Das Wichtigste in Kürze (TL;DR)
- Trotz ihres Namens stammt die Abessinierkatze wahrscheinlich nicht aus Abessinien (dem heutigen Äthiopien), sondern von der Küste des Indischen Ozeans oder aus Südostasien.
- Die Abessinierkatze ist verspielt, wissbegierig und eng an ihre Menschen gebunden, dabei aber sozial gegenüber Artgenossen und anderen Haustieren.
- Gesundheitlich kann die Rasse unter anderem zu Amyloidose, progressiver Retinaatrophie und Pyruvatkinase-Defizienz neigen – regelmäßige Vorsorge ist wichtig.
Herkunft und Geschichte der Abessinierkatze
Entgegen ihrem Namen stammt die Abessinierkatze vermutlich nicht aus Abessinien, dem heutigen Äthiopien. Ihre Vorfahren kommen wahrscheinlich von der Küste des Indischen Ozeans oder aus Südostasien, etwa aus Indien. Die Abessinierkatze zählt zu den ältesten bekannten Hauskatzenrassen der Welt und erinnert in ihrem Erscheinungsbild stark an die Katzendarstellungen im alten Ägypten.
Der erste in Europa dokumentierte Abessinier trug den Namen „Zula“ und wurde um 1868 von einem britischen Offizier, Feldmarschall Sir Robert Napier, aus Abessinien (Addis Abeba) nach Großbritannien mitgebracht – daher auch der Name der Rasse. 1871 wurden die Tiere erstmals auf einer Katzenausstellung im Crystal Palace in London präsentiert.
Durch Kreuzungen mit der Britisch-Kurzhaar-Katze festigte sich der Rassetyp, und ab 1882 verbreitete sich die Abessinierkatze auch außerhalb Großbritanniens. Im Jahr 1889 wurde vom Präsidenten des englischen nationalen Katzenclubs, Harrison Weir der erste Rassestandard verfasst. 1906 gelangte sie in die USA, wurde dort jedoch erst nach der Anerkennung durch die Cat Fanciers’ Association (CFA) im Jahr 1917 populär. In Frankreich erschien die Rasse erstmals 1926, die offizielle Anerkennung durch die Fédération Féline Française folgte ein Jahr später. Die Abessinierkatze wäre in den 1960er-Jahren beinahe ausgestorben: Nachdem bereits die beiden Weltkriege die Züchter- und Katzenbestände stark hatten schrumpfen lassen, dezimierte eine Katzen-Leukose-Epidemie (Katzenleukämie) den Bestand zusätzlich.
Manche Züchter und Rassekenner bezweifeln bis heute, dass „Zula“ tatsächlich der erste reinrassige Abessinier war: Historische Abbildungen zeigen ein Tier mit vergleichsweise kleinen Ohren und einem welligeren, längeren Fell als beim heutigen Rassestandard üblich. Unabhängig von dieser Debatte gilt als gesichert, dass gezielte Zuchtprogramme in Großbritannien ab den 1890er-Jahren das heutige Erscheinungsbild der Rasse geprägt haben.
Heute zählt die Abessinierkatze zu den beliebtesten Rassekatzen weltweit und wird oft gemeinsam mit anderen seltenen Katzenrassen der Welt genannt, wenn es um besonders alte oder ursprüngliche Zuchtlinien geht.

Charakter der Abessinierkatze
Die Abessinierkatze ist ein aktiver und äußerst verspielter Charakter: Sie eignet sich hervorragend als Spielpartnerin für respektvolle Kinder, mag es aber nicht, grob angefasst zu werden.
Sie klettert, erkundet und ist an allem beteiligt, was ihre Menschen tun. Geschmeidig und wendig, fürchtet sie sich vor kaum etwas, wenn es darum geht, sich auszutoben oder Unsinn zu treiben. Ein „Sofa-Kater“ ist die Abessinierkatze nicht: Sie bevorzugt Aktion vor langer Ruhe und braucht Beschäftigung, Spiele und Platz zum Auspowern.
Intelligent und lernfreudig, schätzt sie kopfarbeitende Beschäftigungen wie interaktives Spielzeug oder kleine Trainingseinheiten. Ähnlich lebhafte Wesenszüge zeigt auch die Orientalisch-Kurzhaar-Katze, die ebenfalls zu den kommunikativsten Rassen zählt. Treu und sehr an ihre Menschen gebunden, wird die Abessinierkatze mitunter zum „Klette-Kater“ im positiven Sinn: Sie baut eine enge Bindung auf und mag Einsamkeit nicht besonders.
Gegenüber Fremden ist sie meist aufgeschlossen, ebenso gegenüber anderen Katzen bei guter Sozialisierung. Das Zusammenleben mit einem Hund ist möglich, wenn die Katze frühzeitig daran gewöhnt wurde. Für Halterinnen und Halter, die viel Zeit zu Hause verbringen oder eine sehr aktive Katze als Beschäftigung suchen, ist die Abessinierkatze eine ausgezeichnete Wahl. Wer hingegen lange Arbeitstage außer Haus hat, sollte über eine Zweitkatze oder ausreichend Umweltanreicherung nachdenken, damit sich das Tier nicht langweilt.
Farblich zählt das Fell der Abessinierkatze zur Agouti-Gruppe mit dem charakteristischen Ticking – anders als bei getigerten Katzen zeigt sie jedoch keine durchgehenden Streifen, sondern eine gleichmäßige, changierende Fellfarbe.
Aussehen der Abessinierkatze
Die Abessinierkatze besitzt ein unverwechselbares, wildes Erscheinungsbild – fein, muskulös und elegant zugleich.
Größe und Gewicht
Die Abessinierkatze hat eine „königliche Erscheinung“, wie es der Rassestandard beschreibt. Schlank und muskulös misst sie 28 bis 32 cm am Widerrist, Kater wiegen etwa 4 bis 6 kg, Kätzinnen 3 bis 5 kg. Der Körper ist rund 30 bis 40 cm lang, ohne Schwanz, der wiederum bis zu 30 cm messen kann.
Ticking und Wildkatzen-Look
Die erste Besonderheit der Abessinierkatze ist ihr wildes Auftreten, das an einen Puma oder eine afrikanische Wildkatze erinnert. Die zweite Besonderheit ist das sogenannte Ticking: Jedes Haar zeigt einen Wechsel aus hellen und dunklen Bändern, außer am Bauch, Hals, an der Brust und der Innenseite der Beine. Man spricht von „Agouti“-Fell. Dieses Phänomen erzeugt changierende Lichtreflexe, als wäre das Fell in Bewegung.
Fell und Farben: kein Weiß, aber Blau
Das Fell der Abessinierkatze ist kurz, fein und seidig, ohne dichte Unterwolle. Die Hauptfarben sind Wildfarben (Ruddy) mit rotbraunem Grundton und schwarzem oder dunkelbraunem Ticking – die häufigste Farbe –, Sorrel (Cinnamon) mit kupferfarbenem Grundton und Schokoladen-Ticking, Blau mit graublauem Grundton und stahlblauem Ticking sowie Fawn mit rosa-beigem oder sandfarbenem Grundton und braunem Ticking. Dieser sogenannte Agouti-Effekt macht die Rasse so besonders. Daneben gibt es die Silber-Abessinier-Varianten, bei denen die Grundfarbe deutlich aufgehellt ist. Eine rein weiße Abessinierkatze ist nach dem Rassestandard nicht vorgesehen – Weißanteile gelten als Zuchtfehler.
Anders als bei getigerten Rassen besitzt die Abessinierkatze keine markanten Streifen. Eine dunkle Gesichtsmaske rund um die Augen ist charakteristisch für die Rasse.
Kopf und Augen
Die Abessinierkatze ist an ihrem dreieckigen Kopf zu erkennen, mit großen, aufrecht getragenen, leicht nach vorne geneigten und abgerundeten Ohren, oft mit kleinem Haarpinsel verziert. Die mandelförmigen Augen sind groß und ausdrucksstark, meist gold-, bernstein- oder grünfarben, mit stets intensiver Farbtiefe: Ein dunkler Lidrand, ähnlich einem natürlichen Eyeliner, unterstreicht den durchdringenden Blick. Die Schnauze ist fein mit sanften Konturen, das Kinn gut ausgeprägt für ein harmonisches Gesamtbild.
Das Abessinier-Kitten
Ein Abessinier-Kitten ist eher klein mit bereits schlanker Silhouette. Die Ohren wirken im Verhältnis zum Kopf überdimensioniert, die Augen sind anfangs oft hellblau oder haselnussfarben. Kitten kommen häufig mit einer dunkleren, einheitlichen Farbe zur Welt – das charakteristische Ticking entwickelt sich erst in den folgenden Wochen und wird mit etwa drei bis vier Monaten deutlich sichtbar.
Langhaar-Abessinierkatze: der Somali
Wer eine Langhaar-Abessinierkatze sucht, findet sie im Somali. Diese halblanghaarige Variante hat vor allem am Hals, Bauch, Schwanz und an den Oberschenkeln längeres Fell, das einen „Kragen“-Effekt erzeugt. Farben und Ticking entsprechen der kurzhaarigen Abessinierkatze, auch der Charakter ist sehr ähnlich.
Pflege und Ernährung der Abessinierkatze
Fellpflege
Ein wöchentliches Bürsten mit einer weichen Bürste reicht in der Regel aus, um das kurze, seidige Fell der Abessinierkatze zu pflegen und abgestorbene Haare zu entfernen. Augen und Ohren sollten einmal wöchentlich mit geeigneten Pflegeprodukten gereinigt werden. Krallen sind nur bei Bedarf zu kürzen. Zähneputzen zwei- bis dreimal wöchentlich beugt Zahnstein und Zahnerkrankungen vor.
Ernährung
Für ihre kräftige Muskulatur benötigt die Abessinierkatze eine proteinreiche Ernährung aus hochwertigem Fleisch und Fisch sowie essenziellen Fettsäuren für Haut und Fell. Schwer verdauliche Getreidezusätze sollten begrenzt, Vitamine und Mineralstoffe für Knochen, Gelenke und Immunsystem hingegen gefördert werden. Da die Rasse sehr aktiv ist und viel Energie verbraucht, empfiehlt sich eine an Alter, Gewicht und Aktivitätslevel angepasste Futtermenge, um Übergewicht vorzubeugen und gleichzeitig den hohen Energiebedarf zu decken.
Santévet-Tipp: Bieten Sie Ihrer Abessinierkatze eine abwechslungsreiche Umgebung mit Klettermöglichkeiten, Verstecken und Kratzbaum. Eine unterforderte Katze kann Unwohlsein wie Langeweile oder Unruhe entwickeln. Regelmäßige gemeinsame Spielzeiten und Streicheleinheiten stärken zusätzlich die Bindung.
Was kostet eine Abessinierkatze? Budget im Überblick
Neben dem Kaufpreis fallen bei der Haltung einer Abessinierkatze weitere, oft unterschätzte Kosten an. Die folgende Übersicht hilft bei der realistischen Budgetplanung.

Preise für Kitten vom Abessinier-Züchter und aus dem Tierheim
Der Preis für eine Abessinierkatze mit Stammbaum hängt von Züchter, Linie und Zuchtqualität ab.
| Herkunft | Kaufpreis (EUR) | Hinweis |
|---|---|---|
| Züchter (VDH/WCF) | 900–1.500 | Je nach Zuchtlinie |
| Ausstellungs-/Zuchtqualität | bis 2.000 | Seltener verfügbar |
| Tierheim/Rassevermittlung | 50–150 | Meist bereits kastriert |
Tierarztkosten ohne Versicherung
Auch ohne akute Erkrankung fallen regelmäßige tierärztliche Kosten an:
| Leistung | Kosten (EUR) | Hinweis |
|---|---|---|
| Erstausstattung (Chip, Grundimmunisierung) | 150–300 | Einmalig |
| Jahreskontrolle | 60–120 | Jährlich |
| Kastration/Sterilisation | 150–400 | Je nach Geschlecht |
| PK-Gentest | 50–100 | Vor der Zucht empfohlen |
| Abklärung bei Verdacht auf Amyloidose | 200–500 | Ultraschall/Blutuntersuchung |
Wer 2 oder mehr Katzen versichert, kann von vorteilhaften Tarifen profitieren.
Laufende Unterhaltskosten
| Kostenposition | Monatlich (EUR) | Hinweis |
|---|---|---|
| Katzenstreu | 10–25 | Klumpstreu empfohlen |
| Spielzeug & Kratzbaum | 10–20 | Wichtig bei hohem Bewegungsdrang |
| Katzenkrankenversicherung | ab ca. 15 | Rasse- und altersabhängig |
Futterkosten
| Futterkategorie | Monatlich (EUR) | Empfehlung |
|---|---|---|
| Nassfutter (Premium) | 20–40 | Mind. 50 % der Ration |
| Trockenfutter | 10–20 | Als Ergänzung |
| Gesamt | 30–60 | Je nach Aktivität |
Sonstige Kosten
Neben den regelmäßigen Ausgaben sollten Halter weitere, einmalige oder gelegentliche Posten einplanen:
- Kratzbaum und Klettermöglichkeiten in guter Qualität, wichtig aufgrund des hohen Bewegungsdrangs
- Interaktives Spielzeug und Beschäftigungsmaterial
- Betreuung im Urlaub (Katzensitter oder Pension)
- Vereinsanmeldung bei einem Zuchtverband wie VDH oder WCF
Gesundheit: Besonderheiten der Abessinierkatze
Mit einer ausgewogenen Ernährung, ausreichend Bewegung und regelmäßiger tierärztlicher Vorsorge lässt sich das Risiko vieler rassetypischer Erkrankungen senken.
Amyloidose
In ihrer erblichen Form ist die Amyloidose eine genetische Erkrankung, die häufig bei der Abessinierkatze und der Siamkatze beobachtet wird. Die Erkrankung kann auch sekundär im Rahmen einer chronischen Entzündung oder Infektion auftreten.
Sie ist gekennzeichnet durch abnormale Eiweißablagerungen, sogenannte Amyloide, in bestimmten Organen, die deren Funktion beeinträchtigen. Bei der Katze sind am häufigsten die Nieren betroffen: Die Erkrankung führt zu einer irreversiblen Niereninsuffizienz. Auch Leber und Milz können betroffen sein.
Expertenzitat: „Die familiäre renale Amyloidose beim Abessinier ist kein einfaches monogenes Merkmal.“ — Genova, F. et al. (2021)
Symptome zeigen sich häufig erst, wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten ist:
- Appetit- und Gewichtsverlust
- Vermehrter Durst und Harnabsatz (Polydipsie/Polyurie)
- Erbrechen
- Mattigkeit
- Mundgeruch
Die Behandlung ist vor allem konservativ und zielt darauf ab, das Fortschreiten zu verlangsamen und Symptome zu lindern. Eine ursächliche Therapie existiert bislang nicht, weshalb regelmäßige Blut- und Urinuntersuchungen bei der Abessinierkatze zur Früherkennung besonders wichtig sind. Manche Tierarztpraxen bieten inzwischen auch Ultraschalluntersuchungen der Nieren als Vorsorgemaßnahme für die Rasse an.
Progressive Retinaatrophie (PRA)
Auch die progressive Retinaatrophie (PRA) ist eine genetische Erkrankung, bei der eine lokale Stoffwechselstörung im Gewebe der Netzhaut zur fortschreitenden Degeneration der Photorezeptoren (Stäbchen und Zapfen) führt, was einen allmählichen Sehverlust zur Folge hat. Ursache ist bei der Abessinierkatze meist eine Mutation im CEP290-Gen, bekannt als „rdAc“-Mutation, seltener eine Mutation im CRX-Gen. Die Symptome treten meist schrittweise auf:
- Verminderte Sicht in der Dämmerung und Dunkelheit
- Eingeschränktes peripheres Sehvermögen
- Geweitete Pupillen oder verzögerte Lichtreflexe
- Vollständige Erblindung
Laut einer Studie zur Genotyp-Phänotyp-Korrelation bei Abessinier- und Somalikatzen ist Wachsamkeit gegenüber der rdAc-Mutation in der veterinärmedizinischen Ophthalmologie erforderlich, auch bei verwandten Rassen (Narfström et al., 2009). Eine Behandlung existiert nicht; betroffene Katzen können sich jedoch gut an den Sehverlust anpassen.
Neonatale Isoerythrolyse (NI)
Diese immunologische Erkrankung des Neugeborenen tritt beim Kitten bereits mit dem ersten Säugen auf: Die im Kolostrum der Mutter enthaltenen Antikörper greifen die roten Blutkörperchen des Kittens an und führen zu deren Zerstörung sowie einer schweren Blutarmut.
Die Erkrankung ist insofern genetisch bedingt, als sie von der vererbten Blutgruppe abhängt, die im Widerspruch zu jener der Mutter steht. Zu den Symptomen beim Kitten zählen Schwäche und Mattigkeit, blasse oder gelbliche Zahnfleischfarbe, Gelbsucht, dunkler oder blutiger Urin sowie in schweren Fällen plötzlicher Tod.
Pyruvatkinase-Defizienz (PKD)
Diese genetische Erkrankung betrifft die Abessinierkatze ebenso wie den Somali. Sie wird durch eine Mutation des Gens für die Pyruvatkinase verursacht, ein für die Energiegewinnung in den roten Blutkörperchen essenzielles Enzym. Die betroffenen Zellen werden vorzeitig abgebaut, was eine hämolytische Anämie (spezielle Form der Blutarmut) zur Folge hat.
Eine Langzeitstudie zum klinischen Verlauf bei Abessinier- und Somalikatzen mit Pyruvatkinasemangel zeigte, dass die Symptome je nach Tier stark variieren: Manche Katzen bleiben zeitlebens beschwerdefrei, andere zeigen Mattigkeit, Durchfall, blasse Schleimhäute, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Gelbsucht (Kohn & Fumi, 2008). Die Erkrankung ist nicht heilbar, ein normales Leben ist in milden Verlaufsformen jedoch möglich. Ein Gentest vor der Zucht wird dringend empfohlen.
Wie alt wird eine Abessinierkatze? Lebenserwartung
Mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Bewegung, geistiger Beschäftigung und regelmäßiger tierärztlicher Vorsorge liegt die durchschnittliche Lebenserwartung der Abessinierkatze bei 10 bis 15 Jahren. Auch verwandte Rassen wie die elegante Russisch-Blau-Katze erreichen bei guter Pflege ein ähnlich hohes Alter.
Abessinierkatze kaufen: Züchter oder Tierheim
Der Preis für ein Abessinier-Kitten mit Stammbaum hängt von Geschlecht, Linie und dem Ruf des Züchters ab. Rechnen Sie im Schnitt mit 900 bis 1.500 Euro für ein Kitten aus liebevoller Zucht und bis zu 2.000 Euro für Ausstellungs- oder Zuchttiere.
Es empfiehlt sich, das Abessinier-Kitten bei einem spezialisierten Abessinier-Züchter zu kaufen, der Mitglied in einem anerkannten Verband wie VDH oder WCF ist. Besuchen Sie mehrere Züchter, um ein gesundes Kitten aus optimalen Aufzuchtbedingungen zu erhalten – seriöse Züchter zeigen Ihnen beide Elterntiere und relevante Gentests, etwa auf PK-Defizienz und rdAc.
Alternativ finden sich über Tierschutzorganisationen und Rasse-Rescues gelegentlich auch erwachsene Abessinierkatzen zur Adoption – eine gute Option für alle, die einer Katze in Not ein neues Zuhause geben möchten. In Deutschland ist die Rasse bei spezialisierten Züchtern verbreitet, wenn auch insgesamt seltener als beispielsweise verschiedene japanische Katzenrassen oder die Britisch-Kurzhaar-Katze.
Achten Sie beim Kauf zudem auf einen schriftlichen Kaufvertrag mit Angaben zu Abstammung, Gesundheitschecks und gegebenenfalls bereits durchgeführten Gentests. Ein transparenter, gut sozialisierter Umgang mit den Kitten in den ersten Lebenswochen ist ein zuverlässiges Zeichen für eine verantwortungsvolle Zucht.
FAQ
Eine Abessinierkatze mit Stammbaum kostet bei seriösen Züchtern durchschnittlich 900 bis 1.500 Euro, bei Ausstellungs- oder Zuchtqualität bis zu 2.000 Euro. Hinzu kommen laufende Kosten für Futter, Pflege und Tierarzt.
Die Abessinierkatze braucht viel Beschäftigung und Bewegung, ist wenig für reine Wohnungshaltung ohne Zusatzangebote geeignet und verträgt Alleinsein schlecht. Zudem ist sie anfällig für einige erbliche Erkrankungen wie Amyloidose, PRA und Pyruvatkinase-Defizienz.
Abessinierkatzen sind lebhaft, verspielt, intelligent und sehr menschenbezogen. Sie erkunden gerne ihre Umgebung, lieben Beschäftigung und bauen eine enge Bindung zu ihrer Familie auf.
Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen nur der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung oder Beratung durch einen Tierarzt.
Quellen
Genova, F. et al. (2021): Multi-omic analyses in Abyssinian cats with primary renal amyloid deposits. Scientific Reports, 11, 8339. DOI: 10.1038/s41598-021-87168-0
Kohn, B. & Fumi, C. (2008): Clinical course of pyruvate kinase deficiency in Abyssinian and Somali cats. Journal of Feline Medicine and Surgery, 10(2), 145–153. DOI: 10.1016/j.jfms.2007.09.006
Narfström, K. et al. (2009): Retinal degeneration in the Abyssinian and Somali cat (rdAc): correlation between genotype and phenotype and rdAc allele frequency in two continents. Veterinary Ophthalmology, 12(5), 285–291. DOI: 10.1111/j.1463-5224.2009.00710.x
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