sein können, weisen bestimmte Rassen eine hohe genetische Veranlagung auf. Hier sind die wichtigsten betroffenen Rassen und die Gründe für ihre besondere Anfälligkeit aufgeführt.
- Französische Bulldogge und Englische Bulldogge: Diese brachyzephalen Rassen sind aufgrund ihrer faltigen Haut, die die Ansammlung von Feuchtigkeit und die Vermehrung von Bakterien begünstigt, häufig von atopischer Dermatitis betroffen. Insbesondere die Französische Bulldogge ist dafür bekannt, dass sie an Nahrungsmittel- und Umweltallergien leidet, die die Erkrankung verschlimmern.
- Labrador Retriever und Golden Retriever: Diese großen Hunde sind genetisch anfällig für Hautallergien, insbesondere gegen Milben und Pollen. Ihre Veranlagung zu Seborrhoe und einer gestörten Hautbarriere macht sie anfälliger für chronischen Juckreiz und Sekundärinfektionen.
- Deutscher Schäferhund: Der Deutsche Schäferhund neigt aufgrund einer gestörten Hautbarriere und einer übersteigerten Immunreaktion auf Umweltallergene häufig zu Hauterkrankungen. Diese Rasse ist auch anfällig für sekundäre Pyodermien, die die Behandlung von atopischer Dermatitis erschweren.
- West Highland White Terrier (Westie): Dieser kleine Terrier ist einer der am häufigsten von DAC betroffenen Hunde. Seine dünne Haut und seine Anfälligkeit für Nahrungsmittel- und Umweltallergien machen ihn zu einer dermatologisch besonders schwierigen Rasse.
- Shar Pei: Die ausgeprägten Hautfalten des Shar Pei sind ein idealer Nährboden für Sekundärinfektionen. Sein überempfindliches Immunsystem macht ihn außerdem anfälliger für Umweltallergien, was zu chronischen Hautentzündungen führt.
- Boxer: Der Boxer neigt zu allergischen Erkrankungen, darunter auch atopische Dermatitis. Er leidet häufig unter bakteriellen und pilzbedingten Hautinfektionen, die die juckenden Symptome verschlimmern.
Was sind die wichtigsten Symptome und Komplikationen?
Die Symptome treten in der Regel ab einem Alter von 6 Monaten in Schüben auf und können durch eine Ernährungsumstellung, das Vorhandensein von äußeren Parasiten (Flöhe, Zecken, Milben) oder je nach Jahreszeit durch die jeweilige Allergie verursacht werden. Bei einigen Hunden können die Symptome jedoch das ganze Jahr über auftreten.
Klinisch äußert sich die atopische Dermatitis durch das Auftreten von roten Flecken, die stark jucken (Pruritus), manchmal mit Papeln und Haarausfall, die am Körper des Hundes zu beobachten sind, insbesondere in den Hautfalten, an den Pfoten, den Lefzen, den Augenrändern, an der Innenseite der Gliedmaßen, den Ballen (= Pododermatitis) an den Zehenzwischenräumen, am Bauch und am Hals. Das Fell kann fettig sein und einen unangenehmen Geruch aufweisen.
Der Hund kratzt und leckt sich häufig an den betroffenen Stellen. Die Haut kann sich dann verdicken und verkrusten. Auch eine Ohrenentzündung kann auftreten, in diesem Fall sind die Ohren gerötet und das Tier schüttelt den Kopf.
Angstzustände oder äußere Parasiten wie Flöhe oder Zecken können die Symptome verschlimmern.
Eine Studie* hat einen Zusammenhang zwischen der Schwere des Juckreizes und einer Zunahme bestimmter abnormaler Verhaltensweisen gezeigt, was auf chronischen Stress geringer Intensität bei Hunden mit atopischer Dermatitis hindeutet.
Wie wird atopische Dermatitis bei Hunden diagnostiziert?
Wenn Ihr Hund Symptome aufweist, die auf Atopie hindeuten, sollten Sie Ihren Tierarzt aufsuchen. Er wird Ihnen zahlreiche Fragen stellen und Ihren Hund einer umfassenden Untersuchung unterziehen, darunter auch einer zytologischen Untersuchung der Haut.
Die Diagnose erfolgt ausschließlich klinisch: Anhand der Symptome, der Lokalisation der Läsionen, des Alters, des Ansprechens auf Behandlungen und unter Ausschluss anderer Ursachen für Juckreiz (Vorhandensein von Parasiten wie Flöhen, Räude, Demodikose oder einer Infektion) kann er den Verdacht bestätigen.
Es kann jedoch sinnvoll sein, zusätzliche Tests durchzuführen, um herauszufinden, welche Allergien vorliegen. Diese können entweder an der Haut mittels Intrakutantest durchgeführt werden.
Dabei wird eine kleine Menge eines Allergens in die Haut injiziert (intrakutane Injektion) und die Reaktion nach einigen Minuten beobachtet. Wenn eine rote Reaktion auftritt, ist das Tier empfindlich gegenüber dem injizierten Allergen.
Diese Untersuchung ist nicht schmerzhaft und liefert schnelle und zuverlässige Ergebnisse. Es stehen auch Bluttests zur Verfügung.
Der Ratschlag von Santévet: Auch wenn die Identifizierung des Allergens und die Desensibilisierung ein langwieriger und kostspieliger Prozess sind, ist dies die einzige wirksame Behandlung gegen atopische Dermatitis, die sich positiv auf die Lebensqualität des Hundes auswirken kann!
Therapeutische Behandlung: Wie kann man atopische Dermatitis loswerden?
1/ Identifizierung des Allergens und Desensibilisierung
Die einzige Behandlung der atopischen Dermatitis besteht in der Identifizierung des Allergens und dessen Beseitigung aus der Umgebung oder durch Desensibilisierung, d. h. der Wiederherstellung der Toleranz des Immunsystems gegenüber dem Allergen (z. B. bei einer Hausstaubmilbenallergie).
2/ Vermeidung oder Desensibilisierung
Sobald die Allergene identifiziert sind, können sie entweder aus der Umgebung entfernt werden, was jedoch in den meisten Fällen leider nicht möglich ist (Beispiele: Pollen oder Milben). Dann kann eine Desensibilisierung durchgeführt werden, um die Immunreaktion des Hundes zu verändern. Bei diesem Ansatz werden dem Organismus nach und nach steigende Dosen des Allergens verabreicht, um ihn daran zu gewöhnen und die Intensität der allergischen Reaktionen zu verringern.
Wie kann man atopische Dermatitis bei Hunden auf natürliche Weise behandeln und heilen?
Welches Futter ist für einen Hund mit atopischer Dermatitis geeignet?
Bei Ihrem Tierarzt finden Sie therapeutisches Futter (insbesondere in Form von Trockenfutter), das verschrieben werden kann, da die Umstellung der Ernährung eines atopischen Hundes Teil seiner Behandlung ist.
Hypoallergenes Futter wird für Hunde mit atopischer Dermatitis empfohlen, insbesondere wenn eine Nahrungsmittelallergie vermutet wird. Sein Ziel ist es, Immunreaktionen zu begrenzen, indem potenziell allergieauslösende Inhaltsstoffe entfernt werden.
Gibt es neben Trockenfutter noch weitere Nahrungsergänzungsmittel?
Die essentiellen Fettsäuren Omega-3 und Omega-6 spielen eine wichtige Rolle für die Hautgesundheit von Hunden mit Atopie. Diese Nährstoffe stärken die Hautbarriere und reduzieren Entzündungen. Sie können in Form von Nahrungsergänzungsmitteln verabreicht oder in speziell für Hauterkrankungen entwickeltem Trockenfutter enthalten sein.
Die Zufuhr von Zink und den Vitaminen A, E und B trägt ebenfalls zur Erhaltung einer gesunden Haut bei. Diese Mikronährstoffe unterstützen die Zellregeneration und stärken die natürlichen Abwehrkräfte.
Probiotika sind eine weitere vielversprechende natürliche Lösung. Diese guten Bakterien verbessern die Verdauung und tragen zur Stärkung des Immunsystems bei. Ihr Tierarzt kann Sie beraten, welche Formeln für die Bedürfnisse Ihres Tieres am besten geeignet sind.
Wenn Sie Fragen zur Absicherung Ihres Hundes oder zu möglichen Tierarztkosten haben, kann ein persönliches Gespräch hilfreich sein. 📞Kontakt zu Santévet aufnehmen
Welche ätherischen Öle und natürlichen Behandlungen sind bei Hunden wirksam?
Es können auch andere sogenannte natürliche Behandlungen angewendet werden. Es ist wichtig, dies mit dem Tierarzt zu besprechen, da sie zwar als Ergänzung zu einer medikamentösen Behandlung und einer angepassten Ernährung interessant sein können, aber allein nicht ausreichen, um diese Hautkrankheit zu bekämpfen. Auch die Verwendung von ätherischen Ölen erfordert die Meinung und den Rat eines Tierarztes.
Kann Homöopathie einem Hund mit Ekzemen helfen?
Homöopathie kann vorübergehend Linderung verschaffen.
Die atopische Dermatitis bei Hunden ist eine häufige Hauterkrankung bei bestimmten Hunderassen, die bereits in jungen Jahren auftritt. Sie ist genetisch bedingt und sekundär zu einer Hautanomalie, die zu einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Allergenen führt. Das Tier leidet dann unter Juckreiz und Rötungen am Körper, die sehr unangenehm sein können. Diese Erkrankung ist nicht tödlich, kann jedoch die Lebensqualität des Tieres erheblich beeinträchtigen, wenn sie nicht konsequent behandelt wird.