Wie viele Therapien ist auch diese nicht harmlos. Die Behandlungskosten werden von der Tierkrankenversicherung von Santévet erstattet, doch die Anwendung muss strikt den Anweisungen Ihrer Tierarztpraxis folgen.
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), auch als NSAIDs bezeichnet, gehören zu den am häufigsten verschriebenen Arten von Medikamenten in der Veterinärmedizin – insbesondere bei Arthrose beim Hund und bei degenerativen Gelenkerkrankungen der Katze. Sie sind ein zentraler Baustein der Schmerz- und Entzündungstherapie.
Entzündungshemmer für Tiere: keine harmlosen Medikamente
Wie bei anderen Medikamenten, etwa Antibiotika für Hund und Katze, ist eine Behandlung mit Entzündungshemmern nicht ohne Risiken. Es ist entscheidend, die Anweisungen Ihrer Tierärztin oder Ihres Tierarztes genau zu befolgen: Dosis, Art der Verabreichung und Therapiedauer dürfen nicht eigenmächtig verändert werden. Die Verschreibung erfolgt immer erst nach einer gründlichen Diagnose.
Die Tierarztkosten für verschriebene Entzündungshemmer werden von der Tierkrankenversicherung von Santévet erstattet – sowohl für Hunde als auch für Katzen.
Was kann ich meiner Katze als Entzündungshemmer geben?
Die kurze Antwort lautet: nur das, was die Tierärztin oder der Tierarzt verschreibt. Katzen sind besonders empfindlich gegenüber vielen Wirkstoffen, und schon eine geringe Dosis kann schwere Nebenwirkungen auslösen.
Bei Katzen kommen unter anderem folgende Wirkstoffe und Produkte zum Einsatz:
- Meloxicam (Handelsnamen: Metacam, Meloxidyl, Meloxoral, Melosus) – das am häufigsten eingesetzte NSAR bei Katzen, zugelassen für die Langzeittherapie chronischer Erkrankungen wie Arthrose.
- Robenacoxib (Onsior) – speziell für Katzen entwickelt, oft postoperativ verwendet.
- Metamizol (Novaminsulfon, Novalgin) – bei kolikartigen Schmerzen oder Fieber, nur unter tierärztlicher Aufsicht.
- Kortikosteroide wie Prednisolon – bei schweren Entzündungen, etwa im Rahmen chronischer Atemwegs- oder Darmerkrankungen.
Eine ausführliche Übersicht zu Wirkstoffen und Dosierung finden Sie in unserem Ratgeber zu Katzen Schmerzmittel.
Was ist Metacam?
Metacam ist der bekannteste Handelsname für Meloxicam, ein NSAR, das bei Hund und Katze zur Behandlung von Schmerzen und Entzündungen eingesetzt wird. Es wird typischerweise als Suspension oral verabreicht – meist einmal täglich, oft zusammen mit oder direkt nach einer Mahlzeit, um die Magenverträglichkeit zu verbessern. Die genaue Dosis und der beste Zeitpunkt der Gabe richten sich nach Gewicht, Erkrankung und Allgemeinzustand des Tieres und werden von der Tierärztin oder dem Tierarzt festgelegt.
Welche Schmerzmittel gibt es für Katzen und Hunde?
Neben NSAR werden auch andere Arten von Medikamenten eingesetzt:
- Opioide (z. B. Buprenorphin, Tramadol, Fentanyl) – ein starkes Schmerzmittel bei sehr starken oder neuropathischen Schmerzen sowie nach Operationen.
- Kortikosteroide – stark entzündungshemmend, aber mit erheblichen Nebenwirkungen bei Langzeitanwendung.
- Monoklonale Antikörper (z. B. Frunevetmab bei der Katze) – moderne Option bei chronischen arthrosebedingten Schmerzen.
- Lokalanästhetika – während und nach chirurgischen Eingriffen.
Die Auswahl hängt von der Ursache der Schmerzen, dem Allgemeinzustand und dem Gewicht des Tieres ab.
Achtung: keine Selbstmedikation bei Hund, Katze und Heimtieren
Eine Selbstmedikation ist strikt zu vermeiden. Die Gabe von Paracetamol oder Ibuprofen an ein Tier kann gefährlich sein.
Das Frettchen reagiert besonders empfindlich – Selbstmedikation ist hier leider eine der häufigsten Vergiftungsursachen. Paracetamol gehört nicht zur Klasse der Entzündungshemmer, ist aber ebenfalls hochgradig toxisch, insbesondere für die Katze: Sie kann die Substanz aufgrund einer Stoffwechselbesonderheit nicht ausreichend abbauen, was zu schweren Leber- und Blutschäden führt.
Auch Acetylsalicylsäure (Aspirin) und Diclofenac sind für Haustiere problematisch und sollten ohne tierärztliche Anweisung niemals verabreicht werden.
Gibt es natürliche oder pflanzliche Entzündungshemmer für Katzen?
Viele Halterinnen und Halter suchen nach einem natürlichen oder homöopathischen Ansatz. Pflanzliche und homöopathische Produkte (z. B. Traumeel, Zeel, Präparate auf Basis von Teufelskralle oder Omega-3-Fettsäuren) sind frei verkäuflich, ihre Wirksamkeit ist jedoch begrenzt und wissenschaftlich nicht in allen Fällen belegt. Hausmittel ersetzen keine tierärztliche Behandlung – sie können höchstens unterstützend wirken und sollten immer mit der Tierarztpraxis abgestimmt werden. Selbst pflanzliche Wirkstoffe können bei der Katze unerwartete Reaktionen auslösen.
Kontraindikationen, die nur die Tierärztin erkennt
Vor der Verschreibung eines Entzündungshemmers gehört eine vollständige tierärztliche Untersuchung dazu. Die Tierärztin oder der Tierarzt erfragt die Krankengeschichte und beurteilt Allgemeinzustand, Größe, Gewicht und Alter des Tieres, um eine passende Therapie zu wählen.
Ein NSAR ist in der Regel kontraindiziert bei:
- Magen-Darm-Geschwüren
- Blutungen
- Nierenerkrankungen oder Herzproblemen
- Leberinsuffizienz
- trächtigen oder säugenden Tieren
Auch die Kombination mit anderen Medikamenten kann Risiken bergen. Genau deshalb ist die tierärztliche Beratung unverzichtbar.
Wie beim Menschen ist die Anwendung von NSAR bei Hund und Katze mit Risiken für gastrointestinale Geschwüre, Nieren- und Lebertoxizität verbunden, insbesondere bei längerer Anwendung. Bei Tieren mit Nieren- oder Leberschwäche müssen sie besonders zurückhaltend dosiert werden.
Mögliche Nebenwirkungen
Verdauungsbeschwerden treten relativ häufig auf: Erbrechen, Appetitlosigkeit, Apathie oder Veränderungen der Darmflora. Bei Heimtieren wie Meerschweinchen und Kaninchen können die Beschwerden besonders ausgeprägt sein und sich als Durchfall äußern – mit potenziell lebensbedrohlichen Folgen.
Treten unter der Behandlung Symptome wie Erbrechen, Durchfall, schwarzer Stuhl, Müdigkeit, Gelbfärbung der Schleimhäute oder Verhaltensänderungen auf, ist eine erneute Konsultation in der Tierarztpraxis nötig. Möglicherweise muss die Dosis angepasst oder das Medikament gewechselt werden.
Konsultieren Sie erneut bei Auffälligkeiten
Jede Auffälligkeit nach Beginn einer Therapie mit Entzündungshemmern sollte tierärztlich abgeklärt werden. Die Tierärztin kann das Medikament wechseln oder die Dosis anpassen.
Die Veterinärmedizin hat inzwischen eine neuere Generation von Entzündungshemmern entwickelt, deren Nebenwirkungen geringer ausfallen. Dadurch ist eine Therapie über längere Zeiträume möglich – wie es etwa bei chronischen Erkrankungen wie Arthrose erforderlich ist.
Schließlich kommen Entzündungshemmer manchmal auch in der Krebsbehandlung zum Einsatz – auch hier entscheidet ausschließlich die Tierärztin oder der Tierarzt über die Anwendung.
Erstattung der Behandlungskosten durch Santévet
Die Kosten für Diagnose, verschriebene Entzündungshemmer und Folgekonsultationen können sich schnell summieren – besonders bei chronischen Erkrankungen wie Arthrose, die eine langfristige Schmerztherapie erfordern.
Mit der Hundekrankenversicherung und der Katzenkrankenversicherung von Santévet werden Ihre Tierarztkosten je nach gewähltem Tarif zwischen 70 % und 90 % erstattet. Einmal versichert, bleibt Ihr Tier lebenslang durch die Garantien von Santévet gedeckt.
Santévet
Ihr Spezialist für die Krankenversicherung von Hund und Katze