Der Unterschied zwischen Vollkranken- und Op-Versicherung

Viele Tierhalter sind verwirrt und zunächst überfordert, wenn es darum geht einen Überblick über das Angebot der verschiedenen Tierversicherungen zu bekommen.

In diesem Artikel möchten wir Struktur in das Ganze bringen und Ihnen die Unterschiede anschaulich erläutern.

Auf der Suche nach der passensten Tierversicherung
Welche Versicherung passt am besten? - 123rf

Was ist der Nutzen von Tierversicherungen und welche gibt es?

Prinzipiell lassen sich die Tierversicherungen für Hund und Katze in 4 Unterkategorien unterteilen:

  • Die Vollkrankenversicherung (d.h. Krankheit, Unfall und OP)

Dieser Komplettschutz sichert Hunde und Katzen für alle Eventualitäten ab. Das heißt wird Ihr Vierbeiner krank, läuft vor ein Auto, wird von einer Wespe gestochen oder rauft mit einem anderen Artgenossen, übernimmt die Versicherung in all‘ diesen Fällen einen Großteil Ihrer entstandenen Tierarztkosten.

Die Idee eines Vollkrankenschutzes ist es, eine einzige Versicherung abzuschließen, die in möglichst vielen Situationen greift und ein möglichst breites Leistungsspektrum umfasst. Je nach Anbieter decken diese Versicherungen Tierarztkosten für Routineuntersuchungen (Vorsorge), Krankheit, OP und Unfall ab. Es handelt sich also um einen Rundumschutz für Ihr Tier, mit welchem Sie im Falle der Fälle nicht zu tief in Ihre Tasche greifen müssen.

  • Die OP-Versicherung

Die sogenannte OP-Versicherung erstattet Tierarztkosten für am versicherten Tier durchgeführte Operationen. Eine Operation wird je nach Versicherungspolice unterschiedlich definiert.

SantéVet definiert diese als einen chirurgischen Eingriff, der unter Narkose stattfindet und einen Hautschnitt erfordert.

Je nach Anbieter unterscheidet sich, ob erforderliche stationäre Aufenthalte sowie notwendige Tierkrankentransporte, Nachbehandlungen (d.h. postoperative Behandlungen), und Medikamente mit zu den erstattbaren Leistungen zählen.

💡 … und wofür benötige ich eine Tierhalterhaftpflichtversicherung?

Diese deckt Schäden ab, die Ihr Vierbeiner bei Dritten anrichtet. Dabei kann es sich um Sach-, Personen- oder Vermögensschäden handeln. Je nach Bundesland in Deutschland gelten andere Pflichten je nach Körpergröße oder Einstufung der Rasse. Erkundigen Sie sich!

Wie hoch können Tierarztkosten werden?

Diese Frage kann nicht kurz und knapp beantwortet werden, denn die Kosten hängen  von verschiedenen Faktoren, wie  beispielsweise der Hunde- oder Katzenrasse, dem angewandten GOT Satz Ihres Tierarztes, dem Umfang der Konsultation ab, um nur einige Beispiele zu nennen.

In diesem Schaubild haben wir Ihnen Beispiele von Unfällen, Krankheiten etc. gegenübergestellt. Damit können Sie einen Eindruck gewinnen, inwiefern sich eine Vollkrankenversicherung von einer OP-Versicherung unterscheidet.

 

Hauptunterschiede zwischen Vollschutzversicherung und OP-Versicherung für Hunde und Katzen

Eine OP-Krankenversicherung ist im Regelfall kostengünstiger als ein Vollschutz. Logisch, denn letztere deckt ein breiteres Leistungsspektrum ab.

Die monatliche Prämie ist beim OP-Schutz zumeist überschaubar und die Erstattung erfolgt bei beiden Versicherungstypen bis zur gewählten oder definierten Leistungsobergrenze des Anbieters. Hier empfiehlt es sich das Kleingedruckte genaustens zu studieren, um beispielsweise zu prüfen, ob es eine maximal erstattbare Anzahl an Operationen pro Jahr gibt und welche Ausschlüsse und Wartezeiten definiert sind. Aufpassen sollten Interessenten auch, was die Leistungsobergrenze pro Jahr betrifft.

Ein OP-Schutz mag auf den ersten Blick ausreichend erscheinen, denn mit diesem ist Ihr Tier schon mal für kostspielige Operationen, Straßenunfälle oder Missgeschicke daheim abgesichert. Jedoch gilt dies, wie der Name es impliziert, lediglich für Tierarztbehandlungen, die eine Operation erfordern.

Die häufigsten Operationen bei den Vierbeinern betreffen Tumore, Hüftgelenk- oder Ellenbogendysplasien, Gebärmutterentzündungen. Halter*innen sollten dabei von einem Minimalbudget ab etwa 1.500 € pro OP rechnen. Zumeist werden auch die Kosten für den stationären Aufenthalt des Tieres miterstattet.

Vorteile des Vollkrankenschutzes

Wespenstiche, Medikamente, Präventivmaßnahmen wie Impfungen bei Hund und Katze fallen nicht unter die Kategorie des Operationsschutzes, wohl aber unter den Vollschutz.

Nur ein Vollkrankenschutz erstattet Ihnen darüber hinaus auch die Kosten für Routineuntersuchungen, Gesundheits-Checkups oder andere Maßnahmen zur Vorsorge Ihres Tieres.

Ein weiterer Unterschied zur OP-Versicherung ist die Erstattung von alternativer medizinischer Heilmethoden wie Physiotherpaie, Akupunktur, Homöopathie etc.

Was den Auslandsschutz angeht, so sind Sie im Regelfall mit beiden Typen von Versicherungen auf der sicheren Seite. Informieren Sie sich vorab gut, ob es eine maximale Aufenthaltsdauer gibt und ob ihr Auslandsschutz weltweit oder nur europaweit gilt.

Die genaue Leistungsübernahme sollte in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen unbedingt vor Abschluss genau in Augenschein genommen werden. Alternativ können Sie eventuelle Nachfragen mit dem Kundenservice der jeweiligen Versicherung klären.

Möchten Sie Ihr Tier für jeden Fall versichert haben, ohne ständig ein Auge auf Ihre Finanzen haben zu müssen, empfiehlt sich der Abschluss eines Vollkrankenschutzes. Mit diesem sind Sie und Ihr Tier auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Jeder Tierhalter sollte letztlich selbst entscheiden, ob er seinen Vierbeiner versichert und für welche Risiken. Sicherlich ist diese Entscheidung auch abhängig vom Lebensstil und Budget des Halters und vom Alter des Tieres (denn Senioren-Tiere können oft leider nicht mehr versichert werden).

 

Was ist bei der Wahl einer Tierkrankenversicherung zu beachten?

Vor Abschluss einer Versicherung für Ihr Tier führt kein Weg daran vorbei das Kleingedruckte der Allgemeinen Versicherungsbedingungen (kurz AVB) genau zu studieren.

Hier finden Sie eine Auflistung von Fragen, die für die Wahl der richtigen Tierkrankenversicherung eine Rolle spielen könnten:

  • Ist es Ihnen wichtig Ihren Tierarzt frei wählen zu dürfen?
  • Welche Wartezeiten gelten jeweils für Krankheit, Unfall und OP?
  • Sind auch Konsultation per Videosprechstunde erstattbar?
  • Steigen die Monatsbeiträge jährlich? Wenn ja, mit viel viel % ist zu rechnen?
  • Bis zu welcher Jahresobergrenze wird erstattet?
  • Welche Ausschlüsse gibt es?
  • Bis zu welchem GOT-Satz wird erstattet?

Für welchen Anbieter Sie sich im Endeffekt entscheiden, kommt darauf an, welches Leistungsportfolio für Sie am attraktivsten ist.

 

TIPP 🧐

Einige Versicherer berechnen Ihnen einen Tarif angepasst an Gattung, Rasse und das Alter Ihres Tiere zu Vertragsabschluss. Der Vorteil bei personalisierten Tarifen: Sie können davon ausgehen, dass das Kalkül Ihres Tarifs auf gesammelten Daten basiert und dass sie mit dem vorgeschlagenen Tarif daher die zu erwartenden Tierarztausgaben auf lange Sicht finanziell gut decken werden.

SantéVet analysiert seit beinahe 20 Jahren die eingereichten Rechnugen der Kunden. Dies erlaubt es, Tarife für nahezu jede Rasse individuell kalkulieren zu können dem Tier den besten Versicherungsschutz zu bieten.

 

Herausgegeben von

Viktoria Neuber