Kastration der Katze: Alles über den Eingriff

Bei den meisten Katzen, insbesondere bei Freigängern, ist eine Kastration zur Vermeidung von unerwünschtem Nachwuchs eine sinnvolle Entscheidung. Dennoch ist es wichtig, sich als Tierhalter im Vorhinein Gedanken darüber zu machen, was es bedeutet, seine Katze kastrieren zu lassen. Was genau passiert bei diesem Eingriff? Und was ist vor und nach der OP zu bedenken?

Kastration Katze
Bei der Kastration von Katzen handelt es sich um einen Routineeingriff. - Pixabay

Was genau bedeutet die Kastration bei der Katze?

Die Kastration lässt sich bei männlichen und bei weiblichen Tieren durchführen. Sie findet stets unter Vollnarkose statt und wird von nahezu allen Tierärzten angeboten.

Die Kastration bei Katern

Bei der Kater-Kastration entfernt der Tierarzt die Hoden aus dem Hodensack, bindet die Samenleiter und die anhängenden Blutgefäße ab und verschließt die Öffnung wieder. Der Eingriff ist recht unkompliziert, geht mit einem nur sehr kleinen Einschnitt einher und ist mit wenigen Risiken verbunden.

Kastration der weiblichen Katze

Bei der Kastration einer weiblichen Katze muss der Tierarzt die Bauchdecke öffnen, um die Eierstöcke zu entfernen. Oft wird zusätzlich die Gebärmutter entfernt. Anschließend verschließt der Tierarzt die Haut dreischichtig. Dieser Eingriff ist etwas komplizierter als der bei männlichen Artgenossen.

Die Heilungs- und Genesungsphase nach der Kastration

Es folgt eine Heilungsphase, die meist etwa zehn Tage andauert. Doch die meisten Tiere erholen sich bereits am selben oder am nächsten Tag weitgehend von dem vergleichsweise unkomplizierten Eingriff. Bei weiblichen Katzen kann die Erholungszeit etwas länger andauern, da bei ihnen eine Bauch-Operation erfolgte. Nach etwa zehn Tagen zieht der Tierarzt die Fäden.

Kastration oder Sterilisation: Worin liegt der Unterschied?

Die Kastration muss unterschieden werden von der Sterilisation der Katze. Letztere bedeutet nämlich, dass lediglich die Eileiter bei weiblichen Katzen und die Samenleiter bei männlichen Katern durchtrennt werden. So werden die Tiere zwar auch unfruchtbar, die hormonbildenden Geschlechtsorgane bleiben allerdings erhalten. Da man dies in der Regel nicht möchte, erfolgt in den meisten Fällen eher eine Kastration.

Katze kastrieren: Welche Kosten fallen hierfür an?

Die Kosten für tiermedizinische Behandlungen sind in der Gebührenordnung für Tierärzte geregelt, können aber dennoch je nach Tierarzt, Tier und Aufwand variieren. Bei der Kater-Kastration sind mit Kosten von etwa 85 Euro zu rechnen. Für die Kastration der Katze ist mit einem etwas höherem Kostenaufwand von etwa 140 Euro zu rechnen, da der Eingriff aufwendiger ist.

Tipp:
Die Katzenkrankenversicherung von SantéVet beinhaltet eine jährliche Vorsorgepauschale, welche Sie unter anderem für die Kastration Ihrer Katze nutzen können.

Gründe für die Kastration: Warum lassen Haustierbesitzer ihre Katze kastrieren?

In erster Linie dient die Katzen-Kastration der Verhinderung von ungeplantem Nachwuchs. Das ist auch aus Tierschutz-Gründen wichtig, um Katzen-Nachwuchs zu verhindern, für den kein Zuhause zur Verfügung steht. Aber auch im Rahmen der Gesundheitsvorsorge spielt die Kastration von Katzen genau wie die Impfung eine nicht zu vernachlässigende Rolle.

Sie ist mit den folgenden Vorteilen verbunden:

  • Für die weibliche Katze: Stressbehaftete Rolligkeitssymptome bleiben aus
  • Kater zeigen weniger Aggressionsverhalten (dadurch weniger gefährliche Kämpfe mit Artgenossen), streunen und markieren nicht
  • Viele Katzen sind nach der Kastration zutraulicher, ruhiger, konzentrierter
  • Das Infektionsrisiko für Katzenkrankheiten wie FeLV (Leukose) und FIV (sogenanntes „Katzen Aids“) ist niedriger
  • Hormonell bedingte Erkrankungen wie Prostataerkrankungen oder Tumore des Gesäuges treten seltener auf

 

Schon gewusst?

Katzen, die kastriert werden, leben sicherer als unkastrierte Katzen. Dieser Umstand ist einerseits auf das niedrigere Krankheitsrisiko zurückzuführen, andererseits kommt es aber durch geringeres Aggressions- und Streunerverhalten zu weniger Unfällen.

Welche Risiken sind mit einer Katzen-Kastration verbunden?

Da es sich bei der Kastration um einen chirurgischen Eingriff handelt und dieser mit einer Narkose verbunden ist, können die typischen Operations-Risiken eintreten. Zu diesen zählen unter anderem Infektionen, Entzündungen und die Unverträglichkeit gegenüber dem Narkosemittel. Die moderne Tiermedizin ist allerdings so weit fortgeschritten, dass es eher selten zu solchen Komplikationen kommt. Bei älteren Tieren oder Katzen mit Vorerkrankungen kann das Risiko von Operations-Nebenwirkungen dennoch erhöht sein. Der Tierarzt berät Haustierhalter und klärt sie über die Risiken auf.

Was ist zu beachten, wenn Tierhalter ihre Katze kastrieren lassen?

Die Kastration ist bei Katzen ebenso wie bei Hunden ein Routineeingriff. Wichtig ist, dass das Tier am Tag der OP nüchtern ist. Nach dem Eingriff sollten Tierbesitzer für Ruhe sorgen. Das Tier darf erst wieder essen und trinken, wenn es keine Anzeichen der Narkose-Nachwirkungen mehr zeigt, beispielsweise Taumeln, Abgeschlagenheit oder unsichere Bewegungen.

Vermieden werden sollten starke Belastungen und zu viel Bewegung. Treppensteigen, Spielen mit Artgenossen und Co. sind daher zunächst tabu. Damit die Katze nicht versucht, die Wundnaht zu öffnen, sollte sie eine Halskrause oder einen Ganzkörperbody tragen.

Kastration bei Katzen: Mit welchen Veränderungen ist zu rechnen?

Wer seine Katze kastrieren lässt, muss damit rechnen, dass es zu einem verlangsamten Stoffwechsel kommt. Das bedeutet, dass die Katze zunimmt, wenn der Halter ihre Futtermenge nicht anpasst. Es gibt auch spezielles Futter für kastrierte Katzen, das eine geringere Energiedichte aufweist. Es empfiehlt sich, auf ausreichend Bewegung zu achten, sobald die Katze die Heilungsphase nach der Kastration gut überstanden hat.

Außerdem kommt es bei einigen Katzen zu Verhaltensveränderungen. Diese werden aber von den meisten Tierbesitzern als durchaus positiv wahrgenommen. So werden viele kastrierte Katzen und Kater ruhiger und anhänglicher, streunen weniger herum und zeigen eine geringere Kampfbereitschaft gegenüber ihren Artgenossen.

Ab und an kommt es zu Fellveränderungen, die durch Änderungen im Hormonhaushalt bedingt sind. Hier kann es sich lohnen, in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt Nahrungsergänzungen zu verabreichen, die speziell für ein gesundes Fell entwickelt wurden.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Kastration bei Katzen?

Wenn Tierhalter eine Katze oder einen Kater kastriert lassen wollen, ist es wichtig, dass der Eingriff vor der Geschlechtsreife erfolgt – zumindest, wenn diese Freilauf erhalten oder anderweitigen Kontakt zu Artgenossen haben. Eine Frühkastration bei Katzen erfolgt bereits deutlich vor der Geschlechtsreife. Der Zeitpunkt für die Katzen-Kastration liegt im Durchschnitt zwischen dem sechsten bis achten Lebensmonat oder als Frühkastration bei acht bis 14 Wochen – abhängig vom Geschlecht und der Rasse.

In jedem Fall sollte man vermeiden, mit der Kastration oder Sterilisation der Katze zu lange zu warten, denn bereits ein ungeplantes Treffen mit einem Artgenossen anderen Geschlechts kann zu unerwünschtem Katzennachwuchs führen.

Was passiert mit Ihrer Katze nach der Kastration?

Es braucht einige Wochen, bis der Hormonhaushalt wieder im Gleichgewicht ist danach. In der ersten Zeit kann Ihre Katze deshalb gestresst wirken und eventuell auch Aggressionen zeigen aufgrund ihrer Verwirrung. Langfristig wird eine Katze nach der Kastration ruhiger, durch das Ausbleiben sexueller Zyklen und der damit verbundenen Unruhe.

Wie helfen Sie Ihrer Katze nach der Kastration am besten?

Vorab planen Sie am besten ein paar freie Tage nach dem Kastrationstermin ein, damit Sie Ihre Katze nach der Kastration nicht alleine lassen müssen. Stehen Sie Ihrer Katze bei und geben Sie ihr in den ersten Tagen danach Sicherheit. Mit etwas Pflege und Fürsorge ist sie schnell wieder fit. Wenn Sie Ihre Katze beim Tierarzt abholen, erschrecken Sie nicht. Sie wirken oftmals sehr hilflos und taumelig durch die Narkose. Dazu kommen die kahlrasierten Stellen und eventuell noch ein Halskragen, welche die Katze anders aussehen lassen.

Anweisungen des Tierarztes abfragen

Notieren Sie sich alle Anweisungen des Tierarztes, damit Sie durch den Schreck nichts vergessen. Klären Sie folgende Punkte:

  • Wann darf die Katze wieder trinken?
  • Wann darf sie wieder fressen?
  • Bekommt Ihre Katze Medikamente?
  • Worauf müssen Sie achten in den nächsten Tagen?
  • Wann ist der Termin zum Fädenziehen?

Wärme und Transportbox

Wenn Sie nach Hause kommen mit Ihrer Katze, kann diese am besten erst einmal noch in der Transportbox bleiben und sich ausschlafen. Darin besteht keine Verletzungsgefahr, da sie noch sehr taumelig sein wird. Auch bekommt sie so keine Angst, da sie nicht merkt, wie schlecht sie gerade zu Hause zurechtkommt.

Am besten legen Sie ihr beim Abholen bereits eine warme Decke hinein, die vertraut reicht. Zu Hause stellen Sie den Transportkorn an einen warmen, dunklen und ruhigen Ort. Schauen Sie immer wieder nach Ihrer Katze, ob sie wieder munter wird.

Wichtig: Achten Sie darauf, dass Ihre Katze die erste Zeit warmgehalten wird. Durch die Narkose kühlt ihr Körper leichter aus, da sie ihre Temperatur anfangs noch nicht wieder selbst regulieren kann. Aber bitte nicht direkt vor die Heizung stellen. Eine warme (nicht heiße!) Wärmflasche ist eine Möglichkeit oder eine Wärmelampe. Achten Sie aber ebenfalls darauf, dass sie nicht zu warm wird.

Umzug auf das Krankenlager

Sobald Ihre Katze wieder richtig wach ist und heraus möchte, richten Sie ihr ein Krankenlager auf dem Boden ein. Es sollte an einem ruhigen Ort sein, an dem es keine Gefahrenstellen gibt, von denen sie herunterfallen könnte. Außerdem sollte der Ort sauber sein, um ein Infektionsrisiko möglichst klein zu halten. Das Krankenlager sollte weich und bequem sein.

Sorgen Sie für eine Wärmequelle, von der Ihre Katze sich aber auch entfernen kann. Decken Sie, wenn nötig, die Katzendecken mit einem Betttuch oder einer alten Tischdecke ab, damit eventuelle Haare von den Decken nicht in die Wunde gelangen können.

Sie möchten die Katze nach der Kastration hochheben? Bitte denken Sie daran, nicht unter den Bauch zu fassen. Heben Sie sich möglichst gar nicht an. Am besten umfassen Sie ihre Katze im Transportkorb seitlich links und rechts und ziehen sie sachte nach vorn heraus direkt auf ihr Lager. Am besten kommt sie ganz allein heraus.

Gut zu wissen: Haben Sie weitere Katzen, so trennen Sie diese erst einmal. Sie reagieren auf die operierte Katze meist nicht sehr rücksichtsvoll. Durch den nun fremden Geruch und das seltsame Verhalten kann es sogar zu Aggressionen gegenüber der operierten Katze kommen.

Einrichtung des Krankenlagers

Stellen Sie Ihrer Katze nach der Kastration recht bald wieder frisches Trinkwasser zur Verfügung. Auch ein Katzenklo sollte direkt dran stehen, sodass es für Ihre Katze leicht erreichbar ist. Wichtig ist, dass Sie das Katzenklo die ersten Tage sehr sauber halten. Kontrollieren Sie nach dem Toilettengang wenn möglich die Operationswunde.

Wann darf die Katze nach der Kastration wieder fressen?

Hier gilt normalerweise die Regel: Wenn die Katze wieder richtig wach ist und sich komplett koordiniert bewegen kann, dann darf sie wieder fressen. Dann ist die Gefahr des Erbrechens gebannt. Füttern Sie Ihre Katze langsam wieder an. Am besten mit einem Futter, das leicht verdaulich und einfach zu fressen ist.

Die ersten Tage mit der Katze nach der Kastration

Beobachten Sie Ihre Katze gut. Prüfen Sie mindestens zweimal am Tag die folgenden Dinge:

  • Geht die Katze regelmäßig aufs Katzenklo? Ist alles normal?
  • Wie sieht die Operationsnarbe aus? Entzündet sich etwas, nässt sie oder riecht unangenehm?
  • Kommt Ihre Katze mit dem Halskragen zurecht? Frisst und trinkt sie damit ausreichend?
  • Schafft Ihre Katze es, an die Wunde zu gelangen und daran zu lecken?

Kommt Ihnen etwas davon unnormal vor, informieren Sie bitte Ihren Tierarzt. Hat Ihre Katze nach der Kastration eine Beule am Bauch, fahren Sie mit ihr zum Tierarzt. Es kann sich eine Entzündung gebildet oder die innere Bauchnaht gelöst haben.

Sollte eine Wesensänderung nach Kastration bei der Katze zu bemerken sein, zum Beispiel einye Aggression, so lassen Sie ihrer Katze Zeit. In den allermeisten Fällen gibt sich das innerhalb der ersten Wochen wieder. Geben Sie Ihrer Katze die nötige Ruhe, das Erlebte und die Hormonumstellung zu verarbeiten.

Ebenfalls wichtig: Ist Ihre Katze Freigänger, so lassen Sie sie bitte im Haus, bis die Narbe komplett zu ist!

Ziehen Sie Ihrer Katze nicht den Halskragen aus oder aber ersetzen Sie ihn durch einen Body, wenn sie mit dem Kragen gar nicht zurechtkommt. Auf keinen Fall darf Ihre Katze an der Wunde lecken oder sich selbst die Fäden ziehen!

Herausgegeben von

Martin Walter