Labrador

Der Labrador oder Labrador Retriever ist eigentlich ein Jagdhund, der auf Entenjagd spezialisiert ist. Heute sind die freundlichen und aufgeschlossenen Tiere vor allem als Familienhunde begehrt, da sie sehr gut mit Kindern umgehen können. Trotzdem ist für die Haltung und Pflege der quirligen Hunde ihre Abstammung nicht außer Acht zu lassen.

Labrador
Labrador - Pixabay

Kräftiger Hund mit breitem Kopf: Erscheinungsbild des Labradors

Gezielt gezüchtet wurde der Labrador von Jägern in Großbritannien, seine Ahnen stammen jedoch aus Neufundland in Kanada. Das Interesse weckten die Hunde durch ihren ausgeprägten Apportier-Trieb, mit dem sie Fischer unterstützten. Die Ursprünge im rauen Klima und der Jagd sind den Hunden noch heute anzusehen.

Der Labrador hat einen kräftigen Körper, auf dem ein breiter Kopf sitzt. Das kurze und dichte Fell verleiht den Tieren ein zusätzlich athletisches Aussehen. Eine Besonderheit ist die dicke, sich nach oben verjüngende Rute. Wegen der Ähnlichkeit zum Wassermarder wird sie unter Züchtern auch als Otterrute bezeichnet.

In Bezug auf die Größe erreicht der Labrador ausgewachsen eine Schulterhöhe von 54 cm bis 57 cm, wobei einzelne Tiere abweichen können und Rüden geringfügig größer sind als Hündinnen. Erstere sind mit 32-35 Kilogramm deutlich schwerer als die weiblichen Tiere mit 27-30 Kilogramm Körpergewicht.

Schon gewusst?

Das Fell des Labradors zeichnet sich oft durch einen besonderen Glanz aus. Das ist einem natürlichen Fettfilm geschuldet, mit dem das Fell versehen ist. Die sorgt auch dafür, dass die Tiere besonders gut schwimmen können, da der Talg die Haare wasserabweisend macht.

Bei den Farben zeigen sich Labradore etwas weniger vielseitig als andere Rassen, es gibt sie in Schwarz, Beige und Fuchsrot. Besonders beliebt ist die braune Färbung, der sogenannte Schoko-Labrador. Die Augen sind in der Regel braun.

Schon gewusst?

Es gibt die sogenannte Labrador-Showlinie und eine Arbeitslinie. Letztere ist etwas kleiner, wendiger und gelehriger, erstere gilt als kräftiger.

Freundlich zu jedem: Das ist das Wesen des Labradors

Labbi, Schlabbi und Co. – die vielen Kosenamen zeigen, dass der Hund bei Familien besonders hoch im Kurs steht. Grund dafür ist das äußerst freundliche und friedliebende Wesen der Tiere. Insbesondere mit Kindern kommen die Hunde zudem sehr gut zurecht.

Kein Wachhund:

Wer sich einen Labrador kaufen möchte, sollte bedenken, dass die Tiere tatsächlich jedem Menschen gegenüber freundlich gestimmt sind – im Zweifelsfall auch fremden. Als Wachhund eignen sich die die Labbis daher nicht – was übrigens auch im Rassestandard so festgehalten ist.

Da der Labrador ursprünglich als Apportierhund für die Jagd gezüchtet wurde, ist er noch heute gerne aktiv. Er freut sich zum Beispiel über spielerisches Apportier-Training. Ansonsten wird den Tieren ein ruhiger Charakter nachgesagt, der auch dazu führen kann, dass die Runde Gassi etwas länger dauert als mit einem anderen Hund. In der Literatur wird zudem von einem ausgeprägten „will to please“ berichtet – also dem Wunsch, dem Menschen zu gefallen. Hunde mit dieser Eigenschaft gelten als besonders gelehrig. Wer sich einen Labrador zulegt, sollte allerdings nicht davon ausgehen, dass dieser Charakterzug zwangsläufig vorhanden ist. Vielmehr konzentriert sich die Eigenschaft auf die Labrador-Arbeitslinie, der die Field-Trial-Labradors entstammen.

Gut zu wissen: Labradore gelten als nicht aggressiv. Schutztrieb und Schärfe zählen zu den unerwünschten Eigenschaften.

Haltung: Hier ist der Labrador gerne zu Hause

Labradore lieben den Anschluss an die Familie und fügen sich gerne ein. Sie gelten daher zudem als ideale Hunde für Anfänger. Zu bedenken ist dabei allerdings der kräftige Körperbau: Ein Labrador wird zwar nicht aggressiv auf Menschen oder andere Tiere zugehen, sehr wohl aber aus Freude über den neuen Kontakt.

Er braucht daher ebenso wie andere Rassen eine konsequente Erziehung und im Fall des Falles eine starke Hand, die den Hund halten kann. Wie erwähnt, wünscht sich der Labrador Aktivität. Seine Freude am Apportieren lässt sich zum Beispiel beim Dummy-Spiel wecken. Ansonsten sind die Tiere sehr unkompliziert und stellen keine besonderen Anforderungen.

Übrigens: Der Labrador ist ein guter Schwimmer und liebt das Wasser. Wer einen See oder einen ungefährlichen Fluss in der Nähe hat, sollte dem Tier unbedingt ab und zu einen Ausflug ans Gewässer bieten. Gelegentlich wird zwischen der Show- und Arbeitslinie unterschieden, da letztere aktiver ist. In Bezug auf die Haltung haben jedoch auch die Tiere der Labrador-Showlinie den Wunsch nach Aktivitäten.

Gesundheit und Krankheiten beim Labrador

Der Labrador gilt als gesunder und vitaler Hund. Allerdings gibt es auch hier einige Erkrankungen, die Besitzer kennen sollten. Tierärzte berichten gelegentlich von Beschwerden am Bewegungsapparat. Zu nennen sind hier die Hüftgelenksdysplasie und die Osteochondrosis beim Labrador.

Erstere ist eine chronische Krankheit, welche die Hüftgelenke betrifft. Hierbei besteht eine Dysplasie (Abweichung) zwischen Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne der Hüfte, die nicht perfekt zueinanderpassen. Bei der Osteochondrosis handelt es sich um eine Störung der Knorpelbildung beim Hund. Sie kann zur Lahmheit führen und sollte in jedem Fall behandelt werden.

Ansonsten kann der Labrador Krankheiten wie alle anderen Hunde bekommen, zum Beispiel Staupe. Gegen zahlreiche Erreger gibt es passende Impfstoffe, mit denen die Labrador-Welpen ab der 12. Woche versorgt werden können.

Vorsicht im Sommer:

Wer mit dem Labrador im Freien spielt, sollte im Sommer auf Parasiten achten. Gerade Zecken kann sich ein Hund, der im hohen Gras spielt, schnell einfangen. Eine Prophylaxe ist nach Rücksprache mit dem Tierarzt sinnvoll.

In Bezug auf das Alter rechnen die meisten Züchter mit einer Lebenserwartung beim Labrador von 10 bis 12 Jahren. Allerdings gibt es auch Tiere, die deutlich älter werden.

Richtige Pflege für einen Labrador

Die Pflege eines Labradors ist im Grunde nicht aufwendig, es gibt jedoch eine wichtige Besonderheit zu beachten: Die Hunde haaren das ganze Jahr über. Folglich sollten Besitzer etwa jede Woche zur Bürste greifen, um die dichte Wolle unter Kontrolle zu halten.

Labradorbesitzer sollten außerdem auf die richtige Portionsgröße der Mahlzeiten achten. Wie viel Gramm Trocken- oder Nassfutter passend sind, geht aus der jeweiligen Fütterungsempfehlung hervor. Problem ist, dass der Labrador einen guten Appetit hat und im Zweifelsfall auch mehr isst, als er eigentlich an Nährstoffen benötigt. Die Folge sind überschüssige Pfunde, unter denen zum Beispiel die Gelenke ebenso wie der gesamte Organismus leiden. Im Zweifelsfall können Hundebesitzer auf Light-Futter umsteigen.