Was tun, wenn der Hund erkältet ist? Die Erkältung bei Hund und Katze verstehen
Auch unsere Vierbeiners bleiben vor einer Erkältung nicht verschont. Nasskaltes Wetter, Zugluft, nicht gründlich abgetrocknetes Fell oder ein geschwächtes Immunsystem reichen oft schon aus, damit sich eine Atemwegsinfektion entwickelt.
Betroffen sein können die oberen Atemwege – Rachen, Nase, Luftröhre und Kehlkopf – aber auch Bronchien und Lunge. Häufig steckt eine Mischinfektion aus Bakterien und Viren dahinter, die eine tierärztliche Behandlung erforderlich macht. Die Tierarztkosten lassen sich über eine Hundekrankenversicherung von Santévet zurückerstatten, sofern der Vertrag vor der Erkrankung abgeschlossen wurde. Eine Konsultation beim Tierarzt kostet in der Regel 30 bis 60 €.
Diese Form der Atemwegserkrankung ist streng tierartspezifisch: Hunde stecken sich untereinander an, Katzen untereinander – wie etwa beim Zwingerhusten oder beim Katzenschnupfen.
Typische Erkältungssymptome beim Hund und bei der Katze
Achten Sie auf ungewöhnliche Anzeichen und stellen Sie Ihren Vierbeiner früh in der Tierarztpraxis vor. Zu den häufigsten Symptomen einer Erkältung gehören:
- Niesen
- Schnupfen und verstopfte Nase
- gerötete, tränende Augen
- trockener oder feuchter Husten
- Abgeschlagenheit, weniger Appetit
- Fieber ab etwa 39,5 °C beim Hund
Mit einer frühzeitigen Diagnose, etwas Ruhe und ein paar einfachen Vorsichtsmaßnahmen erholt sich Ihr Tier in der Regel rasch. Eine Selbstmedikation mit Humanarzneimitteln ist unbedingt zu vermeiden: Viele Wirkstoffe wie Paracetamol oder Ibuprofen sind für Hunde und Katzen toxisch.
Pflege und Vorbeugung: So unterstützen Sie Ihren Vierbeiner
Die Katze lässt sich in der Genesungsphase meist gut in der Wohnung halten, während der Hund weiterhin nach draußen muss. Halten Sie die Spaziergänge dann kurz und wetterangepasst. Empfindliche Tiere – Welpen, Senioren oder Hunde mit kurzem Fell und wenig Unterwolle – profitieren von einem Hundemantel. Nach einem Spaziergang im Regen oder Schnee sollten Sie das Fell sorgfältig abtrocknen. Weitere praktische Tipps zur Hunde-Erkältung mit Hausmitteln finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber.
Katzenschnupfen und Zwingerhusten: Impfungen schützen Ihren Vierbeiner
Was bei der Katze umgangssprachlich „Erkältung“ heißt, ist häufig ein Katzenschnupfen. Diese – für den Menschen nicht ansteckende – Krankheit entsteht durch das Zusammenspiel mehrerer Viren (unter anderem Felines Herpesvirus, Calicivirus, Reovirus) und Bakterien wie Chlamydien.
Eine genesene Katze kann jahrelang Trägerin des Erregers bleiben und unter Stress, nach einer Geburt oder bei anderen Erkrankungen erneut ansteckend werden. Die wirksamste Vorbeugung sind regelmäßige Impfungen beim Tierarzt. Eine geimpfte Katze kann zwar erkranken, der Verlauf ist dann aber deutlich milder.
Sofern Ihre Katze korrekt geimpft ist, erstattet die Tierkrankenversicherung von Santévet die Tierarztkosten, falls Ihr Tier dennoch erkrankt. Ein Teil der Impfkosten kann zudem über das jährliche Vorsorgebudget abgedeckt werden, das in vielen Santévet-Tarifen enthalten ist. Eine Impfung kostet in der Regel 50 bis 90 €.
Beim Hund ist der Zwingerhusten gefürchtet. Er wird nicht auf Katzen übertragen, kann in seltenen Fällen aber geschwächte Menschen erreichen. Verantwortlich sind mehrere Erreger – darunter das Canine Parainfluenzavirus, Bordetella bronchiseptica und Adenoviren. Besonders gefährdet sind Hunde mit engem Kontakt zu Artgenossen: in Tierpensionen, Zuchten, Hundeschulen oder bei Ausstellungen (daher der Name „Zwingerhusten“).
Auch hier gilt: schnell in die Tierarztpraxis und die verordnete Behandlung konsequent durchziehen. Vorbeugend stehen verschiedene Impfungen zur Verfügung, darunter eine Variante zur Verabreichung über die Nase. Lassen Sie sich von Ihrer Tierarztpraxis beraten.
Husten beim Hund und bei der Katze: nicht immer „nur“ ein Hundeschnupfen
Ein Hund kann sich durchaus eine gewöhnliche Erkältung einfangen, die sich gut behandeln lässt. Husten kann aber auch ein Hinweis auf schwerwiegendere Erkrankungen sein – etwa Parvovirose, Staupe, schwerwiegende Erbkrankheiten oder kardiologische Probleme.
Genau deshalb ist es wichtig, jedes auffällige Symptom ernst zu nehmen und tierärztlich abklären zu lassen. Beim Welpen oder Kätzchen empfiehlt sich gleich nach der Anschaffung ein erster Gesundheitscheck mit den passenden Vorsorgemaßnahmen und Impfungen, um manche Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen.
Wie äußert sich eine Grippe beim Hund? Die Übertragung vom Menschen auf das Tier
Hunde und Katzen sind nicht für dieselben Influenza-Viren empfänglich wie wir Menschen. Lange Zeit ging man davon aus, dass der Mensch seine Grippe nicht auf sein Tier übertragen kann – bis zur H1N1-Pandemie.
Der erste dokumentierte Fall einer Übertragung der pandemischen H1N1-Grippe vom Menschen auf eine Katze wurde im US-Bundesstaat Oregon registriert und verlief tödlich. Eine wissenschaftliche Veröffentlichung in der Fachzeitschrift Veterinary Pathology beschreibt den Verlauf: „Der Halter der betroffenen Katze musste stationär behandelt werden. Während er noch im Krankenhaus war, verstarb die Katze – ohne Kontakt zu anderen erkrankten Personen – an einer Lungenentzündung infolge einer H1N1-Infektion.„
Insgesamt identifizierten die Forschenden laut derselben Quelle „13 Katzen und einen Hund mit H1N1-Infektionen in den Jahren 2011 und 2012“ – jeweils Übertragungen vom Menschen auf das Tier.
Typische Symptome bei einer Hundegrippe oder grippeähnlichen Infektion sind Niesen, Husten, eine verstopfte Nase, tränende Augen, Abgeschlagenheit und erhöhte Körpertemperatur. Bleiben die Beschwerden über mehrere Tage hartnäckig oder verschlimmern sie sich, ist ein Tierarztbesuch dringend angeraten. Eine Notfallkonsultation kostet in der Regel 100 bis 200 €.
Wie gefährlich ist die Grippe für Hunde? H3N8 und der Sonderfall der Vogelgrippe
Nicht jedes Influenza-Virus stellt das gleiche Risiko dar. Der Subtyp H3N8, der bei Hunden nachgewiesen wurde, gilt nach derzeitigem Kenntnisstand als ungefährlich für den Menschen. Im Januar 2004 erkrankten in Florida 22 Windhunde während eines Rennens an einer schweren Atemwegsinfektion; acht Tiere verstarben. Eine Untersuchung in der Fachzeitschrift Science hielt fest: „Die Analysen ergaben, dass die Hunde mit einem Virus infiziert waren, das dem für die Pferdegrippe verantwortlichen H3N8-Stamm ähnelte.„
Anders sieht es bei den Subtypen H5 und H7 aus – sie gelten als gefährlich für den Menschen. Das Virus H5N1 wurde 1996 erstmals bei Gänsen in China nachgewiesen. Später wurde es auch für den Tod eines Hundes in Thailand verantwortlich gemacht, der eine infizierte Ente gefressen hatte. Auf der Ostsee-Insel Rügen verstarb eine Katze, die als H5N1-Trägerin identifiziert wurde – ein Fall, der in Deutschland für besonderes Aufsehen sorgte.
Während der europäischen Vogelgrippe-Episoden Mitte der 2000er Jahre wurden in mehreren Ländern Schutzmaßnahmen verhängt: In besonders betroffenen Gebieten mussten Katzen in der Wohnung gehalten und Hunde an der Leine geführt oder im Garten gesichert werden. Solche Auflagen führten in einigen Regionen zu einer Welle von Tierabgaben, und Hundeveranstaltungen wie Ausstellungen oder Sportwettkämpfe wurden teilweise abgesagt.
Trotz dieser Episoden bleibt das Gesamtrisiko gering: Die weltweit dokumentierten Fälle sind selten. Klar ist allerdings, dass sich Influenza-Viren ständig weiterentwickeln. Wenn Sie Ihre Hunde gut kennen und Ihnen Symptome oder ein verändertes Verhalten auffallen, sollten Sie nicht zögern und einen Termin in der Tierarztpraxis vereinbaren.
Tipp von Santévet: Bei plötzlichen Atemproblemen, anhaltendem Husten, einer verstopften Nase oder Fieber ist ein rascher Tierarztbesuch immer die sicherste Wahl. Die Hundekrankenversicherung von Santévet hilft Ihnen, die Tierarztkosten im Griff zu behalten – Ihr Vierbeiner bleibt einmal versichert lebenslang über unsere Garantien abgesichert.
Auch Heimtiere können an Atemwegserkrankungen leiden
Achtung: Unterkühlung bei kleinen Heimtieren
Auch Nagetiere, Frettchen, Hauskaninchen und Papageien können an Atemwegserkrankungen leiden. Zugluft und plötzliche Temperaturwechsel sind häufige Auslöser. Eine warme, zugfreie Unterbringung und eine ausgewogene Ernährung sind die wichtigsten Schutzfaktoren.
Frettchen: empfänglich für die menschliche Grippe
Das Frettchen reagiert auf dieselben Erreger wie wir Menschen, wenn es um Erkältungen und Grippe geht. Der Mensch kann das Tier also anstecken – und umgekehrt. In einem Haushalt mit Grippefällen sind daher Hygienemaßnahmen und etwas Abstand zum Tier sinnvoll. Beim Frettchen kann der Tierarzt eine Antibiotika-Therapie einleiten, deren Kosten ebenfalls über eine passende Krankenversicherung erstattet werden können. Oft klingen die Beschwerden allerdings innerhalb von etwa einer Woche ab.
Papagei: auf eine saubere Käfighygiene achten
Papageien können dem Menschen die Chlamydiose (auch Psittakose oder Papageienkrankheit genannt) übertragen. Beim Menschen äußert sie sich grippeähnlich mit Atemwegsbeschwerden bis hin zu einer Lungenentzündung. Solche Fälle sind selten, aber ernst zu nehmen. Es gibt Tests, mit denen Trägertiere bei Sittichen und Papageien identifiziert werden können. Eine sorgfältige Käfighygiene ist daher unverzichtbar.
Zoonosen: das sollten Sie wissen
Eine Krankheit, die unter natürlichen Bedingungen vom Menschen auf das Tier übertragen wird, heißt „Zooanthroponose“.
Wird sie umgekehrt vom Tier auf den Menschen übertragen, spricht man von einer „Anthropozoonose“ oder „umgekehrten Zoonose“.
Santévet – Spezialist für Tierkrankenversicherungen