Hornhautgeschwür beim Hund: Symptome, Ursachen und Behandlung

Ein Hornhautgeschwür beim Hund (Corneal Ulcer) ist eine schmerzhafte Verletzung der Hornhaut, also der transparenten äußeren Schicht des Auges. Diese Schicht schützt das Auge vor Fremdkörpern, Bakterien und mechanischen Schäden. Wird sie beschädigt, kann sich ein Geschwür bilden, das unbehandelt zu schweren Komplikationen führen kann.

Das Wichtigste in Kürze (TL;DR):

  • Ein Hornhautgeschwür ist eine Verletzung der Hornhaut des Auges.
  • Typische Symptome sind Rötung, Blinzeln, Schmerzen und Tränenfluss.
  • Eine frühzeitige Behandlung beim Tierarzt ist wichtig, um bleibende Schäden zu vermeiden.

Hornhautverletzungen: Was ist ein Hornhautgeschwür?

Hornhautgeschwüre gehören zu den häufigsten Augenerkrankungen bei Hunden und müssen in der Regel tierärztlich behandelt werden. Der medizinische Fachbegriff dafür ist Hornhautulcus (Ulcus corneae). Besonders gefährlich ist es, wenn die Verletzung tief in die Hornhaut eindringt. In solchen Fällen kann das Auge dauerhaft geschädigt werden oder sogar das Sehvermögen verloren gehen.

Die Hornhaut ist eine durchsichtige Schutzschicht auf der Oberfläche des Auges. Kommt es zu einer Verletzung, kann ein Teil dieser Schicht zerstört werden. Dadurch entsteht ein Hornhautgeschwür. Tierärzte unterscheiden dabei meist zwischen zwei Formen:

●      oberflächliche Hornhautgeschwüre, die nur die äußere Schicht betreffen

●      tiefe Hornhautgeschwüre, die mehrere Schichten der Hornhaut betreffen

Je tiefer das Geschwür ist, desto größer ist das Risiko für Komplikationen. Deshalb sollte jedes auffällige Augenproblem schnell untersucht werden.

Einige Rassen haben ein erhöhtes Risiko

Kann ein Hornhautdefekt beim Hund gefährlich sein?

Ja, ein Hornhautgeschwür beim Hund kann gefährlich sein, wenn es nicht rechtzeitig behandelt wird.

Expertenzitat: „Hornhautgeschwüre gehören zu den häufigsten Augenerkrankungen bei Hunden und müssen umgehend behandelt werden, um Komplikationen zu vermeiden.“ MSD Veterinary Manual – Disorders of the Cornea in Dogs

Unbehandelt kann sich ein oberflächlicher Hornhautdefekt zu einem tiefen Hornhautgeschwür oder sogar zu einem einschmelzenden Hornhautulcus entwickeln, bei dem Hornhautgewebe zerstört wird. Das Hornhautgeschwür ist meist sehr schmerzhaft und kann zu Trübungen der Hornhaut oder bleibenden Schäden am Auge führen. Mit einer frühzeitigen Diagnose und Behandlung, etwa durch antibiotische Augentropfen, ist die Prognose jedoch häufig gut.

Probleme mit der Hornhaut: Unterschied zwischen Ulcus und Keratitis

Die Hornhaut kann durch verschiedene Erkrankungen geschädigt werden, darunter Ulcus und Keratitis. Ein Ulcus (Hornhautgeschwür) ist eine Verletzung oder ein Defekt der Hornhautoberfläche, der oft durch Kratzer oder Fremdkörper entsteht. Eine Keratitis dagegen ist eine Entzündung der Hornhaut, die durch Reizstoffe, trockene Augen oder auch UV-Strahlung verursacht werden kann. Während beim Ulcus die Hornhaut tatsächlich beschädigt oder „offen“ ist, handelt es sich bei der Keratitis hauptsächlich um eine entzündliche Reaktion des Gewebes. Beide Erkrankungen müssen tierärztlich behandelt werden, da sie unbehandelt das Sehvermögen beeinträchtigen können.

Sichern Sie Ihren Hund optimal ab: Entdecken Sie jetzt unsere Hundekrankenversicherung.

Symptome: Wie sieht die Augenverletzung aus?

Die Symptome können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. In vielen Fällen zeigen Hunde jedoch deutliche Schmerzreaktionen, da die Hornhaut viele Nerven enthält. Typische Anzeichen sind:

Symptom

Erklärung

Starkes Blinzeln

Zeichen von Schmerzen

Rotes Auge

Entzündung der Hornhaut

Tränenfluss

Reizung oder Verletzung

Lichtempfindlichkeit

Hinweis auf Hornhautschaden

Reiben des Auges

Versuch, den Schmerz zu lindern

Ursachen eines Hornhautgeschwürs

Hornhautgeschwüre können aus verschiedenen Gründen entstehen. Häufig sind mechanische Verletzungen die Ursache. Schon ein kleiner Kratzer durch einen Ast oder ein Sandkorn kann die empfindliche Hornhaut beschädigen.

Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  1. Kratzer durch Äste oder Pflanzen
  2. Fremdkörper wie Staub oder Sand
  3. Kratzen am Auge mit der Pfote
  4. bakterielle Infektionen
  5. trockene Augen (Keratoconjunctivitis sicca)

Bestimmte Hunderassen sind besonders gefährdet. Dazu gehören sogenannte brachyzephale Rassen mit hervorstehenden Augen, beispielsweise:

  • Mops
  • Französische Bulldogge
  • Pekinese
  • Shih Tzu

Bei diesen Hunden ist die Hornhaut stärker exponiert und daher anfälliger für Verletzungen.

Es können Augentropfen verschrieben werden

Mit einer Tierkrankenversicherung sind Sie bei Behandlungskosten abgesichert. Sehen Sie sich jetzt unsere Tarife an.

Diagnose und Behandlung beim Tierarzt

Wenn ein Hornhautgeschwür vermutet wird, untersucht der Tierarzt das Auge gründlich. Ein wichtiger Test ist der Fluoreszein-Test, bei dem ein Farbstoff ins Auge gegeben wird, der das Ausmaß der Schädigung grün sichtbar macht. So lassen sich Größe und Tiefe des Geschwürs erkennen. Zusätzlich können Untersuchungen wie eine Spaltlampenuntersuchung, die Messung des Augeninnendrucks oder ein Schirmer-Tränentest durchgeführt werden.

Die Behandlung hängt von der Tiefe der Verletzung ab. Oberflächliche Geschwüre werden meist mit einer medikamentösen Therapie behandelt, etwa mit antibiotischen Augentropfen oder Salben, Schmerzmitteln und entzündungshemmenden Medikamenten. Oft trägt der Hund zusätzlich eine Halskrause, um das Reiben am Auge zu verhindern. Bei schwereren Fällen kann jedoch eine Operation notwendig sein, um die Hornhaut zu stabilisieren.

Behandlung

Kosten (2-facher GOT-Satz)

Allgemeine Untersuchung

ca. 47,24 €

Augenuntersuchung

ca. 27,48 €

Fluoreszein-Test (Farbstoff)

ca. 10,28 €

Schirmer-Tränentest

ca. 16,42 €

Augeninnendruckmessung

ca. 25,64 €

Die tatsächlichen Kosten können je nach Praxis, Region und Schwere der Erkrankung variieren. Tierärzt:innen dürfen innerhalb eines Gebührenrahmens zwischen dem einfachen und dem dreifachen Satz abrechnen.

Heilungsprozess von Hornhautverletzungen

Die Heilungsdauer für die betroffenen Hunde hängt stark vom Schweregrad der Verletzung ab. Oberflächliche Hornhautgeschwüre heilen häufig innerhalb von ein bis zwei Wochen, wenn sie frühzeitig behandelt werden.

Bei tieferen Verletzungen kann die Heilung mehrere Wochen dauern. Eine Studie zeigt, dass die durchschnittliche Heilungsdauer bei etwa 19 bis 20 Tagen liegen kann.

Tipp von Santévet: Wenn Ihr Hund plötzlich stark blinzelt, das Auge reibt oder Licht meidet, sollten Sie möglichst schnell eine Tierarztpraxis aufsuchen. Augenverletzungen können sich schnell verschlimmern. Eine frühzeitige Behandlung kann helfen, dauerhafte Augenschäden zu verhindern.

FAQ

Was ist eine Descemetozele?

Eine Descemetozele ist eine schwere Form eines Hornhautgeschwürs beim Hund. Der Defekt ist so tief, dass nur noch die Descemet-Membran der Hornhaut erhalten bleibt. Sie entsteht meist aus einem tiefen oder einschmelzenden Hornhautulcus. Ohne schnelle Behandlung kann es zu einer Hornhautperforation und dauerhaften Augenschäden kommen.

Kann ein Hornhautgeschwür beim Hund von selbst heilen?

Sehr kleine, oberflächliche Hornhautgeschwüre können manchmal von selbst heilen. Dennoch sollte immer ein Tierarzt das Auge untersuchen, da sich ein Ulcus schnell verschlimmern oder infizieren kann. Unbehandelt drohen dauerhafte Hornhautschäden bis hin zu Sehproblemen oder Blindheit.

Wie lange dauert die Heilung eines Hornhautgeschwürs beim Hund?

Die Heilung dauert je nach Schweregrad meist ein bis mehrere Wochen. Eine frühzeitige Behandlung verbessert die Heilungschancen deutlich.

Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen nur der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung oder Beratung durch einen Tierarzt.

Santévet – Ihr Spezialist für Tierkrankenversicherungen

Quellen:

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9979749/

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9805771/

https://www.msdvetmanual.com/dog-owners/eye-disorders-of-dogs/disorders-of-the-cornea-in-dogs