Das Wichtigste in Kürze (TL;DR):
- Rhinitis beim Hund bezeichnet eine Entzündung der Nasenschleimhaut und äußert sich durch Nasenausfluss, Niesen und erschwerte Atmung.
- Mögliche Ursachen sind Allergien auf harmlose Umweltstoffe, Infektionen, Fremdkörper in den Nasengängen, Pilzerkrankungen oder – seltener – Tumoren im Bereich der Nase.
- Einseitiger, blutiger oder übel riechender Nasenausfluss ist ein Warnsignal und erfordert eine rasche tierärztliche Abklärung.
Kann ein Hund Schnupfen haben?
Ja – Hunde können erkranken, was einem menschlichen Schnupfen ähnelt. Die Rhinitis ist eine Entzündung der Nasenschleimhaut, die durch sehr unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden kann. Während beim Menschen Erkältungsviren die häufigste Ursache sind, ist das Bild beim Hund breiter: Allergien, Infektionen, Fremdkörper oder Pilzerkrankungen kommen ebenso als Auslöser in Frage wie – seltener – Tumoren im Bereich der Nase.
Wie viel kostet die Behandlung von Hundeschnupfen?
Die Kosten richten sich nach der Ursache der Rhinitis und dem Umfang der diagnostischen Abklärung. Eine einfache Untersuchung beim Tierarzt ist vergleichsweise günstig – bildgebende Verfahren, Rhinoskopie oder eine Langzeittherapie können die Gesamtkosten jedoch deutlich erhöhen.
| Behandlung | Durchschnittliche Kosten | Was ist enthalten? |
| Tierärztliche Untersuchung | 40–80 € | Klinische Untersuchung, Beurteilung der Atemwegssymptome |
| Notfallkonsultation | 80–150 € | Schnelle Versorgung außerhalb der Sprechzeiten |
| Weiterführende Diagnostik | 50–100 € | Blutuntersuchung, Röntgen, Rhinoskopie |
| Bildgebende Verfahren | 40–150 € | CT oder Röntgen der Nasenhöhle |
| Medikamentöse Behandlung | 20–100 €/Monat | Antibiotika, Entzündungshemmer, Antihistaminika |
| Unterstützende Maßnahmen | 15–50 € | Nasenspülungen, Inhalation, lokale Pflege |
| Kontrolluntersuchung | 40–80 € | Verlaufskontrolle und Therapieanpassung |
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Welche Ursachen hat eine verstopfte Nase?

Die Ursachen einer Rhinitis sind vielfältig. Eine genaue Diagnose durch den Tierarzt ist notwendig, um die richtige Behandlung einzuleiten.
Allergische Rhinitis
Die allergische Rhinitis entsteht durch eine Überreaktion des Immunsystems auf harmlose Umweltstoffe wie Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelsporen oder andere Umweltallergene. Sie tritt besonders häufig in den Sommermonaten auf. Nahrungsmittelallergien hingegen lösen nur sehr selten eine Rhinitis aus.
Primäre bakterielle Rhinitis
Die primäre bakterielle Rhinitis ist beim Hund vergleichsweise selten. Häufiger entsteht eine bakterielle Infektion sekundär – als Folge einer anderen Grunderkrankung wie einer Virusinfektion oder einer Allergie. Der Nasenausfluss ist dann oft gelblich-grünlich und eitrig.
Virale Rhinitis
Virale Infektionen der oberen Atemwege – etwa durch das Parainfluenza-Virus (Teil des Zwingerhusten-Komplexes) oder das Adenovirus caninum (im Zusammenhang mit der Staupe) – können ebenfalls eine Rhinitis auslösen. Gegen diese Erkrankungen stehen Schutzimpfungen zur Verfügung.
Fremdkörper in der Nase
Hunde erkunden ihre Umgebung mit der Nase – und nicht selten gelangen dabei Fremdkörper durch die Nase in die Nasengänge: Grashalme, Grannen oder andere Partikel. Ein Fremdkörper in den Nasengängen verursacht häufig plötzliche, heftige Niesanfälle, mitunter verbunden mit einseitigem Nasenausfluss oder Blutungen.
Verdacht auf einen Tumor
Obwohl Nasentumoren beim Hund mit etwa 1–2 Prozent aller Krebserkrankungen selten sind, sollten sie bei einer chronischen Rhinitis – insbesondere bei älteren Hunden – in Betracht gezogen werden. Einseitiger Nasenausfluss mit Blutbeimengungen sowie langsam progredierende Symptome können auf eine neoplastische Ursache hinweisen.
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Was sind die Symptome einer Erkältung beim Hund?
Mehrere klinische Anzeichen können auf eine Rhinitis hinweisen:
- Niesen und Niesanfälle: Häufiges, wiederholtes Niesen ist ein häufiges Symptom und weist auf eine Reizung der Nasenschleimhaut hin.
- Nasenausfluss (Jetage): Der Ausfluss kann wässrig, schleimig, eitrig oder blutig sein – je nach Ursache.
- Nasale Kongestion: Der Hund atmet schwerer, schnauft oder schnarcht auffällig durch die Nase.
- Beeinträchtigter Geruchssinn: Eine Rhinitis kann den Geruchssinn vermindern, was sich in Appetitlosigkeit äußern kann.
- Begleitsymptome: Husten oder Bindehautentzündung (Konjunktivitis) können zusätzlich auftreten.
Expertenzitat: „Chronische inflammatorische Rhinitis beim Hund ist durch lymphoplasmazelluläre Infiltrate der Nasenschleimhaut in Abwesenheit eines offensichtlichen ätiologischen Prozesses charakterisiert. Häufige klinische Zeichen sind Nasenausfluss, Niesen, Husten, Epistaxis und Stertor.“ — Windsor & Johnson, Vet Clin North Am Small Anim Pract, 2006
Da diese Symptome auch bei anderen Erkrankungen der oberen Atemwege auftreten können, ist eine klinische Untersuchung durch den Tierarzt notwendig, um die Diagnose sicher zu bestätigen.
Wie wird eine Rhinitis beim Hund diagnostiziert?
Um ein genaues Bild der Erkrankung zu erhalten, geht der Tierarzt in mehreren Schritten vor:
- Klinische Untersuchung
- Anamnese
- Blutuntersuchung
- Bildgebende Verfahren
- Rhinoskopie
Rhinitis oder Erkältung: Wie erkennt man den Unterschied?
Im Alltag werden die Begriffe oft gleichgesetzt – medizinisch gibt es jedoch einen Unterschied. Eine Erkältung beim Hund ist meist viral bedingt und heilt in der Regel nach ein paar Tagen von selbst ab. Eine Rhinitis hingegen ist der Oberbegriff für die Entzündung der Nasenschleimhaut und kann viele verschiedene Ursachen haben – von allergisch über bakteriell bis hin zu einem Fremdkörper in den Nasengängen.
Tipp von Santévet: Einseitiger Nasenausfluss mit Blutbeimengungen oder einem unangenehmen Geruch ist ein Warnsignal und sollte zeitnah von einem Tierarzt abgeklärt werden – solche Anzeichen können auf einen Fremdkörper, eine tiefe Infektion oder einen Tumor hinweisen.
Einige Hinweise für die erste Einschätzung zu Hause:
- Einseitiger Nasenausfluss spricht eher für einen Fremdkörper oder eine lokale Ursache.
- Beidseitiger, wässriger Ausfluss ist typisch für Allergien oder virale Infektionen der oberen Atemwege.
- Eitriger oder blutiger Ausfluss erfordert immer eine tierärztliche Abklärung.
- Keine Besserung nach ein paar Tagen – Symptome sollten tierärztlich untersucht werden.
Zur sicheren Diagnose ist in jedem Fall eine Untersuchung beim Tierarzt notwendig – selbst wenn die Symptome zunächst harmlos wirken – um bei Ihrem Hund ernste Diagnosen wie Trachealkollaps auszuschließen.
Wie behandelt man einen Hund mit Rhinitis?

Die Behandlung hängt direkt von der Diagnose für die Grunderkrankung ab:
- Bakterielle Rhinitis: Antibiotika in Kombination mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) zur Entzündungshemmung.
- Virale Rhinitis: Subsupportive Therapie – Entzündungshemmer, ausreichend Flüssigkeit und Ruhe. Ein kausales Mittel gegen das Virus gibt es nicht.
- Allergische Rhinitis: Antihistaminika oder Kortikosteroide; Meidung des auslösenden Allergens, soweit möglich.
- Fremdkörper: Entfernung unter Sedierung – die Symptome bessern sich meist rasch nach der Extraktion.
- Tumorbedingte Rhinitis: Abhängig von der Diagnose kommen Operation, Bestrahlung oder palliative Maßnahmen in Frage.
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FAQ – Häufige Fragen zur Rhinitis beim Hund
Was ist Rhinitis beim Hund?
Rhinitis bezeichnet die Entzündung der Nasenschleimhaut. Sie ist ein häufiges Symptom bei Erkrankungen der oberen Atemwege und kann durch Allergien, Infektionen, Fremdkörper in den Nasengängen oder seltener durch Tumoren ausgelöst werden. Typische Anzeichen sind Nasenausfluss, Niesen und eine verstopfte oder laufende Nase.
Ist Rhinitis bei Hunden heilbar?
Das hängt von der Ursache ab. Eine allergische oder infektiöse Rhinitis kann in vielen Fällen gut behandelt und kontrolliert werden. Eine chronische Rhinitis – etwa bei einem Tumor oder einer idiopathischen Rhinitis ohne klare Ursache – lässt sich häufig nicht vollständig heilen, wohl aber verlangsamen und symptomatisch lindern.
Was sind die vier Hauptsymptome einer Rhinitis?
Die vier häufigsten Symptome sind Nasenausfluss (Jetage), wiederholtes Niesen, nasale Kongestion mit erschwerter Atmung sowie ein beeinträchtigter Geruchssinn, der sich in Appetitmangel äußern kann. Je nach Ursache können weitere Anzeichen wie Husten, Augenausfluss oder allgemeines Krankheitsgefühl hinzukommen.
Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen nur der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung oder Beratung durch einen Tierarzt.
Quellen:
Müller RS et al. Rhinitis beim Hund. Thieme Connect 2025; DOI: 10.1055/a-2548-1533
https://www.vetline.de/die-idiopathische-rhinitis-beim-hund-ein-update
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