Wie viel kostet ein Tierarztbesuch für eine Katze?

Wenn Ihre Katze krank ist oder sich verletzt hat, ist ein Besuch beim Tierarzt notwendig – und dieser ist mit Kosten verbunden. In Deutschland werden diese Kosten nur dann erstattet, wenn eine Tierkrankenversicherung besteht. Zusätzlich bieten einige Tierarztpraxen und Finanzdienstleister Möglichkeiten zur Ratenzahlung oder Kostenfinanzierung an. In diesem Artikel finden Sie eine Übersicht über typische Kosten für die wichtigsten tierärztlichen Leistungen in Deutschland.

Wie viel kostet ein Besuch beim Tierarzt für eine Katze?

In Deutschland rechnen Tierärzte nach der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) ab. Diese legt feste Gebührensätze fest, die je nach Aufwand, Dauer und Schwierigkeit des Eingriffs mit einem Faktor zwischen dem 1-fachen und 3-fachen Satz (im Notdienst bis zum 4-fachen Satz) berechnet werden dürfen. Auch ob Sie einen Hund oder eine Katze behandeln lassen macht einen Unterschied. Hinzu kommen Kosten für Medikamente, Material, Narkose und Klinikaufenthalt.

Sprechstundenpreise

  • Allgemeine Sprechstunde: Eine allgemeine Sprechstunde inklusive klinischer Untersuchung und Gesundheitsberatung kostet in der Praxis meist zwischen 40 und 70 Euro, abhängig vom angewendeten GOT-Satz und der Region. In dieser Sprechstunde kann der Tierarzt bzw. die Tierärztin mögliche Gesundheitsprobleme erkennen und die Halter über die geeignete Pflege beraten.
  • Spezialsprechstunde: Untersuchungen bei spezialisierten Tierärzten (z. B. Kardiologie, Augenheilkunde oder Chirurgie) liegen häufig zwischen 80 und 150 Euro, da hier besondere Fachkenntnisse und moderne Diagnostik zum Einsatz kommen.

Impfungen

  • Kombinationsimpfungen (z. B. Katzenschnupfen, Katzenseuche, Leukose): Die Kosten liegen in der Regel zwischen 40 und 90 Euro inklusive Untersuchung. Diese Impfungen sind unerlässlich, um Katzen vor häufigen und potenziell tödlichen Krankheiten zu schützen.
  • Tollwutimpfung: Kostenpunkt meist 30 bis 60 Euro. Die Krankheit ist in Deutschland selten, eine Impfung ist aber häufig für Reisen ins Ausland vorgeschrieben.

Kennzeichnung (Mikrochip oder Tätowierung)

Die Kennzeichnung inklusive Eintragung in ein Haustierregister kostet in Deutschland meist zwischen 25 und 60 Euro, zuzüglich der Sprechstundenkosten. Wenn Sie also die ersten Impfungen und die Kennzeichnung Ihres Kätzchens vornehmen lassen möchten, kostet Sie das den Preis für den Mikrochip oder die Tätowierung (zwischen 35 und 60 Euro) plus den Preis für die Impfberatung (zwischen 30 und 90 Euro, je nach Impfprotokoll ein- oder zweimal zu wiederholen).

Sterilisation und Kastration

  • Sterilisation der Katze (Ovariektomie oder Ovariohysterektomie): Je nach Aufwand, Narkose und GOT-Satz liegen die Kosten meist zwischen 150 und 400 Euro. Dieser Preis beinhaltet die Voruntersuchung, die Anästhesie, den chirurgischen Eingriff und die Nachsorge.
  • Kastration des Katers: Dieser Eingriff ist einfacher und kostet in der Regel zwischen 100 und 300 Euro.

Zahnpflege

  • Zahnsteinentfernung: etwa 120 bis 300 Euro. Dieser Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt und dient der Vorbeugung von Zahnfleischerkrankungen sowie der Gewährleistung einer guten Mundhygiene.
  • Zahnentfernung: etwa 40 bis 100 Euro pro Zahn, abhängig von der Komplexität des Eingriffs und der Anzahl der zu entfernenden Zähne.

Bildgebende Diagnostik

  • Röntgen: etwa 35 bis 90 Euro pro Aufnahme. Mehrere Röntgenaufnahmen oder spezielle Aufnahmen können den Gesamtpreis erhöhen.
  • Ultraschall: 60 bis 150 Euro, ein Herzultraschall ist häufig teurer.
  • CT: Ein CT-Scan in Spezialkliniken kostet meist zwischen 300 bis 800 Euro.

Laboruntersuchungen

  • Bluttests: Ein einfacher Test kostet 40 Euro, ein komplettes Blutbild kann bis 150 Euro kosten.
  • Urinuntersuchung: Sie müssen mit einem Preis zwischen 30 und 60 Euro rechnen. Diese Untersuchungen dienen der Diagnose von Nieren- oder Harnwegsproblemen.
  • FIV- und FeLV-Tests: Die Tests auf Krankheiten wie FIV (Feline Immunschwächevirus) oder FeLV (Feline Leukämievirus) kosten jeweils zwischen 30 und 60 Euro.

Operationen

  • Fremdkörper-OP: Wenn eine Katze einen Gegenstand verschluckt, der durch einen chirurgischen Eingriff entfernt werden muss, können die Kosten je nach Komplexität der Operation und der anschließenden Versorgung zwischen 500 und 1.000 Euro liegen.
  • Weichteilchirurgie: Eingriffe wie die Wundversorgung, die Entfernung von Tumoren oder eine Leistenbruch-Operation kosten zwischen 300 und 700 Euro. Da diese Eingriffe in ihrer Komplexität und Dauer variieren, wirken sich diese Faktoren auch auf die endgültigen Kosten aus.
  • Orthopädische Eingriffe: Je nach Art des Bruchs und der verwendeten Behandlungstechnik können komplexe Operationen wie die Behandlung von Knochenbrüchen zwischen 800 und 2.000 Euro oder mehr kosten.

Klinikaufenthalt

    • Normalstation: Die Kosten für einen Krankenhausaufenthalt variieren je nach Komplexität der Behandlung zwischen 30 und 150 Euro pro Tag. In diesem Preis sind die Überwachung und die Grundversorgung enthalten.
  • Intensivpflege: Je nach erforderlichen Behandlungen (wie Sauerstofftherapie, intravenöse Infusionen usw.) kann die Intensivpflege bei schweren Erkrankungen zwischen 120 und 350 Euro pro Tag kosten.

Medikamente

  • Antibiotika: Die Kosten für Antibiotika liegen zwischen 10 und 40 Euro, je nach Art und Dauer der Behandlung.
  • Dauertherapie bei chronischen Erkrankungen: Behandlungen für chronische Erkrankungen wie Niereninsuffizienz oder Diabetes können zwischen 20 und 60 Euro pro Monat kosten.

Sonstige Leistungen

  • Verhaltensberatung: Bei Verhaltensproblemen kostet eine fachärztliche Beratung zwischen 60 und 150 Euro. Diese Beratungen können bei der Lösung von Problemen wie Aggressivität, Angstzuständen oder Entwicklungsstörungen helfen.
  • Euthanasie: Die Kosten für die Euthanasie einer Katze liegen zwischen 50 und 120 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Einäscherung, die je nach gewähltem Service (Sammeleinäscherung, Rückgabe der Asche, spezielle Urne usw.) zwischen 80 und 250 Euro variieren.

Neugierige Katze hinter einem Zaun

Warum sind Tierarztkosten so hoch?

Tierarztkosten können hoch erscheinen und es gibt mehrere Faktoren, die zu diesen Kosten beitragen.

In Deutschland ist es aufgrund des bestehenden Versicherungssystems für die Humanmedizin schwierig, sich einen Überblick über die „tatsächlichen” Kosten medizinischer Leistungen zu verschaffen. Das ist mit ein Grund dafür, warum tierärztliche Behandlungen so teuer erscheinen. Im Vergleich dazu sind die Kosten für die Humanmedizin jedoch höher als für Tiere! Dies ist jedoch nicht offensichtlich, da die meisten medizinischen Kosten von unseren Krankenkassen übernommen werden.

Darüber hinaus ist die Ausbildung von Tierärzten langwierig und kostspielig, da sie ein langjähriges Studium und kontinuierliche Fortbildungen erfordert, um über die neuesten medizinischen Fortschritte auf dem Laufenden zu bleiben. Tierkliniken müssen außerdem in hochentwickelte und teure medizinische Geräte investieren, die denen in der Humanmedizin ähneln und regelmäßig gewartet werden müssen. Zu den Betriebskosten der Kliniken zählen Miete, Nebenkosten, Versicherungen und Gehälter des Personals.

Die Komplexität der tierärztlichen Versorgung, die spezialisierte Operationen, Behandlungen und Intensivpflege umfassen kann, erfordert spezielle Fähigkeiten und Ausrüstung, was die höheren Kosten rechtfertigt.

Ist der Tierarzt im Notfall teurer?

Ja. In Deutschland dürfen Tierärzte im Notdienst deutlich höhere Gebühren abrechnen als während der regulären Sprechzeiten. Grundlage dafür ist die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT), die im Notfall die Berechnung des bis zu vierfachen Gebührensatzes erlaubt. Zusätzlich dürfen im Notdienst weitere Zuschläge erhoben werden, etwa für die sofortige Verfügbarkeit außerhalb der regulären Arbeitszeiten, Nacht-, Wochenend- oder Feiertagsdienste sowie für den erhöhten Personal- und Organisationsaufwand.

Das bedeutet konkret: Während eine normale tierärztliche Sprechstunde tagsüber in der Regel zwischen 40 und 70 Euro kostet, liegt der Preis im Notdienst häufig bei 100 bis 180 Euro oder mehr – allein für die Untersuchung. Hinzu kommen gegebenenfalls weitere Kosten für Diagnostik, Medikamente, Infusionen, Narkose oder Überwachung.

Bei Notfalloperationen steigen die Kosten entsprechend stark an, da hier neben dem erhöhten GOT-Satz auch die Nutzung von OP, Anästhesie, Monitoring, Personal und oft ein Klinikaufenthalt hinzukommen. Solche Eingriffe können daher schnell 1.000 Euro oder mehr kosten, insbesondere bei schweren Verletzungen, inneren Blutungen oder lebensbedrohlichen Erkrankungen.

Aus diesem Grund ist eine Tierkrankenversicherung oder eine finanzielle Rücklage besonders wichtig, um im Ernstfall schnell und ohne Zeitverlust die notwendige medizinische Versorgung für Ihre Katze sicherstellen zu können.

Getigerte Katze balanciert auf Holzzaun

Was tun, wenn man kein Geld für die Behandlung seiner Katze hat?

Wenn die finanziellen Mittel begrenzt sind, gibt es mehrere Möglichkeiten, seine Katze medizinisch versorgen zu lassen. 

Mögliche Hilfen:

    • Tierarztpraxen mit Sozialtarifen: Suchen Sie nach Tierkliniken, die kostengünstige oder ermäßigte Leistungen anbieten. Einige Organisationen und Verbände bieten tierärztliche Versorgung zu ermäßigten Preisen für Menschen mit geringem Einkommen an.
    • Tierschutzvereine und Hilfsfonds: Organisationen wie der Deutsche Tierschutzbund, lokale Tierschutzvereine, Tierheime sowie verschiedene Stiftungen und Hilfsfonds können Tierhalter in finanziellen Notlagen unterstützen. In bestimmten Fällen bieten sie Zuschüsse zu Tierarztkosten, vergünstigte Behandlungen oder eine vorübergehende medizinische Versorgung für Haustiere an.
    • Ratenzahlung über Praxis oder Finanzdienstleister: Einige Tierärzte bieten Ratenzahlungspläne oder tierärztliche Kreditoptionen an, mit denen die Kosten für die Behandlung über mehrere Monate verteilt werden können.
  • Tierkrankenversicherung: Der Abschluss einer Haustierversicherung kann helfen, die Kosten für tierärztliche Behandlungen zu decken. Einige Versicherungen decken sowohl Notfälle als auch Routinebehandlungen ab.
  • Spendenaktionen: Starten Sie eine Crowdfunding-Kampagne. Nutzen Sie einschlägige Plattformen. So sammeln Sie Geld für die Behandlung Ihrer Katze. Die Community kann Sie dabei unterstützen.

Was tun, wenn ich den Tierarzt nicht bezahlen kann?

Tierarztpraxen und Tierkliniken sind in Deutschland in der Regel nicht verpflichtet, Tiere kostenlos zu behandeln. Wenn keine akute Lebensgefahr besteht und keine Zahlungsvereinbarung getroffen werden kann, darf eine Praxis die Behandlung ablehnen, wenn die Kosten nicht gedeckt sind.

Erhalten Sie von Ihrem Tierarzt einen Kostenvoranschlag, sollten Sie dieses Dokument nutzen, um gezielt nach Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen – etwa bei Tierschutzvereinen, Hilfsfonds, Tierheimen oder über Spendenaktionen. Auch eine Anfrage nach Ratenzahlung oder einer Teilzahlung direkt in der Praxis kann in manchen Fällen hilfreich sein.

Weiße Langhaarkatze im herbstlichen Garten

Wie kann man Tierarztkosten senken?

Tierkrankenversicherung

Mit einer Katzenkrankenversicherung werden je nach Tarif 50–100 % der Kosten für Behandlungen, Operationen und Diagnostik erstattet.

Ratenzahlung

Viele Praxen arbeiten mit Abrechnungs- oder Finanzierungsdiensten zusammen oder bieten individuelle Zahlungspläne an. Fragen Sie vor Beginn der Behandlung gezielt danach.

Tierarztkosten lassen sich nicht pauschal vorhersagen, da sie vom Gesundheitszustand des Tieres, der Behandlung und dem angewendeten GOT-Satz abhängen. Eine Tierkrankenversicherung ist die sicherste Möglichkeit, finanzielle Risiken abzufedern und Ihrer Katze jederzeit die bestmögliche medizinische Versorgung zu ermöglichen.

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