Die Katze erbricht Schaum: harmlose Magenverstimmung oder Alarmsignal?

Wenn die Katze Schaum erbricht, kann dies für den Besitzer sehr beunruhigend sein: Immerhin kommen ernsthafte Erkrankungen wie Nieren- oder Leberversagen als Ursachen in Frage, aber auch eine Vergiftung ist bei Katzen keine Seltenheit.

Katze erbricht Schaum
Erbricht die Katze mehrfach Schaum und zeigt ein Unwohlsein sollte der Gang zum Tierarzt erfolgen - 123rf

Die Katze erbricht Schaum: Welche Ursachen hat Erbrechen?

Als Ursachen für Erbrechen kommen unter anderem folgende infrage:

  • abgeschluckte Haare
  • Fremdkörper
  • Darmparasiten
  • bakterielle Magen-Darm-Infektion
  • virale Magen-Darm-Infektion
  • Magenschleimhautentzündungen
  • Futterunverträglichkeit
  • Medikamentenunverträglichkeit
  • Niereninsuffizienz
  • Lebererkrankung
  • Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)
  • Diabetes mellitus
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Vergiftung
  • Tumorerkrankung
  • Schmerzen
  • Stress
  • Reisekrankheit

Einen ersten Hinweis, worum es sich handeln könnte, liefert die Zusammensetzung des Erbrochenen: So deutet das Erbrechen von Schaum anstelle von Futter oder Haaren auf einen leeren Magen hin. Eine Reaktion auf das Futter oder abgeschluckte Haare ist in diesem Fall also unwahrscheinlich.

Zu pathologischen Reaktionen im Verdauungstrakt selbst führen insbesondere verschiedene Parasiten (Würmer, Giardien, Kokzidien ...), Bakterien (Salmonellen, hämolytische E. coli ...) und Viren (Parvovirus, Rotavirus, Coronavirus ...), aber auch abgeschluckte Fremdkörper sowie Unverträglichkeiten gegenüber Futtermitteln, Medikamenten oder ungenießbaren Substanzen.

Ebenso können chronische Entzündungsprozesse ursächlich sein, beispielsweise durch eine Autoimmunerkrankung, inadäquate Fütterung oder Dauerstress.

Niereninsuffizienzen kommen vor allem bei älteren Katzen sehr häufig vor. Eine wichtige Funktion der Nieren besteht darin, körpereigene Abfallstoffe (Kreatinin und Harnstoff) mit dem Urin auszuscheiden. Bei einer eingeschränkten Nierenfunktion sammeln sich diese sogenannten harnpflichtigen Substanzen im Blut. Magenschleimhautentzündungen, Übelkeit und Erbrechen sind typische Folgen.

Lebererkrankungen haben ebenfalls zur Folge, dass sich schädliche Substanzen im Blut anstauen. Dazu gehört insbesondere das Ammoniak, welches von der erkrankten Leber nur noch verzögert abgebaut wird.

Eine Pankreatitis kann mit starken Oberbauchschmerzen und einer deutlichen Beeinträchtigung der Verdauung einhergehen. Beides kann zu Übelkeit und Erbrechen führen. Hingegen hat eine sogenannte endokrine Pankreasinsuffizienz, auch als Diabetes mellitus bekannt, einen überhöhten Blutzuckerspiegel zur Folge, der ebenfalls zu Übelkeit führen kann.

Eine Schilddrüsenüberfunktion bringt den körpereigenen Hormonhaushalt durcheinander und lässt den gesamten Stoffwechsel auf Hochtouren laufen. Die verstärkte Magen-Darm-Peristaltik führt zu einer erhöhten Stuhlfrequenz, Durchfall und Erbrechen.

Vergiftungen gehen oft mit akutem, massivem Erbrechen einher. Dies kann einerseits durch eine Reaktion des Verdauungstrakts bedingt sein, andererseits durch den Übertritt der Giftstoffe ins Blut und ihren Einfluss auf das Zentralnervensystem (ZNS).

Tumorerkrankungen führen je nach Lokalisation mitunter zum Erbrechen.

Auch Schmerzen aller Art, insbesondere aber Eingeweideschmerzen, können Übelkeit auslösen.

Letztlich sind Stress und Reiseübelkeit mögliche Ursachen, lassen sich aber meist eindeutig der Situation zuordnen. Häufiger übersehen wird chronischer Stress, der unter anderem zu Gastritis (Magenschleimhautentzündung) und folglich zu Erbrechen führen kann.

Die Katze erbricht Schaum: Wann ist ein Tierarztbesuch nötig?

Einmaliges Erbrechen ist noch kein Grund zur Sorge, sofern die Katze ein ungestörtes Allgemeinbefinden zeigt oder es einen eindeutigen, harmlosen Auslöser gibt. Anderenfalls ist ein Tierarztbesuch notwendig.

Wie äußert sich ein dringender Notfall?

Absolute Alarmzeichen, die auf ein akutes Organversagen oder eine Vergiftung hindeuten können und einen sofortigen Tierarztbesuch erfordern, sind:

  • plötzlich auftretendes, unstillbares Erbrechen
  • Erbrechen von Blut oder Kot
  • ZNS-Symptome wie Gleichgewichtsstörungen, Zittern, Krämpfe, Orientierungslosigkeit
  • plötzliche Unruhe, Hecheln, Angstzustände
  • Stehunfähigkeit, komatöser Zustand
  • ausbleibender Harnabsatz
  • Atemnot

Bei Notfällen rechnen Tierärzte zum vierfachen Satz der Gebührenordnung ab. Bei Abschluss einer Katzenkrankenversicherung von SantéVet müssen Sie sich darüber keine Gedanken machen. Wir erstatten Ihre Tierarztkosten immer zum maximalen Satz.

Wie sieht ein weniger dringender Notfall aus?

Tritt im Zusammenhang mit dem Erbrechen eines der nachfolgenden Symptome auf, sollte spätestens am Folgetag ein Tierarzt aufgesucht werden. Je nach Symptom und Zustand der Katze besser taggleich:

  • mehrmaliges Erbrechen innerhalb von 24 Stunden
  • Erbrechen von Trinkwasser
  • starker Durchfall
  • Fieber
  • reduziertes Allgemeinbefinden, Schwäche
  • Gelbsucht
  • Schmerzhaftigkeit im Bauchbereich

Wann ist ein baldiger Tierarztbesuch ratsam?

In den folgenden Fällen empfiehlt sich ein zeitnaher Tierarztbesuch außerhalb des Notdienstes:

  • Die Katze erbricht regelmäßig ohne ersichtlichen Grund.
  • Das Fell ist struppig und glanzlos.
  • Die Katze verliert zunehmend an Gewicht.
  • Die Katze hat seit längerer Zeit immer weniger Appetit.
  • Es ist ein vermehrtes Trinkverhalten zu beobachten.
  • Die Katze setzt wiederholt veränderten Kot, zum Beispiel Durchfall, ab.
  • Es ist ein unangenehmer Maulgeruch wahrnehmbar.
  • Es ist eine chronische Grunderkrankung bekannt, deren Verlauf kontrolliert werden muss.

Achtung: Häufiges Erbrechen führt, vor allem in Verbindung mit Durchfall, schnell zu einer Dehydratation (Austrocknung). Vor allem junge sowie alte Katzen können dadurch schnell in Lebensgefahr geraten!

Die Katze erbricht Schaum: Maßnahmen zu Hause

Sofern die Katze keine Anzeichen eines dringenden Notfalls zeigt, sollten zunächst in den eigenen vier Wänden einige Maßnahmen ergriffen werden. Auch falls ein Tierarztbesuch notwendig sein sollte, ist im Anschluss einiges zu beachten.

Erste Hilfe bei Erbrechen

Zu den üblichen Maßnahmen bei Erbrechen von Schaum zählen:

  • Die Katze sollte in den nächsten Stunden im Haus bleiben, um sie im Auge zu behalten.
  • Futter und Trinkwasser sollten vorübergehend entfernt werden, damit sich der Magen der Katze beruhigen kann.
  • Nach etwa vier Stunden sollte der Katze Wasser oder, sofern sie Geschmack daran findet, eine Elektrolytlösung aus der Apotheke angeboten werden.
  • Erbricht die Katze auch die Flüssigkeit, sollte sie innerhalb der nächsten Stunden einem Tierarzt vorgestellt werden.
  • Behält die Katze die Flüssigkeit bei sich, sollte sie für 24 Stunden kein Futter erhalten.

Der Besitzer sollte seine Katze in jedem Fall gut beobachten, um beurteilen zu können, ob sich ihr Zustand verbessert oder verschlechtert.

Schonkost für den Magen

Unabhängig davon, ob ein Tierarztbesuch notwendig war oder nicht, ist nach dem 24-stündigen Futterentzug eine magenschonende Fütterung unerlässlich. Sofern aus tierärztlicher Sicht nichts dagegenspricht, eignen sich als Schonkost:

  • fettarmer Fisch, zum Beispiel Seelachs
  • gegartes Hähnchen- oder Putenfleisch
  • geriebener Apfel
  • weichgekochte, pürierte Kartoffeln oder Möhren
  • Hüttenkäse
  • gegarter Reis in kleinen Mengen

Behält die Katze die Schonkost nicht bei sich, muss (erneut) ein Tierarzt zurate gezogen werden.

Tipp: Das Futter sollte zunächst nur aus wenigen Komponenten bestehen, in kleinen Mengen und körperwarm angeboten werden.

 

Herausgegeben von

Martin Walter