Ist es normal, dass Welpen im Schlaf sehr schnell atmen?
Die Atmung beim Welpen
Genau wie Menschenbabys atmen Welpen von Natur aus schneller als erwachsene Hunde – auch im Schlaf. Bei größeren Rassen reguliert sich das mit dem Wachstum von selbst. Schnelles Atmen im Schlaf ist daher meist harmlos, solange keine weiteren Symptome auftreten.
Wie viele Atemzüge pro Minute sind bei Hunden normal?
Ein gesunder ausgewachsener Hund hat im Ruhezustand eine Atemfrequenz von rund 10 bis 30 Atemzügen pro Minute. Welpen liegen deutlich darüber: Werte zwischen 15 und 40 Atemzügen pro Minute sind im Schlaf nicht ungewöhnlich. Wird diese Spanne dauerhaft überschritten oder geht das schnelle Atmen mit Husten, blassen Schleimhäuten oder Apathie einher, ist ein Tierarztbesuch angezeigt.
Wie viele Stunden schläft ein Welpe?
Ein Welpe schläft viel: Rund 90 % des Tages verbringt er mit Ruhen und Schlafen. Ausgewachsene Hunde kommen mit etwa 12 Stunden Schlaf aus. Wie viel Schlaf ein Hund insgesamt braucht, hängt von Alter, Rasse und Aktivität ab. Anders als beim Menschen ist der Hundeschlaf polyphasisch: Hunde dösen, wachen kurz auf und schlummern wieder ein – statt mehrerer Stunden am Stück.
Welche Schlafphasen durchläuft ein Hund?
Der Hundeschlaf gliedert sich in drei Phasen: Tiefschlaf, REM-Phase und Leichtschlaf.
- Tiefschlaf: Ihr Hund liegt still, atmet ruhig und gleichmäßig. Gehirnaktivität und Muskelspannung sind stark reduziert. Diese Phase ist am erholsamsten – und das Aufwecken am schwierigsten.
- REM-Phase (Traumschlaf): Hier verarbeitet der Hund die Eindrücke und Lernerfahrungen des Tages. Die Hirnaktivität ist hoch. Kleine Laute, zuckende Pfoten und eine unregelmäßige, schnelle Atmung sind typisch – Ihr Welpe träumt.
- Leichtschlaf: Der Hund döst und wacht beim leisesten Geräusch auf. Die Gehirnaktivität ist gedrosselt.
Warum sollte man einen schlafenden Welpen nicht stören?
Die REM-Phase ist für Welpen besonders wichtig: In ihr werden Lerninhalte gefestigt. Wer einen Welpen ständig aufweckt, bringt seinen Schlafrhythmus durcheinander. Das macht ihn unsicher, verwirrt – und kann zu angstbedingten Reaktionen führen.
Hinzu kommt: Welpen wachsen im Schlaf. Ihr Körper braucht diese Ruhephasen für eine gesunde Entwicklung. Außer im echten Notfall sollten Sie Ihren Hund daher schlafen lassen. Auch wenn er zu träumen scheint und kleine Laute von sich gibt – lassen Sie ihn die Phase in Ruhe durchleben.

Warum atmet mein Hund so schnell beim Schlafen?

Ihr Welpe träumt
Eine lange Gassirunde, eine aufregende Begegnung mit Artgenossen, ein Tag voller neuer Eindrücke: All das verarbeitet Ihr Welpe in der REM-Phase. Genau wie bei uns Menschen kann das Erlebte in Träumen wieder hochkommen.
Sie sehen Ihren Hund vielleicht mit den Pfoten zucken, als würde er laufen, oder die Augen bewegen sich unter den Lidern. Er fiept, winselt – oder eben: er atmet plötzlich schnell. Das ist völlig normal. Sobald die Schlafphase wechselt, beruhigt sich auch seine Atmung wieder.
Ihrem Welpen ist warm
Hunde haben kaum Schweißdrüsen – nur an den Pfotenballen. Um sich abzukühlen, hecheln sie. Schnelles Atmen im Schlaf, oft bei leicht geöffnetem Maul, kann also schlicht bedeuten: Ihrem Welpen ist warm.
Die normale Körpertemperatur eines Hundes liegt zwischen 38 und 39 °C. Um sie zu regulieren, atmet er schneller: Die Blutgefäße in der Zunge geben so Wärme ab und kühlen den ganzen Körper.
Sorgen Sie in diesem Fall für eine kühle Umgebung: Lüften Sie das Zimmer, bieten Sie einen schattigen Schlafplatz und stellen Sie ausreichend frisches Trinkwasser bereit. Ein Ventilator kann helfen, sollte aber nie direkt auf den Hund gerichtet werden – sonst drohen Zugluft und Ohrenentzündungen.
Vorsicht: Wird die schnelle Atmung stark und anhaltend, kann das ein Warnzeichen für einen Hitzschlag sein.
Die Rasse atmet von Natur aus schneller
Manche Rassen atmen prinzipbedingt schneller als andere. Kleine Hunde wie der Yorkshire Terrier haben eine vergleichsweise hohe Atemfrequenz. Rassen mit kurzer Schnauze – etwa Mops, Französische Bulldogge, Pekingese oder Shih Tzu – leiden häufig unter dem brachyzephalen Syndrom. Verengte Atemwege führen zu lautem, ineffizientem Hecheln, Schnarchen oder Husten. Bemerken Sie solche Symptome bei Ihrem Welpen, ist eine tierärztliche Abklärung sinnvoll.
Ihr Welpe hat sich verausgabt
Im Ruhezustand atmet ein Hund durch die Nase. Nach einem langen Spaziergang, wildem Toben oder Spielen ist der Puls hoch – und das Atmen schneller und tiefer. Legt sich Ihr Welpe direkt danach hin, ist die schnelle Atmung im Schlaf logisch und unbedenklich. Nach kurzer Erholung normalisiert sich alles von selbst.
Wichtig bei Welpen: Die körperliche Belastung muss altersgerecht bleiben. Intensive Sportarten oder lange Strecken belasten Gelenke und Knochen, gerade bei großen Rassen, deren Skelett noch wächst.
Ihr Welpe ist gestresst
Wie bei uns Menschen wirkt sich Stress auf die Schlafqualität aus – Albträume und schnelle Atmung können die Folge sein. Auslöser sind vielfältig: Umzug, ein neues Familienmitglied (Mensch oder Tier), laute Geräusche, ein verstörendes Erlebnis beim Gassigehen. Auch Trennungsangst kann sich nachts zeigen, wenn Ihr Welpe in stressigen Situationen allein bleibt.
Beobachten Sie das Umfeld Ihres Welpen aufmerksam und versuchen Sie herauszufinden, was ihn belastet. Oft helfen schon eine ruhige Schlafumgebung, feste Routinen und etwas mehr Nähe in der Eingewöhnungsphase.
Ihr Welpe ist übergewichtig
Übergewicht erhöht bei Hunden das Risiko für einen Trachealkollaps und eine Kehlkopflähmung. Lagert sich zu viel Fett im Brustkorb ein, sinkt die Lungenkapazität – die Atmung wird flacher und schneller. Eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung beugen vor.
Wann zum Tierarzt? Ist es schlimm, wenn mein Hund schnell atmet?

Hitzschlag
Steigt die Körpertemperatur deutlich über 39 °C, droht ein Hitzschlag – ein tiermedizinischer Notfall. Weitere Anzeichen: Apathie, starker Speichelfluss, taumelnder Gang, blau-rote Schleimhäute, die Suche nach kühlen Plätzen. Handeln Sie sofort: Wasser anbieten, mit feuchten Tüchern abkühlen (an den Pfoten beginnen) und umgehend in die Tierarztpraxis fahren. Die Tierarztkosten lassen sich mit der Hundekrankenversicherung von Santévet erstatten. Eine Notfallkonsultation kostet zwischen 100 und 200 €.
Atemwegserkrankungen
Eine schnelle, angestrengte Atmung kann auf ein Lungenödem hinweisen. Wirkt Ihr Welpe schwach, liegt flach und atmet sehr schnell, eventuell mit bläulich verfärbten Schleimhäuten, fahren Sie sofort zum Tierarzt. Eine Herzinsuffizienz kann ein Lungenödem auslösen.
Auch Parasiten setzen sich gelegentlich in der Lunge fest – etwa Lungenwürmer (Strongyliden). Besonders Hunde auf dem Land, die rohe Schnecken aufnehmen, sind gefährdet. Die Folge: Atemnot und Husten.
Schließlich kann ein Welpe an Asthma erkranken. Typisch sind Atemnot, erhöhte Körpertemperatur und Mattigkeit. Bei Verdacht hilft nur der Gang in die Tierarztpraxis – dort wird eine passende Behandlung eingeleitet.
Vergiftung
Hat Ihr Welpe etwas Giftiges aufgenommen, kann sich das auch in schneller Atmung im Schlaf äußern. Eine Vergiftung durch giftige Lebensmittel ist bei Hunden keine Seltenheit und kann dramatisch verlaufen. Knoblauch beispielsweise führt in größeren Mengen zu Anämie, erhöhter Herzfrequenz und Kreislaufkollaps.
Anämie (Blutarmut)
Bei einer Anämie sind nicht genügend rote Blutkörperchen vorhanden, um den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Der Hund kompensiert das mit einer erhöhten Atemfrequenz. Anämie ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom – die Ursache muss tierärztlich abgeklärt werden, damit eine gezielte Therapie möglich ist.
Was tun, wenn der Welpe schnell atmet?

Stress reduzieren
Atmet Ihr Welpe aus Anspannung schnell im Schlaf, sollten Sie zunächst die Ursache identifizieren. Eine Untersuchung beim Tierarzt schließt körperliche Probleme aus. Eine normale tierärztliche Konsultation kostet zwischen 30 und 60 €. Anschließend kann ein Hundeverhaltenstherapeut helfen, gezielt an den Auslösern zu arbeiten.
Pflanzliche Beruhigungsmittel wie Weißdorn, Passionsblume oder Baldrian wirken entspannend und können den Hund in unruhigen Phasen unterstützen. Auch Beruhigungspheromon-Diffusoren in den Hauptwohnräumen schaffen eine ruhige Atmosphäre, in der Ihr Liebling tief durchatmen kann.
Auf die Ernährung achten
Die Futtermenge muss zum Alter und zur Größe Ihres Welpen passen. Tischreste sind tabu: Sie enthalten oft Zutaten, die für Hunde unverträglich oder giftig sind, und können zu Verdauungsproblemen mit beschleunigter Atmung führen.
Setzen Sie auf hochwertiges Welpenfutter mit ausreichend tierischem Protein. Welpen in der Wachstumsphase haben einen erhöhten Nährstoffbedarf, der mit speziell abgestimmtem Futter gedeckt wird. Ihr Tierarzt berät Sie zu einer ausgewogenen Fütterung.
Für einen ruhigen Schlafplatz sorgen
Damit Ihr Welpe wirklich erholsam schlafen kann, braucht er einen festen, ruhigen Rückzugsort. Achten Sie auf eine kühle Umgebung – ein überheizter Raum erschwert das Atmen. Der Schlafplatz sollte zur Größe des Hundes passen und bequem sein.
- Eine Transportbox oder gemütlich eingerichtete Hundebox kann eine gute Lösung sein. Welpen lieben das Höhlengefühl. Wichtig: groß genug, sodass sich der Hund aufstellen, drehen und ausstrecken kann – und so dimensioniert, dass er noch mitwachsen darf.
- Ein Korb oder Kissen an einem ruhigen Ort der Wohnung, fernab von Zugluft und Durchgangsverkehr. Auswahl gibt es im Fachhandel reichlich.
- Der Schlafraum sollte ruhig und geschützt sein; frisches Wasser muss jederzeit bereitstehen.
Wie erkenne ich, ob mein Welpe gut geschlafen hat?
Schnelles Atmen im Schlaf bedeutet nicht automatisch schlechten Schlaf. Ein ausgeruhter Welpe wacht aufgeweckt und gut gelaunt auf, interessiert sich für seine Umgebung und freut sich auf den nächsten Spaziergang. Beim Fressen ist er motiviert und ausgeglichen.
Damit Ihr Welpe gut schläft, helfen feste Routinen: gleicher Schlafplatz, gleiche Schlafenszeiten, ein ruhiger Abend ohne wilde Spiele kurz vor dem Zubettgehen. Eine kurze Gassirunde vor der Nachtruhe gehört dazu, damit er die Nacht durchschlafen kann.
„Mein Welpe atmet schnell im Schlaf“ – diese Sorge hat in den meisten Fällen eine harmlose Erklärung. Bleiben Sie aber im Zweifel aufmerksam: Hält die schnelle Atmung lange an, kommen weitere Symptome hinzu oder wirkt Ihr Hund insgesamt nicht fit, holen Sie tierärztlichen Rat ein. Das Wohlbefinden Ihres Vierbeiners hat Priorität.
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