Was ist Katzenakne?

Die Feline Akne ist eine häufig auftretende Hauterkrankung der Katze. Sie entsteht durch unreine Haut am Kinn, wo bei der Katze besonders viele Drüsen zum Markieren ihres Reviers liegen. Verstopfen diese, kommt es zur Katzenakne. Die Katze hat dann schwarze Punkte am Kinn, die in schweren Fällen zu stark entzündeten Pickeln werden können.

Katzenakne
Eine Katzenakne sollte möglichst frühzeitig behandelt werden. Sie sollten außerdem das Kinn der Katze regelmäßig kontrollieren und ggf. säubern. - 123rf

Wie entsteht eine Katzenakne?

Hier gibt es mehrere Ursachen, die oftmals ineinander spielen. Eine häufige Ursache ist Überproduktion der Talgdrüsen. Drüsen in der Haut produzieren ein Sekret. Schweißdrüsen produzieren beispielsweise den wässrigen Schweiß und Talgdrüsen produzieren eine ölige Substanz, den Talg. Dieses Sekret der Talgdrüsen dient den Katzen dazu, ihr Fell wasserabweisend zu machen, die Haut vor Austrocknung zu schützen und zugleich auch zum Markieren ihres Reviers.

Gerade am Kinn der Katze sitzen besonders viele Talgdrüsen, da das Kinn mit deren Sekret vor Schmutz und Feuchtigkeit beim Fressen und Trinken geschützt wird. Zum anderen markieren Katzen aber auch mit genau dieser öligen Substanz ihr Revier, indem sie ihre Lefzen und das Kinn ausgiebig an Gegenständen oder Menschen reiben.

Produzieren die Talgdrüsen zu viel Talg, wird die Haut zu fettig und die Talgdrüsen verstopfen sich selbst. Diese Verstopfungen sind bei der Katze als Pickel oder als schwarze Punkte am Kinn sichtbar.

Keratosen als weitere Ursache

Vermutet wird, dass viele Katzen mit Kinnakne ursächlich unter einem anderen Hauptproblem leiden, nämlich einer zu starken Verhornung der Haut. Diese Erkrankung der Haut tritt in zwei Formen auf:

  • als Hyperkeratose und
  • als Parakeratose.

Die Hyperkeratose bezeichnet eine Störung der Verhornung der Oberhaut. Es werden normalerweise ständig neue Hautzellen gebildet und alte Hautschuppen lösen sich ab. Dieser Prozess ist gestört. Es werden entweder zu viele neue Hautzellen gebildet oder die alten Hautschuppen lösen sich nicht schnell genug ab.

Beides führt zu einer übermäßigen Verhornung der Oberhaut. Ursachen können Stress in Form von psychischem Stress sein oder von Hautreizung oder Infektionen und anderen schwächenden Erkrankungen.

Die Parakeratose hingegen ist eine Störung, bei der die Zellen in der Hornschicht verbleiben und sich gar nicht ablösen. Dies ist beim Menschen zum Beispiel bei Schuppenflechte der Fall.

Auch andere Hautkrankheiten können die Ursache sein. Beide hier genannten Formen erschweren oder verhindern, dass das Sekret der Talgdrüsen an der Hautoberfläche aus den feinen Poren austreten kann. Auf diese Weise verstopfen die Talgdrüsen schnell, gerade wenn eine Überproduktion zusätzlich vorliegt. Es bilden sich dann Mitesser, sogenannte Komedonen. Leider entzünden sich die komplett verstopfen Talgdrüsen infolge oft und die Feline Akne tritt auf.

Woran erkennt der Tierhalter die Katzenakne?

Hier gibt es einige Anzeichen, die Sie sehen können:

  • Die Katze hat schwarze Punkte am Kinn.
  • Am Kinn der Katze sind kleine Knötchen zu sehen.
  • Die Pickel am Kinn der Katze entzünden sich.
  • In besonders schweren Fälle ist das ganze Kinn der Katze entzündet und schorfig oder eitrig bis sogar blutig.

Ein Besuch beim Tierarzt ist dann unumgänglich. Auch wenn die Katzenakne an sich keine Schmerzen verursacht, so sind darauf entstehende Entzündungen durchaus sehr unangenehm für die Katze.

Wie diagnostiziert der Tierarzt die Kinnakne bei der Katze?

Zuerst untersucht er die Katze und die Verdachtsdiagnose steht aufgrund der sichtbaren Symptome schnell fest. Allerdings gilt es dennoch neben der Sichtdiagnose sogenannte Differenzialdiagnosen zu prüfen, sprich Krankheiten auszuschließen, die sehr ähnliche bis gleiche Symptome auslösen.

Hierzu wird der Tierarzt Folgendes untersuchen: Er nimmt eine tiefe Hautprobe, ein sogenanntes Hautgeschabsel, um es auf Pilze oder Milben zu untersuchen. Dies geschieht mit einem Skalpell an einer Stelle, wo die gesunde Haut und die veränderte Haut aneinanderliegen.

Diese untersucht er dann unter dem Mikroskop. So beurteilt er, ob es sich um Bakterien, Parasiten oder einen Pilz handelt. Auch kann er Entzündungszellen sehen und beurteilen. Anhand dieser Untersuchung kann er die Diagnose zweifelsfrei stellen.

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Wie wird eine Katzenakne behandelt?

Bei der Behandlung gibt es verschiedene Möglichkeiten, je nach Schwere der Kinnakne der Katze. Bei sehr früh erkannter Katzenakne reicht meist eine regelmäßige Säuberung des Kinns mit einer desinfizierenden Lösung aus. Dies kann beispielsweise ein antibakterielles Shampoo sein, mit dem das Kinn der Katze täglich gesäubert wird. So entfernen Sie das Sekret und behandeln kleinere Entzündungen.

In fortgeschrittenen Fällen mit stärkeren Entzündungen wird eine Therapie mit einem Antibiotikum eingeleitet. Aufgrund von häufig zusätzlich auftretendem Befall mit Pilzen kann ein Antimykotikum zusätzlich nötig sein. Ein Antimykotikum ist ein Mittel gegen Hautpilz.

Wie kann ein Tierhalter Katzenakne vorbeugen?

Hier gibt es leider kein Patentrezept, da das Problem von innen heraus entsteht. Wichtig ist allerdings, die Kinnregion, die hauptsächlich von der Felinen Akne betroffen ist, regelmäßig zu kontrollieren. Sobald sich ein fettiger Film zeigt oder die Katze schwarze Punkt am Kinn hat, ist es wichtig, sofort zu reagieren.

Zuerst können Sie versuchen, das Kinn der Katze regelmäßig zu säubern. Werden die Symptome nicht besser oder verschlimmern sich, sollte die Katze dem Tierarzt vorgestellt werden.

Ebenfalls sollten Sie darauf achten, die Katze mit hochwertigem Futter zu versorgen. Bei der Felinen Akne ist zum Beispiel Nährstoffmangel ein Thema, aber auch Futterunverträglichkeiten oder gar Futtermilben sind hier zu bedenken.

Tipp:
Futtermilben sind sehr häufig in Trockenfutter, weshalb dieses immer gut verschlossen werden sollte. Eine Untersuchung auf Milben schadet nicht. Dazu das Trockenfutter in ein durchsichtiges Gefäß oder einen Frischebeutel füllen. Dann gut schütteln und den Boden des Gefäßes genau betrachten. Hier ist dann ein bräunlich aussehender Staub zu sehen. Auch riecht das Futter bei starkem Befall anders als gewohnt.

Zusätzlich ist es gut, die Katze gegen Parasiten zu behandeln mit einem Spot-on. Viele Parasiten wie Flöhe oder Milben können die Haut stark schwächen und somit die Anfälligkeit erhöhen. Außerdem können sie zu Allergien führen.

Wie in den meisten Fällen ist auch hier eine Stressreduktion sinnvoll. Katzen reagieren auf Stress sehr häufig mit verschiedenen Erkrankungen. Auch eine gute Hygiene an Futterschüsseln und dem Fressplatz kann helfen, die Katzenakne zu verbessern.

Herausgegeben von

Martin Walter