Hautkrankheiten der Katze: auf die Ursache kommt es an

Hautsymptome können eine Reihe verschiedener Ursachen haben. Oft entwickeln sie sich schleichend über einen längeren Zeitraum hinweg. Da der Nachweis der zugrundeliegenden Krankheit schwierig sein kann, nimmt es mitunter viel Zeit in Anspruch, die Beschwerden ursächlich zu behandeln. Doch genau dies ist unerlässlich, da Katzen mit Hautkrankheiten oft eine deutlich eingeschränkte Lebensqualität haben. Informationen zu weiteren Gesundheitsthemen finden Sie in unserem Katzenratgeber.

katze hautkrankheiten
Hautprobleme bei Katzen treten häufig durch Parasitenbefall auf. - 123rf

Typische Symptome bei Katzen mit Hautkrankheiten

Obwohl es viele verschiedene Hauterkrankungen gibt, ähneln sich die Symptome oft sehr, was die Diagnosestellung besonders kompliziert macht. Typische Beschwerden von Katzen mit Hautkrankheiten sind:

  • Unruhe, Reizbarkeit
  • Berührungsempfindlichkeit
  • vermehrtes Kratzen
  • vermehrtes Putzen
  • vermehrter Haarausfall
  • brüchige Haare
  • stumpfes, struppiges oder fettiges Haarkleid
  • kahle Stellen im Fell
  • Schuppenbildung
  • gerötete / nässende Hautareale
  • kleine Hautwunden und -krusten
  • sichtbare Parasiten oder Eier
  • Sonstiges: Umfangsvermehrungen, Farbveränderungen, Ekzeme, Beläge, Borken, Abszesse, ...

Unruhe, Reizbarkeit, Berührungsempfindlichkeit sowie vermehrtes Kratz- und Putzverhalten deuten auf Juckreiz hin, der durchaus auch schmerzhaft sein kann. Manche Katzen beißen sich auch reflexartig ins Fell oder reiben sich an Gegenständen.

Durch Kratzen, Beknabbern und Scheuern der Haut entstehen kleine Wunden, die mit der Zeit verkrusten. Sowohl das juckreizbedingte Verhalten als auch die ursächliche Erkrankung selbst kann zu Haarbruch und einer schlechten Fellqualität führen: Das Haarkleid verliert seinen natürlichen Glanz, wirkt ungepflegt und die Katze verliert Fell.

Weitere mögliche Veränderungen sind kahle Stellen, die kreisrund oder unregelmäßig sein können, sowie entzündliche Hautveränderungen. Letztere können sich durch Rötungen, Schwellungen, Ausschläge, Auflagerungen oder sonstige krankhafte Veränderungen äußern. Nässende oder gar eitrige Areale sind besonders ernstzunehmende Symptome.

Grundsätzlich können Hautveränderungen auch die Folge anderer Katzenkrankheiten sein. Im Falle einer parasitären Ursache sind die Fell- oder Hautparasiten und ihre Eier eventuell mit bloßem Auge sichtbar.

Schon gewusst?

Oft treten Hautkrankheiten nicht primär auf, sondern brechen infolge einer chronischen Grunderkrankung oder Immunschwäche aus. Dies ist besonders bei bakteriellen Hautentzündungen, Pilzinfektionen und Pelzmilbenbefall zu beachten.

Diagnostik von Hautkrankheiten bei Katzen

Da Hautkrankheiten sich bei ausbleibender Therapie verschlimmern und verschiedene Komplikationen nach sich ziehen können, spielt die frühzeitige Diagnosestellung eine wichtige Rolle.

Vorbericht

Bevor der Tierarzt die Katze untersucht, erhebt er eine gründliche Anamnese (einen Vorbericht). Dies ist bei vielen Hautsymptomen von entscheidender Bedeutung, um die möglichen Ursachen einzugrenzen oder eine konkrete Verdachtsdiagnose zu erheben. Es lohnt sich daher für den Besitzer, sich bereits vorab Gedanken und Notizen zu den folgenden Fragestellungen zu machen:

  • Welche Symptome sind zu beobachten?
  • Wann sind die Symptome erstmals aufgetreten und wie haben sie sich entwickelt?
  • Zeigt die Katze neben Haut- oder Fellproblemen weitere Krankheitssymptome?
  • Sind bereits diagnostische Maßnahmen von einem anderen Tierarzt durchgeführt worden?
  • Wurden bereits Behandlungsversuche (durch den Besitzer oder einen anderen Tierarzt) unternommen?
  • Falls ja: Wie haben sich die Symptome währenddessen entwickelt?
  • Leben weitere Tiere im selben Haushalt? Zeigen sie ähnliche Symptome?
  • Hat(te) die Katze Kontakt zu fremden Tieren?
  • Wurde vor dem Auftreten der Symptome etwas Neues gefüttert?

Auf diese Weise kann der Tierarzt bereits beurteilen, ob zum Beispiel eine infektiöse, futtermittelbedingte oder organische Ursache am ehesten in Betracht kommt.

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Weiterführende Untersuchungen der Haut

Je nach konkreten Symptomen kann eine breitgefächerte Diagnostik notwendig sein. Mögliche Untersuchungsmethoden sind:

  • Adspektion (Betrachtung)
  • Klebestreifen-Abklatsch von Fell und Haut
  • Flohkammmethode
  • Otoskopische Untersuchung
  • Wood-Lampe
  • Zahnbürstenmethode
  • oberflächliches Hautgeschabsel
  • tiefes Hautgeschabsel
  • Hautbiopsie

Parasiten der Haut und des Fells lassen sich relativ einfach nachweisen: Flöhe, Haarlinge, Pelz- und Herbstgrasmilben sind oft mit bloßem Auge zu erkennen.

Haarlinge und Pelzmilben (Raubmilben) legen darüber hinaus ihre Eier (Nissen) im Fell der Katze ab. Im Zweifelsfall schaut der Tierarzt aufgespürte Parasiten oder Eier unter dem Mikroskop an. Hierfür eignet sich zum Beispiel ein Abklatschpräparat.

Flohkot besteht aus dem verdauten Blut des Wirtstiers. Daher färbt er sich in Verbindung mit Wasser rot. Wird eine betroffene Katze über einem feuchten weißen Tuch gründlich gekämmt, entstehen darauf rote Pünktchen.

Um Ohrmilben aufzuspüren, schaut der Tierarzt mit einem Otoskop in die Ohren der Katze. Das Licht schaltet er erst nach dem Einführen des Otoskop ein, um die vor dem Lichtkegel flüchtenden Milben sehen zu können.

Die Wood-Lampe dient dem Nachweis bestimmter Hautpilze (Dermatophyten). Diese fluoreszieren unter UV-Licht. Alternativ bürstet der Tierarzt das Fell der Katze mit einer sterilen Zahnbürste gründlich durch und schickt diese anschließend in ein Labor.

Im Hautgeschabsel lassen sich vor allem Räudemilben und Pilze nachweisen. Hierzu wird das Hautpräparat durch eine spezielle Technik aufbereitet und anschließend unter dem Mikroskop angeschaut.

Eine Hautbiopsie erfolgt in der Regel, wenn die übrigen Untersuchungsmethoden zu keinem Ergebnis geführt haben. Die Probe wird in einem Speziallabor umfangreich bakteriologisch, parasitologisch, mykotisch (auf Pilze) und histologisch (auf Zellveränderungen) untersucht. Dabei können auch seltenere Ursachen wie zum Beispiel Hauttumore festgestellt werden.

Sonstige diagnostische Maßnahmen

Auch aufgrund einer Allergie oder Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Futtermitteln können Katzen Hautkrankheiten entwickeln. Da bislang keine Allergietests für Katzen auf dem Markt sind, ist eine Futtermittelallergie grundsätzlich eine Ausschlussdiagnose. Das heißt, sie wird erst dann in Betracht gezogen, wenn alle anderen Ursachen ausgeschlossen wurden.

Der Nachweis einer Allergie ist schwierig und langwierig: Die Katze muss dafür über mehrere Wochen hinweg ausschließlich mit einem Futter ernährt werden, dessen Inhaltsstoffe sie noch nie zuvor gefressen hat (sogenannte Eliminationsdiät).

Währenddessen wird beobachtet, ob sich die Symptome bessern. Hautsymptome durch Pelzmilben, Haarlinge, Bakterien und ferner auch Ohrmilben sind bei ausgewachsenen Katzen mit einem intakten Immunsystem nicht die Regel. Treten sie dennoch auf, leidet der Patient sehr wahrscheinlich an einer Immunschwäche oder einer bereits vorgeschädigten Haut.

Auch bestimmte hormonelle Störungen, zum Beispiel Erkrankungen der Schilddrüse, Nebennieren oder Keimdrüsen, können sich in Fellveränderungen äußern. Mitunter ist eine sehr breitgefächerte Diagnostik notwendig, um die Grunderkrankung ausfindig zu machen.

Tipp: Um Katzen mit Hautkrankheiten Linderung zu verschaffen, kann zusätzlich zur ursächlichen eine symptomatische Therapie angezeigt sein. Für einen langfristigen Erfolg muss jedoch immer die Ursache behoben werden.

 

Herausgegeben von

Viktoria Neuber