Knoten bei Katzen: Was tun, wenn Sie eine Schwellung entdecken?

Bei Katzen lassen sich manchmal beim Streicheln Knoten oder Schwellungen am Körper ertasten. Solche „Knoten“ können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Prognose und Behandlung richten sich daher immer nach der zugrunde liegenden Diagnose.

Das Wichtigste (TL;DR)

  • Knoten bei Katzen können sehr unterschiedliche Ursachen haben: von Entzündungen nach einer Impfung über Abszesse bis hin zu ernsteren Erkrankungen wie Tumoren.
  • Solche Knoten können an jeder Stelle des Körpers auftreten.
  • Tasten Sie einen Knoten bei Ihrer Katze, sollten Sie zeitnah eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufsuchen, um die Ursache abzuklären und eine Prognose zu erhalten.

Warum hat meine Katze einen Knoten unter der Haut?

Eine Katze kann aus verschiedenen Gründen einen Knoten unter der Haut entwickeln, die von harmlosen Ursachen bis hin zu ernsteren Problemen reichen.

Ein Abszess

Ein Abszess bei Katzen ist eine Eiteransammlung unter der Haut, die meist infolge eines infizierten Bisses oder Kratzers entsteht.

Er zeigt sich typischerweise als warme, schmerzhafte Schwellung, die häufig mit Rötungen und gelegentlich auch mit Fieber einhergeht. Der Abszess kann von selbst aufbrechen und dabei eine übelriechende Flüssigkeit absondern. Besonders gefährdet sind Freigängerkatzen, vor allem nach Revierkämpfen mit Artgenossen. Die Behandlung besteht in der Regel aus einer Eröffnung und Drainage des Abszesses, begleitet von einer Antibiotikatherapie und gegebenenfalls entzündungshemmenden Medikamenten. Bleibt ein Abszess unbehandelt, kann sich die Infektion ausbreiten und ernsthafte Komplikationen verursachen. Eine gute Hygiene sowie die regelmäßige Kontrolle kleiner Wunden helfen, solchen Problemen vorzubeugen.

Eine Talgzyste

Eine Talgzyste ist eine kleine Schwellung unter der Haut, die durch die Ansammlung von Talg in einer verstopften Drüse entsteht. Sie ist meist rund, glatt und schmerzlos, solange sie sich nicht entzündet.

Diese Zysten sind gutartig und können über lange Zeit unverändert bestehen bleiben. Mitunter öffnen sie sich spontan und sondern eine weiße oder gelbliche Substanz ab. Wird die Zyste groß, störend oder entzündet, kann ein tierärztlicher Eingriff notwendig sein, um sie zu drainieren oder chirurgisch zu entfernen. Eine gute Hauthygiene und regelmäßiges Bürsten können ihr Auftreten begrenzen, insbesondere bei langhaarigen Katzen.

Ein Lipom (Fettgeschwulst)

Ein Lipom ist ein gutartiger Tumor, der aus Fettgewebe besteht. Er zeigt sich als weiche, gut verschiebliche und schmerzlose Masse unter der Haut.

Lipome sind bei Katzen eher selten, können jedoch mit zunehmendem Alter auftreten. Im Gegensatz zu bösartigen Tumoren wachsen sie nicht in das umliegende Gewebe ein. Die Diagnose erfolgt in der Regel mittels Feinnadelpunktion oder Biopsie. Wird ein Lipom sehr groß oder als störend empfunden, kann eine chirurgische Entfernung in Erwägung gezogen werden. In den meisten Fällen bleibt es jedoch unverändert und stellt keine Gefahr für die Gesundheit der Katze dar.

Ein Hauttumor

Hauttumore bei Katzen können gutartig oder bösartig sein. Sie treten in Form von Knoten unterschiedlicher Größe und Aussehen auf: glatt, unregelmäßig, geschwürig oder pigmentiert.

Während einige Tumore lokal begrenzt bleiben, können andere in das umliegende Gewebe einwachsen oder sich weiter ausbreiten. Eine tierärztliche Untersuchung ist daher unerlässlich, um harmlose Wucherungen von aggressiveren Tumoren zu unterscheiden. Mithilfe einer Biopsie oder einer Zytopunktion lässt sich eine genaue Diagnose stellen. Die Behandlung richtet sich nach der Art des Tumors und kann eine chirurgische Entfernung oder in manchen Fällen auch eine Chemotherapie umfassen. Eine frühzeitige Erkennung verbessert die Erfolgsaussichten deutlich.

Bei Katzen, insbesondere bei nicht kastrierten Tieren, können zudem Knoten im Bereich der Milchleisten tastbar sein. Diese können auf Gesäugetumore hinweisen und erfordern eine umgehende tierärztliche Abklärung.

Ein Fibrosarkom

Das Fibrosarkom ist ein aggressiver bösartiger Tumor, der das Bindegewebe unter der Haut betrifft. Er zeigt sich als feste, schlecht abgegrenzte Masse, die häufig mit dem darunterliegenden Gewebe verwachsen ist. Dieser Tumor neigt nach einer Operation stark zu Rückfällen, da sich die Krebszellen lokal ausbreiten können.

Sein Auftreten wird in manchen Fällen mit bestimmten Injektionen, etwa Impfungen, in Zusammenhang gebracht, auch wenn dieses Risiko insgesamt gering ist. Die Diagnose erfolgt in der Regel mittels Biopsie und ergänzender bildgebender Verfahren, um das Ausmaß der Erkrankung zu beurteilen. Die wichtigste Therapie ist eine möglichst weiträumige chirurgische Entfernung, die gegebenenfalls durch eine Strahlentherapie ergänzt wird. Eine frühzeitige Erkennung kann die Prognose deutlich verbessern.

Ein kutanes Mastozytom

Das kutane Mastozytom ist der zweithäufigste Hauttumor bei Katzen. Beim felinen Mastozytom handelt es sich häufig um eine gutartige Erkrankung, auch wenn bösartige Formen vorkommen können. Betroffen sind meist Katzen mittleren bis höheren Alters. Der Tumor äußert sich in Form von kutanen oder subkutanen Knötchen, die bevorzugt am Kopf, am Hals oder an den Gliedmaßen auftreten.

Die Diagnose wird in der Regel durch eine Feinnadelpunktion gestellt, bei der mastzellreiche, granulierte Zellen nachgewiesen werden. Bestehen Zweifel an der Gutartigkeit, ermöglichen eine Biopsie und eine histopathologische Untersuchung die Einschätzung des malignen Potenzials. Die Behandlung erfolgt hauptsächlich chirurgisch. Bei vollständiger Entfernung ist die Prognose in den meisten Fällen gut, auch wenn bei aggressiveren Formen ergänzende Therapien wie eine Chemotherapie erforderlich sein können.

Laut einer Studie aus dem Jahr 2016, die auf Daten des Schweizer Katzenkrebsregisters basiert, machen Fibrosarkome etwa 37 % der Tumore auf oder unter der Haut bei Katzen aus und stellen damit den häufigsten Hauttumor dar. Mastzytome sind der zweithäufigste Hauttumor bei Katzen und machen rund 14 bis 21 % der diagnostizierten Hauttumore aus. Sie treten überwiegend bei Katzen mittleren Alters auf.

Ein Knoten nach einer Impfung

Nach einer Impfung entwickeln manche Katzen eine kleine Schwellung unter der Haut, die als postvakzinale Reaktion bezeichnet wird. Diese ist in der Regel gutartig und entsteht durch eine lokale Entzündungsreaktion an der Injektionsstelle. Der Knoten ist meist schmerzlos und bildet sich häufig innerhalb weniger Wochen von selbst zurück.

Besteht die Schwellung jedoch länger als drei Monate, nimmt sie an Größe zu oder fühlt sie sich hart an, sollte unbedingt eine Tierärztin oder ein Tierarzt aufgesucht werden, um ein impfassoziiertes Fibrosarkom auszuschließen. Auch wenn diese Tumorform selten ist, erfordert sie eine rasche Abklärung und Behandlung. Eine sorgfältige Beobachtung der Injektionsstellen und das frühzeitige Melden von Auffälligkeiten an die Tierärztin oder den Tierarzt tragen zu einer angemessenen Nachsorge bei.

Geschwollener Lymphknoten

Ein geschwollener Lymphknoten bei Katzen ist meist ein Hinweis auf eine Immunreaktion, etwa infolge einer Infektion oder Entzündung, seltener auch auf eine Krebserkrankung wie ein Lymphom. Lymphknoten befinden sich an verschiedenen Stellen des Körpers und vergrößern sich, wenn sie aktiv Krankheitserreger bekämpfen.

Ist die Schwellung lokal begrenzt, kann sie beispielsweise durch eine nahegelegene Wunde oder Infektion verursacht sein. Eine generalisierte Vergrößerung mehrerer Lymphknoten kann hingegen auf eine ernstere Erkrankung hindeuten. Um die Ursache abzuklären, ist eine tierärztliche Untersuchung notwendig, die je nach Fall durch Blutuntersuchungen oder eine Biopsie ergänzt wird. Auf dieser Grundlage kann anschließend eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.

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Wie kann man einen Abszess, eine Zyste oder einen Tumor bei einer Katze unterscheiden?

Tierärztinnen und Tierärzte untersuchen das Tier und die Schwellung und können verschiedene zusätzliche Untersuchungen vorschlagen, um die Diagnose zu bestätigen:

Art der Schwellung

Diagnostische Abklärung

Abszess

Klinische Untersuchung (Wärme, Schmerzhaftigkeit, ggf. Eiter) sowie Punktion (Nachweis von Eiter), gegebenenfalls ergänzt durch eine bakteriologische Analyse

Talgzyste

Klinische Untersuchung (glatte, gut verschiebliche Masse) und Punktion (Austritt von dickflüssigem oder öligem Talg)

Lipom

Klinische Untersuchung (weiche, bewegliche Masse) und Feinnadelpunktion (Nachweis von Fettzellen)

Hauttumor

Klinische Untersuchung sowie Feinnadelpunktion oder Biopsie zur histologischen Analyse

Fibrosarkom

Klinische Untersuchung (feste, schlecht verschiebliche Masse), Biopsie sowie ggf. bildgebende Verfahren (z. B. CT) zur Beurteilung der Ausdehnung

Knoten nach einer Impfung

Klinische Untersuchung (Auftreten nach der Injektion), Verlaufskontrolle (Rückbildung innerhalb von drei Monaten) und Biopsie bei Persistenz

Geschwollener Lymphknoten

Klinische Untersuchung (Größe, Lokalisation), Feinnadelpunktion, Blutuntersuchungen sowie Biopsie bei Verdacht auf ein Lymphom

Tipp von Santévet: Wenn Sie bei Ihrer Katze eine Schwellung ertasten, suchen Sie eine Tierärztin oder einen Tierarzt auf: Eine schnelle Diagnose ist für eine angemessene Behandlung unerlässlich, insbesondere bei Tumoren. Die Krankenversicherung für Katzen erstattet die Kosten für die Untersuchung, Diagnose und Behandlung.

Wie behandelt man eine Geschwulst bei Katzen?

Die Behandlung einer unter der Haut tastbaren Geschwulst bei Katzen richtet sich nach ihrer Art, Größe und Lage sowie nach dem allgemeinen Gesundheitszustand des Tieres:

  1. Abszesse werden in der Regel drainiert und anschließend mit Antibiotika behandelt.
  2. Talgzysten können unbehandelt bleiben, wenn sie keine Beschwerden verursachen. Bei Entzündung, Schmerzen oder wiederkehrenden Problemen ist eine chirurgische Entfernung möglich.
  3. Lipome müssen meist nicht behandelt werden, solange sie gutartig sind und keine Beeinträchtigung darstellen. Werden sie jedoch sehr groß oder störend, kann eine operative Entfernung in Betracht gezogen werden.
  4. Hauttumore, unabhängig davon, ob sie gut- oder bösartig sind, erfordern vor jeder Behandlung eine gründliche Abklärung (Biopsie, bildgebende Verfahren).

Bei verdächtigen Geschwülsten ist ein chirurgischer Eingriff häufig die Therapie der Wahl. Je nach Tumorart kann dieser durch eine Chemotherapie oder Strahlentherapie ergänzt werden – insbesondere bei aggressiven Tumoren wie dem Fibrosarkom. Nach der Behandlung ist eine regelmäßige Nachsorge wichtig, um Rückfälle oder das Auftreten neuer Geschwülste frühzeitig zu erkennen.

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Wie ist die Prognose für einen Knoten bei einer Katze?

Die Prognose ist je nach Diagnose sehr unterschiedlich:

Art der Geschwulst

Prognose

Faktoren, die die Prognose beeinflussen

Abszess

Gut

Eine wirksame Drainage in Kombination mit einer geeigneten Antibiotikatherapie führt meist zu einer schnellen Heilung. Rückfälle sind möglich, wenn die zugrunde liegende Ursache (z. B. Bissverletzungen oder chronische Infektionen) fortbesteht.

Talgzyste

Sehr gut

In der Regel gutartig und oft ohne Behandlungsbedarf. Bei Entzündung oder Größenzunahme kann eine Entfernung erforderlich werden.

Lipom

Sehr gut

Gutartige Fettgeschwulst ohne Metastasierungsrisiko. Eine Operation ist nur notwendig, wenn das Lipom stört oder stark wächst.

Gutartiger Hauttumor

Gut bis sehr gut

Eine chirurgische Entfernung ist meist ausreichend und heilend. Rückfälle sind selten, insbesondere bei vollständiger Entfernung mit klaren Schnitträndern.

Plattenepithelkarzinom

Zurückhaltend bis ungünstig

Lokal aggressiver Tumor. Erfordert eine Operation mit weiten Sicherheitsrändern, häufig ergänzt durch Strahlentherapie. Das Rückfallrisiko ist hoch.

Kutanes Mastozytom

Unterschiedlich

Die meisten Mastozytome sind gutartig. Aggressivere Formen benötigen eine chirurgische Behandlung und gegebenenfalls zusätzliche Therapien. Eine regelmäßige Kontrolle ist wichtig.

Fibrosarkom

Ungünstig

Sehr invasiver Tumor mit hoher Rückfallrate. Meist ist eine großflächige chirurgische Entfernung erforderlich, mit möglicher lokaler Ausbreitung.

Postvakzinale Masse

Unterschiedlich

Die meisten Schwellungen bilden sich innerhalb weniger Wochen zurück. Bleibt der Knoten länger als drei Monate bestehen, besteht der Verdacht auf ein Fibrosarkom, das weiter abgeklärt werden muss.

Geschwollener Lymphknoten

Abhängig von der Ursache

Bei gutartigen Infektionen ist die Prognose unter Behandlung gut. Bei Lymphomen hängt sie vom Typ der Erkrankung und vom Ansprechen auf die Chemotherapie ab.

Knoten können also bei Katzen sehr unterschiedliche Ursachen haben, die mehr oder weniger schwerwiegend sind. Eine frühzeitige Diagnose ist unerlässlich, insbesondere bei Tumoren.

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Quellen:

  • Ho NT, Smith KC, Dobromylskyj MJ. Retrospective study of more than 9000 feline cutaneous tumours in the UK: 2006–2013. J Feline Med Surg. 2017;20(2):128–134. doi:10.1177/1098612X17699477.
  • American Veterinary Medical Association. (o. J.). Impfstoffe und Sarkome: Ein Problem für Katzenbesitzer.