Analdrüsen beim Hund: Wann müssen sie entleert werden?

Analdrüsenprobleme gehören zu den häufigeren Gesundheitsproblemen bei Hunden. Viele Halter bemerken sie erst, wenn ihr Hund plötzlich mit dem Hinterteil über den Boden rutscht oder intensiv am After leckt. Dabei handelt es sich oft um Anzeichen dafür, dass die Analdrüsen verstopft oder entzündet sind. Studien zeigen, dass Analdrüsenerkrankungen bei etwa 15,7 % der Hunde auftreten, was sie zu einem relativ häufigen Problem in der tierärztlichen Praxis macht.

Das Wichtigste in Kürze (TL;DR):

●      Analdrüsenprobleme sind relativ häufig: Studien zeigen, dass etwa 15 % der Hunde im Laufe ihres Lebens eine Analdrüsenerkrankung entwickeln können.

●      Typische Symptome erkennen: Schlittenfahren, starkes Lecken am After, unangenehmer Geruch oder Schmerzen können auf verstopfte oder entzündete Analdrüsen hinweisen.

●      Frühzeitig zum Tierarzt: In den meisten Fällen hilft eine manuelle Entleerung der Analdrüsen durch den Tierarzt, um Schmerzen und Infektionen zu vermeiden.

Was sind Analdrüsen oder Analbeutel beim Hund?

Analdrüsen – auch Analbeutel genannt – sind zwei kleine Drüsensäcke, die sich rechts und links neben dem After des Hundes befinden. Sie enthalten eine stark riechende Flüssigkeit, die aus verschiedenen Sekreten besteht und eine wichtige Rolle bei der Kommunikation zwischen Hunden spielt.

Das Sekret dient unter anderem zur Markierung von Revier und Identität. Deshalb beschnuppern sich Hunde häufig am Hinterteil – sie nehmen dabei chemische Signale aus den Analdrüsen wahr.

Normalerweise entleeren sich die Analdrüsen automatisch beim Kotabsatz. Der Druck des festen Kots auf die Drüsensäcke sorgt dafür, dass eine kleine Menge Sekret ausgeschieden wird. Probleme entstehen dann, wenn diese natürliche Entleerung nicht mehr funktioniert.

Wie häufig sind Analdrüsenprobleme?

Analdrüsenerkrankungen zählen zu den häufigeren Beschwerden bei Hunden. Sie sind im höchsten Maße schmerzhaft und können bei Ihrem Hund für viel Leid sorgen. Eine veterinärmedizinische Studie schätzt, dass nicht tumoröse Analdrüsenerkrankungen bei etwa 15,7 % der Hunde auftreten, während sie bei Katzen deutlich seltener sind.

Zu den häufigsten Formen gehören:

●      Analdrüsenverstopfung (Impaktion)

●      Analbeutelentzündung (Sacculitis)

●      Analdrüsenabszess

In der genannten Studie war die Verstopfung der Analdrüsen mit rund 8,9 % der häufigste Befund, gefolgt von Entzündungen (4,1 %) und Abszessen (2,8 %).

Auch Rückfälle sind möglich: Verstopfungen treten laut Studie bei etwa 35 % der Hunde erneut auf, meist innerhalb weniger Monate.

Wie entleeren sich Analdrüsen normalerweise?

Bei gesunden Hunden erfolgt die Entleerung der Analdrüsen automatisch:

  1. Beim Kotabsatz
  2. Durch Druck der umliegenden Muskulatur
  3. Gelegentlich bei Stress oder Angst

In diesen Situationen wird eine kleine Menge Sekret freigesetzt. Dieses Sekret hat einen sehr intensiven Geruch, der für Menschen unangenehm sein kann. Wenn dieser natürliche Mechanismus gestört ist, kann sich das Sekret in den Analdrüsen ansammeln und verdicken. Dadurch entstehen Beschwerden.

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Warum können Analdrüsen verstopfen?

Es gibt mehrere Faktoren, die das Risiko für Analdrüsenprobleme erhöhen. Studien nennen insbesondere folgende mögliche Gründe:

  • Durchfall oder weicher Kot
  • Hautkrankheiten oder Allergien
  • Übergewicht
  • Bestimmte Hunderassen
  • Anatomische Besonderheiten der Analdrüsen

Auch kleine Hunderassen sind häufiger betroffen. Dies könnte daran liegen, dass ihre Analdrüsengänge relativ klein sind und schneller verstopfen.

Weitere mögliche Ursachen sind:

  • Parasiten
  • Chronische Entzündungen
  • Fremdkörper
  • Verletzungen

Wenn sich die Drüsen nicht mehr richtig entleeren können, entsteht zunächst eine Verstopfung, die sich anschließend entzünden kann. Wenn Ihr Hund zu einer Risikogruppe gehört oder bereits Probleme hatte, sind regelmäßige Kontrollen sinnvoll.

Symptome voller oder entzündeter Analdrüsen

Analdrüsenprobleme verursachen oft typische Symptome, die Hundebesitzer:innen leicht erkennen können.

Zu den häufigsten Anzeichen gehören:

●      Schlittenfahren: Der Hund rutscht mit dem Po über den Boden

  • Intensives Lecken oder Beißen am After
  • Unangenehmer Geruch
  • Schmerzen beim Sitzen oder Schwellung neben dem After
  • Schwierigkeiten beim Kotabsatz

Die Diagnose erfolgt meist durch eine klinische und eine rektale Untersuchung durch den Tierarzt, da die Analyse des Drüsensekrets allein nicht immer zuverlässig ist.

Analdrüsenerkrankungen im Überblick

Kleine Hunderassen sind anfälliger

Wie werden Analdrüsen beim Hund behandelt?

Die Behandlung hängt davon ab, wie stark das Problem fortgeschritten ist.

1. Ausdrücken: manuelle Entleerung

Die häufigste Behandlung ist die manuelle Entleerung der Analdrüsen durch einen Tierarzt.

In einer Studie wurde diese Methode bei rund 89 % der Fälle eingesetzt und sie gilt als wichtigste Erstbehandlung.

2. Spülung der Analdrüsen

Bei Entzündungen können die Analdrüsen gespült werden.

Eine klinische Studie beschreibt eine Behandlung, bei der die Drüsen zunächst mit Kochsalzlösung gespült und anschließend mit einer Antibiotika-, Antimykotika- und Kortisonlösung behandelt wurden. Diese Behandlung musste im Durchschnitt etwa dreimal wiederholt werden, bis die Symptome vollständig verschwunden waren.

3. Medikamente gegen die Entzündung am After

Bei Infektionen können zusätzlich verordnet werden:

  • Antibiotika
  • Entzündungshemmende Medikamente
  • Schmerzmittel

4. Entfernen durch eine OP bei permanenten Problemen

Wenn Analdrüsenprobleme immer wieder auftreten, kann im schlimmsten Fall eine Operation notwendig sein. Dabei werden die Analdrüsen vollständig entfernt (Anal-Sacculectomie). Diese Operation wird normalerweise erst durchgeführt, wenn konservative Behandlungen nicht erfolgreich waren.

Tipp von Santévet: Wenn Ihr Hund häufig mit dem Hinterteil über den Boden rutscht oder sich stark am After leckt, sollten Sie dies nicht ignorieren. Eine frühzeitige Untersuchung beim Tierarzt kann verhindern, dass sich eine einfache Verstopfung zu einer schmerzhaften Entzündung oder einem Abszess entwickelt.

Tierarztkosten nach GOT (Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte)

Erkrankung

Beschreibung

Typische Symptome

Analdrüsenverstopfung

Sekret staut sich in den Drüsen

Juckreiz, Schlittenfahren

Analbeutelentzündung

bakterielle Entzündung

Schmerzen, Schwellung

Analdrüsenabszess

eitrige Infektion

starke Schmerzen, Fieber

Analdrüsentumor

seltene Krebserkrankung

Knoten, Schwierigkeiten beim Kotabsatz

Die tatsächlichen Kosten hängen vom Schweregrad der Erkrankung, der Tierarztpraxis und dem angewendeten GOT-Satz ab.

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Hausmittel: Wie kann man Analdrüsenprobleme vorbeugen?

Circa 15 % aller Hunde sind betroffen

Es gibt mehrere vorbeugende Maßnahmen, mit denen Hundebesitzer und -besitzerinnen das Risiko für Analdrüsenentzündungen beim Hund reduzieren können.

Ernährung und Bewegung sind wichtige Präventionsmaßnahmen

  • Ballaststoffreiche Ernährung (z. B. Leinsamen)
  • Festere Kotkonsistenz und höheres Volumen durch eine gesunde Darmflora
  • Regelmäßige Bewegung
  • Normales Körpergewicht
  • Frühzeitige Behandlung von Durchfall oder Allergien

Eine ausreichende Ballaststoffzufuhr kann dazu beitragen, dass der Kot fester wird. Auch Knochen oder Knochenmehl können hier helfen. Durch die richtige Kotkonsistenz kommt es zu einer natürlichen Entleerung der Analdrüse. Eine gute Hygiene ist ebenfalls wichtig.

Wenn Ihr Hund Symptome wie Schlittenfahren, starken Juckreiz oder Schmerzen zeigt, sollte er möglichst früh tierärztlich untersucht werden. Eine rechtzeitige Behandlung kann verhindern, dass sich eine einfache Verstopfung zu einer schmerzhaften Infektion entwickelt.

Wie werden Analdrüsen beim Hund entleert?

Wenn eine Ansammlung von Analdrüsensekret festgestellt wird oder Probleme mit den Analdrüsen bekannt sind, können die Drüsen auch manuell geleert werden. Hier eine kurze Anleitung:

  1. Hund sicher fixieren
  2. Schwanz anheben
  3. Druck neben dem After ausüben
  4. Sekret austreten lassen
  5. Bereich reinigen

Hinweis: Die Prozedur ist unangenehm und technisch schwierig. Unsere Empfehlung ist es, eine Entleerung vom Tierarzt durchführen zu lassen.

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FAQ: Analdrüsen beim Hund

Wann muss die Analdrüse beim Hund ausgedrückt werden?

Normalerweise entleeren sich die Analdrüsen beim Kotabsatz von selbst. Ein Ausdrücken der Analdrüse ist nur nötig, wenn der Hund Symptome zeigt, z. B. Schlittenfahren, starkes Lecken am After, unangenehmer Geruch oder Schmerzen.

Wie erkennt man verstopfte Analdrüsen beim Hund und was hilft?

Typische Anzeichen sind Rutschen mit dem Hinterteil über den Boden, Juckreiz am After, Schwellungen oder ein starker Geruch. In den meisten Fällen hilft das manuelle Entleeren der Analdrüsen durch den Tierarzt bzw. die Tierärztin. Bei Entzündungen können zusätzlich Medikamente nötig sein.

Wie entleert man die Analdrüse beim Hund?

Das Entleeren erfolgt durch Druck auf die Drüsensäcke neben dem After. Da die Prozedur schwierig und unangenehm sein kann, sollte sie in der Regel vom Tierarzt durchgeführt werden. Anschließend wird der Bereich gereinigt, um Geruch und Sekretreste zu entfernen.

Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen nur der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung oder Beratung durch einen Tierarzt.

Santévet – Ihr Spezialist für Tierkrankenversicherungen

Quellen:

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9545083

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8749694

https://bvajournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1136/inp.h4891