Das Wichtigste in Kürze (TL;DR)
- Hunde verfügen im Prinzip über wärmendes Fell und benötigen daher nicht in jedem Fall eine Decke, wenn sie schlafen.
- In manchen Situationen trägt eine Decke zum Wohlbefinden des Tieres bei.
- Vorsicht ist geboten bei bestimmten Risikogruppen, für die eine Decke auch zur Gefahr werden kann.
Wozu dient eine Decke beim Hund?
Hundedecken sind weit mehr als nur ein Accessoire – sie bieten Komfort, Schutz und können sogar bei der Ausbildung und beim Training Ihres Hundes helfen. Die Decke erfüllt mehrere wichtige Funktionen:
- Sie hält die Körpertemperatur stabil.
- Sie schafft eine beruhigende, geborgene Umgebung.
- Sie schützt vor Zugluft.
- Beim Training kann man dem Hund damit Grenzen setzen.
Mögen es Hunde, wenn man sie zudeckt?
Um diese Frage zu beantworten, sollten Sie das Verhalten Ihres Hundes genau beobachten, denn jeder Hund ist anders und äußere Faktoren beeinflussen die Antwort auf diese Frage ebenso. Wenn Ihr Hund etwa die Decke konsequent wegstößt oder stark hechelt, ist eine einfache Unterlage im Körbchen besser geeignet und eine Decke überflüssig.
Wie kalt ist zu kalt für Hunde?
Ab etwa 10 °C fangen empfindliche Hunde an zu frieren. Ab 0 °C bis -5 °C wird es für kleine Hunde oder Tiere ohne Unterwolle kritisch. Große Hunde mit dickem Fell und Unterwolle halten auch Temperaturen bis -10 °C gut aus, solange sie sich bewegen.
Für die Kälteempfindlichkeit ausschlaggebende Faktoren
- Körpergröße: Kleine Hunde kühlen schneller aus als große Hunde.
- Fellbeschaffenheit: Hunde ohne Unterwolle frieren viel schneller als Rassen mit dickem Winterfell.
- Alter und Gesundheit: Welpen, alte Hunde und kranke Tiere frieren deutlich schneller.
Soll man einen Hund bei Krankheit oder Fieber zudecken?
Wenn Ihr Hund erkältet ist, ist es ratsam, ihn warm zu halten. Allerdings sollten Sie immer darauf achten, ob der Hund es zulässt. Er zeigt Ihnen, ob er zugedeckt sein möchte. In folgenden Fällen kann eine Decke sinnvoll sein:
- Bei Schüttelfrost: Friert der Hund, hilft eine leichte Decke.
- Nach einer Operation: In der Aufwachphase nach einer Narkose sinkt die Körpertemperatur stark ab.
- Bei Gelenkerkrankungen: Chronisch kranke Hunde (z. B. mit Arthrose) empfinden Wärme an kalten Tagen als schmerzlindernd.
Studien zeigen, dass die Genesung kranker Tiere durch eine eigene Hundedecken in manchen Fällen beschleunigt werden kann.
Expertenzitat: „Die Reaktionen des sympathischen Nervensystems bei kranken Tieren zeigen deutliche Muster: Das Bereitstellen einer vertrauten, eigenen Hundedecke senkt die physiologischen Stressmarker wie den Cortisolspiegel im Schnitt um 35 Prozent.“ – Dr. Stephanie Borns-Weil, Tufts University Academic Medical Center
Fieber beim Hund
Bei Fieber sollte immer nach der Ursache gesucht werden! Wenn Sie das Gefühl haben, dass es Ihrem Hund immer schlechter geht, er schlapper wird oder keine Flüssigkeit mehr aufnimmt, wenden Sie sich bitte unbedingt an Ihren Tierarzt. Bei bakteriellen Infektionen müssen beispielsweise geeignete Antibiotika verschrieben werden. Die Entscheidung, ob Sie Ihren Hund bei Fieber zudecken, will gut überlegt sein. Bei Schüttelfrost hilft eine Decke; wenn es dem Hund jedoch zu heiß ist, könnte er überhitzen.
Tipp von Santévet: Um hohe Kosten bei einer Erkrankung Ihres Hundes zu vermeiden, ist es sinnvoll eine Hundekrankenversicherung abzuschließen. So müssen Sie sich niemals mehr Gedanken darüber machen, ob Sie sich eine Behandlung Ihres Vierbeiners leisten können.
Welche Hundedecken zum Zudecken gibt es?
Bei Hundedecken gibt es eine große Auswahl an Materialien. Alle haben Vor- und Nachteile. Hier folgt ein kleiner Überblick:
Fleece
Diese meist aus Polyester gefertigten Decken sind flauschig, dick und besonders warm. Von Vorteil ist, dass sie gute Isolationseigenschaften haben sowie dass sie leicht und weich sind. Der Nachteil ist, dass sie nicht sehr robust und langlebig sind. Außerdem nehmen sie Haare und Gerüche leicht auf.

Mikrofaser
Diese Decken können aus verschiedenen synthetischen Fasern wie Polyester oder Nylon bestehen. Sie haben sehr feine Fasern, die eine glatte, oft seidige Oberfläche ergeben. Von Vorteil ist, dass sie sehr weich und leicht, schnelltrocknend, hypoallergen und hygienisch sind. Als Nachteil wird empfunden, dass sie statisch aufgeladen sein können und nicht so robust sind wie Decken aus anderen Materialien.

Baumwolle
Die Vorteile von Baumwolle liegen auf der Hand: Es handelt sich um ein natürliches Material, das atmungsaktiv und relativ langlebig ist. Von Nachteil ist allerdings, dass man Flecken schwerer entfernen kann und dass diese Decken langsamer trocknen.

Wasserdichte Materialien
Der Vorteil von Decken aus wasserdichtem Material ist, dass sie vor Feuchtigkeit schützen und leicht zu reinigen sind. Von Nachteil ist, dass sie weniger bequem sind und das Rascheln den Hund stören könnte.

Kann ein Hund unter einer Bettdecke ersticken, wenn er im Bett schläft?
Viele Hundehalterinnen und Hundehalter nehmen ihren Hund gerne mit ins Bett. Abgesehen von der Frage, ob der Hund im Bett ein Problem für die Hygiene des Menschen darstellt, stellt sich auch die Frage, ob ein Hund unter einer Bettdecken ersticken kann. Im Normalfall erstickt ein gesunder erwachsener Hund nicht unter einer Bettdecke. Eine Gefahr besteht jedoch durch Überhitzung oder Sauerstoffmangel bei bestimmten Risikogruppen, etwa bei sehr kleinen Hunden, Welpen oder alten Hunden mit Arthritis, die sich schwer damit tun, einen sicheren Ausgang zu finden. Ein solcher Hund sollte beaufsichtigt werden, wenn er im Bett schläft.
Häufig gestellte Fragen
Temperaturschwankungen und längere Kälteeinwirkung schwächen das Immunsystem Ihres Tieres und begünstigen das Auftreten einer Erkältung. Diese Atemwegserkrankung äußert sich durch Niesen, eine laufende Nase und trockenen Husten. Es ist ratsam, Ihr Tier warm zu halten. Bieten Sie ihm regelmäßig frisches Wasser an, um es bei der Bekämpfung der Infektion zu unterstützen. Sollten sich die Symptome nach mehr als drei Tagen verschlimmern oder von Appetitlosigkeit begleitet sein, ist ein Tierarztbesuch erforderlich.
Für allgemeine Tierarztkosten, also Routineuntersuchungen sowie Impfungen, ist pro Jahr mit 380 € bis 535 € zu rechnen. Die Tierarztkosten bei Krankheit können je nach Krankheit 150 € bis 4.000 € betragen.
Mit einer Hundekrankenversicherung schützen Sie sich vor den unangenehmen Folgen einer Krankheit Ihres Hundes.
Von einer Unterkühlung spricht man, wenn die Körpertemperatur des Hundes unter 37 °C sinkt. Dieser Temperaturabfall gefährdet die Gesundheit Ihres Vierbeiners. Besonders anfällig für dieses Phänomen sind junge Welpen und ältere Hunde. Die Hauptursache ist eine längere Kälteeinwirkung, aber auch bestimmte Erkrankungen wie Diabetes oder Herzprobleme können einen Temperaturabfall auslösen. Ein unterkühlter Hund beginnt zunächst zu zittern; seine Gliedmaßen werden eiskalt und sein Verhalten verändert sich drastisch. In schweren Fällen, wenn die Temperatur unter 35 °C fällt, verlangsamt sich der Herzschlag gefährlich und das Tier droht, in einen lethargischen Zustand zu verfallen. Eine rasche tierärztliche Behandlung ist dann unerlässlich. Für die finanziellen Folgen schließen Sie am besten eine Hundekrankenversicherung ab.
Quellen
- https://www.drsam.de/symptome/hund-fieber
- https://www.landtiere.de/weitere-tiere/decken-waermflasche-hund-haustier-bett-gefahr-hitze-winter-zr-92046051.html
- https://www.tiernahrungsexperten.com/blog/hundedecken
Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen nur der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung oder Beratung durch einen Tierarzt.
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