Ragdoll

Ein Blick ins Guinness-Buch der Rekorde bestätigt es: Die größte Katze der Welt ist eine Ragdoll. Tiere dieser Rasse fallen jedoch nicht nur durch ihre Größe auf – das plüschige Fell und der verspielte Charakter sind ebenso typische Merkmale.

Ragdoll Katze
Ragdoll Katze - Pixabay

Erscheinungsbild der Ragdoll: nicht nur groß, alle Merkmale auf einen Blick

Mit der Größe von bis zu 120 cm Länge geht bei der Rasse auch ein entsprechendes Gewicht einher. Ist eine Ragdoll ausgewachsen, bringt die Katze 4,5 bis 6,5 Kilogramm auf die Waage. Kater werden mit 6,5 bis 10 Kilogramm sogar noch einmal deutlich schwerer als die Weibchen.

Der muskulöse Körper wirkt zudem durch das mittellange bis lange Fell sehr groß. Eine Besonderheit ist der fellige Kragen, der das Gesicht der Katzen rahmt. Die Kombination aller Merkmale erweckt den Eindruck eines großen Kuscheltiers – und so verhalten sich die Tiere auch gelegentlich. Interessant ist zudem die Fellfarbe, die Katzen gehören nämlich zu den sogenannten Point-Rassen. Das bedeutet, dass die Ragdoll Kitten alle mit heller Farbe geboren werden. Erst im Laufe der nächsten Wochen zeigt sich die spätere Färbung, zum Beispiel:

  • Lilac
  • Seal
  • Blau
  • Creme

Die Augen der Ragdoll sind laut Rassestandard immer blau. Alles andere gilt als Fehler, ebenso wie weiße Flecken bei der sogenannten Point-Zeichnung.

Übrigens: Offiziell gilt die Ragdoll als Halblanghaar-Katze – zwar ist das Fell am Kragen und am Schwanz sehr lang, am Kopf ist es jedoch kurz und am übrigen Körper halblang.

Ein echtes Kuscheltier: der Charakter der Ragdoll

Die Liste der positiven Charaktereigenschaften der Ragdoll ist lang: ruhig, ausgeglichen, friedlich, freundlich, anhänglich und ausgewogen. In Anbetracht dieses Wesens wundert es nicht, dass die Katzen dieser Rasse häufig von Familien im Haus gehalten werden. Ihre sehr menschenbezogene Art zeigt sich in einer weiteren Besonderheit: Eine Ragdoll sucht sich zum Schlafen meist nicht einen Platz auf dem Sofa oder in der Katzen-Hängematte, sondern in unmittelbarer Nähe eines Menschen, zu dem das Tier eine enge Bindung hat.

Der Name Ragdoll – aus dem Englischen für Stoffpuppe – passt folglich sehr gut zu der Rasse. Ursprung dafür ist jedoch nicht ihr plüschiges Aussehen, sondern eine weitere Eigenheit: Sobald ein Tier hochgenommen wird, lässt es sich schlaff hängen, genau wie eine Puppe.

Zu erwähnen ist außerdem, dass die Ragdoll eine sehr soziale Rasse ist. Die Vergesellschaftung mit Artgenossen ist in der Regel unkompliziert. Auch andere Tiere im Haushalt werden akzeptiert, so ist sogar das Zusammenleben mit (friedfertigen) Hunden kein Problem.

Fehler mit Folgen:

Einst wurde behauptet, die Ragdoll habe ein vermindertes Schmerzempfinden, was zu unschönen Tierversuchen geführt hat. Mittlerweile ist klar: Vertreter der Rasse empfinden Schmerzen genauso wie andere Hauskatzen.

Im Haus oder als Freigänger: die Haltung der Ragdoll

Die Ragdoll ist ausgeglichen, ruhig und friedlich – trotzdem ist sie auch sehr verspielt. Wer eine oder mehrere Katzen der Rasse hält, ist bei den Tieren mit einem Spielzeug fast immer willkommen.

Besonders angenehm empfinden viele Halter, dass die Katzen selbst beim Toben sehr vorsichtig sind. Das heißt, die Tiere haben keine Tendenz, ihren Spieltrieb an Gardinen oder Möbeln auszulassen. Das alles sorgt für eine sehr gute Eignung als Wohnungskatze.

In Bezug auf die Haltung ist allerdings das anhängliche und soziale Wesen der Katzen zu bedenken. Die Tiere suchen unbedingt die Nähe zu Menschen oder Artgenossen – unter Einsamkeit leiden sie hingegen. Wer selbst nicht oft zu Hause ist, sollte daher ein weiters Tier anschaffen, das nicht unbedingt eine Ragdoll sein muss. Alternativ bietet sich die Haltung der Ragdoll als Freigänger an. Das gilt ebenfalls als unkompliziert.

Wer sich Ragdoll Kitten kauft, sollte allerdings die Zutraulichkeit der Tiere bedenken, die sie auch gegenüber Fremden zeigen. Im Zweifelsfall ist es sicherer, die Katzen in einem Gehege zu halten, aus dem sie nicht gestohlen werden können.

Kurios:
Gelegentlich sind Besitzer zu sehen, die ihre Katze an der Leine Gassi führen. Oft handelt es sich dabei um eine Ragdoll, denn diese Rasse lässt sich gut an das gemeinsame Ausgehen gewöhnen.

Gesundheit und Krankheiten bei der Ragdoll

Die gute Nachricht für alle Besitzer: Es gibt keine spezifischen Ragdoll Krankheiten, unter denen die Tiere leiden könnten. Zudem gelten die Katzen als robust und gesund, was sich in einer Ragdoll Lebenserwartung von 12 Jahren ausdrückt.

Selten gibt es allerdings eine erbliche Herzkrankheit, die bei der Ragdoll auftreten kann: die HCM (hypertrophe Kardiomyopathie). Sie ist allerdings nicht auf die Rasse beschränkt, sondern ist auch von anderen Hauskatzen bekannt. Um zu prüfen, ob die eigene Katze gefährdet ist, eignet sich ein Gentest.

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Wer die Ragdoll in der Wohnung hält, sollte von Zeit zu Zeit überprüfen, ob die Krallen eventuell zu lang sind. Wie beschrieben, ist der Drang zum Kratzen beim Spielen nicht so stark ausgeprägt. Wenn das Tier die Nägel nicht mehr komplett einfahren kann, ist es nötig, die Krallen zu schneiden. Bei Freigängern gibt es dieses Problem selten.

Dafür empfehlen Tierärzte häufigere Wurmkuren, um die Katzen von einem eventuellen Befall zu befreien. Weitere Gefahren in der Natur sind Parasiten wie Zecken und Flöhe.

Gesunder Appetit:
Ein großer Körper will versorgt werden, deshalb fressen Tiere der Halblanghaar-Rasse mehr als die meisten anderen Hauskatzen. Bevor die Ragdoll ausgewachsen ist, treten zudem Wachstumsschübe auf, in denen der Hunger noch größer ist.

Für seidigen Plüsch: die richtige Pflege der Ragdoll

Die Pflege der Ragdoll betrifft vor allem das lange Fell. Es sollte etwa zweimal pro Woche gekämmt oder gebürstet werden. So lassen sich überschüssige Haare gut entfernen und sie landen nicht auf dem Sofa. Bürste oder Kamm lassen sich dafür beide verwenden – die Zinken sollten in jedem Fall abgerundet sein, um das Tier nicht zu verletzen. Die Prozedur an sich gestaltet sich fast immer unproblematisch, denn die Ragdoll ist sehr geduldig. Wenn nicht, helfen Leckerchen weiter, um in Ruhe das Fell zu pflegen.

Wie erwähnt, sollten Besitzer zudem auf die richtige Krallenlänge achten. Die Ohren gelten zudem als Anzugspunkt für Milben, weshalb ein prüfender Blick von Zeit zu Zeit ratsam ist. Auch das lange Fell sollten Besitzer untersuchen, um eventuelle Flöhe frühzeitig zu entdecken.