Das Wichtigste in Kürze (TL;DR):
- Einzigartiger Spürsinn: Der Bloodhound gilt weltweit als Hund mit der feinstentwickelten Nase – er kann tagesalte Spuren über viele Kilometer verfolgen.
- Sanfter Riese: Hunde dieser Rasse sind trotz imposanter Erscheinung ruhig, geduldig und tief familienverbunden.
- Eigenköpfig, aber lernfähig: Der Bluthund benötigt konsequentes Training mit positiver Verstärkung. Sturheit ist ein Rassenmerkmal.
Herkunft des Bloodhound
Die Geschichte des Bloodhound beginnt im frühmittelalterlichen Belgien. Im Kloster Saint-Hubert, in den Ardennen gelegen, züchteten Mönche ab dem 7. Jahrhundert Jagdhunde mit besonderem Spürsinn. Diese sogenannten St.-Hubertus-Hunde waren auf das Verfolgen von Wild spezialisiert und galten als unübertroffene Schweißhunde zur Nachsuche. Der heilige Hubertus von Lüttich, Schutzpatron der Jäger, hatte die Hunde dieser Rasse gewissermaßen zum Symbol der Jagd gemacht.
Jedes Jahr schickten die Mönche dem französischen König Hunde als Geschenk – ein Brauch, der die Rasse in die königlichen Meuten brachte. Im 11. Jahrhundert brachte Wilhelm der Eroberer den Hubertushund nach England, wo er sich als Bloodhound etablierte. Der Begriff leitet sich vom englischen ‚blooded hound‘ ab – Hund von edlem Blut. Das belgische Zuchtbuch führt ihn bis heute als „Chien de Saint-Hubert“.
Die FCI führt ihn in Gruppe 6, Sektion 1.1. (Lauf- und Schweißhunde). Verwandte Rassen sind u.a. der Hannoversche Schweißhund sowie, in den USA, der Redbone Bloodhound und Irish Bloodhounds.

Charakter und Wesen der belgischen Hunderasse
Wer nach einem Bloodhound für eine Familie sucht, findet einen geduldigen, liebevollen Begleiter. Hunde dieser Rasse sind von Natur aus sanft und zeigen gegenüber Kindern bemerkenswerte Geduld. Ihr Wesen ist eher phlegmatisch, fast würdevoll. Dennoch täuscht die Gemächlichkeit nicht über einen tiefen Jagdinstinkt hinweg: Sobald der Bluthund eine Spur aufnimmt, folgt er ihr unbeirrt.
Der Bloodhound denkt selbstständig. Seine Intelligenz macht ihn als Arbeitshund unersetzlich, aber teils auch herausfordernd. Konsequentes Hundetraining und klare Strukturen lenken diese Eigenständigkeit positiv. Er gilt als wertvoller Gefährte für aktive Familien im ländlichen Umfeld, versteht sich gut mit anderen Hunden und kann durch frühzeitige Sozialisation auch mit Katzen auskommen.
Expertenzitat: „In einer Studie zur Zuverlässigkeit von Bloodhounds beim Verfolgen menschlicher Gerüche auf 48 Stunden alten Fährten in stark frequentierten Bereichen erzielten fünf trainierte und erfahrene Bloodhounds eine Erfolgsrate von 96 % – ohne eine einzige Falschidentifizierung.“ — Polgár, Z. et al. (2016)
Körperliche Merkmale des Bloodhound
Der Bloodhound ist ein großer Hund mit tiefer Brust und schwerem Kopf. Unverkennbar sind die langen, tief hängenden Ohren, die ovalen Augen und die faltige Stirnhaut. Das kurze, dichte Fell in Schwarz-Loh, Rotbraun-Loh oder Rehfarben ist wetterfest.
Haltung und Auslauf
Ein Bloodhound ist kein Stadthund – er benötigt Platz, Natur und langen Auslauf. Ein sicher eingezäunter Garten ist Pflicht, denn auf einer Fährte hört er auf keine Rufe mehr. Täglich zwei bis drei Stunden Bewegung und geistige Anregung durch Nasenarbeit sind das Minimum. In der Wohnung zeigt er sich ruhig, wenn seine Bedürfnisse erfüllt sind.
Erziehung: konsequentes Training
Die Erziehung erfordert Geduld und Konsequenz. Positives Training mit Futterbelohnung funktioniert am besten – harte Korrekturen sind kontraproduktiv. Frühzeitige Sozialisation und klare Routinen formen einen ausgeglichenen Hund.

Tipp von Santévet: Auch erfahrene Hundebesitzer:innen können von erfahrenen Hundetrainer:innen noch lernen. Holen Sie sich rechtzeitig Unterstützung, damit unerwünschtes Verhalten nicht einreißt.
Gesundheit und typische Krankheiten beim Bloodhound

Der Bloodhound ist robust, aber in bestimmten Bereichen sensibel. Die Gefahr einer Magendrehung (Magendilatation-Volvulus) ist bei großen, tiefbrüstigen Hunden besonders hoch. Mehrere kleine Mahlzeiten täglich sowie Ruhepausen nach dem Fressen sind wichtige Präventionsmaßnahmen. Auch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt sind empfehlenswert.
Häufige Erkrankungen von Bluthundrassen
- Hüftdysplasie (HD): Regelmäßige Röntgenkontrollen und ausgewogene Ernährung helfen, das Risiko zu minimieren.
- Ohreninfektionen: Die langen, hängenden Ohren führen bei vielen Hunden zu Feuchtigkeitsstau. Regelmäßige Reinigung ist unverzichtbar.
- Augenprobleme: Entropion und Ektropion können in der Rasse auftreten und werden operativ behandelt.
- Magendrehung: Ein lebensbedrohlicher Notfall – bei aufgeblähtem Bauch sofort zum Tierarzt.
- Hautfalten-Entzündungen: Die Falten im Gesicht regelmäßig reinigen und trocknen.
Welche Tierarztkosten fallen beim Bloodhound an?
Große Hunde wie der Bloodhound verursachen im Laufe ihres Lebens beträchtliche Tierarztkosten. Hier ein Überblick über typische Behandlungen und deren Kosten:
| Tierarztliche Behandlung | Kosten (ca.) | Details |
| Schutzimpfung (jährlich) | 70-100 EUR | Staupe, Parvo, Leptospirose u.a. |
| Kastration / Sterilisation | 200-500 EUR | Je nach Geschlecht und Gewicht |
| Antiparasitäre Behandlung | 15-30 EUR/Monat | Flöhe, Zecken, Wurmkur |
| Ohrenbehandlung (Infektion) | 60-150 EUR | Häufig beim Bloodhound |
| Hüftdysplasie (Röntgen+Beratung) | 150-400 EUR | Je nach Befund, ggf. OP |
| Magenoperation (Magendrehung) | 2.000-5.000 EUR | Lebensbedrohlicher Notfall |
| Augen-OP (Entropion/Ektropion) | 500-1.500 EUR | Je nach Schweregrad |
| Allgemeine Untersuchung | 50-80 EUR | Vorsorge und Kontrolle |
Insbesondere Notoperationen wie bei einer Magendrehung bei Ihrem Hund können schnell mehrere Tausend Euro kosten. Mit einer Tierkrankenversicherung von Santévet entscheiden Sie im Ernstfall aus dem Herzen, nicht aus dem Geldbeutel.
Futterkosten
Als großer Hund hat der Bloodhound einen entsprechend hohen Nahrungsbedarf. Die monatlichen Futterkosten variieren je nach Qualität und Futterart:
| Futterart | Kosten / Monat (ca.) |
| Trockenfutter (Standard-Qualität) | 50–70 € |
| Trockenfutter (Premium-Qualität, getreidefrei) | 80–120 € |
| Nassfutter | 90–140 € |
| BARF (biologisch artgerechtes Rohfüttern) | 100–160 € |
| Leckerlis und Ergänzungen | 10–20 € |
Empfohlen wird ein hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil und ohne übermäßige Streckmittel wie Mais oder Weizen. Da der Bloodhound zur Magendrehung neigt, sollte er zwei bis drei kleinere Portionen täglich erhalten – nie eine einzige große Mahlzeit.
Unterhaltskosten und laufende Ausgaben
Neben Futter und Tierarzt fallen für einen Bloodhound weitere regelmäßige Kosten an:
| Kostenart | Betrag / Jahr (ca.) |
| Hundesteuer (je nach Gemeinde) | 50–150 € |
| Haftpflichtversicherung Hund | 50–100 € |
| Hundeschule / Mantrailing-Kurs | 200–500 € |
| Pflegezubehör (Bürste, Ohrenpflege, Zahncreme) | 30–60 € |
| Leinen, Halsband, Geschirr | 40–80 € |
| Transportbox / Hundekorb | 80–200 € (einmalig) |
| Tierbetreuung / Tierpension im Urlaub | 200–600 € |
Pflege des Bloodhound
- Fell: Einmal wöchentlich bürsten – entfernt abgestorbene Haare und fördert die Hautdurchblutung.
- Ohren: Mindestens zweimal pro Woche reinigen, nach dem Baden immer trocknen.
- Augen und Falten: Die Hautfalten um Augen und Maul täglich sanft reinigen.
- Zähne: Regelmäßiges Zähneputzen oder Kauspielzeug beugt Zahnstein vor.
- Speichelfluss: Der Bloodhound hat eine lockere Lefze und sabbert naturgemäß – regelmäßiges Abwischen gehört zum Alltag.
Vor dem Kauf: Wie alt wird ein Bloodhound?

Die Lebenserwartung des Bloodhound liegt bei 8 bis 12 Jahren. Artgerechte Haltung, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Vorsorge helfen, das obere Ende dieser Spanne zu erreichen.
Preis: Was kostet ein Bloodhound-Welpe vom Züchter?
Bloodhound Welpen sind in Deutschland selten. Der Kaufpreis liegt bei seriösen VDH-Züchtern zwischen 1.200 und 2.500 Euro. Wer einen Bloodhound kaufen möchte, wendet sich ausschließlich an seriöse Züchter mit FCI-Anbindung. Welpen sollten geimpft, entwurmt, gechipt und sozialisiert abgegeben werden.
Ähnliche Spürhund-Rassen
- Hannoversche Schweißhund – ebenfalls ein exzellenter Fährtenhund
- Bayerischer Gebirgsschweißhund – kleiner, aber ähnlich spürstark
- Redbone Coonhound (Redbone Bloodhound) – amerikanische Verwandte
- Harrier – englische Verwandte aus der Gruppe der Laufhunde
- Beagle – kleiner Spürhund mit ähnlichem Charakter
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Sind Bloodhounds familienfreundliche Hunde?
Ja, der Bloodhound ist ein sehr familienfreundlicher Hund: sanft, geduldig und tief an seine Menschen gebunden. Mit Kindern versteht er sich gut, sollte aber aufgrund seiner Größe beaufsichtigt werden. Ein Bloodhound in der Familie bedeutet: viel Bewegung, viel Nähe und Humor beim Thema Sabbern.
Warum heißt der Bloodhound „Bluthund“?
Der Name leitet sich vom englischen „blooded hound“ ab – Hund von edlem Blut, ein Hinweis auf die Reinheit der Linie. Im Deutschen heißt er „Bluthund“, obwohl ‚Hubertushund‘ die Herkunft besser trifft: Die Rasse stammt aus dem Kloster Saint-Hubert in den Ardennen.
Was kostet ein Bloodhound-Welpe?
Ein Bloodhound-Welpe von einem seriösen Züchter kostet in Deutschland in der Regel zwischen 1.200 und 2.500 Euro. Da Bloodhound-Züchter selten sind, sind Wartezeiten üblich. Finger weg von Angeboten ohne VDH-Papiere oder mit auffällig niedrigen Preisen.
Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen nur der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung oder Beratung durch einen Tierarzt.
Quellen:
https://www.futterhaus.de/r/bloodhound
https://www.fci.be/de/nomenclature/BLUTHUND-84.html
https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0154087
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