Das Wichtigste (TL;DR)
- Die Aujeszky-Krankheit ist eine seltene Virusinfektion bei Hunden, die fast immer innerhalb weniger Stunden bis Tage tödlich verläuft.
- Sie wird durch das Schweineherpesvirus (Suid Herpesvirus 1) verursacht, dessen natürlicher Wirt das Schwein ist.
- Hunde infizieren sich vor allem durch den Verzehr von rohem Schweinefleisch oder durch Kontakt mit infizierten Schweinen oder Wildschweinen.
Was ist die Aujeszky-Krankheit?
Die Aujeszky-Krankheit, auch als „Pseudowut“ bekannt, ist eine Virusinfektion, die durch das Schweineherpesvirus (Suid Herpesvirus 1) verursacht wird. Sie betrifft vor allem Schweine, die die natürlichen Wirte des Virus sind.
Wie wird die Aujeszky-Krankheit auf Hunde übertragen?
Die Aujeszky-Krankheit kann auf verschiedenen Wegen auf Hunde übertragen werden.
Verzehr von rohem oder unzureichend gegartem Schweinefleisch
Das Schweineherpesvirus kann in den Geweben und Organen infizierter Schweine vorkommen. Frisst ein Hund rohes oder nicht ausreichend gegartes Schweinefleisch, das das Virus enthält, kann er sich infizieren.
Direkter Kontakt mit infizierten Schweinen
Hunde, die in der Nähe infizierter Schweine leben oder sich dort aufhalten, können durch den Kontakt mit Körperausscheidungen wie Speichel, Nasensekreten oder Fäkalien mit dem Virus in Berührung kommen.
Übertragung über kontaminierte Oberflächen
Das Virus kann auf Oberflächen überleben, die mit Sekreten oder Exkrementen infizierter Schweine verunreinigt sind. Hunde können sich anstecken, wenn sie diese Oberflächen ablecken oder daran schnüffeln.
Die Aujeszky-Krankheit wird nicht von Hund zu Hund übertragen.
Untersuchungen, Krankenhausaufenthalte und unterstützende Behandlungen können ein erhebliches Budget verschlingen.
👉 Erhalten Sie einen kostenlosen Kostenvoranschlag für eine Krankenversicherung für Hunde.
Was kostet die Behandlung der Aujeszky-Krankheit bei Hunden?
Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die Tierarztkosten, die bei einem Verdacht auf Aujeszky-Krankheit beim Hund anfallen können:
|
Art der Behandlung |
Geschätzte Kosten (€) ohne Versicherung |
Details |
|---|---|---|
|
Erste tierärztliche Untersuchung |
45–65 |
Klinische Untersuchung zur Ersteinschätzung und Verdachtsdiagnose |
|
Laboruntersuchungen (PCR, Serologie) |
80–200 |
Diagnosesicherung anhand von Probenmaterial oder Blut |
|
Zusätzliche Untersuchungen (Bildgebung, Histopathologie) |
80–180 |
Je nach klinischem Verlauf und Symptomatik erforderlich |
|
Medizinische Behandlung (unterstützende Maßnahmen) |
50–150 |
Ausschließlich symptomatische Behandlung, da die Erkrankung nicht heilbar ist |
|
Krankenhausaufenthalt (falls erforderlich) |
100–300 |
Überwachung und intensivmedizinische Betreuung über 24 bis 72 Stunden |
|
Geschätzte Gesamtkosten |
255–895 |
Abhängig von Diagnosedauer und Schwere der klinischen Symptome |
Tipp von Santévet: Die Aujeszky-Krankheit verläuft bei Hunden fast immer tödlich. Die Behandlung beschränkt sich daher vor allem auf die Diagnosestellung und die medizinische Begleitung.
Ist die Aujeszky-Krankheit in Deutschland weit verbreitet?
Die Aujeszky-Krankheit wurde aus den Hausschweinebeständen in Deutschland im Rahmen nationaler Bekämpfungsprogramme erfolgreich eliminiert. Seit 2003 gilt Deutschland offiziell als frei von der Aujeszky-Krankheit bei Hausschweinen.
Das Virus kommt jedoch weiterhin in wildlebenden Wildschweinen vor und kann somit ein potenzielles Übertragungsrisiko darstellen. Die zuständigen Behörden führen eine kontinuierliche Überwachung durch, um ein erneutes Auftreten der Erkrankung in Hausschweinebeständen zu verhindern.
Hundebesitzerinnen und -besitzer sollten ihren Tieren kein rohes oder unzureichend gegartes Schweinefleisch füttern und jeden Kontakt mit Wildschweinen vermeiden, um das Infektionsrisiko zu minimieren.
Konsultationen, Laboruntersuchungen und Notfallbehandlungen können schnell hohe Kosten verursachen. 👉 Denken Sie über eine Tierkrankenversicherung nach, um die Tierarztkosten abzudecken.
Kann die Aujeszky-Krankheit auch Menschen befallen?
Die Aujeszky-Krankheit kann Menschen nicht befallen. Das für diese Krankheit verantwortliche Schweineherpesvirus (Suid Herpesvirus 1) ist spezifisch bei Tieren und stellt kein Risiko für die menschliche Gesundheit dar.
Was sind die Symptome der Aujeszky-Krankheit bei Hunden?
Die Aujeszky-Krankheit ist für Hunde äußerst schwerwiegend und verläuft fast immer tödlich.
Die klinischen Symptome treten meist kurz nach der Infektion auf und umfassen:
- Starker Juckreiz: Hunde leiden unter extremem Juckreiz, häufig im Bereich von Kopf und Hals. Sie kratzen und beißen sich teils heftig, was zu Hautverletzungen führen kann.
- Schluckstörungen: Es kommt zu starkem Speichelfluss, der sich häufig in übermäßigem Sabbern äußert.
- Neurologische Symptome: Dazu zählen Ataxie (Koordinationsstörungen), Krampfanfälle, Zittern sowie eine fortschreitende Lähmung. Zudem können Verwirrtheit und auffällige Verhaltensänderungen auftreten.
- Atemstörungen: In manchen Fällen werden Atembeschwerden beobachtet.
- Verhaltensänderungen, Apathie und Schwäche: Betroffene Hunde werden rasch schwach, apathisch und lethargisch.
Die Erkrankung schreitet sehr schnell voran. Der Tod tritt in der Regel innerhalb von 48 Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome ein.
Seltene und schwere Erkrankungen rechtzeitig zu bedenken, bedeutet auch, das eigene Budget im Blick zu behalten.
👉 Rückruf anfordern, um eine auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittene Hundeversicherung auszuwählen.
Wie wird die Aujeszky-Krankheit diagnostiziert?
Die Diagnose der Aujeszky-Krankheit beim Hund stützt sich auf eine Kombination aus klinischer Beurteilung, der Anamnese (Kontakt mit Schweinen, Verzehr von Schweinefleisch) sowie spezifischen Labortests:
- Klinische Beobachtung: Tierärztinnen und Tierärzte achten auf typische Symptome wie starken Juckreiz, neurologische Auffälligkeiten (z. B. Krampfanfälle, Ataxie), übermäßigen Speichelfluss und Atemstörungen.
- Anamnese: Eine sorgfältige Anamnese ist entscheidend. Dabei wird insbesondere nach einem möglichen Kontakt mit Schweinen oder dem Verzehr von rohem bzw. unzureichend gegartem Schweinefleisch gefragt.
- Labortests:
|
Art des Tests |
Beschreibung |
|---|---|
|
PCR (Polymerase-Kettenreaktion) |
Direkter Nachweis des genetischen Materials des Virus im infizierten Gewebe |
|
Serologie |
Blutuntersuchung zum Nachweis spezifischer Antikörper gegen das Schweineherpesvirus |
|
Histopathologie |
Mikroskopische Untersuchung von Gewebe zur Identifizierung typischer, mit der Infektion vereinbarer Gewebeveränderungen |
Wie wird die Aujeszky-Krankheit bei Hunden behandelt?
Für die Aujeszky-Krankheit beim Hund gibt es keine spezifische Therapie. Die Erkrankung verläuft fast immer tödlich und betroffene Hunde sterben in der Regel innerhalb von 48 Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome.
|
„Die Aujeszky-Krankheit ist eine seltene, aber dramatische Erkrankung bei Hunden. Sobald die Symptome auftreten, schreitet die Krankheit extrem schnell voran und endet nahezu immer tödlich.“ |
Wie ist die Prognose bei der Aujeszky-Krankheit?
Die Prognose für Hunde mit Aujeszky-Krankheit ist äußerst ungünstig. In den meisten Fällen führt die Erkrankung innerhalb von 48 Stunden nach Beginn der Symptome zum Tod.
Wie kann man der Aujeszky-Krankheit vorbeugen?
Um einer Aujeszky-Krankheit beim Hund vorzubeugen, sollten unbedingt folgende Maßnahmen beachtet werden:
- Rohes Schweinefleisch vermeiden: Füttern Sie Ihrem Hund niemals rohes oder unzureichend gegartes Schweinefleisch. Durch gründliches Garen wird das Virus abgetötet und das Infektionsrisiko deutlich reduziert.
- Kontakt zu Schweinen einschränken: Achten Sie darauf, dass Ihr Hund keinen direkten Kontakt zu Schweinen hat – dazu zählen auch Wildschweine, die Träger des Virus sein können.
- Risikogebiete meiden: Halten Sie Ihren Hund von Gebieten fern, in denen Schweine oder Wildschweine vorkommen könnten.
- Tierärztliche Betreuung: Lassen Sie sich regelmäßig tierärztlich beraten, um individuelle Empfehlungen zur Vorbeugung zu erhalten und mögliche frühe Anzeichen rechtzeitig zu erkennen.
- Aufklärung und Sensibilisierung: Informieren Sie sich über Risiken und Symptome der Erkrankung, um Ihren Hund bestmöglich zu schützen.
Eine spezifische Behandlung oder vorbeugende Impfung steht nicht zur Verfügung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Aujeszky-Krankheit eine äußerst schwere Viruserkrankung ist, die vor allem Schweine und in seltenen Fällen auch Hunde betrifft. In Deutschland gilt sie als ausgerottet, dennoch bleiben eine konsequente Überwachung und wirksame Präventionsmaßnahmen notwendig, um ein erneutes Auftreten der Erkrankung zu verhindern.
Häufig gestellte Fragen
Was kosten Impfungen für Hunde?
Der Preis für Impfungen bei Hunden in Deutschland liegt in der Regel zwischen 40 und 90 € pro Impfung, je nach Art der Impfung (grundlegend oder ergänzend) und der konsultierten Tierärztin und dem konsultierten Tierarzt.
Gibt es einen Impfstoff für Hunde gegen die Aujeszky-Krankheit?
Es gibt keinen speziell für Hunde zugelassenen Impfstoff.
Wie lang ist die Inkubationszeit der Aujeszky-Krankheit?
Die Inkubationszeit der Aujeszky-Krankheit bei Hunden ist sehr kurz, in der Regel 2 bis 6 Tage vor dem Auftreten der Symptome.
Wie viel kostet ein Tierarztbesuch?
In Deutschland kostet ein Tierarztbesuch für Hunde je nach Klinik, Region und Art der Konsultation durchschnittlich zwischen 45 und 65 €.
Sind Wildschweine für Hunde im Hinblick auf die Aujeszky-Krankheit gefährlich?
Ja, Wildschweine können für Hunde gefährlich sein. Sie sind potenzielle Träger des Aujeszky-Virus und können einen Hund durch Kontakt oder Verzehr von kontaminiertem Fleisch infizieren.
Santévet – Ihr Spezialist für Tierkrankenversicherungen

