Lhasa Apso

  • Größe
    25 bis 28 cm
  • Gewicht von Rüden
    5 bis 8 kg
  • Farbe
    Gold-, Sand- oder Honigfarben sowie Dunkelgrau, Schiefergrau, Schwarz, Weiß oder Braun; einfarbig oder mehrfarbig
  • Fell
    Lang, üppig, glatt und fest
  • Lebenserwartung
    12 bis 15 Jahre
  • Krankheitsrisiken
    Geringes Risiko für Entropium und Patellaluxation
  • Ernährung
    Etwa 120 g Trockenfutter pro Tag
  • Pflege
    Tägliches, gründliches Bürsten

Herkunft der Rasse Lhasa Apso

Der Lhasa Apso ist eine sehr alte Hunderasse mit Ursprung in Tibet. Sein Name leitet sich von der Stadt Lhasa, der historischen Hauptstadt Tibets, sowie vom tibetischen Wort „Apso“ ab, das „bärtig“ bedeutet. Traditionell wurden diese Hunde von buddhistischen Mönchen als Wachhunde für Tempel, Klöster und Wohnhäuser gehalten.

In Tibet galt der Lhasa Apso als Symbol für Glück und Wohlstand und wurde häufig als wertvolles Geschenk an hochrangige Besucher:innen überreicht. Aufgrund ihrer ausgeprägten Wachsamkeit und ihrer Fähigkeit, frühzeitig vor möglichen Gefahren zu warnen, genossen sie große Wertschätzung.

Über viele Jahrhunderte hinweg wurden Lhasa Apsos gezielt gezüchtet. Dadurch entwickelte sich eine robuste und anpassungsfähige Rasse, die bestens an die harten klimatischen Bedingungen der Himalaya-Region angepasst ist.

Im 20. Jahrhundert gelangte der Lhasa Apso schließlich in den Westen, wo er rasch als Begleit- und Familienhund an Beliebtheit gewann.

Charakter und Fähigkeiten des Lhasa Apsos

Obwohl der Lhasa Apso unabhängig und mitunter etwas eigensinnig ist, baut er häufig eine enge Bindung zu seinen Besitzer:innen auf und zeigt sich seiner Familie gegenüber sehr loyal.

Als traditioneller Wachhund verfügt der Lhasa Apso über einen ausgeprägten Wachinstinkt und meldet Fremde oder ungewohnte Situationen oft durch Bellen.

Trotz seiner geringen Größe kann er sich sehr beschützerisch gegenüber seiner Familie und seinem Revier verhalten und begegnet Unbekannten mit einer gewissen Zurückhaltung.

Der Lhasa Apso ist ein intelligenter Hund, der jedoch gelegentlich zu Sturheit neigt. Eine konsequente, aber geduldige Erziehung von klein auf ist wichtig, um seine Fähigkeiten und sein Temperament in die richtigen Bahnen zu lenken.

Gegenüber seinen Bezugspersonen zeigt er sich in der Regel freundlich, anhänglich und liebevoll und entwickelt sich zu einem treuen Begleiter.

Der Bewegungsbedarf des Lhasa Apso ist eher moderat. Er genießt jedoch regelmäßige Spaziergänge und Spiele im Haus. Daher eignet er sich gut für die Wohnungshaltung, freut sich aber ebenso über den Zugang zu einem sicheren Garten, um sich frei bewegen zu können.

Ideale Besitzer:innen für einen Lhasa Apso

Ideale Besitzer:innen eines Lhasa Apso schätzen die Gesellschaft eines eigenständigen, zugleich aber sehr anhänglichen Hundes. Geduld und Konsequenz in der Erziehung sind wichtig, um mit dem gelegentlich sturen Wesen dieser Rasse gut umgehen zu können.

Am wohlsten fühlt sich der Lhasa Apso in einer ruhigen und stabilen Umgebung, in der er ausreichend Aufmerksamkeit erhält und regelmäßig spazieren gehen kann.

Ebenso wichtig ist die Bereitschaft, Zeit in die Pflege des langen, üppigen Fells zu investieren. 

Körperliche Merkmale des Lhasa Apso

Fell und Haarkleid

Der Lhasa Apso ist besonders für sein langes, dichtes und üppiges Fell bekannt. 

Das Haar ist meist glatt oder leicht gewellt und fällt in deutlich ausgeprägten Strähnen. 

Die Fellfarben variieren und reichen von Schwarz, Weiß und Creme bis hin zu Grau- und Sandtönen.

Gewicht und Größe im Erwachsenenalter

Ausgewachsene Lhasa Apsos wiegen in der Regel zwischen 5,4 und 8,2 kg und erreichen eine Widerristhöhe von etwa 25 bis 28 cm. Hündinnen sind dabei häufig etwas kleiner und leichter als Rüden.

Kopf und Körper

Der Kopf des Lhasa Apso ist harmonisch auf den Körper abgestimmt. Der Schädel ist mäßig breit und relativ flach. Die Schnauze ist kurz und quadratisch geformt, die Nase schwarz. Die dunklen, mittelgroßen Augen verleihen dem Hund einen wachsamen und zugleich intelligenten Ausdruck. Die Ohren sind hängend und dicht mit langen Haaren bedeckt.

Der Körper des Lhasa Apso wirkt kompakt und ausgewogen. Er besitzt eine tiefe Brust mit gut gewölbten Rippen sowie einen geraden, kräftigen Rücken. Die Gliedmaßen sind gerade, stabil und gut bemuskelt. Die Rute wird über dem Rücken getragen und ist reich mit langem Haar bedeckt.

Pflege des Lhasa Apso

Fellpflege

  • Regelmäßige Pflege: Das lange Fell des Lhasa Apso benötigt eine sorgfältige Pflege, um Verfilzungen und Knoten zu vermeiden. Idealerweise sollte der Hund täglich gebürstet werden, um lose Haare zu entfernen und Verfilzungen vorzubeugen. Ein Edelstahlkamm und eine weiche Bürste eignen sich gut, um Schmutz zu lösen und das Fell geschmeidig zu halten. Wird das Fell sehr lang oder verdeckt es die Augen, kann ein Besuch beim professionellen Hundefriseur sinnvoll sein.
  • Augen- und Ohrenpflege: Beim Lhasa Apso wachsen häufig Haare rund um die Augen und in den Ohren. Diese Bereiche sollten vorsichtig mit einem feuchten Tuch gereinigt werden. Zudem ist es wichtig, die Ohren regelmäßig auf mögliche Anzeichen einer Entzündung zu überprüfen.
  • Krallenpflege: Die Krallen sollten regelmäßig gekürzt werden, damit sie nicht zu lang werden, einreißen oder beim Laufen stören.
  • Zahnpflege: Regelmäßiges Zähneputzen hilft, Zahnbelag und Zahnstein vorzubeugen. Verwenden Sie dafür eine speziell für Hunde entwickelte Zahnbürste und Zahnpasta. Ergänzend können Kauspielzeuge oder Zahnpflegeprodukte eingesetzt werden, um die Mundgesundheit zu unterstützen.

Ernährung

Um die Gesundheit Ihres Hundes zu unterstützen, empfiehlt es sich, auf hochwertiges Trockenfutter zurückzugreifen. Die Auswahl sollte jedoch stets an Alter, Gesundheitszustand und Aktivitätsniveau des Hundes angepasst werden. Es ist ratsam, den Rat einer Tierärztin oder eines Tierarztes einzuholen, der geeignete Produkte empfehlen und die tägliche Futtermenge individuell berechnen kann. Wenn Sie die Mahlzeiten Ihres Hundes selbst zubereiten möchten, können eine Tierärztin oder ein Tierarzt oder spezialisierte Ernährungsberater:innen dabei helfen, einen ausgewogenen und bedarfsgerechten Ernährungsplan zusammenzustellen.

Krankheiten des Lhasa Apso

Wie alle Hunderassen kann auch der Lhasa Apso für bestimmte Krankheiten und gesundheitliche Probleme anfällig sein. Zu den häufigsten Erkrankungen, die bei dieser Rasse auftreten können, zählen:

  • Augenprobleme: Lhasa Apsos neigen zu verschiedenen Augenerkrankungen, darunter Katarakte, Augeninfektionen, Glaukom sowie Entropium (Einwärtsrollen der Augenlider) und Ektropium (Auswärtsrollen der Augenlider).
  • Hautprobleme: Aufgrund ihres langen und dichten Fells können Lhasa Apsos anfälliger für Hauterkrankungen sein, etwa für Pilzinfektionen, Allergien oder bakterielle Hautentzündungen.
  • Patellaluxation: Diese auch als „rutschende Kniescheibe“ bekannte Erkrankung kann insbesondere bei kleinen Hunderassen auftreten. Beim Lhasa Apso kann sie vor allem durch Übergewicht begünstigt werden und entsteht, wenn sich die Kniescheibe aus ihrer normalen Position verschiebt.
  • Zahnprobleme: Wie viele kleine Hunde neigt auch der Lhasa Apso zu Zahnsteinbildung und Parodontalerkrankungen. Eine regelmäßige Zahnpflege, insbesondere durch Zähneputzen, kann helfen, diesen Problemen vorzubeugen.
  • Atemwegsprobleme: Zwar treten sie seltener auf als bei anderen Rassen, dennoch können Lhasa Apsos gelegentlich Atemwegsprobleme wie verengte Nasenlöcher oder ein brachyzephales Atemwegssyndrom entwickeln.

Lebenserwartung des Lhasa Apso

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Lhasa Apso liegt in der Regel zwischen 12 und 15 Jahren. Bei guter Pflege, einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger tierärztlicher Betreuung können manche Hunde jedoch auch 18 Jahre oder sogar älter werden.

Preis für einen Lhasa-Apso-Welpen aus einer Zucht

Der Preis für einen Lhasa-Apso-Welpen aus einer seriösen Zucht kann je nach verschiedenen Faktoren variieren. Dazu zählen unter anderem der Ruf der Züchterin oder des Züchters, die Abstammung der Elterntiere, die Qualität des Welpen sowie die jeweilige Region. In der Regel bewegt sich der Preis für einen Lhasa-Apso-Welpen aus einer anerkannten Zucht zwischen 700 und 1.200 €, in manchen Fällen auch darüber.

Ein kleiner Wächter, der große Pflege verdient: Trotz seiner geringen Größe kann der Lhasa Apso von bestimmten gesundheitlichen Problemen betroffen sein, etwa von Augenerkrankungen wie Glaukom oder Katarakt sowie von Patellaluxation, die mit hohen Tierarztkosten verbunden sein können. Hinzu kommt der regelmäßige und mitunter kostspielige Pflegeaufwand für sein langes Fell, der nicht vernachlässigt werden darf.

Um Ihrem Hund den bestmöglichen Schutz zu bieten, kann eine Hundekrankenversicherung sinnvoll sein. Fordern Sie dazu einen individuellen Kostenvoranschlag an.