Das Wichtigste in Kürze (TL;DR):
- Ausgewachsene Hunde brauchen je nach Rasse und Alter meist 3 bis 5 Gassirunden und insgesamt 1 bis 2,5 Stunden Auslauf täglich.
- Unruhe, Zerstörungswut oder übermäßiges Bellen können Anzeichen für zu wenig Bewegung sein und langfristig zu Verhaltensproblemen führen.
- Eine Hundekrankenversicherung kann helfen, Kosten für tierärztliche oder verhaltensmedizinische Abklärungen bei Bewegungsmangel-Folgen abzufedern.
Welpe ist endlich stubenrein: Wieviel Auslauf braucht ein Hund?
Auslauf ist aus vielen Gründen wichtig für das Tier:
- Verrichten des Geschäfts
- Sozialer Kontakt mit anderen Hunden
- Beschäftigung
- Sammeln neuer Eindrücke
- Interaktion mit dem Menschen
Erhält das Tier nicht genügend Auslauf, dann zeigt sich das zum Beispiel in einem veränderten Verhalten. Wenn der Hund die Möbel ankaut oder einen ungewöhnlichen Wachhund-Charakter entwickelt, sind das Anzeichen für zu wenig Auslastung.
Zudem verspürt das Tier selbstverständlich einen Drang, sein Geschäft zu verrichten. Hunde sind gewohnt, dies draußen zu tun. Voraussetzung ist aber, dass Sie rechtzeitig mit ihm herausgehen. Wenn der Vierbeiner in die Wohnung macht, kann es sein, dass Sie zu selten mit ihm vor die Tür gehen.
Wie viel Auslauf ein Tier letztlich braucht, hängt von der Rasse des Hundes, dem Alter und der individuellen Veranlagung ab. Hütehunde und Jagdhunde haben zum Beispiel einen starken Drang, sich zu bewegen. Diese sollten idealerweise mehrere Stunden am Tag laufen.
Am einfachsten ist das, wenn den Tieren ein Garten zur Verfügung steht. Andernfalls sind Sie als Tierhalter gefragt, eine entsprechend lange Gassirunde auszusuchen.
Eine Untersuchung der University of Liverpool aus dem Jahr 2019 zeigt: Hundehalter erreichen rund viermal häufiger die empfohlenen 150 Minuten Bewegung pro Woche als Menschen ohne Hund.
Expertenzitat: „Hundebesitzer gehen aus Bewegungsgründen deutlich mehr spazieren als Nicht-Hundebesitzer.“ – Dr. Carri Westgarth, University of Liverpool (2019, übersetzt aus dem Englischen)
Wie oft Gassi gehen?
Ebenso wie Menschen haben Hund über den Tag verteilt verschiedene Leistungsphasen. Zum Beispiel ist es bei ihnen normal, dass sie sich auch tagsüber hinlegen, um zu schlafen. Andererseits möchten sie auch mehrmals am Tag toben oder eine Arbeit verrichten. Die Frage, wie oft Gassigehen nötig ist, hängt abermals von der Rasse ab.
Begleithunde begnügen sich oft mit drei bis vier Ausflügen nach draußen, während Terrier und Co. häufiger oder länger vor die Tür wollen.
Viele Herrchen und Frauchen haben sich angewöhnt, regelmäßig Gassi zu gehen. Ganz klassisch finden die Runden morgens nach der Fütterung, mittags und abends vor dem Schlafen statt. Das ist jedoch nur eine grobe Orientierung.
Lassen Sie sich von unseren Experten kostenlos zu Versicherung und Gesundheitsvorsorge beratn – Rückruf anfordern
Wie viele Stunden Spaziergang braucht ein Hund am Tag?
Eine pauschale Stundenzahl gibt es nicht, da der Bewegungsbedarf stark von Rasse, Alter und Gesundheitszustand abhängt. Die folgende Tabelle bietet eine grobe Orientierung:
| Hundetyp | Tägliche Auslaufzeit | Beispiele |
| Begleit- und kleine Rassen | 30–60 Minuten | Chihuahua, Malteser |
| Durchschnittlicher Familienhund | 1–1,5 Stunden | Labrador-Mischling, Cocker Spaniel |
| Hüte- und Arbeitshunde | 1,5–2,5 Stunden | Border Collie, Deutscher Schäferhund |
| Welpen (bis 12 Monate) | mehrmals kurz, ca. 5 Min. je Lebensmonat | alle Rassen |
| Senior-Hunde | 30–45 Minuten, mehrmals täglich | alle Rassen |
So verteilen Sie die Auslaufzeit sinnvoll über den Tag und vermeiden Missgeschicke im Haus:
- Morgens direkt nach dem Aufstehen eine kurze Löserunde einplanen.
- Eine längere Hauptrunde mit Bewegung und Schnüffelzeit einlegen.
- Mittags oder nachmittags eine kurze Pause für den Toilettengang einbauen.
- Abends ruhige, längere Spaziergänge zum Entspannen vor der Nachtruhe gehen.
- Bei viel Sonne oder Kälte die Runden auf geeignete Tageszeiten verlegen.
Wie lange hält ein Hund aus ohne Gassi gehen?
Es ist nicht empfehlenswert, auszutesten, wann der Hund es nicht mehr aushält. Durch seine Erziehung im Welpenalter versucht das Tier, sein Geschäft möglichst lange zurückzuhalten. Bei normaler Fütterung ist es für Hunde in der Regel kein Problem, eine Nacht über in der Wohnung zu bleiben. Nach dem Aufstehen ist der Drang jedoch groß, die Blase an der frischen Luft zu leeren.
Unterschied zwischen den Geschlechtern:
In den meisten Fällen können Rüden länger durchhalten als Hündinnen. Selbstverständlich gibt es aber auch von dieser Regel Abweichungen.
Bevor ein Hund in die Wohnung macht, wird er sich wahrscheinlich melden. Beachten Sie daher unbedingt auf Signale des Hundes wie Fiepen oder Bellen. Einige Tiere laufen auch von sich aus zur Tür, wenn sie müssen.
Sie sollten Ihrem Tier dann möglichst schnell Zugang ins Freie gewähren. Wenn der Hund schnuppernd über den Boden läuft, ist das ebenfalls ein Indiz, dass er eine Stelle sucht, um sich zu lösen.
Wie oft muss ein Hund raus, um nicht in die Wohnung zu machen? Bei einigen Tieren reichen drei oder vier Gänge pro Tag aus, aber auch fünf oder sechs Toilettengänge am Tag sind normal.
Wieviel km sollte ein Hund am Tag laufen?
Wie lange ein Hund Gassi gehen möchte, hängt stark von der Rasse und dem individuellen Charakter ab. Grundsätzlich sollten Sie den Bewegungsdrang nicht unterschätzen. Meist signalisieren die Tiere von sich aus, wann sie genug vom Toben und Laufen haben. Zieht Ihr Hund dabei stark an der Leine, macht das die Runde für beide Seiten anstrengend – mit gezieltem Leinenführigkeit beim Hund trainieren lässt sich das meist gut in den Griff bekommen.
Hundetrainer empfehlen meist zwei große Runden am Tag, diese sollten mehrere Kilometer lang sein und etwa eine Stunde dauern. Zusätzlich sind zwei kürzere Ausflüge von etwa 20 Minuten ideal. Diese Regel muss nicht für jedes Tier passen, sie liefert nur einen Richtwert.
Wie lang die Gassirunde sein sollte, hängt außerdem von den übrigen Bedingungen ab. Wenn Vierbeiner auf einem Grundstück nach Herzenslust toben können, haben die Ausflüge mit dem Herrchen oder Frauchen einen geringeren Stellenwert, darauf verzichten sollten Sie jedoch nicht. Lebt das Tier hingegen mit Ihnen in einer Wohnung, sollten Sie für entsprechend viel Bewegung im Freien sorgen.
Tipp von Santévet:In vielen Familien ist es üblich, dass sich die Familienmitglieder die Gassirunden aufteilen. Ein Plan hilft dabei, die Hundefreizeit zu organisieren.
Wie lange hält ein Hund aus ohne Gassi gehen? Über Nacht ist es für die meisten Tiere unproblematisch, etwa acht Stunden durchzuhalten. Danach sollten Sie aber unbedingt nach draußen gehen, viel länger kann Ihr Tier sein Geschäft nicht einhalten.
Anzeichen und Folgen von Bewegungsmangel
Bekommt ein Vierbeiner dauerhaft zu wenig Auslauf, wirkt sich das nicht nur auf die Laune aus. Typische Warnsignale sind:
- Unruhe, Hecheln oder ständiges Umherlaufen in der Wohnung
- Vermehrtes Bellen, Jaulen oder Fiepen ohne erkennbaren Anlass
- Zerstörtes Mobiliar oder angeknabberte Gegenstände
- Übergewicht und nachlassende Kondition
- Überdrehtes oder aggressives Verhalten bei der Begrüßung
Halten diese Anzeichen an, kann eine fachliche Abklärung sinnvoll sein – vom Gesundheitscheck beim Tierarzt bis zur Unterstützung durch einen Verhaltensexperten. Die folgende Übersicht zeigt typische Kosten in Deutschland:
| Leistung | Kosten ohne Versicherung |
| Konsultation Verhaltensmedizin | 120–250 € |
| Urinanalyse | 25–50 € |
| Blutbild | 80–200 € |
| Bauch-Ultraschall | 80–200 € |
| Hospitalisierung (falls nötig) | 50–150 € pro Tag |
| Beratung durch Hundetrainer/-in | 60–150 € pro Sitzung |
Tierarztkosten für Blutbild, Ultraschall oder Verhaltensberatung müssen Sie nicht allein tragen: Mit der Hundekrankenversicherung von Santévet lassen sich solche Ausgaben je nach Tarif absichern.
Letzte Gassirunde abends? Der richtige Zeitpunkt
Meist entwickelt sich ein tägliches Ritual. Viele Hundebesitzer orientieren sich hier an ihrem eigenen Terminplan: morgens vor dem Frühstück, in der Mittagspause und nach dem Abendessen. Es gibt darüber hinaus aber auch Zeitpunkte im Tagesrhythmus der Tiere, zu denen eine Gassirunde sinnvoll ist:
- Nach dem Aufstehen
- Nach dem Fressen
- Nach langem Toben in der Wohnung
Zudem gibt es einige besondere Situationen. Hat ihr Hund Durchfall oder hat er im Sommer besonders viel getrunken? Dann muss er viel öfter ins Freie.
Alter: Wie oft muss ein junger Hund spazieren gehen?
Die bisher genannten Informationen betreffen erwachsene Hunde. Doch wie oft muss ein Welpe raus? Hier gibt es ganz andere Richtwerte. Hintergrund ist, dass die jungen Hunde noch nicht gelernt haben, ihr Geschäft nur draußen zu verrichten. Indem sie rechtzeitig mit dem Tier vor die Tür gehen, entwickelt es eine zunehmende Abneigung, in der Wohnung zu machen.
Um Stubenreinheit zu trainieren, sollten Sie mindestens alle zwei Stunden mit dem Welpen Gassi gehen. Junge Hunde können außerdem nicht so lange einhalten. Bis zum ersten Geburtstag sollten Sie daher öfter raus als mit einem erwachsenen Tier. Steigern Sie dazu ab dem sechsten Monat die Intervalle.
Häufig gestellte Fragen
Das hängt stark von Rasse und Alter ab: Kleine Begleithunde kommen oft mit 30 bis 60 Minuten aus, Hüte- und Arbeitshunde brauchen dagegen bis zu 2,5 Stunden täglich. Eine detaillierte Übersicht nach Hundetyp finden Sie weiter oben im Artikel.
Typische Anzeichen sind Unruhe, vermehrtes Bellen, Zerstörungswut, Übergewicht oder überdrehtes Verhalten. Halten diese Symptome an, lohnt sich eine Abklärung beim Tierarzt oder bei einem Verhaltensexperten.
Quellen
• Westgarth, C. et al. (2019): „Dog owners are more likely to meet physical activity guidelines than people without a dog“, Scientific Reports 9, University of Liverpool
• Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) – Richtwerte für tierärztliche Leistungen in Deutschland
Zum gleichen Thema
Unsere neuesten Artikel