Katze kastrieren lassen: wissenswerte Infos für Tierhalter

Bei den meisten Katzen, insbesondere bei Freigängern, ist eine Kastration zur Vermeidung von unerwünschtem Nachwuchs eine sinnvolle Entscheidung. Dennoch ist es wichtig, sich als Tierhalter im Vorhinein Gedanken darüber zu machen, was es bedeutet, seine Katze kastrieren zu lassen. Was genau passiert bei diesem Eingriff? Und was ist vor und nach der OP zu bedenken? Weitere interessante Artikel finden Sie hier.

Kastration Katze
Bei der Kastration von Katzen handelt es sich um einen Routineeingriff - dimaberkut

Was genau bedeutet die Kastration bei der Katze?

Die Kastration lässt sich bei männlichen und bei weiblichen Tieren durchführen. Sie findet stets unter Vollnarkose statt und wird von nahezu allen Tierärzten angeboten.

Die Kastration bei Katern

Bei der Kater-Kastration entfernt der Tierarzt die Hoden aus dem Hodensack, bindet die Samenleiter und die anhängenden Blutgefäße ab und verschließt die Öffnung wieder. Der Eingriff ist recht unkompliziert, geht mit einem nur sehr kleinen Einschnitt einher und ist mit wenigen Risiken verbunden.

Kastration der weiblichen Katze

Bei der Kastration einer weiblichen Katze muss der Tierarzt die Bauchdecke öffnen, um die Eierstöcke zu entfernen. Oft wird zusätzlich die Gebärmutter entfernt. Anschließend verschließt der Tierarzt die Haut dreischichtig. Dieser Eingriff ist etwas komplizierter als der bei männlichen Artgenossen.

Die Heilungs- und Genesungsphase nach der Kastration

Es folgt eine Heilungsphase, die meist etwa zehn Tage andauert. Doch die meisten Tiere erholen sich bereits am selben oder am nächsten Tag weitgehend von dem vergleichsweise unkomplizierten Eingriff. Bei weiblichen Katzen kann die Erholungszeit etwas länger andauern, da bei ihnen eine Bauch-Operation erfolgte. Nach etwa zehn Tagen zieht der Tierarzt die Fäden.

Kastration oder Sterilisation: Worin liegt der Unterschied?

Die Kastration muss unterschieden werden von der Sterilisation der Katze. Letztere bedeutet nämlich, dass lediglich die Eileiter bei weiblichen Katzen und die Samenleiter bei männlichen Katern durchtrennt werden. So werden die Tiere zwar auch unfruchtbar, die hormonbildenden Geschlechtsorgane bleiben allerdings erhalten. Da man dies in der Regel nicht möchte, erfolgt in den meisten Fällen eher eine Kastration.

Katze kastrieren: Welche Kosten fallen hierfür an?

Die Kosten für tiermedizinische Behandlungen sind in der Gebührenordnung für Tierärzte geregelt, können aber dennoch je nach Tierarzt, Tier und Aufwand variieren. Bei der Kater-Kastration sind mit Kosten von etwa 85 Euro zu rechnen. Für die Kastration der Katze ist mit einem etwas höherem Kostenaufwand von etwa 140 Euro zu rechnen, da der Eingriff aufwendiger ist.

Tipp:
Die Katzenkrankenversicherung von SantéVet beinhaltet eine jährliche Vorsorgepauschale, welche Sie unter anderem für die Kastration Ihrer Katze nutzen können.

Gründe für die Kastration: Warum lassen Haustierbesitzer ihre Katze kastrieren?

In erster Linie dient die Katzen-Kastration der Verhinderung von ungeplantem Nachwuchs. Das ist auch aus Tierschutz-Gründen wichtig, um Katzen-Nachwuchs zu verhindern, für den kein Zuhause zur Verfügung steht. Aber auch im Rahmen der Gesundheitsvorsorge spielt die Kastration von Katzen genau wie die Impfung eine nicht zu vernachlässigende Rolle.

Sie ist mit den folgenden Vorteilen verbunden:

  • Für die weibliche Katze: Stressbehaftete Rolligkeitssymptome bleiben aus
  • Kater zeigen weniger Aggressionsverhalten (dadurch weniger gefährliche Kämpfe mit Artgenossen), streunen und markieren nicht
  • Viele Katzen sind nach der Kastration zutraulicher, ruhiger, konzentrierter
  • Das Infektionsrisiko für Katzenkrankheiten wie FeLV (Leukose) und FIV (sogenanntes „Katzen Aids“) ist niedriger
  • Hormonell bedingte Erkrankungen wie Prostataerkrankungen oder Tumore des Gesäuges treten seltener auf

 

Schon gewusst?

Katzen, die kastriert werden, leben sicherer als unkastrierte Katzen. Dieser Umstand ist einerseits auf das niedrigere Krankheitsrisiko zurückzuführen, andererseits kommt es aber durch geringeres Aggressions- und Streunerverhalten zu weniger Unfällen.

Welche Risiken sind mit einer Katzen-Kastration verbunden?

Da es sich bei der Kastration um einen chirurgischen Eingriff handelt und dieser mit einer Narkose verbunden ist, können die typischen Operations-Risiken eintreten. Zu diesen zählen unter anderem Infektionen, Entzündungen und die Unverträglichkeit gegenüber dem Narkosemittel. Die moderne Tiermedizin ist allerdings so weit fortgeschritten, dass es eher selten zu solchen Komplikationen kommt. Bei älteren Tieren oder Katzen mit Vorerkrankungen kann das Risiko von Operations-Nebenwirkungen dennoch erhöht sein. Der Tierarzt berät Haustierhalter und klärt sie über die Risiken auf.

Was ist zu beachten, wenn Tierhalter ihre Katze kastrieren lassen?

Die Kastration ist bei Katzen ebenso wie bei Hunden ein Routineeingriff. Wichtig ist, dass das Tier am Tag der OP nüchtern ist. Nach dem Eingriff sollten Tierbesitzer für Ruhe sorgen. Das Tier darf erst wieder essen und trinken, wenn es keine Anzeichen der Narkose-Nachwirkungen mehr zeigt, beispielsweise Taumeln, Abgeschlagenheit oder unsichere Bewegungen.

Vermieden werden sollten starke Belastungen und zu viel Bewegung. Treppensteigen, Spielen mit Artgenossen und Co. sind daher zunächst tabu. Damit die Katze nicht versucht, die Wundnaht zu öffnen, sollte sie eine Halskrause oder einen Ganzkörperbody tragen.

Kastration bei Katzen: Mit welchen Veränderungen ist zu rechnen?

Wer seine Katze kastrieren lässt, muss damit rechnen, dass es zu einem verlangsamten Stoffwechsel kommt. Das bedeutet, dass die Katze zunimmt, wenn der Halter ihre Futtermenge nicht anpasst. Es gibt auch spezielles Futter für kastrierte Katzen, das eine geringere Energiedichte aufweist. Es empfiehlt sich, auf ausreichend Bewegung zu achten, sobald die Katze die Heilungsphase nach der Kastration gut überstanden hat.

Außerdem kommt es bei einigen Katzen zu Verhaltensveränderungen. Diese werden aber von den meisten Tierbesitzern als durchaus positiv wahrgenommen. So werden viele kastrierte Katzen und Kater ruhiger und anhänglicher, streunen weniger herum und zeigen eine geringere Kampfbereitschaft gegenüber ihren Artgenossen.

Ab und an kommt es zu Fellveränderungen, die durch Änderungen im Hormonhaushalt bedingt sind. Hier kann es sich lohnen, in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt Nahrungsergänzungen zu verabreichen, die speziell für ein gesundes Fell entwickelt wurden.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Kastration bei Katzen?

Wenn Tierhalter eine Katze oder einen Kater kastriert lassen wollen, ist es wichtig, dass der Eingriff vor der Geschlechtsreife erfolgt – zumindest, wenn diese Freilauf erhalten oder anderweitigen Kontakt zu Artgenossen haben. Eine Frühkastration bei Katzen erfolgt bereits deutlich vor der Geschlechtsreife. Der Zeitpunkt für die Katzen-Kastration liegt im Durchschnitt zwischen dem sechsten bis achten Lebensmonat oder als Frühkastration bei acht bis 14 Wochen – abhängig vom Geschlecht und der Rasse.

In jedem Fall sollte man vermeiden, mit der Kastration oder Sterilisation der Katze zu lange zu warten, denn bereits ein ungeplantes Treffen mit einem Artgenossen anderen Geschlechts kann zu unerwünschtem Katzennachwuchs führen.

Herausgegeben von

Martin Walter