Das Wichtigste in Kürze (TL;DR)
- FCI-anerkannte belgische Hunderasse (Standard Nr. 83); Name bedeutet „kleiner Schäferhund“.
- Trotz seiner geringen Größe (3–9 kg) ist er wachsam, energiegeladen und für Familien geeignet, braucht aber konsequente Erziehung.
- Lebenserwartung 13–15 Jahre; Risiko: Mukopolysaccharidose Typ IIIB (MPS IIIB) – Gentest empfohlen.
Herkunft der Rasse: Ein echter Belgier
Der Schipperke ist eine der ältesten belgischen Hunderassen. Sein Name stammt aus dem Flämischen und bedeutet kleiner Schäferhund – obwohl er auch als kleiner Schiffer übersetzt wird, was auf seine Rolle als Rattenvertilger auf Binnenschiffen hinweist. Die Rasse teilt den gemeinsamen Stammvater mit dem Leuvenaar, einem heute ausgestorbenen schwarzen Schäferhund, aus dem auch die verschiedenen Belgischen Schäferhunde hervorgegangen sind.

Charakter: Ist der Schipperke ein Schäferhund oder ein Spitz?
Gegenüber Fremden zurückhaltend, mit seiner Familie hingegen lebhaft und anhänglich – so lässt sich der Charakter des Schipperkes treffend beschreiben. Seine neugierige Art und sein Beschützerinstinkt machen ihn zum idealen Wachhund.
Expertenzitat: „Bei Schipperkes mit MPS IIIB wurde eine einzelne ursächliche Variante im NAGLU-Gen identifiziert. Durch Genotyp-Screening sank die Häufigkeit betroffener homozygoter Tiere rasch.“ –Seppälä et al. (2020)
Körperliche Merkmale: breites Fuchsgesicht und verschiedene Farben
Das Erscheinungsbild wird geprägt von
- dem breiten Fuchsgesicht;
- der schwarzen Halskrause;
- dem kompakten Körper.
Die Rute ist kurz oder fehlt (Stummelrute). Das Doppelfell ist hart und dicht. Laut FCI-Standard ist Schwarz die einzig zugelassene Farbe. Wer einen Schipperke kaufen möchte, achtet auf FCI-konforme Zucht.
Gesundheit: Robuste Gesundheit und eine bekannte Erbkrankheit
Der Schipperke lebt 13–15 Jahre. Die wichtigste Erbkrankheit ist die Mukopolysaccharidose Typ IIIB (MPS IIIB); Symptome zeigen sich meist ab dem 2. Lebensjahr. Seriöse Züchter legen Gentest-Nachweise vor.
Tipp von Santevet: Fragen Sie beim Schipperke-Züchter immer nach dem MPS-IIIB-Gentest der Elterntiere. VDH-Züchter sind zu diesen Gesundheitsprüfungen verpflichtet – ein seriöser Züchter zeigt Ihnen die Nachweise freiwillig.
Haltung und Erziehung: Viel Erfahrung für den kleinen Eigenbrötler

Bellt ein Schipperke viel? Ja – der Schipperke reagiert auf Fremde und ungewohnte Geräusche zuverlässig mit heller Stimme. Sein ausgeprägter Wachinstinkt macht ihn zum verlässlichen Wächter, kann aber in Mehrfamilienhäusern zur Herausforderung werden. Außerdem wichtig:
- Der Schipperke benötigt konsequente Erziehung von Beginn an. Positive Verstärkung und kurze Einheiten sind der Schlüssel. Agility mit dem Hund und Obedience bieten sich für den Schipperke-Welpen ideal an.
- Er benötigt täglich mindestens 60 Minuten Bewegung, zum Beispiel durch eine Wanderung mit dem Hund. Er ist sowohl wohnungs- als auch gartengeeignet.
Budget: Was kostet ein Schipperke?
Der Schipperke ist einer der günstigeren Rassehunde – kompakt, pflegeleicht und ohne aufwendiges Grooming. Dennoch sollten Interessenten die laufenden Kosten realistisch einplanen, insbesondere wegen der möglichen Erbkrankheit MPS IIIB.
Preis für einen Welpen vom Züchter oder Tierheim
| Anschaffung | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Schipperke-Welpe (VDH-Zucht) | 800 – 1.500 € |
| Schipperke aus dem Tierheim | 150 – 400 € |
| Erstausstattung (Leine, Napf, Korb, Spielzeug) | 100 – 200 € |
| Erstimpfungen & Mikrochip | 100 – 150 € |
Tierarztkosten ohne Versicherung
Als kleine, robuste Rasse hält sich der Schipperke in der Grundversorgung im Rahmen. Unvorhergesehene Kosten – vor allem neurologische Abklärungen bei Verdacht auf MPS IIIB – können die jährliche Bilanz jedoch deutlich erhöhen.
| Behandlung | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Jährliche Schutzimpfungen | 60 – 100 € |
| Jährliche Wurmkur & Parasitenvorsorge | 50 – 80 € |
| Kastration/Sterilisation | 200 – 400 € |
| Notfallbehandlung/Unfall | 500 – 2.000 € |
| Neurologische Abklärung (MPS IIIB) | 300 – 800 € |
Unerwartete Tierarztkosten können schnell teuer werden. Sichern Sie Ihren Schipperke mit einer Tierkrankenversicherung von Santévet ab. Zur Hundekrankenversicherung.
Laufende Unterhaltskosten
Dank seines pflegeleichten Doppelfells und seiner geringen Größe verursacht der Schipperke überschaubare monatliche Kosten. Hundesteuer und Haftpflicht variieren je nach Gemeinde und Bundesland.
| Ausgabe | Kosten pro Monat (ca.) |
|---|---|
| Hundehaftpflichtversicherung | 3 – 8 € |
| Hundesteuer (je nach Gemeinde) | 5 – 15 € |
| Fellpflege/Grooming | 5 – 10 € |
| Spielzeug & Zubehör | 10 – 20 € |
Futterkosten
Der Schipperke wiegt zwischen 3 und 9 kg. Hochwertiges Trockenfutter für kleine Rassen reicht aus – die monatlichen Futterkosten bleiben damit deutlich unter denen mittelgroßer Rassen.
| Gewicht des Hundes | Futter pro Monat (ca.) |
|---|---|
| 3 – 5 kg | 10 – 20 € |
| 5 – 9 kg | 20 – 35 € |
| Nassfutter-Ergänzung | + 10 – 15 € |
| Snacks & Leckerlis | + 5 – 10 € |
FAQ: Häufige Fragen zum Schipperke
800–1.500 € aus seriöser Zucht; günstiger über Tierheim oder Vermittlung.
Ja – der Schipperke ist von Natur aus ein aufmerksamer Wachhund, der Fremde und ungewohnte Geräusche zuverlässig anmeldet. Mit heller Stimme und ausgeprägtem Wachinstinkt ist er für ruhige Mehrfamilienhäuser nur bedingt geeignet. Konsequente Erziehung vom Welpenalter an hilft, übermäßiges Bellen dauerhaft zu kontrollieren.
Der Name Schipperke bedeutet auf Flämisch „kleiner Schäferhund“. Er teilt einen gemeinsamen Stammvater mit den belgischen Schäferhunden, ist aber offiziell keine Schäferhund-Rasse.
Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen nur der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung oder Beratung durch einen Tierarzt.
Quellen:
https://www.nature.com/articles/s41598-020-60121-3
https://www.fci.be/de/nomenclature/SCHIPPERKE-83.html
https://www.fressnapf.de/magazin/hund/rassen/schipperke
Santévet
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