Welpen Ernährung von Trockenfutter bis BARF

Wenn der Welpe einzieht, möchte er nicht nur die Wohnung erkunden und seine neuen Bezugspersonen kennenlernen. Er hat mit Sicherheit auch Hunger, denn um zu wachsen, benötigt er viele Nährstoffe. Welche das sind und wie Sie einen Welpen richtig füttern, erfahren Sie hier.

Ernährung von Welpen
Bei der Ernährung von Welpen sollten Sie darauf achten, dass das Futter alle notwendigen Nährstoffe für das Wachstum beinhaltet - Pixabay

Die Grundlagen der Welpen Ernährung

Was benötigen Welpen, um zu wachsen und sich zu entwickeln? Zunächst einmal sind es die drei Makronährstoffe, die auch in der menschlichen Ernährung unverzichtbar sind: Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette. Allerdings in anderer Gewichtung.

So sind Proteine bei Hunden besonders wichtig. In der Regel stammen diese aus Fleisch, es gibt aber auch Alternativen, etwa mit Insekten. Das Eiweiß ist wichtig für den Aufbau der Muskeln, des Fells und für ein gesundes Wachstum.

Beachtlich ist außerdem der hohe Fettanteil, den Welpenfutter haben sollte. Dazu gehört die Versorgung mit essentiellen Fettsäuren. Kohlenhydrate gelten zwar nicht als zwingend notwendig für die Ernährung von Hunden, sie sind aber in so gut wie allen Futtermitteln enthalten. Sie liefern ebenso wie Fette und Eiweiße Energie. Zusätzlich zu den Makronährstoffen sind Vitamine und Mineralstoffe unverzichtbar.

Dazu zählen:

  • Calcium und Phosphor für den Aufbau der Knochen und Zähne
  • Jod, Eisen und Zink, denn sie sind an verschiedenen Prozessen im Organismus beteiligt
  • Vitamin A, D, E und viele weitere
  • Rohfasern (Ballaststoffe), weil sie wichtig für die Verdauung sind

Die genaue Zusammensetzung des Futters unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller. Wichtig ist, dass Sie ein Futter wählen, das speziell für Welpen entwickelt wurde, denn es ist anders abgemischt als Hundefutter für adulte Tiere.

Hintergrundwissen: Das fressen Welpen in den ersten Wochen

Bevor die Welpen das Futter fressen, was sie vom Menschen angeboten bekommen, trinken sie bei ihrer Mutter. Die Versorgung mit Muttermilch ist ausgesprochen wichtig für die kleinen Hunde. Gerade in den ersten Tagen erhalten sie mit dem Kolostrum Antikörper der Mutter. Eigene Abwehrstoffe kann der Organismus zu dieser Zeit noch nicht herstellen. Bis wann die Hündin säugt, ist individuell sehr unterschiedlich. Manche Tiere geben über viele Wochen Milch, bei anderen nimmt die Menge schon nach 20 Tagen ab.

Die Aufgabe des Züchters ist es, die Nahrungszufuhr zu überwachen und gegebenenfalls zuzufüttern. Anfangs geschieht dies, sofern erforderlich, mit spezieller Welpenmilch aus dem Handel. Als erste feste Nahrung ist Rinderhackfleisch beliebt. Spätestens ab der 8. Woche sollten die jungen Hunde eigenständig fressen. Für Sie als Käufer ist es in jedem Fall wichtig, dass der Welpe schon eigenständig fressen kann und seine Nahrung gewohnt ist, wenn er bei Ihnen einzieht.

Viele angehende Hundeeltern stellen sich hier auch die Frage: Ab wann trinken Welpen Wasser? Der Zeitpunkt fällt mit der ersten Aufnahme fester Nahrung zusammen. Das erste Mal trinken Welpen daher mit vier bis sechs Wochen.

Tipp
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Welpenfutter direkt nach dem Einzug

Während die Hundemutter und der Züchter für die Versorgung in den ersten Wochen zuständig sind, fällt diese Aufgabe nach dem Einzug des Welpen direkt an Sie. Sorgen Sie deshalb dafür, ab dem ersten Tag ausreichend Nahrung und Futternäpfe zur Verfügung zu haben.

Gut zu wissen: Hunde fressen am sichersten mit dem Kopf nach unten. Der Napf sollte daher auf dem Boden stehen.

Für die ersten Tage bekommen Sie Futter vom Züchter mit nach Hause. Das ist wichtig, damit der Hund sich nicht umgewöhnen muss. Tatsächlich reagiert das Verdauungssystem von Welpen oft sehr empfindlich auf eine Umstellung. Viele Hundebesitzer tendieren aus diesem Grund dazu, die Futtersorte des Züchters weiter zu füttern. Erkundigen Sie sich deshalb, welche Marke und welche Mischung der Hund bereits kennt.

Trockenfutter oder Nassfutter für Welpen?

Die meisten Hundeeltern entscheiden sich dafür, entweder Trocken- oder Nassfutter zu verfüttern. Ebenso wie für erwachsene Tiere gibt es auch für Welpen jeweils eine große Auswahl. Das Trockenfutter für junge Hunde zeichnet sich durch kleinere Kroketten aus, die von Welpen gut aufgenommen werden können. Ob Sie sich für Trockenfutter oder Nassfutter entscheiden, bleibt Ihnen überlassen. Im Folgenden finden Sie jeweils wichtige Vorteile in der Übersicht. Vorteile von Trockenfutter:

  • Einfach zu lagern
  • Feste Konsistenz, wodurch Plaque beim Kauen abgeschabt wird
  • Lange Haltbarkeit, auch wenn der Sack angebrochen ist
  • In vielen Sorten erhältlich
  • Mühelos portionierbar

Vorteile von Nassfutter:

  • Feuchtfutter enthält Wasser, der Hund muss weniger zusätzlich trinken
  • Kleine Dosen speziell für Welpen erhältlich
  • Hohe Akzeptanz
  • In der Dose lange haltbar

Selbstverständlich ist es auch möglich, Trockenfutter und Nassfutter in Kombination zu verfüttern. Achten Sie nur darauf, dass Ihr Welpe letztlich ausreichend Nährstoffe erhält.

BARFen für Welpen: Was ist das?

Eine zweite Option besteht darin, Welpen mit Frischfleisch, Knochen und Gemüse zu ernähren. Das sogenannte BARFen für Hunde stammt aus dem angelsächsischen Raum und ist vor allem bei ausgewachsenen Tieren bekannt. Grundsätzlich können Sie auch junge Hunde auf diese Weise füttern. Das erfordert jedoch eine intensive Beschäftigung mit der Thematik. Sie müssen als Halter sicherstellen, dass der Welpe alle Nährstoffe und Spurenelemente im richtigen Verhältnis bekommt. Für Anfänger ist BARFen daher nicht zu empfehlen.

Was fressen Welpen im Zahnwechsel?

Eine Besonderheit in der Entwicklung ist der Zahnwechsel bei Welpen. Grundsätzlich hat das Tier in dieser Zeit die gleichen Ansprüche an die Nährstoffversorgung wie sonst auch. Für das Zahnwachstum ist zum Beispiel ausreichend Calcium wichtig. Manche Welpen haben wegen der durchbrechenden Zähne allerdings Schmerzen, sodass sie nur wenig Appetit haben. Dann ist es hilfreich, wenn Sie das Trockenfutter einweichen.

Wie erfolgt die Futterumstellung bei Welpen?

Sie möchten für Ihren Welpen das Futter umstellen, zum Beispiel weil Sie eine andere Marke verfüttern möchten als der Züchter? Grundsätzlich ist das kein Problem, Sie dürfen das Verdauungssystem allerdings nicht überfordern. Gewöhnen Sie den Welpen daher langsam an das neue Futter, indem Sie es zunächst in kleinen Mengen dem alten beimischen.

Mit der Zeit steigern Sie den Anteil, bis Sie das Futter komplett umgestellt haben.

Tipp:
Nicht jeder Hund verträgt jedes Futter. Durchfall oder Hautausschlag sind Anzeichen dafür, dass eine Unverträglichkeit vorliegt. Besprechen Sie solche Symptome immer mit Ihrem Tierarzt.

Wann und wie oft Welpen füttern?

Wichtig ist neben der Frage, was Welpen fressen, wann Sie Ihren Vierbeiner am besten füttern. Beachten Sie dabei, dass sich die empfohlenen Futterzeiten mit dem Alter ändern. Anfangs, also in den ersten Wochen, benötigt der Welpe etwa fünf bis sechs Mahlzeiten pro Tag. Teilen Sie die gesamte Ration auf entsprechend viele Portionen auf.

Nach drei Monaten können Sie die Mahlzeiten auf drei pro Tag beschränken. Erst wenn der Hund sechs Monate alt ist, reichen auch zwei Mahlzeiten am Tag. In Bezug auf die Uhrzeit ist naheliegend, dass Sie die Fütterungen gleichmäßig über den Tag verteilen sollten. Viele Hundebesitzer füttern zum Abend weniger Futter, um den nächtlichen Drang zu vermeiden.

Wichtig ist, dass Ihr Welpe immer ungefähr zur gleichen Uhrzeit frisst. So kann sich das Verdauungssystem gut auf die Nahrungszufuhr einstellen.

Welche Menge Welpenfutter ist richtig?

Die tägliche Futterration, die Ihr Welpe zum Wachsen braucht, hängt von seinem Alter, der Rasse, dem erwarteten Endgewicht und dem Aktivitätsniveau ab. Darüber hinaus ist jedes Futter unterschiedlich, was die Dichte an Nährstoffen anbelangt. Folglich lässt sich keine allgemeingültige Empfehlung treffen. Wie viel Futter Ihr Welpe bekommen sollte, entnehmen Sie am besten den Fütterungsempfehlungen auf der Packung des Welpenfutters.

Auch bei den Angaben der Hersteller gilt, dass sie nur eine Empfehlung darstellen. Manche Tiere setzen mehr um und benötigen etwas größere Rationen. Grundsätzlich sollte Ihr Tier gesund wachsen und weder zu dick noch zu dünn sein. Zum Beispiel ist es bei den meisten Rassen ein Zeichen für Nahrungsmangel, wenn die Rippen deutlich sichtbar sind. Andererseits deutet ein ausgeprägter Bauch bei kaum sichtbarer Taille auf zu viel Nahrung hin.

Übergang zum Futter für erwachsene Hunde

Welpenfutter hat eine spezielle Zusammensetzung, zum Beispiel enthält es einen hohen Calciumanteil. Zudem ist es energiedichter als normales Hundefutter. Während dies für ein gesundes Wachstum unverzichtbar ist, können bei ausgewachsenen Hunden dadurch gesundheitliche Probleme entstehen.

Mit der Zeit ist es deshalb nötig, die Welpen Ernährung auf die normale Fütterung für adulte Tiere umzustellen. Wann dafür der richtige Zeitpunkt ist, hängt von der Rasse und vom Futter ab. Im Allgemeinen kann die Umstellung bei kleinen Rassen früher erfolgen als bei großen. Richtwerte für den Zeitpunkt zur Umgewöhnung sind auf der Packung angegeben.

Bei der Futterumstellung gehen Sie so vor, dass Sie die beiden Futtersorten zunächst mischen und den Anteil des Futters für erwachsene Tiere nach und nach steigern.

Herausgegeben von

Martin Walter