Hund chippen: Sinnvoll oder überflüssig?

Ein Albtraum für Hundebesitzer: Der Hund reißt sich von der Leine los oder verschwindet beim Freilauf und kehrt nicht zurück. Um einen entlaufenen Hund sicher identifizieren zu können, wurden Vierbeiner früher ein Code auf die Haut tätowiert. Die Tätowierungen sind inzwischen durch Mikrochips abgelöst. Erfahren Sie mehr über die moderne Kennzeichnung von Hunden.

Tierarzt chippt Hund
Das Chippen des Hundes erfolgt mittels eines spritzenähnlichen Geräts. - 123rf

Chip für Hunde: Das steckt dahinter

Der Transponder, der umgangssprachlich auch Hundechip genannt wird, ist mit 2 x 12 Millimeter in etwa so groß wie ein Reiskorn. Auf diesem Transponder befindet sich ein Mikrochip. Auf ihm ist eine 15-stellige Nummer gespeichert. Die Nummer kann mit einem speziellen Lesegerät ausgelesen werden. Der Transponder mit Mikrochip wird von einem Tierarzt eingesetzt, die jeweilige Nummer im Heimtierausweis des Hundes vermerkt.

So funktioniert der Transponder

Der Transponder ist ein passives Funk-Kommunikationsgerät. Wird ein Lesegerät in seine Nähe gehalten, nimmt es Signale auf und antwortet. Die benötigte Energie bezieht er aus dem Lesegerät.

Der Transponder an sich besitzt keine eigene Energiequelle wie einen Akku oder Batterien. Eine Gefahr durch Strahlungswellen besteht demnach nicht. Mehr als die Chipnummer vom Hund ist nicht gespeichert.

Den Hund chippen lassen ist Pflicht?

Eine deutschlandweite Pflicht, den Hund chippen zu lassen gibt es nicht. Jedes Bundesland hat seine eigenen Regeln und Verordnungen bezüglich des Mikrochips bei Hunden. In diesen Bundesländern besteht eine Chippflicht für Hunde:

  • Berlin
  • Bremen
  • Hamburg
  • Niedersachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Thüringen

Hunde, die als gefährlich eingestuft werden (Listenhunde), müssen in diesen Bundesländern durch einen Chip gekennzeichnet sein:

  • Baden-Württemberg
  • Brandenburg
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Schleswig-Holstein

 

Gut zu wissen:
Möchten Hundebesitzer mit ihrem Hund innerhalb der EU reisen, muss der Hund mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein. Die Transpondernummer muss in seinem EU-Heimtierausweis vermerkt sein.

So wird der Mikrochip bei Hunden eingesetzt

In der Tierarztpraxis wird der Transponder mithilfe einer spritzenähnlichen Vorrichtung mit einer dicken Hohlnadel in den Körper des Hundes implantiert. Eine Narkose ist hierfür nicht nötig.

Wenn Ihr Hund versichert ist, können Sie sich die Kosten für das Chippen zurückerstatten lassen.

Die Schmerzen bei der Implantation sind mit den einer Impfung gleichzusetzen. Wie schmerzvoll das Einsetzen für den Hund ist, hängt vor allem von seinem Schmerzempfinden aus. Da die Einstichstelle sehr klein ist, besteht keine Gefahr für Blutungen. Der Hund kann direkt nach dem Implantieren seinem gewohnten Tagesablauf nachgehen.

Wann den Hund chippen lassen?

Im besten Fall lassen Besitzer ihren Hund im Welpenalter chippen. Wird ein Hund aus dem Tierheim übernommen, ist er in der Regel bereits mit einem Mikrochip gekennzeichnet. Eine Kennzeichnung mittels Hundechip kann bedenkenlos in jedem Lebensalter vorgenommen werden.

Kosten für das Chippen des Hundes

Je nachdem, zu welchem Tierart Besitzer gehen liegen beim Hund chippen die Kosten zwischen 40 und 70 Euro. Hinzu kommen eventuell Kosten für den EU-Heimtierausweis.

Nach dem Chippen an die Registrierung denken

Damit der Hund bzw. die auf dem Chip enthaltene Nummer des Hundes sicher zugeordnet werden kann, ist eine Registrierung wichtig. Denn ohne Registrierung ist der Mikrochip zwecklos. Hundebesitzer können entweder den Tierarzt beauftragen, den Chip zu registrieren oder das selbst vornehmen.

Die größte Datenbank für Haustierregistrierungen wird von Tasso geführt. Tierhalter können auf der Webseite von Tasso den Hund anmelden. Die Registrierung ist kostenlos.

Bei der Registrierung werden folgende Daten benötigt:

  • 15-stellige Chipnummer
  • Allgemeine Angaben zum Hund wie Name, Rasse, Geschlecht und Geburtsdatum
  • Kontaktdaten des Hundehalters

Hundehalter können bei Tasso außerdem besondere Merkmale des Hundes speichern. Zudem können Halter auswählen, ob sie im Falle eines Fundes von Tasso oder direkt vom Finder kontaktiert werden möchten. Die eingegeben Daten werden also nicht ohne Zustimmung weiterverbreitet.

Halten Sie Ihre Kontaktdaten stets aktuell und melden Sie jeden Wohnorts- oder Telefonnummernwechsel umgehend an Tasso weiter.

Hund registrieren: Die Vorteile auf einen Blick

Auch wenn Sie in einem Bundesland leben, in dem eine Kennzeichnung mittels Hundechip nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, bietet das Chippen einige Vorteile:

  • Im Falle eines Verlusts ist der Hund jederzeit zweifellos identifizierbar.
  • Durch das Vermehrte chippen werden weniger Hunde gestohlen.
  • Mit einem Mikrochip ist europaweites Reisen möglich.

5 häufige Fragen zum Thema Mikrochip bei Hunden

Kann der Transponder im Hundekörper wandern?

Der Mikrochip wird in den meisten Fällen in der linken Halsseite des Hundes implantiert. Innerhalb kürzester Zeit verwächst er mit dem umliegenden Gewebe. Dadurch und durch sein geringes Gewicht von weniger als einem Gramm ist ein Wandern im Körper nahezu ausgeschlossen.

Welche Strahlungen gehen von dem Mikrochip aus?

Der Transponder an sich gibt keine Strahlungen ab. Erst durch das Vorhalten eines Lesegeräts wird der Mikrochip aktiviert. Dabei gibt die im Transponder enthaltene Kupferspirale für einen kurzen Moment harmlose Radiowellen ab und wirkt als Antenne. Nach dem Auslesen fließt keine Energie mehr durch den Chip.

Kann ein Hund durch den Chip geortet werden?

Da der Chip über keine eigenen Energiequellen wie Akkus oder Batterien verfügt, kann er von sich aus keine Signale senden. Ein Orten ist nicht möglich.

Kann der Mikrochip Krebs verursachen?

Bislang liegen keine Daten vor, die darauf schließen lassen, dass der Mikrochip eine Krebserkrankung begünstigt.

Welche Daten werden auf dem Chip gespeichert?

Auf dem Mikrochip ist nur die 15-stellige Chipnummer gespeichert. Weitere Daten können und werden nicht gespeichert. Daher ist eine Registrierung des Hundes bei einer Haustierdatenbank wichtig, damit der Hund im Falle eines Falles wieder nach Hause zurückkehren kann.

Herausgegeben von

Martin Walter