Toxoplasmose bei Katzen

Toxoplasmose: Diesen Begriff haben viele Tierbesitzer schon einmal gehört und wissen auch, dass Katzen in bestimmten Fällen eine Gefahr darstellen können; insbesondere für schwangere Frauen. Die genauen Zusammenhänge sind jedoch komplex. Eine sorgfältige Diagnostik ist unumgänglich, um eine Toxoplasmose sicher nachzuweisen oder auszuschließen. Informationen zu weiteren Gesundheitsthemen finden Sie in unserem Katzenratgeber.

Toxoplasmose Katze Kot
Eine regelmäßige Reinigung des Katzenklos reduziert das Toxoplasmose-Risiko - 123rf

Erreger als Ursache der Toxoplasmose

Die Toxoplasmose der Katze wird durch den Erreger Toxoplasma gondii verursacht. Dieser gehört zu den sogenannten Protozoen (Einzellern) und ist weltweit verbreitet. Toxoplasmen befallen nicht nur Hauskatzen, sondern auch verschiedene Großkatzen und andere Säugetiere sowie Vögel.
Eine Infektion ist einerseits über rohes Fleisch und kontaminiertes Gemüse, andererseits über den Kot infizierter Katzen möglich. Im Erdboden bleiben die sogenannten Oozysten des Erregers bis zu 18 Monate infektiös. Verschiedenen Studien zufolge sind bei 45 bis 75 Prozent der deutschen Hauskatzen Antikörper gegen Toxoplasma gondii im Blut nachweisbar. Diese Katzen haben sich also in der Vergangenheit mit dem Erreger infiziert. Allerdings scheiden nur zwischen 0,6 und 1,3 Prozent der Katzen den Erreger tatsächlich mit dem Kot aus. Die übrigen hatten entweder noch nie Kontakt mit dem Parasiten oder haben infolge der Infektion eine Immunität aufgebaut.

Schon gewusst?
Schätzungen zufolge haben zwischen 30 und 80 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter Antikörper gegen Toxoplasma gondii. Sie sind vor einer erneuten Infektion geschützt.

Symptome der Toxoplasmose bei Katzen

Gesunde, ausgewachsene Katzen zeigen in aller Regel keine oder nur sehr milde Krankheitssymptome, zum Beispiel leichten Durchfall. Katzen, deren Immunsystem (noch) nicht voll funktionstüchtig ist, können dagegen einen moderaten bis schweren Krankheitsverlauf zeigen. Zu den möglichen Symptomen gehören:

  • blutiger Kotabsatz
  • Augenentzündungen
  • Husten
  • Atembeschwerden
  • Gelbsucht (Ikterus)
  • Lymphknotenschwellung
  • Fieber
  • Hirnhautentzündung (Meningitis)
  • plötzlicher Tod

Ebenso möglich ist ein chronischer Krankheitsverlauf. Dieser betrifft ausschließlich immunschwache Katzen und äußert sich beispielsweise in:

  • Gangstörungen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Gewichtsverlust
  • chronischen Augenentzündungen

Da einerseits die Symptome sehr unspezifisch sind, andererseits eine symptomfreie Katze trotzdem infektiös sein kann, ist das klinische Bild nicht aussagekräftig.

Ist die Toxoplasmose der Katze gefährlich für den Menschen?

Die Toxoplasmose gehört zu den sogenannten Zoonosen, das heißt zwischen Menschen und Tieren übertragbaren Krankheiten. Rund 90 Prozent der Menschen bemerken nichts von der Infektion. Die übrigen entwickeln grippeähnliche Symptome.

Eine Ausnahme stellen immunschwache Personen und ungeborene Kinder dar: Infiziert sich eine schwangere Frau, kann der Fötus schwere Folgeschäden davontragen. Dazu gehören Missbildungen der Augen, Hirnschädigungen und anderweitige schwere Behinderungen sowie Fehl- und Totgeburten. Auch bei Menschen mit einer starken Immunsuppression können verschiedene Organe schwer geschädigt werden.

Eine sorgfältige Diagnostik gibt Aufschluss darüber, ob die Katze mit Toxoplasmen infiziert ist und ihr Kot eine Gefahr darstellt. Schwangere Frauen sind allerdings nur dann gefährdet, wenn sie während der Schwangerschaft erstmalig mit dem Erreger in Kontakt kommen: Haben sie sich in der Vergangenheit schon einmal infiziert, hat ihr Immunsystem Antikörper gebildet und schützt sie vor einer erneuten Infektion.

Ein Risiko besteht also nur dann, wenn erstens mit dem Katzenkot Toxoplasmen ausgeschieden werden und zweitens im Blut der schwangeren oder immunschwachen Person keine Antikörper nachweisbar sind. In diesem Fall gelten besondere Hygieneregeln.

Wichtig: Auch Toxoplasma-positive Katzen müssen im Falle einer Schwangerschaft oder Immunschwäche nicht abgegeben werden!

Wie schützen sich Katzenbesitzer vor der Toxoplasmose?

Für Katzenbesitzer, die einer Risikogruppe angehören, gilt es einiges zu beachten. Hierzu zählen sowohl schwangere als auch immunsupprimierte Personen.

Diagnostik der Toxoplasmose bei Katzen und Menschen

Antikörper gegen Toxoplasmose sind mit einem Test nachweisbar, für den der Katze beziehungsweise dem Menschen eine Blutprobe entnommen wird. Es werden verschiedene Gruppen von Antikörpern unterschieden, deren Vorhandensein jeweils auf ein bestimmtes Infektionsstadium bei der Katze hindeutet.

Grundsätzlich deutet ein positiver Antikörpertest darauf hin, dass bereits eine Immunität gegen die Toxoplasmose entwickelt wurde. Katzen, die gegen Toxoplasmen immun sind, scheiden in der Regel für den Rest ihres Lebens keine Erreger mehr aus. Ebenso sind Personen, bei denen Langzeit-Antikörper in ausreichender Konzentration nachgewiesen werden, vor einer erneuten Ansteckung geschützt.

Weist die Katze einen negativen Antikörpertest auf, sollte eine Kotuntersuchung erfolgen: „Frisch“ infizierte Katzen haben mitunter noch keine Antikörper gebildet, scheiden aber bereits Oozysten aus. Fällt die Stuhluntersuchung positiv aus, besteht für etwa zwei bis vier Wochen eine Ansteckungsgefahr, die besondere Hygieneregeln erfordert (siehe unten).

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Durch wiederholte Blutuntersuchungen kann sicher festgestellt werden, wann die Katze Antikörper entwickelt hat und somit kein Risiko mehr darstellt. Bringt die Kotuntersuchung ein negatives Ergebnis mit sich, ist der Katzenkot aktuell nicht infektiös. Allerdings können diese Katzen sich jederzeit infizieren, wenn sie Freilauf erhalten oder mit rohem Fleisch gefüttert werden.

Folglich gelten die nachfolgenden Hygieneregeln dann während der gesamten Schwangerschaft oder bis zum Nachweis von Antikörpern im Blut der Katze.

Vorsorgemaßnahmen

Die Vorsorge vor Katzenkrankheiten betrifft vor allem den Katzenbesitzer: Ergibt die Diagnostik, dass die Katze ein potentielles Risiko für ein Familienmitglied darstellt, müssen einige Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden.

Generell gilt: Im Falle der Toxoplasmose ist eine Übertragung durch die Katze nur möglich, wenn der Mensch mit dem Katzenkot in Berührung kommt. Weitere Ansteckungsquellen sind rohes Fleisch und ein verunreinigter Erdboden. Die mit dem Katzenkot ausgeschiedenen Oozysten werden erst nach 24 Stunden infektiös. Wird der Kot vorher beseitigt, besteht folglich keine Ansteckungsgefahr.

Die allgemeinen Vorbeugemaßnahmen für gefährdete Personen lauten wie folgt:

  • Die Reinigung der Katzentoilette sollte möglichst von einer anderen Person übernommen werden. Ansonsten sind Handschuhe zu tragen
  • Katzenkot sollte nach spätestens 24 Stunden aus der Katzentoilette entfernt werden.
  • Die Reinigung der Katzentoilette sollte mit heißem Wasser erfolgen, um verbleibende Oozysten abzutöten
  • Der Kontakt zu rohem Fleisch, ungewaschenem Gemüse und potentiell kontaminierter Gartenerde sollte unbedingt vermieden werden.

Bei Einhaltung dieser Ratschläge ist eine Ansteckung mit den Parasiten nahezu ausgeschlossen.

Herausgegeben von

Martin Walter