Was ist Leishmaniose beim Hund?
Die Leishmaniose Symptome beim Hund gehören zu den klassischen Mittelmeerkrankheiten. Verursacht wird die Krankheit durch den mikroskopisch kleinen Parasiten Leishmania infantum, der von der Sandmücke (Gattung Phlebotomus) über einen Stich übertragen wird. Die Mücken sind hauptsächlich zwischen April und Oktober aktiv.
Besonders verbreitet ist die Krankheit rund um das Mittelmeer – in Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Südfrankreich, Kroatien und der Türkei. Ein an Leishmaniose erkrankter Hund kann sehr unterschiedliche Symptome zeigen: von Veränderungen der Haut (Haarausfall, Schuppen, Geschwüre an der Haut) über Gewichtsverlust bis hin zu schweren Schäden an inneren Organen, insbesondere den Nieren.
Durch den Klimawandel breiten sich die Sandmücken zunehmend auch nach Norden aus. Inzwischen wurden Brutstätten in Baden-Württemberg und Bayern nachgewiesen, sodass das Risiko einer Übertragung auch in Deutschland steigt.
Nicht alle Hunde sind gleichermaßen gefährdet. Einige Faktoren erhöhen das Infektionsrisiko:
- Hunde mit dünner Haut oder kurzem Fell werden häufiger gestochen.
- Ältere oder durch andere Erkrankungen geschwächte Tiere entwickeln nach einer Infektion schneller schwere Verläufe.
Unbehandelt verläuft die Leishmaniose oft tödlich. Wichtig: Die Krankheit ist eine Zoonose und kann vom Hund auf den Menschen übertragen werden. Auch der Mensch kann sich direkt durch einen Mückenstich infizieren.
Warum sollte man seinen Hund gegen Leishmaniose impfen?
Keine vollständige Heilung möglich
Für die Leishmaniose existiert keine endgültige Heilung. Einmal an Leishmaniose erkrankte Hunde benötigen häufig eine lebenslange medikamentöse Behandlung mit Allopurinol, Miltefosin oder Antimonat – allein oder in Kombination. Die Impfung gegen Leishmaniose beugt schweren klinischen Verläufen vor und reduziert das Risiko langfristiger Folgeschäden an den inneren Organen.
Der Impfstoff regt das Immunsystem an, sodass der Organismus nach einem Stich gezielter gegen die Leishmanien reagieren kann. Die Leishmaniose-Impfung ist allerdings rein präventiv: Bereits erkrankte Hunde lassen sich damit nicht heilen.

Erste Untersuchung und Bluttest vor der Impfung
Vor der Grundimmunisierung ist eine erste Untersuchung beim Tierarzt mit Bluttest auf Antikörper gegen die Erreger zwingend erforderlich. Nur seronegative Hunde – also Tiere ohne nachweisbare Leishmanien im Blut – dürfen geimpft werden. Bei einem bereits an Leishmaniose erkrankten Hund kann die Impfung den Verlauf sogar verschlechtern. Die Therapie sowie jede Entscheidung zur Impfung gehören in die Hände einer Tierarztpraxis.
Wann sollte ein Hund gegen Leishmaniose geimpft werden?
Die Leishmaniose-Impfung ist für Hunde ab einem Alter von 6 Monaten zugelassen, vorausgesetzt der Vorab-Test fällt negativ aus. Idealerweise wird die Impfung mehrere Wochen vor einer Reise in ein Endemiegebiet oder vor Beginn der Mückensaison vorgenommen, damit der beste Schutz rechtzeitig aufgebaut ist. Das genaue Impfschema hängt vom verwendeten Arzneimittel ab.
Welche Impfung gegen Leishmaniose gibt es für Hunde?
In Deutschland sind aktuell zwei Impfstoffe verfügbar.
Der erste Impfstoff stimuliert die Immunabwehr gegen Leishmania infantum mit einem klassischen Schema: drei Injektionen im Abstand von jeweils drei Wochen ab dem Alter von 6 Monaten, gefolgt von einer jährlichen Wiederholungsimpfung. Vor Beginn ist auch hier ein Bluttest auf Antikörper gegen die Erreger nötig.
Der zweite Impfstoff – Letifend – basiert auf einem rekombinanten Protein und benötigt kein Adjuvans. Er wird mit einer einzigen Grundimpfung verabreicht, gefolgt von einer jährlichen Auffrischung. Der Impfschutz baut sich rund vier Wochen nach der Injektion auf. Dieses vereinfachte Schema erleichtert die Anwendung und soll Hundehalter:innen den Zugang zur Impfung gegen Leishmaniose vereinfachen. Auch hier gilt: Der Hund sollte mindestens 6 Monate alt sein und einen negativen Vorab-Test haben.
Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt zu einem individuellen Impfplan beraten – abgestimmt auf Alter, Gesundheitszustand und Lebensstil Ihres Hundes.

Welche Nebenwirkungen hat die Leishmaniose-Impfung beim Hund?
Wie jedes Arzneimittel kann auch die Leishmaniose-Impfung Nebenwirkungen verursachen. Die zuständigen Zulassungsbehörden prüfen die Sicherheit jedes Impfstoffs vor der Marktzulassung sorgfältig.
Häufig beobachtete Reaktionen:
- Lokale Reaktionen an der Einstichstelle: leichte Schwellung oder Schmerzen, die meist innerhalb weniger Tage abklingen.
- Vorübergehendes Fieber: eine kurzfristige Erhöhung der Körpertemperatur nach der Impfung.
- Verdauungsstörungen: manche Hunde reagieren mit Erbrechen oder Durchfall.
Bei stärkeren oder länger anhaltenden Beschwerden sollten Sie eine Tierpraxis aufsuchen.
Ist eine Leishmaniose-Impfung für Hunde sinnvoll?
Die Wirksamkeit der Impfung ist begrenzt. Studien zeigen, dass sie das Risiko schwerer Krankheitsverläufe deutlich verringert – einen vollständigen Schutz vor einer Infektion bietet sie jedoch nicht. Auch geimpfte Tiere können sich anstecken, entwickeln aber häufig mildere Symptome.
Wichtig: Die Impfung darf nur bei Hunden ohne Antikörper gegen die Erreger angewendet werden. Bei Verdacht auf eine Infektion nach einer Reise in ein Risikogebiet ist ein erneuter Test sinnvoll.
Ergänzend tragen eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und tierärztliche Vorsorge zur Stärkung der allgemeinen Abwehr bei.

Was kostet eine Leishmaniose-Impfung beim Hund?
Die Kosten für eine Leishmaniose-Impfung variieren je nach Region und Tierarztpraxis. Zur Orientierung:
- Tierärztliche Konsultation: ca. 50 – 90 €
- Bluttest vor der Impfung: ca. 40 – 80 €
- Leishmaniose-Impfstoff: ca. 100 – 150 €
- Jährliche Auffrischungsimpfung: ca. 100 – 150 €
- Erste Grundimmunisierung (Konsultation + Bluttest + Impfstoff): ca. 190 – 300 €
Diese Beträge können je nach gewähltem Impfstoff und Tierarzt schwanken. Ein Preisvergleich zwischen mehreren Praxen lohnt sich.
Eine Hundekrankenversicherung kann die Kosten der Vorsorge spürbar reduzieren. Die Hundekrankenversicherung von Santévet bietet in allen Tarifen eine Vorsorgepauschale, die jedes Jahr neu zur Verfügung steht und unter anderem für Impfungen, Wurmkuren und Pflegeprodukte verwendet werden kann. Sie können das Budget bei der Tierärztin oder dem Tierarzt Ihrer Wahl einsetzen. Weitere Informationen finden Sie in unserem Vorsorgebudget-Ratgeber.
Santévet Tipp
Klären Sie das Impfschema und die voraussichtlichen Kosten bei einer ersten Untersuchung mit Ihrem Tierarzt. So wissen Sie genau, welche Maßnahmen für Ihren Hund sinnvoll sind – und vermeiden böse Überraschungen. Ein weiterer Tipp: Bewahren Sie alle Belege und den Impfpass gut auf, sie werden für Erstattungen und für Auslandsreisen benötigt.
Wie schütze ich meinen Hund vor Leishmaniose?
Der Schutz vor Leishmaniose beschränkt sich nicht auf die Impfung. Genauso wichtig ist die Prophylaxe gegen die Sandmücke, den Überträger der Krankheit:
- Topische Repellentien in Form von Halsbändern, sogenannten Spot-on-Präparaten oder Sprays schützen die Mücken vom Stich an Ihrem Hund. Welche Produkte am besten zu Ihrem Vierbeiner passen, weiß Ihr Tierarzt.
- Spaziergänge in der Dämmerung und nachts vermeiden – also dann, wenn die Mücken am aktivsten sind.
- Wohnumgebung schützen: Moskitonetze mit feiner Maschenweite an Fenstern, Türen und über dem Schlafplatz reduzieren das Risiko. Sandmücken halten sich sowohl im Freien als auch in Wohnräumen auf.
Fazit: Die Kombination aus konsequentem Mückenschutz und Impfung bildet die wirksamste Maßnahme, um die Zahl der Leishmaniose-Fälle beim Hund zu senken. Besonders Hundehalter:innen, die mit ihrem Vierbeiner in den Süden Europas reisen oder in zunehmend exponierten Regionen leben, sollten eine Impfung in Erwägung ziehen. Lassen Sie sich frühzeitig von Ihrem Tierarzt zu den passenden Schutzmaßnahmen beraten.
Santévet – Spezialist für Tierkrankenversicherung
Fotos: 123RF
Schlagwörter