Britisch Kurzhaar

Die Britisch Kurzhaar ist vielen Katzenbesitzern ein Begriff. Das wundert wenig, denn ihr Aussehen und ihre gesamte Erscheinung sind sehr markant. Erstmals ausgestellt wurde die Rasse im Jahr 1871 in London. Nach ihrer Heimat wurde sie Britisch Kurzhaar (im Englischen British Shorthair) benannt. Die Geschichte reicht jedoch noch weiter zurück: Die Rasse entwickelte sich seit der Römerzeit isoliert auf den britischen Inseln.

Britisch Kurzhaar
Britisch Kurzhaar - 123rf

Körperbau und Rassestandard der Britisch Kurzhaar

Das wohl auffälligste Merkmal der Rasse ist ihr plüschiges, teddyartiges Fell. Die kurzen Haare liegen nicht wie bei den meisten anderen Katzen an, sondern stehen leicht ab. Die dichte und gut ausgeprägte Unterwolle trägt zusätzlich zum flauschigen Aussehen bei.

Auffällig ist außerdem der insgesamt breite und kompakte Körperbau. Die Beine sind eher kurz, dafür aber kräftig und rund. Die Pfoten sind stark ausgeprägt und wirken im Vergleich zu denen von anderen Hauskatzenrassen ebenfalls breit. Gleiches gilt für den Kopf, der durch seine Größe im Verhältnis zum Körper noch einmal das Teddy-Schema unterstreicht.

Übrigens: Die Britisch Kurzhaar wird wegen ihres sperrigen Namens oftmals auch einfach nur BKH genannt. In Bezug auf die Farben gibt es bei den Britisch Kurzhaar sehr viel Variabilität. Am bekanntesten ist die British Blue, die neben ihrem blauen Fell durch gelbe Augen auffällt. Daneben gibt es jedoch viele weitere Fellfarben, zum Beispiel:

  • Creme
  • Schwarz
  • Weiß
  • Rot
  • Lilac
  • Fawn
  • Cinnamon

Auch die Augenfarbe variiert innerhalb der Rasse. Laut Standard sind Blau, Gelb, Grün, Kupferfarbe und Orange zugelassen. Auch wenn die Katzen durch ihr flauschiges Fell voluminös aussehen, sind sie nicht besonders schwer. Wenn die Britisch Kurzhaar ausgewachsen ist, wiegt eine Katze bis zu 6 Kilogramm und ein Kater bis zu 8 Kilogramm.

Wer sich eine Katze anschafft, sollte zuvor immer bedenken, dass es sich um eine Investition in die Zukunft handelt. Die anhänglichen Katzen möchten gern in der Gesellschaft ihres Besitzers bleiben. Dabei handelt es sich um eine langfristige Bindung, denn die Britisch Kurzhaar haben eine Lebenserwartung von 12 bis 16 Jahren im Durchschnitt.

Schon gewusst?
Die Britisch Kurzhaar ist zwar eine der ältesten Hauskatzen-Rassen in Bezug auf eine planmäßige Zucht, dennoch war sie nicht immer eigenständig. Von 1970 bis 1977 wurde sie im Rassestandard mit der Kartäuser zusammengefasst.

Vornehm und ruhig: der Charakter der Britisch Kurzhaar

Viele Züchter loben die Britisch Kurzhaar als ideale Katzenrasse für die Wohnung. Die Tiere gelten als ruhig, ausgeglichen und friedfertig. Aus diesem Grund vertragen sie sich gut mit Artgenossen ebenso wie mit anderen Haustieren. Besonders wichtig ist für viele Katzenbesitzer der Bezug zum Menschen. Dieser ist bei der Rasse Britisch Kurzhaar besonders gut ausgeprägt. Die anhänglichen Tiere folgen ihrem Besitzer und fordern körperliche Nähe ein. Trotzdem gelten sie nicht als aufdringlich.

Auf der anderen Seite bedeutet ihr ruhiger und ausgeglichener Charakter, dass die Tiere nur mäßiges Interesse an der Natur haben. Es kommt zwar gelegentlich vor, dass auch eine Britisch Kurzhaar eine Maus fängt, die meisten Vertreter der Rasse begnügen sich jedoch mit dem Spielen in der Familie.

Schon gewusst?
Die Britisch Kurzhaar gilt als eher verschwiegene Katzenrasse. Das heißt, dass die Tiere selten miauen. Allerdings gilt wie immer: keine Regel ohne Ausnahme.

Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass die Katze eventuell leidet, wenn sie zu wenig Anbindung an die menschlichen Mitbewohner hat. Wer nicht oft zu Hause ist, sollte mindestens zwei Tiere halten.

Wichtiges zur Haltung der Britisch Kurzhaar

Die grundsätzliche Frage bei der Katzenhaltung lautet: Freigänger oder nicht? Prinzipiell sind mit einer Britisch Kurzhaar beide Haltungsformen möglich. Wer seine Katze nach draußen lässt, sollte auf Impfungen und Prophylaxe vor Parasiten achten.

In der Wohnung sind die teddyhaften Samtpfoten ruhig und ziehen sich gern auf einen gemütlichen Platz zurück, von dem aus sie alles beobachten können. Fremden gegenüber sind die Tiere meist zurückhaltend, akzeptieren Kinder und Gäste aber in ihrer Nähe.

Der ruhige Charakter kann bei fehlendem Auslauf zu einem Defizit an Bewegung führen, was letztlich überflüssige Pfunde nach sich zieht. Besitzer von Katzen dieser Rasse sollten daher darauf achten, regelmäßig mit ihren Haustieren zu spielen und sie dadurch zu Bewegung anzuregen.

Ansonsten gestaltet sich die Haltung der Britisch Kurzhaar als unproblematisch. Die Tiere können sogar als Einzelkatzen gehalten werden. Dann ist der enge und stetige Kontakt zu Menschen jedoch unverzichtbar.

Katzen scheuen das Wasser. Stimmt, aber es gibt eine Ausnahme: die Britisch Kurzhaar. Tiere dieser Rasse gelten als wenig wasserscheu, was sich als vorteilhaft erweist, wenn die Katze gebadet werden muss. Das sollte trotzdem eine Ausnahme bleiben.

Rassetypische Krankheiten und Beschwerden

In Bezug auf die Gesundheit gibt es eine gute Nachricht: Es gibt keine besonderen Krankheiten, die bei der Britisch Kurzhaar übermäßig häufig auftreten. Im Allgemeinen gelten die Tiere als wenig anfällig, wie bei allen anderen Rassen empfehlen sich verschiedene Impfungen für die Katze.

Ein gesundheitsrelevanter Aspekt kommt zum Tragen, wenn Sie BKH züchten möchten. Die Rasse ist von Erbkrankheiten wie PKD und HCM betroffen. Entsprechend sollten Sie Elterntiere auswählen, die nicht unter diesen Krankheiten leiden. Zu bedenken ist das auch vor der Anschaffung einer neuen Katze. Wie bereits erwähnt, ist Übergewicht bei diesen Katzen ebenfalls ein Thema. Wer auf eine ausgewogene Ernährung achtet, sollte hier aber keine Probleme bekommen.

Richtige Pflege der Britisch Kurzhaar

Die Pflege einer BKH bereitet wenig Aufwand. Einzig die dichte Unterwolle kann dazu führen, dass verstärkt Haare auf dem Sofa und der ganzen Wohnung zurückbleiben. Um ein übermäßiges Haaren zu verhindern, gibt es spezielle Bürsten und Kämme. Es reicht aus, die Katzen damit etwa einmal pro Woche zu pflegen. In der Zeit des Fellwechsel können kürzere Intervalle sinnvoll sein.