Rhodesian Ridgeback

Früher ein Exot, heute ein beliebter Hund mit exotischem Flair: So lässt sich die Geschichte des Rhodesian Ridgebacks hierzulande zusammenfassen. Die kräftigen Tiere sind vor allem für ihre markante Erscheinung bekannt, aber auch das Wesen ist besonders. Dieser Artikel beschreibt die Rasse genauer.

Rhodesian Ridgeback
Rhodesian Ridgeback - Pixabay

Erscheinungsbild des Rhodesian Ridgebacks: muskulös und nie ohne Ridge

Da es so prägend für das Bild der Rasse ist, beginnt die Beschreibung des Aussehens mit einem Detail – dem Ridge. Dabei handelt es sich um einen schmalen Fellstreifen auf dem Rücken, auf dem das Fell in umgekehrter Richtung („gegen den Strich“) wächst. Dadurch entsteht der Eindruck eines „Kamms“ oder einer „Bürste“, der Ridge wird gelegentlich auch als inverser Aalstrich bezeichnet. In jedem Fall macht dieses Merkmal den Hund einzigartig – es ist aber nicht das einzige Charakteristikum.

Ebenfalls auffällig ist der muskulöse Körperbau der Hunde. Bei einer Widerristhöhe von 63 bis 69 Zentimetern (Rüden) und 61 bis 66 Zentimetern (Hündinnen) werden die Tiere über 30 Kilogramm schwer – die weiblichen bis 32 Kilogramm, die männlichen bis 36 Kilogramm.

enn der Rhodesian Ridgeback ausgewachsen ist, handelt es sich um eine imposante Erscheinung. Das Fell liegt eng am Körper, sodass die kräftige Statur gut sichtbar ist. Weitere Merkmale sind die vergleichsweise großen Schlappohren und das kurze Fell.

Farblich sind Rhodesian Ridgebacks laut Rassebeschreibungen immer Weizenfarben von hellen bis rötlichen Nuancen. Eine Besonderheit ist, dass die Tiere keine Unterwolle besitzen, was vor allem für die Haltung von Bedeutung ist.

Mutig, selbstbewusst, agil: der Charakter des Rhodesian Ridgebacks

Wer einen Rhodesian Ridgeback Welpen kaufen möchte, sollte unbedingt die Rassegeschichte kennen – die trägt nämlich viel zum heutigen Wesen der Hunde bei. Gezüchtet wurde die Rasse in Afrika, genauer in Rhodesien (heutiges Simbabwe). Dort hatten die Tiere eine herausfordernde Aufgabe: die Großwildjagd. Selbst mit Löwen sollen die Vorfahren der heutigen Hunde es aufgenommen haben. Zwar steht dieses Zuchtziel heute nicht mehr im Fokus, es ist aber nach wie vor prägend.

Kurios:
Im Gegensatz zu vielen anderen Länder ist der Rhodesian Ridgeback in Deutschland nicht als Jagdgebrauchshund zugelassen.

Die Tiere gehören zur Rassegruppe 6. So wundert es wenig, dass die Hunde ein großes Selbstvertrauen und viel Mut besitzen. Zudem gelten sie als sehr selbstständig – auf der Jagd ist das von Vorteil, in der Erziehung kann es zur Herausforderung werden.

Darüber hinaus sind Rhodesian Ridgebacks wie andere Jagdhunde sehr lernfreudig und intelligent. Allerdings wird den Tieren manchmal ein gewisser Eigensinn nachgesagt. Das kann die Erziehung erschweren. In einem solchen Fall ist zwar Konsequenz gefragt, aber keine übermäßige Strenge – die vertragen die Vertreter der Rasse nicht gut.

Durch ihr Wesen sind die Tiere sehr gute Wachhunde, welche das Grundstück und das Haus beschützen. Sie eignen sich durchaus für Familien und gelten als kinderlieb, eine entsprechende Erziehung vorausgesetzt.

Was im ersten Moment viele verwundert, ist der sensible Charakter der muskulösen Tiere. Sie wirken zwar selbstbewusst und forsch, haben aber auch ihre schwachen Seiten. Die zeigen sich zum Beispiel dann, wenn sie sich einer Aufgabe nicht gewachsen fühlen, weil sie nicht verstehen, was ihr Besitzer von ihnen verlangt.

Viel Auslauf und Beschäftigung: die Haltung eines Rhodesian Ridgebacks

Der Rhodesian Ridgeback stammt aus dem südlichen Afrika, wo die Landschaft sehr weit ist. Zumal als Jagdhund ausgebildet, liebt die Rasse daher die Bewegung. Wer einen Hund kauft, sollte ihm daher einen entsprechenden Auslauf bieten können. Wahlweise eignen sich lange Ausflüge in die Natur.

Zu beachten ist der Jagdtrieb – es kann passieren, dass der Hund plötzlich Wild nachstellt. Halter verhindern das mit einer konsequenten Erziehung und gegebenenfalls einer Leine. Die afrikanische Heimat zeigt sich auch in einem weiteren Merkmal, nämlich der fehlenden Unterwolle. Während sie im heißen Klima unnötig ist, hält sie Tiere hierzulande im Winter warm. Folglich ist der Rhodesian Ridgeback nicht dafür geeignet, im Freien gehalten zu werden.

Bei der Haltung ist außerdem auf eine ausreichende geistige Beschäftigung zu achten. Um die Tiere zu fordern, eignet sich Hundesport. Agility und Obedience sind zum Beispiel sehr gut geeignet, um Körper und Geist des Hundes fit zu halten.

Gesundheit: Das sind die typischen Rhodesian Ridgeback Krankheiten

Grundsätzlich zählt der Rhodesian Ridgeback zu den robusten Rassen – eine artgerechte Haltung vorausgesetzt. Kälte und Nässe vertragen die Hunde nicht gut, weshalb sie bei entsprechender Witterung eine passende Pflege benötigen. Ein zweites Problem sind Gelenkerkrankungen, von denen der Rhodesian Ridgeback häufiger betroffen ist als andere Rassen. Dazu gehören vor allem diese Beschwerden:

  • Hüftgelenksdysplasie, kurz HD: Fehlausprägung im Hüftgelenk, die zur Beeinträchtigung der Bewegung führen kann. Eine frühzeitige Behandlung durch den Tierarzt ist angezeigt, um die Symptome zu lindern.
  • Ellenbogendysplasie, kurz ED: Die Bewegung des Ellenbogens ist beeinträchtigt, häufig zeigt sich die Erkrankung in einer Arthrose. Auch hier ist die Behandlung durch den Tierarzt so früh wie möglich nötig.

Seltener sind andere vererbbare Krankheiten zu beobachten, zum Beispiel Taubheit. Hier ist es grundsätzlich die Aufgabe des Züchters, möglichst gesunde Elterntiere zu verpaaren. Darüber hinaus sind Rhodesian Ridgeback ebenso wie alle anderen Rassen von übertragbaren Krankheiten betroffen. Wer sich gut um sein Tier kümmert, kann lange mit ihm zusammenleben. Die Rhodesian Ridgeback Lebenserwartung liegt bei 10 bis 12 Jahren.

Pflege eines Rhodesian Ridgebacks: Das ist zu beachten

Da der Rhodesian Ridgeback keine Unterwolle besitzt, ist er sehr pflegeleicht. Zudem haaren die Tiere wenig, was sicher positiv für Sofa, Kleidung und Co. ist. Allerdings müssen Halter darauf achten, dass ihr Hund bei kühler Witterung nicht friert.

Das regelmäßige Pflegeritual sollte die Krallen, die Zähne und die Pfoten berücksichtigen. Ein Vorteil bei der aktiven Hunderasse ist, dass sich die Nägel fast immer von selbst abwetzen. Nur wenn die Hunde vor allem auf weichem Boden unterwegs sind, muss der Halter eventuell eingreifen.

Gegen Zahnstein ist die Prophylaxe immer empfehlenswert, denn hat sich der Belag einmal verfestigt, kann ihn nur der Tierarzt wieder entfernen. Um Plaque (die Vorstufe des Zahnsteins) zu beseitigen, eignen sich Kauartikel wie Trockenfleisch und Knochen. Ebenso gibt es spezielle Hundezahnbürsten im Fachhandel zu kaufen.